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Arteriosklerose: Darmflora spielt wichtige Rolle

Manche Menschen entwickeln eine Arteriosklerose, obwohl bei ihnen die typischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder ein hoher Cholesterinspiegel fehlen. Die Darmflora könnte dafür verantwortlich sein.

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08 März 2021

Darmflora kann Arteriosklerose entstehen lassen

Es ist schwer vorstellbar, dass sich der Zustand der Darmflora auf die Gesundheit der Blutgefässe auswirken soll. Doch genau das schrieben Forscher in der Juni-Ausgabe (2018) des Fachmagazins Atherosclerosis und weisen somit darauf hin, dass eine wirksame Arteriosklerose-Prävention immer auch Massnahmen für den Darm beinhalten sollte.

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Arteriosklerose

Bei einer Arteriosklerose werden die Arterien durch Ablagerungen immer enger. Ihre Wände versteifen zusehends und verlieren ihre Flexibilität. Dem Blut fällt es dadurch immer schwerer, zügig im Kreislauf zu zirkulieren. Es können sich Blutgerinnsel bilden, die wiederum zu Thrombose oder Embolie führen können.

Beides geht mit höchster Lebensgefahr einher, denn eine Thrombose am Herzen ist der Herzinfarkt, eine Thrombose im Kopf ein Schlaganfall und auch bei einer Lungenembolie kann es gefährlich werden. Diese äussert sich durch Luftnot, Herzrasen, Schmerzen beim Atmen und ist sofort behandlungsbedürftig.

Arteriosklerose trotz gesunder Lebensweise?

Eine Arteriosklerose bildet sich mit Vorliebe dort, wo Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und/oder Diabetes herrschen. Besonders ein hoher Cholesterinspiegel wird immer wieder als Hauptrisikofaktor für eine Arteriosklerose angeführt. Manche Menschen aber leiden an all diesen Beschwerden nicht. Sie sind ferner Nichtraucher, normalgewichtig, treiben gerne Sport – und bekommen dennoch eine Arteriosklerose.

Risikofaktor Darmflora

Forscher der Western University und des Lawson Health Research Institute (Ontario/Kanada) konnten in einer Studie zeigen, dass es in diesen Fällen die Darmflora sein kann, die zur Entstehung einer Arteriosklerose beiträgt.

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Liegt eine Störung der Darmflora vor (Dysbiose), dann überwiegen dort die eher schädlichen Bakterien, während die gesundheitsförderlichen in der Minderheit sind. Die schädlichen aber geben kontinuierlich ihre toxischen Stoffwechselprodukte an den Darm ab und können auf diese Weise die Darmschleimhaut so beeinträchtigen, dass diese immer durchlässiger wird. Man spricht vom Leaky Gut Syndrom. Die Folge ist, dass die giftigen Substanzen der Bakterien nun verstärkt in den Blutkreislauf gelangen können. Es handelt sich beispielsweise um TMAO (Trimethylaminoxid), p-Cresylsulfat, p-Cresylglucuronid und Phenylacetylglutamin.

Darmbakteriengifte im Blut

Für besagte Studie untersuchten die Wissenschaftler daher das Blut ihrer 316 Probanden auf die genannten Darmbakteriengifte. Das Mass der Arterienverkalkung überprüfte man per Ultraschall an der Hauptschlagader. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Gruppe 1 litt vermutlich aufgrund der üblichen Risikofaktoren an Arteriosklerose.
  • Gruppe 2 hatte keine Arteriosklerose, obwohl die typischen Risikofaktoren bei ihnen vorlagen. Sie schienen also über einen natürlichen Arterioskleroseschutz zu verfügen.
  • Gruppe 3 litt an Arteriosklerose, obwohl keine Risikofaktoren vorhanden waren.

Unerklärliche Arteriosklerose: Darmflora könnte schuld sein

„Wir stellten fest, dass die Patienten aus Gruppe 3, die also im Grunde fast schon unerklärlicherweise Arteriosklerose hatten, signifikant höhere Spiegel der beschriebenen Darmbakteriengifte aufwiesen“, erklärte Dr. David Spence, Professor an der Western's Schulich School of Medicine & Dentistry und Wissenschaftler am Robarts Research Institute in Ontario/Kanada.

Der Zustand der Darmflora ist somit ein weiterer Faktor, der offenbar bestimmt, ob jemand anfällig für eine Arteriosklerose ist oder davon verschont bleibt. Gleichzeitig öffnen sich durch diese Erkenntnisse für künftige Arteriosklerosetherapien ganz neue Wege, insbesondere für Menschen, bei denen die typischen Risikofaktoren, wie Übergewicht, Bluthochdruck, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Diabetes etc. fehlen und die daher gar nicht mehr wissen, was sie noch selbst für ihre Gesundheit tun könnten.

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Arteriosklerosetherapie der Zukunft: Probiotika für eine gesunde Darmflora

„Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass man Probiotika einsetzen könnte, um die Spiegel der giftigen Darmbakterien-Stoffwechselprodukte im Blut zu reduzieren und damit auch das Arteriosklerose-Risiko zu senken“, sagte Professor Gregor Reid, Wissenschaftler und Experte für Probiotika.

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  • Chrysi Bogiatzi, J. David Spence et al., Metabolic products of the intestinal microbiome and extremes of atherosclerosis, Atherosclerosis, Juni 2018
  • University of Western Ontario, Gut microbiome plays an important role in atherosclerosis, ScienceDaily, 2. Mai 2018