Blut-Hirn-Schranke
Die Blut-Hirn-Schranke ist eine physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem, mit der Aufgabe das Gehirn vor Toxine und andere Schadstoffe zu schützen.
Veröffentlichung am 01.09.2008 um 10:11 Uhr / Aktualisierung am 28.11.2011 um 17:00 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - Nervenzellen sind außerordentlich empfindlich. Toxine und andere Schadstoffe, die in die Blutbahn gelangen, können ihre Funktion erheblich stören. Diese Sensibilität dürfte der Grund dafür sein, dass das Gehirn vom allgemeinen Blutkreislauf durch ein als Blut-Hirn-Schranke bezeichnetes Filtrationssystem isoliert ist.
© wikipedia.deDie Wirksamkeit dieser Schranke beruht darauf, dass die Wände der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, nur für bestimmte Moleküle durchlässig sind. Dichte Hüllen aus Gliazellen (den Stützzellen des Gehirns)umgeben die Blutgefäße.
Kleine Moleküle, wie beispielsweise Sauerstoff, können die Blut-Hirn-Schranke ohne weiteres passieren, aber die meisten größeren Moleküle, die das Gehirn benötigt, müssen aktiv aus dem Blut ins Gehirn transportiert werden. Die Blut-Hirn-Schranke hat zur Folge, dass Arzneimittel, die dirket auf das zentrale Nervensystem einwirken sollen, entweder aus sehr kleinen Molekülen bestehen oder in den Membranen der Gliazellen löslich sein müssen.
Nicht durch die Blut-Hirn-Schranke geschützt sind Gebiete des Gehirns, die auf Hormone reagieren sollen, oder deren Aufgabe darin besteht, die chemische Zusammensetzung des Blutes zu steuern.
Auch in den Nervenzellen selbst kann es zu Transportproblemen kommen, denn eine Nervenzelle besteht - neben dem Zellkörper - gewöhnlich aus einer großen Zahl dünner Fortsätze. Die von der Zelle ausgehende Nervenfaser, die die Nervensignale weiterleitet, kann Millimeter oder sogar Zentimeter lang sein, während die Nervenzelle selbst nur einen Durchmesser von einigen Tausendstel Millimetern hat.
Moleküle, die der Zellkörper synthetisiert, müssen also teilweise über beträchtliche Entfernungen transportiert werden, damit sie bis ans Ende der Nervenfaser gelangen. Man weiß heute, dass der Inhalt der Nervenfaser, das Axoplasma, eine Verkehrsader für Moleküle ist, die zwischen dem Zellkörper und den Enden seiner Nervenfaser unterwegs sind, und zwar in beiden Richtungen.
Es gibt mehrere Transportsysteme, darunter ein langsames, das Material mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Millimeter pro Tag vom Zellkörper wegbringt, sowie ein schnelles, das Material mit einer Geschwindigkeit von zehn bis zwanzig Zentimeter pro Tag in beide Richtungen bewegt. Das langsame Transportsystem befördert vor allem Substanzen, die dem Wachstum und der Regeneration der Nervenfaser dienen, während mit dem schnellen Transportsystem Stoffe fließen, auf die nicht lange gewartet werden kann, beispielsweise die Enzyme, die an der Synthese der Neurotransmitter beteiligt sind.
Quelle: Spektrum der Wissenschaft
*Tight Junctions (engl. „dichte Verbindung“, lat. Zonula occludens) sind schmale Bänder aus Membranproteinen, die Epithelzellen von Wirbeltieren vollständig umgürten, und mit den Bändern der Nachbarzellen in enger Verbindung stehen. Auf diese Weise verschließen die Tight Junctions den Zellzwischenraum und bilden eine parazelluläre Barriere genannte Diffusionsbarriere, die den Fluss von Molekülen über das Epithel kontrolliert. Außerdem haben sie die Aufgabe, die Polarität der Epithelzellen aufrecht zu erhalten: sie verhindern, dass Membrankomponenten aus dem apikalen Bereich nach lateral diffundieren und umgekehrt.
Quelle wikipedia.de
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