Verstopfung - Obstipation


Eine chronische Verstopfung kann sowohl auf körperlicher Ebene als auch auf seelischer Ebene ihren Grund haben. Hier finden Sie Ratschläge, wie Sie einer Verstopfung begegnen können.

Verstopfung - Obstipation

Unter einer Verstopfung versteht man die unregelmäßige Stuhlentleerung durch harten und zu trockenem Stuhl, die auch mit Anstrengung und Schmerzen bei der Entleerung verbunden sein kann. Auch kann ein Gefühl bestehen bleiben, dass der Darm nicht vollständig entleert wurde. Zudem kann die Verstopfung mit weiteren Symptomen wie Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Krämpfen einhergehen.

Wie eine Verstopfung entsteht

Eine Verstopfung entsteht dann, wenn der Stuhl sich zu langsam durch den Darm bewegt und zu viel Wasser absorbiert wird. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken, was zu einer erschwerten Ausscheidung führt.

Die Häufigkeit einer Darmentleerung ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen 3 mal pro Tag und 3 mal pro Woche. Bei einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung ist die tägliche Darmentleerung allerdings die Regel. Eine Verstopfung ist wahrscheinlich, wenn die Stuhlentleerung seltener als 3 mal pro Woche erfolgt, bzw. wenn nur sehr kleine Stuhlmengen täglich oder alle 2 Tage ausgeschieden werden.

Verstopfung ist einer der häufigsten Zivilisationskrankheiten

In den westlichen Industrieländern zählt die chronische Verstopfung mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten. In Deutschland leiden ca. 15 Millionen Erwachsene an Obstipation, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind, wie Männer.

Allerdings liegt die Dunkelziffer sehr viel höher, da viele Betroffene keinen Arzt aufsuchen. Auch bei Kindern treten Verstopfungen immer häufiger auf. Am häufigsten sind Menschen über 65 Jahren betroffen. 75% der älteren Menschen, die sich im Krankenhaus oder in einem Seniorenheim befinden, nehmen regelmäßig Abführmittel.

Die häufigsten Ursachen einer Verstopfung

Eine Verstopfung kann entweder akut oder chronisch sein. Die Symptome einer akuten Verstopfung beginnen im Allgemeinen plötzlich und sind von kurzer Dauer. Die häufigsten Ursachen einer akuten Verstopfung sind Reisen, Bettlägerigkeit nach Krankheit oder Operation, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder Schwangerschaft bzw. ein Darmverschluß.

Die chronische Verstopfung

Eine chronische Verstopfung entwickelt sich langsam und kann Monate oder Jahre andauern. Man spricht von chronischer Verstopfung, wenn über einen Zeitraum von insgesamt 12 Wochen innerhalb eines Jahres mindestens zwei der folgenden Merkmale auftreten:

  • harter Stuhl
  • das Gefühl einer unvollständigen Entleerung
  • das Gefühl einer Darmverengung
  • Anstrengung bei der Stuhlentleerung
  • weniger als 3 mal Stuhlgang pro Woche

Mögliche Ursachen einer Verstopfung

1. Die häufigste Ursache für eine Verstopfung ist Bewegungsmangel sowie eine ballaststoffarme Ernährung. Verarbeitete Nahrungsmittel haben einen hohen Gehalt an Fett und Zucker, die den Verdauungsprozess verlangsamen können. Dadurch wird zu viel Flüssigkeit aus dem Stuhl absorbiert und eine Verstopfung entsteht.

2. Auch diverse Störungen im Verdauungssystem können zu einer Verstopfung führen:

  • Reizdarmsyndrom
    Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Verstopfung. Durch Krämpfe im Darm verlangsamt sich die Darmbewegung und kann dadurch zur Verstopfung führen. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom leiden häufig unter einem Wechsel von Durchfällen und Verstopfung.
  • Darmverengungen
    Verengungen im Darm aufgrund von Narbengewebe, Tumoren oder Divertikeln (Ausstülpungen, die sich mit Kot füllen und entzünden können) können zu Verstopfungen führen.
  • Darmschwäche
    Kommt es zu Störungen in der Darmperistaltik, werden die Ausscheidungsprodukte nur noch langsam oder gar nicht mehr durch den Darm bewegt und es kommt zu einer Verstopfung. Diese Darmschwäche tritt relativ häufig bei Frauen auf.
  • Dyschezie
    Unter Dyschezie versteht man die Unfähigkeit zur Stuhlentleerung, obwohl Stuhldrang vorhanden ist. Die Ursache ist eine mangelnde Koordination zwischen Schließmuskel und Beckenbodenmuskulatur.
  • Kolorektalkrebs (Darmkrebs)

3. Verstopfung kann auch als Symptom einer anderen Erkrankung, wie z.B. Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

4. Auch medikamentöse Behandlungen führen häufig zu einer Verstopfung. Einige dieser Medikamente sind:

  • Schmerzmittel (Opiate)
  • Narkosemittel
  • Blutdrucksenker
  • Antacida (Säureblocker), die Aluminum oder chemisches Kalzium enthalten
  • Beruhigungsmittel
  • Antihistaminika (z.B. gegen Allergien)
  • Hustenmittel
  • Antidepressiva
  • Eisenpräparate
  • Diuretika ("Wassertabletten")
  • krampflösende Mittel
  • Chemotherapeutika
  • häufiger Gebrauch von Abführmitteln

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5. Wenn nicht ausreichend stilles Wasser getrunken wird, versucht der Körper, die erforderliche Flüssigkeitsmenge im Blut aufrecht zu erhalten, indem er das benötigte Wasser aus dem Stuhl entfernt. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken - mit der Folge einer Verstopfung.

Koffeinhaltige Getränke, wie Kaffee oder Cola sowie Alkohol wirken zudem Dehydrierend auf den Körper und können so ebenfalls eine Verstopfung begünstigen.

6. Oftmals wird der Stuhldrang unterdrückt, da man beispielsweise öffentliche Toiletten nicht benutzen möchte oder weil der Zeitpunkt gerade ungünstig erscheint. Unterdrückt man wiederholt den Stuhlgang, kann das zu einer Unempfindlichkeit des Darmes führen. Mit der Zeit merkt man den Stuhldrang nicht mehr und eine chronische Verstopfung ist die Folge

7. Manche Menschen reagieren auf psychische Belastungen wie Umgebungswechsel oder unbefriedigender Arbeits- oder Familienverhältnisse mit Verstopfung. Sie unterdrücken den Drang, auf die Toilette gehen zu müssen oder empfinden den Stuhlgang infolge gestörten Selbstbewusstseins als etwas Unangenehmes oder Unsauberes. Diese Form der chronischen Obstipation kann nur durch eine Psychotherapie behoben werden.

Komplikationen einer Verstopfung

Eine chronische Verstopfung kann zu den verschiedensten Komplikationen führen:

  • Hämorrhoiden und /oder Analfissuren (Schleimhauteinrisse)
    Hämorrhoiden können durch starkes Pressen beim Stuhlgang verursacht werden. Analfissuren entstehen, wenn harter Stuhl den Schließmuskel überdehnt. Dadurch kann es auch zu Blut im Stuhl kommen.
  • Rektalprolaps (Darmvorfall)
    Durch das starke Pressen beim Stuhlgang kann ein Teil des Mastdarms durch den After nach außen gedrückt werden. Oft gleitet er von selbst wieder zurück oder kann mit dem Finger zurückgedrückt werden. In schwereren Fällen kann eine Operation notwendig werden.
  • Divertikulitis
    Eine relativ häufige Folge einer chronischen Verstopfung ist die so genannte Divertikulitis. In der Schleimhaut des Enddarms bilden sich Ausstülpungen (Divertikel), die Entzündungen begünstigen.

Maßnahmen, die eine Verstopfung verhindern können

1. Moderate sportliche Betätigung

Regelmäßige Bewegung aktiviert die Darmbewegung und verkürzt so die Aufenthaltsdauer des Speisebreis im Verdauungstrakt.

2. Ballaststoffreiche Ernährung

Ballaststoffe (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) binden Wasser im Verdauungstrakt und sorgen so für eine Erhöhung des Stuhlvolumens. Auf die Darmwände wird dadurch Druck ausgeübt und die Verdauungstätigkeit angeregt.

3. Feste Essenszeiten einhalten

Regelmäßig eingenommene Mahlzeiten fördern die normale Verdauungstätigkeit und können dabei helfen, eine Verstopfung zu verhindern.

4. Ausreichend stilles Wasser trinken

Wasser ist in der Lage, das Stuhlvolumen zu erhöhen, so dass der Stuhl leichter durch das Verdauungssystem transportiert werden kann und so einer Verstopfung vorbeugt.

5. Stuhlgang nicht unterdrücken

Es ist wichtig, auf seine Körpersignale zu hören und dem Stuhldrang rechtzeitig nachzugeben. Auch sollte man sich ausreichend Zeit für einen ungestörten Toilettengang nehmen.

6. sanfte Darmreinigung

Eine sanfte Reinigung des Darmes kann sehr hilfreich sein. Sie befreit den Darm von alten Ablagerungen, kann die Peristaltik anregen und auf diese Weise eine Verstopfung auflösen.


Diese Informationen hier werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.


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