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Lebensmittel die süchtig machen - und diese gar nicht!

Viele Lebensmittel können süchtig machen. Man isst sie immer wieder, am liebsten täglich. Wir nennen jene Lebensmittel, die am meisten süchtig machen, aber auch diejenigen Lebensmittel, die kaum Suchtpotenzial haben.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 15 März 2026
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Die Lebensmittel mit dem höchsten Suchtpotenzial

Bis zu 20 Prozent der Übergewichtigen leiden an einer Esssucht oder zeigen zumindest ein suchtähnliches Essverhalten (1) – so eine Analyse von 25 Studien mit insgesamt fast 200.000 Teilnehmern aus dem Jahr 2014. Bei Übergewichtigen ist der Anteil der Esssüchtigen noch höher, so die Studie.

Eine Abhängigkeit von gewissen Lebensmitteln äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie die Abhängigkeit von anderen Substanzen. Betroffene sind daher nicht mehr in der Lage, ihren Verzehr der jeweiligen Lebensmittel zu kontrollieren (2). Sie sind nicht mehr dazu fähig, sich gegen den Verzehr zu entscheiden oder nur eine bestimmte Menge des Lebensmittels zu verzehren.

Natürlich wird man in den seltensten Fällen einfach nach allen Lebensmitteln süchtig. Die meisten Esssüchtigen verschlingen nur ganz bestimmte Lebensmittel (3) – und von diesen sodann unkontrolliert viel. Es gibt also Lebensmittel mit einem ganz besonders hohen Suchtpotenzial.

Welche Lebensmittel süchtig machen und welche nicht

Forscher der University of Michigan untersuchten 518 Personen, die ein suchtähnliches Essverhalten aufwiesen. Sie nutzten dazu die sog. Yale Food Addiction Scale (YFAS), das am meisten genutzte Tool, um eine Esssucht zu bewerten und einzuschätzen. Es handelt sich dabei um einen Fragebogen mit 25 Fragen, die rund um das Essverhalten beantwortet werden müssen.

Die Teilnehmer erhielten außerdem eine Liste mit 35 Lebensmitteln. Es waren jene Lebensmittel, die Sie auch in den beiden untenstehenden Listen finden – also sowohl stark verarbeitete Fertiglebensmittel als auch unverarbeitete Lebensmittel.

Jedes Lebensmittel sollte anhand einer Skala mit einer Zahl zwischen 1 und 7 bewertet werden. Dabei steht 7 für extrem süchtig machend und 1 für überhaupt nicht suchterzeugend.

Letztendlich konnte in dieser Studie bei 7 bis 10 Prozent der Teilnehmer eine voll ausgebildete Esssucht festgestellt werden, bei der es den Betroffenen nicht so wichtig war, was sie essen.

Zusätzlich konnte man bei 92 Prozent ein suchtähnliches Essverhalten gegenüber ausgewählten Lebensmitteln feststellen (4). Die Teilnehmer berichteten, sie wollten immer wieder damit aufhören, diese Lebensmittel zu essen, schafften es aber nicht.

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Diese Lebensmittel machen am meisten süchtig

Die am häufigsten und am schlimmsten süchtig machenden Lebensmittel sind somit größtenteils stark verarbeitete Produkte mit hohem Salz-, Zucker- und/oder Fettgehalt.

Das Suchtpotenzial wird – wie oben erklärt – in Zahlen angegeben. 7 steht für extrem süchtig machend und 1 für überhaupt nicht suchterzeugend Quelle.

Die komplette Liste können Sie bei uns kostenlos per Email anfordern.

Diese Lebensmittel machen am wenigsten süchtig

Lebensmittel, die am seltensten zu einem Suchtverhalten führen finden Sie ebenfalls in unserem PDF, das Sie kostenlos bei uns per Email anfordern können. Es handelt sich um Lebensmittel, die so gut wie gar nicht verarbeitet sind und häufig auch weder gesalzen noch gezuckert sind sowie meist auch einen niedrigen Fettgehalt haben.

Warum manche Lebensmittel Süchte auslösen und andere nicht

Suchtähnliches Essverhalten umfasst natürlich viel mehr als einfach nur eine schwache Willenskraft, wie Betroffenen von Außenstehenden häufig unterstellt wird. Wie bei jeder anderen Sucht spielen auch hier bestimmte biochemische Prozesse im Organismus eine wichtige Rolle und führen schließlich dazu, dass Menschen die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren (6).

Eine Esssucht wurde bislang nur im Zusammenhang mit stark verarbeiteten Lebensmitteln beobachtet, die stark gewürzt/aromatisiert, stark gesalzen oder gezuckert sind und meist zusätzlich noch sehr fettreich sind. (7)

Auch wird bei der industriellen Verarbeitung von derartigen Fertigprodukten darauf geachtet, dass sie überaus schmackhaft sind, was meist bedeutet, überaus herzhaft oder besonders süß in Kombination mit (je nach Lebensmittel) einer bestimmten knusprigen, cremigen oder schmelzenden Konsistenz. Das Ergebnis soll unwiderstehlich werden – und genau das wird vielen Menschen zum Verhängnis.

Bleiben Sie Ihrem Belohnungszentrum gegenüber skeptisch!

Gerade zuckerreiche Produkte liefern nicht nur viele Kalorien, sondern führen außerdem zu Blutzuckerschwankungen, die wiederum Heißhungerattacken verursachen können.

Besonders problematisch ist zudem das menschliche Gehirn, das für ein suchtähnliches Verhalten offenbar besonders anfällig ist. Denn sein Belohnungszentrum schüttet Wohlfühlhormone aus, wenn wir etwas essen, etwa Dopamin. Schließlich soll der Mensch Spaß am Überleben haben, weshalb das Gehirn den Menschen fürs Essen belohnt.

Früher war das sehr sinnvoll, da die Nahrungsbeschaffung ziemlich aufwändig sein konnte. Man musste entweder kilometerweit durch die Landschaft wandern und Beeren pflücken, essbares Grün sammeln und Wurzeln ausgraben oder aber – im tiefsten Winter – stundenlang Wild auflauern, es durch Tiefschnee verfolgen und zuguterletzt noch mit Raubtieren um das endlich erlegte Tier kämpfen.

Damit sich also der Mensch zu all diesem Mühsal überhaupt aufrafft und nicht einfach bei einem gemütlichen Feuerchen in seiner Höhle sitzen bleibt, wurde das Belohnungszentrum „erfunden“. Sobald es der Mensch geschafft hat, etwas Essbares zu erbeuten, wird er belohnt. Also geht er regelmäßig raus zum Sammeln oder Jagen. Denn das Gefühl beim anschließenden Essen ist einfach zu schön.

Besonders problematisch sind Zucker, Salz, Fett, Aromen und Geschmacksverstärker

Heute aber wäre das Belohnungszentrum im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme nicht mehr nötig. Wir wissen auch so, dass wir regelmäßig arbeiten gehen sollten, um genug Geld für den Lebensmitteleinkauf zu haben. Und wir wissen, dass wir regelmäßig essen sollten, um zu überleben.

Früher war es außerdem so, dass es natürlich gut war, wenn man Kalorienreiches, z. B. fettreiches Fleisch erbeutet hat, da dies die Überlebenschancen erhöhte. Auch Kohlenhydrate und Zucker gab es einst nur selten. Beides aber liefert schnelle Energie und war daher in der Urzeit sehr hilfreich. Also belohnt das Gehirn den Konsum von Fett- und Zuckerreichem.

Besonders üppig mit Wohlfühlhormonen wird dabei die Kombination aus Fett und Kohlenhydraten belohnt. Denn diese gibt es in der Natur gar nicht. Entweder gibt es Zucker in Früchten oder Fett in Nüssen oder Fleisch. Beides zusammen wird vom Gehirn daher nun als Jackpot gedeutet (13) und entsprechend honoriert.

Die Wohlfühlhormone fühlen sich so gut an, dass der Körper dieses Gefühl immer und immer wieder erleben will. Also kommt es zu Gelüsten bis hin zu Heißhungeranfällen und Fressattacken. Das Übel nimmt seinen Lauf.

Besonders problematisch sind Zucker, Salz, Fett, Aromen und Geschmacksverstärker

Heute gibt es gefüllte Vorratskammern und an jeder Ecke Supermärkte. Kaum jemand muss sich noch anstrengen, um an Essbares zu gelangen, auch nicht um Fettreiches und Zuckerhaltiges aufzuspüren. Leider enthalten industriell hergestellte Fertigprodukte nicht nur Fett und Zucker, sondern auch Aromen, Salz und Geschmacksverstärker, die das grenzenlose Essen noch weiter anheizen.

Die Esssucht ist da – und mit ihr das Übergewicht (11) und sämtliche chronische Erkrankungen, die auf Übergewicht und Fettleibigkeit zurückgeführt werden können (12).

Industriefood macht dick und süchtig, frisches Essen nicht

In einer Studie von 2019 untersuchte man, ob hochverarbeitete Lebensmittel die Energieaufnahme von 20 gewichtsstabilen Erwachsenen im Alter von durchschnittlich 31 Jahren und mit einem BMI von 27 beeinflüssen können.

Die Probanden erhielten zwei Wochen lang entweder hochverarbeitete oder unverarbeitete Lebensmittel, bevor man dann die Gruppen tauschte.

Die Mahlzeiten wurden so zusammengestellt, dass sie hinsichtlich Kalorien, Energiedichte, Makronährstoffen, Zucker, Natrium und Ballaststoffen aufeinander abgestimmt waren. Essen konnten die Teilnehmer so viel sie wollten.

Letztendlich nahmen die Leute etwa 500 kcal mehr zu sich (14), wenn sie vom Industriefood aßen. Die 500 kcal wurden in Form von Kohlenhydraten und Fett verzehrt. Proteinreiche Lebensmittel wurden hingegen nicht in höheren Mengen gegessen.

Natürlich nahm diese Gruppe dann auch an Gewicht zu - etwa 1 kg in den zwei Wochen, während die Gruppe, die natürliche Lebensmittel aß, 1 kg abnahm.

Bei Esssucht: Suchen Sie sich Hilfe!

Esssucht und ein suchtähnliches Essverhalten können – wie jede Sucht und jedes zwanghafte Verhalten – ernsthafte Probleme verursachen. Neben dem Übergewicht und den entsprechenden Folgeerkrankungen können sich noch weitere Probleme ergeben, etwa Schuldgefühle, Rückzug aus dem sozialen Leben, Flucht in die Isolation, Einsamkeit, Depressionen, Antriebslosigkeit etc.

Sie sind dann von einer Esssucht betroffen, wenn Sie Ihre Nahrungsaufnahme und die Wahl und Menge der verzehrten Lebensmittel nicht mehr kontrollieren können. Wenn Sie also selbst NICHT mehr entscheiden können, Ungesundes zu meiden und stattdessen Gesundes zu essen, wenden Sie sich an eine entsprechende Beratungsstelle und gehen Sie das Problem mit fachmännischer Hilfe an.

Testen Sie, ob Sie unsere Tipps zur Überwindung der Zuckersucht umsetzen können: So überwinden Sie die Zuckersucht auf unserer Seite

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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