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Natürliche Mittel lindern Wechseljahresbeschwerden

Bei Wechseljahresbeschwerden wird zunehmend auf natürliche Behandlungsmethoden gesetzt. Als Alternative zu synthetisch hergestellten Hormonen sind pflanzliche Mittel therapeutisch wirksam und gleichzeitig nebenwirkungsarm. Inzwischen liegen zu vielen natürlichen Mitteln überzeugende wissenschaftliche Studien vor. Sie zeigen, dass die in der Naturheilkunde schon seit Jahren bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzten Pflanzenpräparate nicht nur über Placebo-Effekte wirken, sondern herkömmliche Arzneimittel in vielen Fällen erfolgreich ersetzen können.

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20 Juli 2021

Pflanzliche Mittel in den Wechseljahren

Um den Hormonhaushalt wieder in Balance zu bringen, kann man zwar im äussersten Notfall Gebrauch von einer Hormonersatztherapie machen, von einer langfristigen Einnahme über viele Jahre hinweg wird allerdings selbst von vielen Schulmedizinern inzwischen abgeraten.

Langzeitstudien haben gezeigt, dass Hormontherapien bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ein erhöhtes Brust- und Gebärmutterkrebs-Risiko bergen können.

Überdies gehören Thromboembolien zu den wichtigsten Nebenwirkungen schulmedizinischer Hormonersatztherapien, wie z. B. die Ergebnisse der Women`s Health Initiative bestätigen.[5]

Es ist also äusserst sinnvoll, sich bei Wechseljahresbeschwerden nach verträglichen Alternativen umzusehen.

Wir stellen Ihnen nachfolgend die gängigsten natürlichen Mittel bei Wechseljahresbeschwerden vor – und zwar jene, deren medizinische Wirkungen mittlerweile wissenschaftlich abgesichert sind.

1. Traubensilberkerze in den Wechseljahren – hilft bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen

Die Traubensilberkerze ist in Nordamerika sowie Kanada beheimatet und wird schon lange von den dort ansässigen Einheimischen als Heilpflanze bei klimakterischen Beschwerden und gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt.

Das Besondere an der Traubensilberkerze ist, dass ihr Wurzelstock dem Östrogen ähnliche Pflanzenhormone enthält.

Die Traubensilberkerze wirkt also östrogenartig, was bedeutet, dass die Inhaltsstoffe der Heilpflanze chemisch zwar anders aufgebaut sind als Östrogene, aber dennoch an die Östrogenrezeptoren andocken können und auf diese Weise eine östrogenartige Wirkung ausüben.

Die östrogenartige Wirkung ist jedoch deutlich schwächer als jene der echten Östrogene, so dass hier keine Nebenwirkungsgefahr besteht.

Die Traubensilberkerze übt auf den weiblichen Hormonstoffwechsel eine regulierende Wirkung aus und dient somit als sanfte Hilfe bei den typischen Östrogenmangelerscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, innere Unruhe und Stimmungsschwankungen – was man anhand einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie aus den Jahren 2011/2012 auch nachweisen konnte.

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An dieser Studie ( 1 ) nahmen 84 Frauen mit Wechseljahresbeschwerden teil. Acht Wochen lang erhielten die Teilnehmerinnen eine Tablette pro Tag.

Bei 42 Frauen enthielt die Tablette 6,5 mg Extrakt aus der Traubensilberkerze, bei den übrigen Teilnehmerinnen handelte es sich um eine Placebo-Tablette.

Natürlich wussten die Frauen nicht, zu welcher Gruppe sie gehörten.

Es stellte sich heraus, dass die Einnahme der Traubensilberkerze zur Linderung der körperlichen als auch der psychischen Wechseljahresbeschwerden verhalf, ohne dabei Nebenwirkungen mit sich zu bringen.[1]

2. Johanniskraut in den Wechseljahren – hilft bei Schlaflosigkeit und Depression

Vom Johanniskraut werden in der Naturheilkunde Extrakte oder auch das Johanniskrautöl verwendet. Extrakte kommen zur Stimmungsaufhellung in Frage sowie bei leichten bis mittelschweren Depressionen.

In den Wechseljahren tauchen häufig Stimmungsschwankungen auf, so dass auch hier das Johanniskraut als wirksames Mittel zum Einsatz kommen kann.

In einer klinischen Studie des Gesundheitszentrums Isfahan im Iran untersuchte man die Wirksamkeit von Johanniskraut bei Wechseljahresbeschwerden. Das International Journal of Biomedical Science veröffentlichte 2010 die Ergebnisse zur besagten Studie ( 2 ).

Eine Behandlungsgruppe von 30 Frauen erhielt über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen ein Johanniskrautpräparat. Schon nach drei Wochen konnte eine signifikante Abnahme von Schlaflosigkeit, Depression, Wut und Kopfschmerzen beobachtet werden, welche bei den Probandinnen im Rahmen ihrer Wechseljahre zuvor noch häufig aufgetreten waren.

Johanniskraut gilt daher als gute Alternative zur synthetisch hergestellten Hormonersatztherapie, wenn es um die genannten eher seelisch-psychischen Problematiken geht.

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3. Mönchspfeffer in den Wechseljahren – bringt den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht

In den Wechseljahren sinkt nicht nur der Östrogenspiegel. Auch der Progesteronspiegel fällt immer weiter ab.

Um insbesondere letzteren wieder etwas anzuheben und die damit in Verbindung stehenden Symptome abzumildern, eignet sich der Mönchspfeffer (Vitex Agnus Castus) oder auch Keuschlamm genannt ( 3 )

Er senkt den Prolaktinspiegel, hebt den Progesteronlevel und kurbelt dadurch auch die körpereigene Östrogenproduktion wieder etwas an.

Somit wirkt sich die Pflanze regulierend auf den irritierten Hormonhaushalt aus – und zwar offenbar sogar in Form ihrer ätherischen Öle, wie eine Studie aus dem Jahr 2003 zeigte, die im International Journal of Aromatherapy veröffentlicht wurde.

23 Frauen nahmen an der Untersuchung teil und berichteten von einer deutlichen Reduzierung ihrer Wechseljahresbeschwerden ( 6 ).

Normalerweise wird der Mönchspfeffer jedoch in Form von standardisierten Extrakten eingenommen.

4. Maca in den Wechseljahren – schenkt positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt

Besonders in der Zeit der hormonellen Umstellung fühlen sich Frauen leistungsschwach und energielos. Die Maca Wurzel gilt als Powerknolle, welche die allgemeine Belastbarkeit erhöhen und mit Kraft und Ausdauer versorgen soll.

Schon vor 2000 Jahren wurde das Wundermittel in den peruanischen Anden angebaut und als stärkendes Lebensmittel geschätzt. Das Superfood der südamerikanischen Inka kommt in der Naturheilkunde bei Potenz- und Libidoschwäche zur Verwendung und wird auch bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Das International Journal of Biomedical Scienceveröffentlichte 2005 eine klinische placebokontrollierte Studie, die mit 20 Frauen über einen Zeitraum von neun Monaten durchgeführt worden ist ( 4 ).

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Zu Beginn der Studie wurde der Hormonspiegel der Frauen im Blut ermittelt. Eine weitere Hormonspiegelbestimmung erfolgte nach einem Monat, in dem die Teilnehmerinnen ein Placebo-Präparat eingenommen hatten.

Nach zwei bis acht Monaten erfolgte die Einnahme von 2 g Macawurzelpulver in Form von zwei Kapseln à 500 mg zweimal täglich. Auch hier wurde der Hormonspiegel der Frauen im Blut bestimmt.

Im Vergleich zu den Placebo-Präparaten wurde bei der Einnahme des Macapulvers eine signifikante Veränderung des Hormonhaushalts festgestellt und trug zur Verbesserung des Wohlbefindens während der Wechseljahre bei.

5. Wild Yam für starke Knochen in und nach den Wechseljahren

Wild Yam ist eine Wurzel, die von den Ureinwohnern Mittel- und Nordamerikas schon seit vielen Jahrhunderten insbesondere bei Frauenbeschwerden eingesetzt wird. Wild Yam enthält einen Wirkstoff (Diosgenin), der sogar als Vorläufer mancher Antibabypillen gilt, da man aus ihm das Hormon Progesteron herstellen kann.

In den Wechseljahren könnte Wild Yam aus zwei Gründen eine sanfte Lösung sein. Erstens zeigt die Pflanze eine knochenstärkende Wirkung - sie erhöht die Knochenaktivität und hemmt daher den Knochenabbau - was in Sachen Osteoporose-Prävention genutzt werden könnte; zweitens wirkt Wild Yam einer Östrogendominanz entgehen, die auch in den Wechseljahren an den typischen Symptomen beteiligt sein kann, da meist der Progesteronspiegel viel früher sinkt als der Östrogenspiegel und es daher zu einem relativen Östrogenüberhang kommen kann ( 5 ).

Hier finden Sie nähere Informationen zu Wild Yam und seiner Anwendung.

Pflanzliche Arzneimittel – Auf was Sie achten sollten

Auch wenn pflanzliche Arzneimittel im Vergleich zu synthetisch hergestellten Medikamenten nebenwirkungsärmer sind, sollten diese natürlich dennoch nicht willkürlich eingenommen werden.

Denn auch hier können Überdosierungen oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten auftreten.

Aus diesem Grund sollte auch eine pflanzliche Behandlungsmethode bei Wechseljahresbeschwerden stets mit einem ganzheitlich orientierten Arzt oder einem naturheilkundlich versierten Therapeuten besprochen werden.

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Quellen
  1. [1] Tanmahasamut P, Vichinsartvichai P, Rattanachaiyanont M, Techatraisak K, Dangrat C, Sardod P., "Cimicifuga racemosa extract for relieving menopausal symptoms: a randomized controlled trial", (Cimicifuga racemosa-Extrakt zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden: eine randomisierte kontrollierte Studie)
  2. [2] Fariba Fahami, MSc, Zahra Asali, MSc, Abolfazl Aslani, PhD, and Nahid Fathizadeh, MSc, "A comparative study on the effects of Hypericum Perforatum and passion flower on the menopausal symptoms of women referring to Isfahan City health care centers", (Eine vergleichende Studie über die Wirkungen von Johanniskraut und Passionsblume auf die Symptome der Menopause von Frauen, die im Gesundheitszentrum Isfahan City behandelt wurden)
  3. [3] Margaret Diana van Die, Ph.D., Henry G. Burger, M.D., F.R.A.C.P., Helena J. Teede, M.B.B.S., Ph.D., F.R.A.C.P., Kerry M. Bone, B.Sc., "Vitex agnus-castus (Chaste-Tree/Berry) in the Treatment of Menopause-Related Complaints", (Mönchspfeffer (Keuschlamm) in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden)
  4. [4] H. O. Meissner, W. Kapczynski, A. Mscisz, J. Lutomski, "Use of GelatinizedMaca (Lepidium Peruvianum) in Early Postmenopausal Women", (Die Anwendung von Maca (Lepidium Peruvianum) bei frühpostmenopausalen Frauen)
  5. [5] Ross L. Prentice, "Postmenopausal Hormone Therapy and the Risks of Coronary Heart Disease, Breast Cancer, and Stroke", (Postmenopausale Hormontherapie und die Risiken einer koronaren Herzkrankheit, Brustkrebs und Schlaganfall)
  6. [6] Lucks BC et al., "Vitex agnus castus essential oil and menopausal balance: a selfcare survey”, International Journal of Aromatherapy, Januar 2003, (Ätherisches Öl aus Mönchspfeffer und das hormonelle Gleichgewicht in der Menopause)