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Tyrosin und verkürzte Lebensdauer

Tyrosin ist als Nahrungsergänzung zur geistigen Leistungssteigerung beliebt. Dauerhaft erhöhte Tyrosinwerte könnten aber zumindest bei Männern mit einer kürzeren Lebenserwartung einhergehen

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Beeinflusst Tyrosin die Lebenserwartung?

Tyrosin ist eine Aminosäure – also ein Baustein von Proteinen. Die Aminosäure wird im Körper zur Bildung von Botenstoffen wie Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin benötigt.

Diese Stoffe spielen eine wichtige Rolle für die Stimmung, die Konzentration und bei Stressreaktionen. Deshalb stellt die Aminosäure eine beliebte Nahrungsergänzung zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit dar.

In unserem Hauptartikel Tyrosin – Das natürliche Aufputschmittel erklären wir ausführlich, wann eine Einnahme sinnvoll sein kann. Dort raten wir bereits von einer dauerhaften Anwendung ab.

Eine Studie von 2025 fand einen Hinweis auf eine kürzere Lebenserwartung bei Männern (1).

Studie: Erhöhtes Sterberisiko bei hohen Tyrosinwerten

Zuerst werteten die Forscher die Tyrosin- und Phenylalaninwerte von rund 272.500 Personen aus.

Phenylalanin ist ebenfalls eine Aminosäure, die eng mit Tyrosin in Zusammenhang steht, weshalb man sie ebenfalls bestimmte. Der Zusammenhang ist der folgende:

Tyrosin kann vom Organismus aus Phenylalanin (ebenfalls eine Aminosäure) gebildet werden. Daher ist Tyrosin keine essenzielle Aminosäure, Phenylalanin hingegen schon. Sie kann vom Körper nicht gebildet werden und muss mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Wissenschaftler verglichen nun, wie viele Personen in den darauffolgenden 11 Jahren verstarben und ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Blutwerten gab.

Es zeigte sich, dass höhere Phenylalaninwerte mit einem leicht erhöhten Sterberisiko verbunden waren. Dies war auch bei höheren Tyrosinwerten der Fall und zwar vor allem bei Männern.

Lebenserwartung um 10 Monate verkürzt

Männer, die genetisch bedingt erhöhte Tyrosinwerte aufwiesen, hatten eine um etwa 10 Monate kürzere Lebenserwartung. Bei Frauen gab es keinen eindeutigen Zusammenhang – auch nicht bei Phenylalanin.

Eine Erklärung für den negativen Einfluss der Aminosäuren auf die Lebenserwartung könnte die folgende sein:

Höhere Tyrosinwerte zeigen sich oft bei Entstehung einer Insulinresistenz. Dabei reagieren die Körperzellen schlechter auf Insulin, was langfristig den Stoffwechsel belasten und das Risiko für altersbedingte Erkrankungen erhöhen kann.

Allerdings könnten die erhöhten Tyrosinspiegel auch nur ein Marker für eine krankhafte Veränderung im Organismus sein, die dann ihrerseits die Lebenserwartung reduziert. Dies ist noch nicht geklärt.

Fazit: Verzehr von tyrosinhaltigen Lebensmitteln ist kein Problem

Als Aminosäure kommt Tyrosin in vielen Lebensmitteln vor – ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Der Verzehr ist kein Problem.

Denn die Studie prüfte nicht, ob bestimmte Lebensmittel oder Präparate die Lebenserwartung beeinflussen. Untersucht wurden lediglich Blutwerte und genetische Zusammenhänge.

Wir würden jedoch nicht empfehlen, die Aminosäure dauerhaft zur Leistungssteigerung einzunehmen. Wenn Sie also eine Nahrungsergänzung mit Tyrosin nehmen, dann tun Sie dies besser nur zeitlich begrenzt. Näheres dazu im bereits oben genannten Artikel Tyrosin – Das natürliche Aufputschmittel.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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