Zentrum der Gesundheit
  • Aspirin-Herzinsuffizienz
28 März 2022
3 min

Aspirin® und das Risiko für Herzinsuffizienz

Aspirin® wird von vielen Menschen vorbeugend eingenommen, um das Blut dünnflüssig zu halten und einen Herzinfarkt zu vermeiden. Doch kann Aspirin® gerade für das Herz auch Nachteile haben und das Risiko für eine Herzinsuffizienz erhöhen – so eine Studie vom November 2021.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Aspirin® erhöht Risiko für Herzinsuffizienz

Aspirin® ist nicht nur ein beliebtes Kopfschmerzmittel für dann und wann. Es wird in niedriger Dosis auch von vielen Infarktpatienten dauerhaft als Blutverdünner eingenommen. Letzteres führt immer wieder zu Nebenwirkungen durch innere Blutungen. Aber auch die regelmässige Einnahme als Schmerzmittel kann problematisch sein.

Wir berichten beispielsweise hier, dass Aspirin® das Krebsrisiko erhöhen kann und im folgenden Link, dass die Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID dem Verdauungssystem und dem Herzen schaden können. Zu den NSAID (nichtsteroidalen Entzündungshemmern) zählen neben Acetylsalicylsäure (ASS; der Wirkstoff in Aspirin®) auch Diclofenac und Ibuprofen. Die herzschädliche Wirkung zeigte sich nun in einer weiteren Studie, derzufolge Aspirin® das Risiko für Herzinsuffizienz erhöhen soll.

(Sie leiden bereits an einer Herzinsuffizienz? Lesen Sie hier, wie Sie mit der Ernährung und Bewegung Ihre Herzinsuffizienz verbessern können!)

Herzinsuffizienz-Risiko steigt um 26 Prozent

Aspirin® erhöht das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 26 Prozent – und zwar bei Menschen mit noch mindestens einem weiteren Risikofaktor (Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes oder einer bereits bestehenden Herzkreislauferkrankung). Die entsprechende Studie erschien am 23. November 2021 im Fachjournal ESC Heart Failure, einem Magazin der European Society of Cardiology (ESC).

„Unsere Studie ist die erste, die zeigt, dass Menschen mit mindestens einem weiteren Risikofaktor eher eine Herzinsuffizienz entwickeln, wenn sie Aspirin® nehmen, als Personen, die das Mittel nicht nehmen“, sagte Studienautor Dr. Blerim Mujaj von der Freiburger Universität. „Natürlich müssen unsere Ergebnisse von weiteren Untersuchungen bestätigt werden, doch zeigen sie in jedem Fall, dass der Zusammenhang zwischen Aspirin® und Herzinsuffizienz dringend geklärt werden sollte.“

Diese Faktoren erhöhen ebenfalls das Herzinsuffizienz-Risiko

In der Studie untersuchte man, ob es eine Verbindung zwischen dem Auftreten von Herzinsuffizienz und einer Aspirineinnahme geben könnte – und zwar bei Patienten, die bereits eine Herzkrankheit hatten und bei Patienten ohne Herzkrankheit.

Dazu überprüften die Wissenschaftler die Daten von 30.827 Leuten (40 Plus), die zu Beginn der Studie aufgrund der oben genannten Risikofaktoren ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz hatten.

7.698 der Teilnehmer nahmen Aspirin® (etwa 25 Prozent). Während der folgenden 5,3 Jahre bekamen 1.330 eine Herzinsuffizienz. Und auch wenn man sämtliche andere Einflüsse, die ebenfalls das Risiko für eine Herzinsuffizienz erhöhen könnten, berücksichtigte, erhöhte Aspirin® dieses Risiko um 26 Prozent.

Die anderen Einflüsse sind z. B.

  1. der Kreatininwert (ein Wert, der eine schlechte Nierenfunktion anzeigt)
  2. Rauchen
  3. BMI (Übergewicht)
  4. Alkohol
  5. Calciumkanalblocker (werden zur Blutdrucksenkung oder auch bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt)
  6. ACE-Hemmer (an der Endung -pril im Wirkstoff erkennbar, z. B. Ramipril)
  7. Sartane (z. B. Valsartan)
  8. Diuretika
  9. Betablocker
  10. blutfettsenkende Arzneimittel etc.

Herzinsuffizienz-Risiko steigt auch bei Patienten ohne Vorerkrankung

Anschliessend hat man aus der Analyse jene Teilnehmer ausgeschlossen, die in ihrer Krankengeschichte bereits Herz-Kreislauf-Beschwerden hatten. Es blieben 22.690 Teilnehmer ohne derartige Vorerkrankungen übrig. Doch auch bei diesen erhöhte sich das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 27 Prozent, wenn Sie Aspirin® einnahmen.

„Aspirin® wird von sehr vielen Menschen eingenommen. Allein in unserer Untersuchung war es jeder vierte Teilnehmer, der nun mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz rechnen muss – völlig unabhängig von anderen Risikofaktoren,“ erklärte Dr. Mujaj und rät zu einem vorsichtigeren Umgang mit dem Medikament – besonders bei solchen Patienten, die bereits an Herzinsuffizienz oder anderen Risikofaktoren für dieses Beschwerdebild leiden.

Wenn Sie bereits Aspirin® nehmen, setzen Sie das Mittel natürlich nicht einfach ab. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt mögliche Alternativen, lassen Sie Ihre Herzgesundheit regelmässig überprüfen und – was besonders wichtig ist – kümmern Sie sich selbst um Ihre Herzgesundheit. Denn diese lässt sich sehr gut mit einer gesunden Ernährung und einem gesunden Lebensstil beeinflussen. Auch Strophanthin könnte Teil einer Lösung sein.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen

Quellen:

  1. (1) Blerim Mujaj, Jan A. Staessen et al., Aspirin® use is associated with increased risk for incident heart failure: a patient‐level pooled analysis. ESC Heart Failure, 2021
  2. (2) European Society of Cardiology, Aspirin® is linked with increased risk of heart failure in some, ScienceDaily, 23. November 2021