Zentrum der Gesundheit
  • Yoga
28 April 2022
6 min

Yoga für mehr körperliche und geistige Gesundheit

Yoga ist in aller Munde – und das zu Recht! Dennoch wissen viele Menschen gar nicht, was Yoga eigentlich genau ist und was die Übungen für die Gesundheit tun können. Auch der Unterschied zwischen Yoga und anderen Bewegungsprogrammen ist nicht jedem bekannt. Dabei macht Yoga viel Spass und kann definitiv Ihr Leben verändern.

Yoga ist für alle da

Yoga hat sich in unseren Breitengraden längst zu einer trendigen Bewegungsform entwickelt. In grösseren Städten schiessen Yoga-Studios seit Jahren wie Pilze aus dem Boden und selbst in den kleinsten Gemeinden werden mittlerweile diverse Yoga-Kurse angeboten.

Das ist in der Tat eine grossartige Entwicklung, denn vom regelmässigen Praktizieren spezieller Yoga-Übungen können Menschen jeden Alters und jeder körperlichen Konstitution profitieren. Ganz gleich ob Frauen oder Männer, Kinder oder Senioren, Gesunde oder Erkrankte – Yoga ist eine leicht zu erlernende Bewegungsform, die für alle Menschen eine Bereicherung darstellen kann.

Ob als reine Präventivmassnahme, zur Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit oder zur Wiedererlangung einer guten Gesundheit – Yoga stellt unbestritten eine wertvolle Hilfe zur Erreichung der gesteckten Ziele dar.

Die Yoga-Philosophie

Der Begriff "Yoga" stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet so viel wie "bündeln" oder "verbinden". Damit definiert das Wort bereits genau das, was die philosophischen und spirituellen Aspekte der Yogalehre ausmacht:

Die verschiedenen Körperübungen ( Asanas ) und Atemübungen ( Pranayama ) verfolgen in Verbindung mit speziellen Konzentrationsmethoden ( Mudra-Bandha ), Meditationstechniken ( Dhyana ) und Entspannungstechniken ( Savasana ) das Ziel, den Körper mit dem Geist, der Seele und dem Atem zu verbinden.

Dieses ganzheitliche Konzept ermöglicht der Person, die Yoga praktiziert, EINS mit sich selbst zu werden. Daher wird die Bewegungsform auch als der Königsweg zum vollkommenen Selbst bezeichnet.

Um dieses hohe Ziel zu erreichen, bedarf es allerdings nicht nur regelmässiger Übungen, sondern auch der unbeirrbaren Einhaltung bestimmter ethischer Grundregeln. Hierzu zählen z. B. Selbstdisziplin, Ehrlichkeit, Gewaltlosigkeit, Unbestechlichkeit, Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens, ein reiner Lebenswandel (keine Fixierung auf jedweden Besitz), eine enthaltsame Lebensweise sowie die vollkommene Hingabe zu Gott.

Hieraus wird ersichtlich, dass die Ursprünge des Yoga mit dem Yoga der heutigen Zeit nicht mehr allzu viel gemein haben. Wenn Sie jedoch nicht gerade einen übermässig ausschweifenden Lebensstil pflegen, dann wird es Ihnen auch ohne Berücksichtigung des ursprünglichen Gesamtkonzeptes gelingen, allein durch das konsequente Üben der Körper-, Atem- und Entspannungstechniken, Ihre Lebensqualität grundlegend zu verbessern.

Natürlich werden Sie mit dieser gekürzten Variante Ihr vollkommenes Selbst noch nicht erfahren, aber dafür tragen Sie ganz wesentlich zu Ihrer körperlichen und geistigen Fitness bei. Und das ist es allemal wert, sich für das "Yoga der Moderne" zu interessieren.

Wirkung von Yoga bei Schülern ist wissenschaftlich belegt

Eine randomisierte kontrollierte Studie, die sich mit den Auswirkungen von Yoga auf Jugendliche beschäftigte, fand an der  Harvard Medical School  in Boston statt ( 1 ).

Bei den Probanden handelte es sich um Schüler der 7. bis 12. Klasse, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Die eine Hälfte bekam die Aufgabe, über einen Zeitraum von 11 Wochen regelmässig eine beliebige Sportart zu betreiben, während die andere Hälfte der Schüler regelmässig Yoga-Übungen durchführte.

Bei den Teilnehmern der Yoga-Gruppe zeigte sich nach Beendigung der Studie Erstaunliches: Sie waren langfristig deutlich seltener müde und nahmen auffallend interessierter am Unterricht teil. Darüber hinaus waren sie in der Lage, ihre Emotionen besser zu kontrollieren, wodurch sie weitaus weniger aggressiv waren. In der Kontrollgruppe hingegen traten in einigen Kontrollbereichen sogar Verschlechterungen auf.

*Eine bequeme und preiswerte Yogamatte finden Sie hier unter diesem Link .

Was kann Yoga für Ihre Gesundheit tun?

Die Übungsreihen innerhalb der verschiedenen Yoga-Arten sind generell so ausgelegt, dass sowohl der gesamte Körper als auch die Psyche von einem regelmässigen Training immer nur profitieren kann – vorausgesetzt, die Übungen werden korrekt durchgeführt.

So kann beispielsweise im körperlichen Bereich die Wirbelsäule gestärkt werden, was zu einer verbesserten Körperhaltung führt. Die Muskulatur kann gedehnt und gekräftigt, das Herz unterstützt, die Durchblutung der Organe intensiviert, das Verdauungssystem harmonisiert, die Atmung verbessert, die Entgiftungsleistung von Lunge, Leber, Nieren und Haut angeregt und das Immunsystem aktiviert werden ( 2 , 3 , 4 ).

Im psychischen Bereich vermögen die Übungen dazu zu führen, dass Stress und innere Unruhe abgebaut, das Gleichgewicht zwischen rechter und linker Gehirnhälfte wieder hergestellt, die Konzentrationsfähigkeit und das Erinnerungsvermögen verbessert und die Gedanken wieder klar werden ( 5 ).

Im seelischen Bereich kann das Ausführen der Übungen dazu beitragen, dass sich eine innere Ruhe und heitere Gelassenheit einstellt, die Kreativität erhöht wird, das Selbstvertrauen steigt, Ängste abgebaut werden und sich eine höhere Selbstachtung entwickelt.

Es existieren zahlreiche wissenschaftliche Studien, die die meisten der oben genannten Effekte belegen ( 6 , 7 , 12 ). Stellvertretend wollen wir Ihnen nun vier dieser Untersuchungen vorstellen.

Yoga hat einen positiven Einfluss auf den Blutdruck

Eine amerikanische Studie der  Arizona State University  befasste sich mit dem Vergleich zweier Yoga-Arten in Bezug auf deren gesundheitliche Auswirkungen ( 8 ).

26 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 58 Jahren nahmen an dieser Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen je eine Hälfte über einen Zeitraum von 6 Wochen Asthanga Yoga oder Hatha Yoga (zwei Stile, die unter obigem Link erklärt werden) praktizierte.

Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Beweglichkeit beider Gruppen deutlich zugenommen hatte; ebenso wie die Kondition und die Muskelkraft.

In der Asthanga Yoga-Gruppe konnte darüber hinaus auch noch eine Senkung des diastolischen Blutdrucks sowie des Stresslevels gemessen werden. Und das, obwohl die Studie nur über einen Zeitraum von 6 Wochen durchgeführt wurde.

Yoga verbessert die Lungenfunktion signifikant

Welche Auswirkungen zeigt Yoga auf die Lungenfunktion? Das war die Frage, mit der sich zwei indische Studien beschäftigten.

An der ersten Studie nahmen 60 junge, gesunde Frauen teil. Sie waren im Alter zwischen 17 und 28 Jahren. Ihre Aufgabe bestand darin, täglich eine Stunde Yoga zu üben ( 9 ).

Zu Beginn der Studie wurden ihre Lungenfunktionswerte gemessen und nach 12 Wochen hatte sich die Lungenfunktion  sämtlicher  Probandinnen eindeutig verbessert.

*Eine bequeme und preiswerte Yogamatte finden Sie hier unter diesem Link .

Yoga als wertvolle Begleittherapie bei Asthma

Bei der zweiten Studie handelte es sich um eine randomisierte kontrollierte Studie, an der 120  Asthma -Patienten teilnahmen. Die eine Hälfte von ihnen erhielt die Aufgabe, täglich Yoga zu praktizieren, während die andere Hälfte als Kontrollgruppe fungierte ( 10 ).

Sowohl nach 4 als auch nach 8 Wochen wurde die Lungenfunktion aller Probanden überprüft. Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass sich sämtliche Werte, wie z.B. die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit, die Einsekundenkapazität (FEV1), die forcierte Vitalkapazität (FVC) etc. bei der Yoga-Gruppe signifikant verbessert hatten.

Brustkrebspatientinnen profitieren von Yoga

Die letzte randomisierte kontrollierte Studie, die wir Ihnen nun vorstellen wollen, stammt ebenfalls aus Indien. 98 Frauen mit Brustkrebs-Diagnose (Stadium II und III) nahmen an dieser Studie teil ( 11 ).

Bekannterweise leiden diese Patientinnen meist unter enormem Stress – sowohl vor als auch nach der Operation. Dieser Stress kann in vielen Fällen zu Komplikationen und zu einer Verzögerung der Rekonvaleszenz führen. Daher wollte man überprüfen, ob Yoga auch hier einen positiven Einfluss nehmen kann.

Die Probandinnen wurden nach ihrer Operation in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe erhielt die Aufgabe, über einen Zeitraum von 4 Wochen täglich Yoga zu praktizieren. Die zweite Gruppe erhielt das übliche Programm und nahm auch an der üblichen Krankengymnastik teil.

Im Ergebnis zeigte die Studie, dass die Yogagruppe das Krankenhaus sehr viel früher verlassen konnte als die Kontrollgruppe. Und auch die Drainage sowie die Fäden konnten bei der Yogagruppe vorzeitig entfernt werden.

Zudem fielen die Werte des Tumornekrosefaktors (TNF – je höher der TNF-Wert umso höher die Krebsaktivität) nach der OP in der Yogagruppe signifikant niedriger aus als in der Kontrollgruppe.

Yoga – am besten gleich ausprobieren

Das regelmässige Üben der Yoga-Techniken unterstützt den Körper bei der Regulation seiner zahlreichen Funktionsabläufe auf derart vielfältige Weise, dass man eigentlich gar nicht umhin kommt, die Übungen zumindest einmal selbst auszuprobieren. Auf unserem Youtube-Kanal finden Sie unser Yoga für Anfänger. Dabei handelt es sich um Übungen und Atemtechniken, die Sie zuhause testen und regelmässig praktizieren können.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Khalsa SB, Hickey-Schultz L, Cohen D, Steiner N, Cope S. Evaluation of the mental health benefits of yoga in a secondary school: a preliminary randomized controlled trial. J Behav Health Serv Res. 2012 Jan;39(1):80-90.
  2. (2) Jayasinghe SR. Yoga in cardiac health (a review). Eur J Cardiovasc Prev Rehabil. 2004 Oct;11(5):369-75.
  3. (3) Okonta NR. Does yoga therapy reduce blood pressure in patients with hypertension?: an integrative review. Holist Nurs Pract. 2012 May-Jun;26(3):137-41.
  4. (4) Joshi LN, Joshi VD, Gokhale LV. Effect of short term 'Pranayam' practice on breathing rate and ventilatory functions of lung. Indian J Physiol Pharmacol. 1992 Apr;36(2):105-8.
  5. (5) Mishra SK, Singh P, Bunch SJ, Zhang R. The therapeutic value of yoga in neurological disorders. Ann Indian Acad Neurol. 2012;15(4):247-254. doi:10.4103/0972-2327.104328
  6. (6) Garfinkel MS, Schumacher HR Jr, Husain A, Levy M, Reshetar RA. Evaluation of a yoga based regimen for treatment of osteoarthritis of the hands. J Rheumatol. 1994 Dec;21(12):2341-3.
  7. (7) Birkel DA, Edgren L. Hatha yoga: improved vital capacity of college students. Altern Ther Health Med. 2000 Nov;6(6):55-63.
  8. (8) Cowen, Virginia & Adams, Troy. (2005). Physical and perceptual benefits of yoga asana practice: Results of a pilot study. Journal of Bodywork and Movement Therapies. 9. 211-219.
  9. (9) Yadav RK, Das S. Effect of yogic practice on pulmonary functions in young females. Indian J Physiol Pharmacol. 2001 Oct;45(4):493-6.
  10. (10) Sodhi C, Singh S, Dandona PK. A study of the effect of yoga training on pulmonary functions in patients with bronchial asthma. Indian J Physiol Pharmacol. 2009 Apr-Jun;53(2):169-74.
  11. (11) Rao RM, Nagendra HR, Raghuram N, Vinay C, Chandrashekara S, Gopinath KS, Srinath BS. Influence of yoga on postoperative outcomes and wound healing in early operable breast cancer patients undergoing surgery. Int J Yoga. 2008 Jan;1(1):33-41.
  12. (12) Mooventhan A, Nivethitha L. Evidence based effects of yoga in neurological disorders. J Clin Neurosci. 2017 Sep;43:61-67. doi: 10.1016/j.jocn.2017.05.012. Epub 2017 Jun 7.