Fertigprodukte/Junk Food

Fast Food macht süchtig

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 06.03.2019
Fast Food macht süchtig
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Kann eine Tüte Chips ein Suchtverhalten wie Kokain auslösen? Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre untersuchten die Sucht nach Junk Food im Vergleich zur Drogenabhängigkeit und brachten dabei erschreckende Ergebnisse zum Vorschein. Die Sucht nach Junk Food verläuft in unserem Gehirn nach denselben Mechanismen, wie beispielsweise eine Kokainsucht.

Inhaltsverzeichnis

Ist Fast Food eine Droge?

Erschreckenderweise gibt es zahlreiche Daten, die eine Sucht nach Fast Food als genauso ernst zu nehmend erscheinen lassen, wie eine Drogensucht. Diesen Daten zufolge haben hochkonzentrierter Fruktosesirup, Mononatriumglutamat, hydrierte Öle, raffiniertes Salz und verschiedene andere chemische Zusatzstoffe, die sich in industriell verarbeitetem Junk Food auffinden lassen, dieselben Auswirkungen auf das Gehirn wie Kokain.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2010, die von Wissenschaftlern des Scripps Research Institute (SRI) in Florida durchgeführt wurde, brachte zum Vorschein, dass Ratten, die freien Zugang zu verschiedenen Fast Food Produkten hatten, einen erheblichen Wandel ihrer Hirnaktivität und -funktion aufwiesen, und dass diese Veränderungen jenen stark ähnelten, die auch bei den Gehirnen von Drogensüchtigen zu beobachten sind.

Fast Food Sucht steigert sich

Eine weitere Studie – dieses Mal von Forschern der Universität in Austin, Texas, und des Oregon Research Institute – fand heraus, dass anhaltender Konsum von Junk Food zu einer Reduzierung der Aktivität im Striatum (einem Bereich des Grosshirns, der für Emotionen, und das Gefühl von Belohnung zuständig ist) führt. Mit anderen Worten: Wie auch im Fall illegaler Drogen nimmt die Menge an Junk Food kontinuierlich zu, die der Abhängige benötigt, um ein „High“, also eine Art Belohnung für sein Tun, zu verspüren.

Die Daten sind so beeindruckend, dass sie von diesem Forschungszweig endlich akzeptiert werden müssen,

erklärte Nora Vokow, die Direktorin des National Institute on Drug Abuse (NIDA) angesichts der Forschungsergebnisse.

Es stellt sich heraus, dass es enorme Schnittmengen in der Wirkungsweise von Drogen und Nahrungsmitteln auf das Gehirn gibt.

Drogen bewirken im Gehirn die Ausschüttung von Dopamin - dem so genannten Glückshormon. In einer vergleichenden Studie entdeckten die Wissenschaftler eine Ähnlichkeit von der Dopamin-Produktion bei Drogensüchtigen und bei Menschen, die nach Fast Food suchtig sind. Die Sucht nach Drogen führt im Grunde dazu, dass die Rezeptoren im Gehirn, die auf Dopamin ansprechen und dem Körper ein Glücksgefühl vermitteln, ihre Empfindlichkeit verlieren. Daraus folgt, dass Süchtige immer höhere Dosen der Suchtsubstanz benötigen um dasselbe Mass an Befriedigung zu erzielen. Im Gehirn eines nach Fast Food abhängigen Menschen laufen genau die selben Mechanismen ab.

Sucht nach chemischen Zusatzstoffen

Da industriell verarbeitete Nahrungsmittel voller synthetischer chemischer Zusatzstoffe sind, können sie generell auch als Drogen im weiteren Sinne angesehen werden. Daher ist es auch kein Wunder, dass weltweit Millionen Menschen süchtig nach diesen Produkten sind.

Fast Food Sucht und Übergewicht

Die beschriebene Sucht nach Fast Food steht offenbar auch mit dem heutzutage weit verbreiteten Übergewicht in Verbindung. Die Forscher konnten zeigen, dass fettleibige Menschen eher weniger empfindliche Dopamin-Rezeptoren haben als normalgewichtige. Übergewichtige müssen demnach auch mehr essen, um ihre Sucht nach Fast Food zu stillen. Diese Mechanismen im Gehirn können in einem Teufelskreis enden, der schwere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann.

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Quellen

  • Johnson PM, Kenny PJ. "Dopamine D2 receptors in addiction-like reward dysfunction and compulsive eating in obese rats." Nat Neurosci. 2010 May;13(5):635-41. (Dopamin D2-Rezeptoren bei Sucht-ähnlicher Belohnungs-Dysfunktion undzwanghaftem Essen bei übergewichtigen Ratten.)
  • Kenny PJ. "Common cellular and molecular mechanisms in obesity and drug addiction." Nat Rev Neurosci. 2011 Oct 20;12(11):638-51. doi: 10.1038/nrn3105. (Gemeinsame zelluläre und molekulare Mechanismen bei Fettleibigkeit und Drogensucht.)
  • Stice E, et al., "Weight gain is associated with reduced striatal response to palatable food." J Neurosci. 2010 Sep 29;30(39):13105-9. (Gewichtszunahme wird mit einer reduzierten striatalen Antwort aufschmackhafte Nahrungassoziiert.)
  • Stice E, et al., "Reward circuitry responsivity to food predicts future increases in body mass: moderating effects of DRD2 and DRD4." Neuroimage. 2010 May 1;50(4):1618-25. (Belohnungs-Empfindlichkeit auf Nahrungprognostiziert künftige Erhöhung des Körpergewichts: moderierendeWirkung von DRD2und DRD4.)
  • Stice E, et al., "Youth at risk for obesity show greater activation of striatal and somatosensory regions to food." J Neurosci. 2011 Mar 23;31(12):4360-6. (Jugendliche mit einem Risiko für übergewicht zeigen stärkere Aktivierung der striatalen und somatosensorischen Regionen auf Nahrung.)
  • Mail Online "Are cupcakes as addictive as cocaine? How high-sugar processed food can have same effect on the brain as drugs" By Tamara Abraham Last updated at 9:10 PM on 2nd November 2011 (Machen Cupcakes so süchtig wieKokain? Wie verarbeitete Lebensmittel mit viel Zucker dieselbe Wirkung auf das Gehirn wie Drogen haben können.)