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Vitamin D bei Multipler Sklerose

Vitamin D kann die Therapie von Multipler Sklerose (MS) begleiten und unterstützen. Vitamin D kann dabei in Form von Präparaten genommen werden oder aber auch mit Hilfe von Sonnenlicht aufgenommen werden. Das Vitamin kann das Schubrisiko reduzieren und außerdem das Fortschreiten von Behinderungen hemmen, die im Zusammenhang mit MS auftreten können.

Stand: 28 Juli 2026
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Multiple Sklerose – Symptome und Krankheitsverlauf

Multiple Sklerose (MS) betriff in Deutschland rund 150 von 100.000 Menschen. Meistens trifft es junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die das Zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark, gelegentlich auch die Sehnerven) betrifft. Im Krankheitsverlauf verhärtet sich langsam die äussere Schicht des Rückenmarks. Dadurch können die elektrischen Impulse der Nervenzellen (die vom Gehirn zum Rest des Körpers und umgekehrt unterwegs sind) nicht mehr passieren, sie werden unterbrochen.

Es kommt zu verschiedenen Symptomen, wie zum Beispiel Gefühlsstörungen, Lähmungen, Schmerzen, Schluckproblemen und Sehstörungen (Schleier vor den Augen, Doppeltsehen o. ä.).

Mit der Zeit lässt die Kraft merklich nach und Bewegungen werden langsamer, bis sie schliesslich gar nicht mehr möglich sind. Allerdings müssen MS-Kranke nicht zwangsläufig im Rollstuhl enden. Die Mehrheit ist auch noch Jahre nach Krankheitsausbruch in der Lage, selbst zu gehen. Der Verlauf ist somit sehr individuell.

MS verläuft ausserdem in den meisten Fällen schubweise, das heisst, die Symptome können sich nach einem Schub vollständig zurückbilden (bis zum nächsten Schub). Es können jedoch auch neurologische Schäden dauerhaft bestehen bleiben oder sich von Schub zu Schub weiter verstärken.

Multiple Sklerose – Wie wird behandelt?

Die schulmedizinische Behandlung von Multipler Sklerose führt nicht zur Heilung. Sie soll die Symptome lindern und den Verlauf verlangsamen.

Während eines Schubs verabreicht man hochdosierte Cortisonpräparate und eventuell Medikamente, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen (Zytostatika, die auch man auch bei Krebs verordnet).

Ausserdem werden Medikamente gegen die individuellen Symptome verordnet (Antidepressiva, Schmerzmittel etc.). Langfristig versucht man das Immunsystem mit bestimmten Medikamenten einerseits zu verändern, andererseits aber auch zu unterdrücken. Bekannt ist, dass nicht für alle bei Multipler Sklerose eingesetzten Medikamente ein überzeugender Wirksamkeitsnachweis geführt werden kann.

Manche dieser Medikamente darf ein Mensch in seinem ganzen Leben nicht länger als zwei bis fünf Jahre einnehmen, weil andernfalls lebensgefährliche Zustände erwartet werden müssen. Andere typische MS-Arzneimittel (Beta-Interferon) sollen das Krebsrisiko erhöhen und wieder andere können Entzündungen im Gehirn hervorrufen.

Beta-Interferon soll ausserdem ganz nebenbei zu Depressionen führen, wogegen dann rasch Antidepressiva verschrieben werden. Diese haben in der Regel wiederum eine lange Liste mit Nebenwirkungen, gegen die es aber selbstverständlich ebenfalls Medikamente gibt...

Vitamin D beugt MS-Schüben vor

Die Therapiesituation für Multiple-Sklerose-Betroffene ist also alles andere als befriedigend. Eine Studie der Universität von Toronto über den Einfluss von Vitamin D auf den Verlauf und die Entwicklung von Multipler Sklerose gibt allen Grund zu Hoffnung.

Multiple-Sklerose-Kranke, die während dieser Studie hohe Dosen Vitamin D eingenommen hatten (durchschnittlich 14.000 IE pro Tag, 1 IE – Internationale Einheit – entspricht bei Vitamin D3 0,025 Mikrogramm), konnten erfolgreich neuen Schüben vorbeugen. Ihre Körperfunktionen verschlechterten sich ausserdem nicht weiter und sie bemerkten keinerlei negative Nebenwirkungen.

Forscher warnen vor wirksamen Vitamin-D-Dosen

Trotz diesen äusserst positiven Ergebnissen warnt man MS-Kranke davor, mehr als 4.000 IE Vitamin D einzunehmen, da die Therapie mit höheren Dosen noch nicht als sicher gelte. Gleichzeitig jedoch wurde in eben dieser Studie nachgewiesen, dass die Einnahme einer Dosis von nur 4.000 IE pro Tag bei Multipler Sklerose absolut keine Wirkung gezeigt hatte.

Ausserdem wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen, dass hohe Vitamin-D-Dosen durchaus sicher sind. Ja, es war sogar die Universität von Toronto höchstpersönlich, die in einer Vitamin-D-Studie bekannt gegeben hatte, dass es „keinen Hinweis auf negative Effekte bei der Einnahme von täglich 10.000 IE Vitamin D“ gäbe.

Generell gilt, dass eine chronische Überdosierung nur dann auftreten kann, wenn man über viele Monate hinweg 40.000 IE oder mehr in Form von Präparaten einnehmen würde.

Sonnenbäder sichern bei MS die Vitamin-D-Versorgung

Unter Einwirkung von UVB-Strahlung kann der Körper selbst Vitamin D herstellen. Wenn Sie helle Haut haben und so lange in der Sonne bleiben, bis Ihre Haut ein kleines bisschen rosa wird, dann entspricht das etwa 20.000 IE Vitamin D.

Denken Sie daran: Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50 und mehr) können die Vitamin-D-Bildung in der Haut reduzieren.

Unser eigener Körper produziert also innerhalb kürzester Zeit eine grosse Menge Vitamin D - jedoch nur im Sommerhalbjahr. Im Winter genügt die UVB-Strahlung in Mittel- und Nordeuropa nicht aus, um einen Vitamin-D-Mangel zu beheben.

Multiple Sklerose nun scheint um so seltener aufzutreten, je näher ein Volk am Äquator lebt. Daraus schliessen manche Wissenschaftler, dass Multiple Sklerose unter anderem als Folge eines chronischen Vitamin-D-Mangels auftreten könnte (3).

Da Sonnenschutzcremes die Vitamin-D-Bildung in der Haut hemmen, sollte man diese erst nach ca. 15 bis 25 Minuten auftragen.

Die Schutzwirkung von Vitamin D bei MS

Vitamin D hat Einfluss auf über 1000 Gene im menschlichen Organismus. Immer wieder beweisen Studien, dass ein Mangel an Vitamin D massgeblich bei der Entstehung vieler Krankheiten beteiligt ist.

Dazu gehören Rachitis, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Knochenbrüche, verschiedene Krebsarten – und Multiple Sklerose. Das bedeutet, dass eine optimale Versorgung mit Vitamin D zur Vorbeugung dieser Krankheiten beitragen kann (2).

Je höher der Vitamin-D-Spiegel im Blut, um so geringer das MS-Risiko

Schon im Jahre 2006 wurde im Journal of the American Medical Association eine Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegel im Blut und MS deutlich machte (1).

Dr. Kassandra Munger von der Harvard School of Public Health hatte mit ihrem Team aus einer Datenbank, die sieben Millionen Personen umfasste, 257 Multiple-Sklerose-Kranke ausgewählt, von denen mindestens zwei Blutproben vorlagen, die etwa fünf Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit abgenommen worden waren.

Der Vitamin-D-Spiegel dieser Blutproben wurde mit dem Vitamin-D-Spiegel einer gesund gebliebenen Kontrollgruppe verglichen. Es stellte sich heraus, dass sich das Risiko, an MS zu erkranken, (bei Menschen mit weisser Hautfarbe) mit steigendem Vitamin-D-Spiegel verminderte.

Vitamin D mindert Zahl der Entmarkungsherde

Eine andere Studie zeigte, dass bei MS-Betroffenen die Anzahl der sog. Entmarkungsherde (verhärtete Stellen) im Rückenmark durch die Einnahme von etwa 7.000 IE Vitamin D pro Tag verringert werden konnte. Und so drängen viele Forscher – hauptsächlich in Schottland, wo Multiple Sklerose besonders verbreitet ist – seit Jahren dazu, die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung zu sichern, um das MS-Risiko zu reduzieren.

Weniger Schübe dank Vitamin D

Im Jahr 2026 erschien eine Analyse, für die 32 randomisierte kontrollierte Studien mit 2254 MS-Patienten ausgewertet wurden (4). Es zeigte sich, dass eine Langzeit-Vitamin-D-Gabe im Vergleich zu Placebo das Schubrisiko signifikant reduzierte (um 20 %) und die EDSS-Werte verbesserte.

Eine hochdosierte Langzeit-Vitamin-D-Supplementierung war hierbei am wirksamsten. Eine mitteldosierte Langzeit-Supplementierung zeigte immerhin günstige Effekte auf die Schubrate.

Die Vitamin-Einnahme wurde als sicher eingestuft. Man konnte keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse beobachten.

Die Gabe von Vitamin D als Begleittherapie bei MS kann also das Wiederauftreten von Krankheitsschüben und das Fortschreiten der MS-bedingten Behinderung verringern.

Update 28.7.2026

Wir ergänzten den Artikel mit der Studie von 2026.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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