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Softdrinks lassen schneller altern

Der regelmässige Konsum von gezuckerten Softdrinks erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die süssen Drinks auch die Zellalterung beschleunigen können. Es genügen schon zwei Gläser Limonade pro Tag und schon stirbt man viereinhalb Jahre eher, als das ohne Softdrinks der Fall gewesen wäre – womit der Konsum von Limo & Co. genau so schädlich wie das Rauchen ist.

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10 August 2021

Tod durch Limonade

Getränke mit einem hohen Zuckeranteil, wie etwa Limonade, erhöhen das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes, das Metabolische Syndrom, Herz-Kreislauf-Beschwerden und natürlich Übergewicht.

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Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2013 ergab, dass weltweit bis zu 180.000 Tode auf den übermässigen Konsum von zuckerhaltigen Getränken zurückzuführen sein könnten (2).

Mit 133.000 erliegen die meisten von ihnen den Folgen einer Diabetes-Erkrankung. 44.000 Menschen sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch die zuckerhaltigen Getränke verursacht wurden, 6.000 an softdrinkbedingtem Krebs.

Diese Studie wertete jedoch nur die Daten von Erwachsenen aus – der schädliche Einfluss von Limonade & Co. auf Kinder ist hier also noch nicht einmal mit einkalkuliert.

Höhere Zuckerdosis steigert Risiko für Herzkrankheiten

Eine im April 2015 in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie hat erstmalig gezeigt, dass es u. a. die Zuckerdosis ist, die Softdrinks zu einem entscheidenden Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen macht.

An der Untersuchung nahmen 85 Probanden im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil, die in vier Gruppen eingeteilt wurden.

Drei Gruppen tranken 15 Tage lang ein Getränk mit sehr süssem Maissirup – der Zuckergehalt lag jeweils bei 10, 17,5 und 25 Prozent, während eine Gruppe ein zuckerfreies Getränk erhielt.

Das Forscherteam um Kimber Stanhope stellte anhand der Blutwerte der Probanden fest, dass mit der Erhöhung der Zuckerdosis auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunahm.

Das Erschreckende an der Studie ist, dass der Konsum des zuckerhaltigen Getränks bereits nach zwei Wochen seine negative Wirkung zeigte (3).

Man kann sich also leicht ausrechnen, was es für die Gesundheit bedeutet, wenn täglich und über Jahre hinweg zu gezuckerten Softdrinks gegriffen wird!

Informationen zu Zucker und seinen schädlichen Wirkungen finden Sie auch in unserem Artikel Zucker – Auswirkungen auf den Körper.

Zuckerhaltige Getränke machen alt

Doch selbst wenn der Softdrink-Konsum nicht zu einer konkreten Erkrankung führt, hat er nichtsdestotrotz schädliche Auswirkungen auf den Körper – wie Ergebnisse einer Studie der University of California in San Francisco/USA zeigen (1).

Prof. Elissa Epel und ihre Kollegen stellten einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Zuckergetränke-Konsum und der Zellalterung her.

Die DNA, also die Erbinformation in unseren Zellen, wird von sogenannten Telomeren geschützt. Diese befinden sich am Ende eines jeden Chromosomenstrangs und bewahren die DNA auf diese Weise vor Schäden.

Im Laufe des Lebens werden die Telomere immer kürzer, die Erbinformationen damit gleichzeitig immer angreifbarer.

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Und genau dieser Prozess wird auch Zellalterung genannt und ist der Grund dafür, dass mit dem Alter auch plötzlich immer mehr Erkrankungen auftauchen.

Prof. Epel und ihr Team untersuchten die DNA von mehr als 5.000 Studienteilnehmern im Alter von zwanzig bis fünfundsechzig Jahren auf deren Telomerlänge hin. Zudem befragten sie die Testpersonen zu ihren Trinkgewohnheiten.

Limonade so schädlich wie Nikotin

Die Forscher stellten sodann fest, dass gezuckerte Softdrinks offenbar direkt die Telomere angreifen und auf diese Weise die Zellalterung vorantreiben – und zwar völlig unabhängig davon, ob die Softdrinkanhänger letztendlich Diabetiker oder krebskrank werden.

Allerdings wäre dieser Zusammenhang auch eine mögliche Erklärung für die immensen Gesundheitsschäden in Form von Diabetes und vielen anderen Krankheiten,die Zucker verursachen kann.

Um festzustellen, ob die Telomerschäden tatsächlich durch die Getränke verursacht werden, läuft gerade eine zweite Studie.

Ebenfalls ist noch unklar, ob auch schon Kinder von diesen schädlichen Auswirkungen betroffen sein könnten, denn auch hier liegen bislang nur Ergebnisse zu Erwachsenen vor.

Die Wissenschaftler berechneten mit den bis dato vorliegenden Ergebnissen, dass der Konsum von etwas mehr als 2 Gläsern (à 250 ml) Limonade pro Tag (oder einem anderen zuckerhaltigen Getränk) das Leben um etwa viereinhalb Jahre verkürzen würde.

Damit wären zwei Gläser Limonade täglich ebenso schädlich wie das Rauchen!

Doch damit nicht genug: Wie Softdrinks Frühgeburten verursachen können, erfahren Sie hier: Frühgeburten durch Softdrinks?

Diät-Getränke ebenfalls schädlich

Der mögliche Zusammenhang zwischen Zellalterung und Zuckergetränke-Konsum bedeutet jedoch nicht, dass man stattdessen süssstoffhaltige „Diät“-Getränke zu sich nehmen sollte.

Welche gesundheitlichen Schäden Aspartam und andere künstliche Süssstoffe im menschlichen Körper verursachen können, lesen Sie hier: Süssstoffe machen dick und Aspartam – Süssstoff mit Nebenwirkungen und Light-Getränke führen zu Schlaganfall.

Wer etwas Süsses trinken möchte, sollte seine Limonade am besten selber machen. Rezepte dazu finden Sie hier: Vitaminwasser

Auch selbst gemachte (grüne) Smoothies sind eine feine Möglichkeit, ein süsses, aber gleichzeitig supergesundes Getränk zu geniessen.

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Quellen
  1. (1) Prof. Elissa Epel et al., Soda and Cell Aging: Associations Between Sugar-Sweetened Beverage Consumption and Leukocyte Telomere Length in Healthy Adults From the National Health and Nutrition Examination Surveys, American Journal of Public Health, Oktober 2014, (Limonade und Zellalterung: Zusammenhänge zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und der Leukozyten-Telomerlänge bei gesunden Erwachsenen aus den National Health and Nutrition Surveys (US-amerikanische Gesundheitsumfrage))
  2. (2) Dariush Mozaffarian et al., 180,000 deaths worldwide may be associated with sugary soft drinks, American Heart Association, März 2013, (180.000 Tode weltweit könnten auf zuckerhaltige Softdrinks zurückzuführen sein)
  3. (3) Kimber L Stanhope et al, A dose-response study of consuming high-fructose corn syrupsweetened beverages on lipid/lipoprotein risk factors for cardiovascular disease in young adults, American Journal of Clinical Nutrition, April 2015, (Eine Dosis-Wirkungs-Studie über den Konsum von mit Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt gesüssten Getränken und Lipid/Lipoprotein als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei jungen Erwachsenen)