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  • Eine Frau nimmt Aspirin ein
2 min

Aspirin erhöht Risiko für Anämie bei Älteren

Aspirin, kurz ASS, gilt als eines der beliebtesten Schmerz- und Erkältungsmittel. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen es zur Blutverdünnung sogar dauerhaft ein. Im Sommer 2023 zeigte eine Studie, dass der in den Schmerzmitteln enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure vor allem bei älteren Patienten das Risiko einer Blutarmut erhöhen kann.

Aktualisiert: 05 September 2023

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Aspirin und Blutarmut: Gibt es einen Zusammenhang?

In den USA geben nahezu 50 Prozent der Senioren an, regelmäßig auf Aspirin bzw. ASS (Acetylsalicylsäure) zurückzugreifen. Gleichzeitig kommt gerade bei älteren Menschen häufig eine Anämie vor (Blutarmut). In der ASPREE-Studie untersuchten Forschende der Monash University in Melbourne einen möglichen Zusammenhang und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Juni 2023 in den Annals of Internal Medicine ( 1 ).

An der Studie nahmen 19.114 gesunde Personen mit einem Mindestalter von 70 Jahren teil. Es erfolgte eine Aufteilung in zwei Gruppen. Die eine Gruppe erhielt täglich 100 mg Aspirin (Verum-Gruppe). Die übrigen Teilnehmer nahmen ein Placebo zu sich (Placebo-Gruppe).

Anämie: Welche Werte sind wichtig?

Im Verlauf der dreijährigen Studie wurde der Hämoglobinwert jährlich und der Ferritinwert zu Beginn und am Ende der Studie gemessen. Es handelt sich dabei um die zwei wichtigsten Werte zur Diagnose einer Blutarmut. Oft wird zur Diagnose einer Anämie nur der Hämoglobinwert berücksichtigt, da dieser meist schon im kleinen Blutbild enthalten ist, das beim üblichen Gesundheitscheck angefertigt wird.

Der Hämoglobinwert sinkt aber erst, wenn tatsächlich eine Blutarmut vorliegt, wenn die Eisenspeicher also bereits leer sind. Sinnvoller wäre es, schon bei den ersten Anzeichen einer sich anbahnenden Anämie den Ferritinwert (die Eisenspeicher) zu bestimmen. Denn dann ließe sich eine Blutarmut verhindern bzw. man könnte frühzeitig Maßnahmen ergreifen, z. B. entsprechende Präparate einnehmen und natürlich auch nach Ursachen suchen und diese nach Möglichkeit beheben.

Eine mögliche Ursache für Blutarmut könnte die regelmäßige Einnahme von Aspirin bzw. Acetylsalicylsäure (ASS) sein – und zwar auch dann, wenn das Mittel nur in geringen Dosierungen von 100 mg pro Tag zur Blutverdünnung eingesetzt wird.

Aspirin lässt Anämie-Risiko um 20 Prozent steigen

In obiger Studie nun konnten in der Aspirin-Gruppe deutlich häufiger niedrige Ferritinwerte gemessen werden als in der Placebo-Gruppe. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe erhöhte sich in der Aspirin-Gruppe überdies das Risiko einer Anämie (bei nur 100 mg ASS pro Tag) um etwa 20 Prozent (1) ( 3 ).

Bei regelmäßiger Aspirin-Einnahme Anämie vorbeugen

Die Symptome einer Blutarmut sind im Anfangsstadium Müdigkeit, rasches Frieren, blasse Haut und Konzentrationsschwierigkeiten. Später zeigen sich auch eine deutlich verringerte Leistungsfähigkeit, Schwindel, Haarausfall, brüchige Nägel, Herzrasen und Atemprobleme bei körperlicher Betätigung.

Bei älteren Personengruppen lassen sich zusätzlich depressive Verstimmungen und Nervosität mit einer bestehenden Blutarmut in Verbindung zu bringen ( 2 ). Allerdings deuten derartige Symptome nicht zwangsläufig auf eine Anämie hin und könnten natürlich auch andere Ursachen haben. Sollten Sie daher dauerhaft Aspirin oder ein anderes ASS-Präparat einnehmen, bitten Sie Ihren Arzt um eine regelmäßige Überprüfung Ihrer Ferritinwerte, damit einer Blutarmut rechtzeitig vorgebeugt werden kann.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.