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Zucker in der Schwangerschaft: Allergie und Asthma beim Kind

Zucker in der Schwangerschaft: Allergie und Asthma beim Kind

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(Zentrum der Gesundheit) – Zucker wird nach wie vor gerne verharmlost. Doch zeigen Studien immer wieder die Auswirkungen von Zuckerkonsum – insbesondere von hohem Zuckerkonsum. Abgesehen von den bekannten Risiken wie Zahnschäden, Darmstörungen, Blutzuckerschwankungen, einer Neigung zu Pilzinfektionen und einem geschwächten Immunsystem kann Zucker noch ganz andere Auswirkungen haben. In einer Studie entdeckten Forscher, dass sich Zucker – wenn er von Schwangeren konsumiert wird – auf die spätere Gesundheit ihres Kindes auswirken kann und deren Risiko für Allergien und Asthma erhöhen kann.

Zucker in der Schwangerschaft erhöht Allergierisiko des Kindes

Schon lange weiss man, dass Zucker krank macht – Kinder wie Erwachsene. Kinder leiden inzwischen immer öfter an Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und einer Fettleber und damit an Beschwerden, die man eigentlich erst bei Erwachsenen in den Fünfzigern oder Sechzigern erwarten würde. Wir haben bereits hier beschrieben, wie eine zuckerarme Ernährung Kinder vor diesen Gesundheitsproblemen bewahren könnte: Zucker macht Kinder krank

Zucker macht Kinder aber nicht nur krank, wenn diese selbst den Zucker konsumieren, sondern sogar dann, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft gerne zu Süssem greifen. Dann nämlich erhöht diese ungünstige Ernährungsgewohnheit das Risiko ihrer Kinder für Allergien und allergisches Asthma – so eine Studie mit annähernd 9.000 Mutter-Kind-Paaren. Sie wurde im Juli 2017 im European Respiratory Journal veröffentlicht.

Zucker und Allergien – Ein deutlicher Zusammenhang

Während bereits einige Studien vorliegen, in denen untersucht wurde, inwieweit sich der hohe Konsum von zuckerhaltigen Limonaden auf das Asthmarisiko der Kinder auswirkte, gibt es indessen kaum Untersuchungen, die sich dem mütterlichen Zuckerkonsum und seinen Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes widmen.

Das Forscherteam der University of Bristol nutzte dazu nun Daten aus einer weltbekannten Studie, der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC), auch bekannt als 'Children of the 90s' (die Kinder der 1990er Jahre). Teilnehmer dieser Kohorte sind Mütter, die in den frühen 1990er Jahren schwanger waren und seither (genau wie ihre Kinder) wissenschaftlich begleitet werden.

Man verglich den mütterlichen Zuckerkonsum während der Schwangerschaft mit der Häufigkeit von Allergien (die über positive Hauttests diagnostiziert wurden, z. B. Allergien auf Hausstaubmilben, Katzenhaare und Gräser) und Asthma bei den Kindern im Alter von sieben Jahren. In Bezug auf Asthma im Allgemeinen konnten keine Besonderheiten entdeckt werden. Doch zeigte sich eine auffällige Korrelation in Bezug auf das allergische Asthma und auch auf Allergien.

Je mehr Zucker die Mutter isst, umso häufiger Allergien und allergisches Asthma beim Kind

Verglich man jene 20 Prozent der Mütter, die während der Schwangerschaft am meisten Zucker konsumierten mit den Müttern, die am wenigsten Zucker zu sich nahmen, dann liess sich erkennen, dass die Kinder der erstgenannten Müttergruppe ein um 38 Prozent höheres Allergierisiko hatten (73 Prozent davon reagierten sogar auf zwei oder mehr Allergene) und ein um 101 Prozent höheres Risiko für allergisches Asthma. Mit Ekzemen oder Heuschnupfen hingegen gab es keine Zusammenhänge.

Der leitende Forscher, Professor Seif Shaheen von der Queen Mary University of London, sagte:

Auf Basis dieser Beobachtungen können wir natürlich noch nicht sagen, dass ein hoher Zuckerkonsum in der Schwangerschaft bei den Kindern Allergien und allergisches Asthma auslöst. Angesichts des extrem hohen Zuckerkonsums in der westlichen Welt sollte diese Hypothese jedoch dringend weiter untersucht werden."

In der Schwangerschaft weniger Zucker essen!

Professor Shaheen erklärt:

Zunächst möchten wir überprüfen, ob sich unsere Ergebnisse in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wiederholen lassen. Sollte dies möglich sein, werden wir eine Studie durchführen, die zeigen wird, ob Allergien und allergischem Asthma in der Kindheit vorgebeugt werden kann, wenn die Mutter in der Schwangerschaft weniger Zucker zu sich nimmt. Zwischenzeitlich jedoch würden wir schwangeren Frauen empfehlen, den Richtlinien einer gesunden Ernährung zu folgen und einen übermässigen Zuckerkonsum zu vermeiden."

Das Forscherteam spekuliert, dass es möglicherweise der hohe Fructosekonsum der Mütter sein könnte, der zu einer anhaltenden postnatalen Immunantwort führt, die nun wiederum eine allergische Entzündung in der kindlichen sich erst entwickelnden Lunge verursacht. Etliche andere Einflüsse, wie z. B. soziale Faktoren oder andere Ernährungsgewohnheiten der Mütter, die mit Allergien und Asthma im Zusammenhang stehen, wurden in der Studie berücksichtigt.

Zucker in der Schwangerschaft meiden – So geht’s!

Natürlich ist Zucker nicht nur in der Schwangerschaft ein Problem, sondern in jeder Lebensphase. So wirkt sich Zucker beispielsweise ungünstig auf das Gehirn aus und erhöht sowohl den Cholesterinspiegel als auch das Krebsrisiko – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Weitere Informationen zu den negativen Auswirkungen von Zucker auf die Gesundheit finden Sie hier:
 

Und falls es Ihnen schwer fallen sollte, weniger oder am besten gar keinen Zucker zu essen (dazu gehören auch gesüsste Getränke und Fertigprodukte, also nicht nur der Zucker, den man in den Kaffee gibt), finden Sie hier viele hilfreichen und motivierenden Tipps:
 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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