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17 min

Weißdorn - Heilpflanze für Herz und Magen

Weißdorn ist ein heimisches Gewächs, das seit Jahrhunderten als Heilpflanze eingesetzt wird. Vor allem die positive Wirkung auf das Herz wurde in den letzten Jahrzehnten in Studien am Menschen vielfach bestätigt. Aber auch in der Küche lässt sich aus dem Weißdorn Feines herstellen, etwa Saft, Gelee oder Marmelade.

Aktualisiert: 17 April 2024

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Weißdorn gilt schon seit langer Zeit als Schutzpflanze

Weißdorn (Crataegus) ist ein Gewächs, dem schon seit hunderten von Jahren eine Schutzwirkung auf das Herz nachgesagt wird. So verwendete schon Paracelsus, einer der berühmtesten europäischen Ärzte des 16. Jahrhunderts, den Saft der Weißdornbeeren als Herztherapeutikum.

Nach wie vor ist der Weißdorn eine Heilpflanze für das Herz und wurde aufgrund seiner umfangreichen positiven Wirkungen 2019 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Auch das Holz wurde früher verarbeitet - und zwar zu Spazierstöcken, die als Schutzstäbe dienten. Sie sollten im Volksglauben alles Böse abhalten.

Auch im Märchen Dornröschen nimmt der Weißdorn eine Schutzfunktion ein, auch wenn die dornige, dichte Hecke letztendlich dafür sorgte, dass hundert Jahre niemand zum Schloss der verwunschenen Prinzessin vordringen konnte ( 1 ).

Wie sieht Weißdorn aus?

Weißdorn ist ein sommergrünes Gewächs aus der Familie der Rosengewächse, das in Form eines dichten, stacheligen Strauches oder eines kleinen Baumes wächst. Er treibt als eines der ersten Gewächse im Frühjahr aus, seine Blättchen haben fünf bis neun Lappen und sind tief eingeschnitten.

In den Monaten Mai und Juni verschwindet der Strauch häufig für zwei bis drei Wochen unter einer intensiv duftenden Blütenpracht und wird in dieser Zeit gerne von Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und vielen anderen Insekten besucht.

Nach der Blüte reifen langsam rote Früchte mit mehliger Konsistenz. Diese werden von vielen Vögel- und Säugetierarten gegessen und können natürlich auch vom Menschen verzehrt werden ( 2 ). Geschmacklich sind sie jedoch nicht überragend.

Die Beeren wurden früher von der ärmeren Bevölkerung gegessen und dienten in Notzeiten als Mus oder wurden in getrockneter Form zu Mehl verarbeitet ( 3 ). Auch heute werden Sie noch für Lebensmittel verwendet und können auf vielfältige Weise in der Küche zum Einsatz kommen. Mehr Informationen dazu finden Sie weiter unten.

Ein- und zweigriffeliger Weißdorn – Der Unterschied

An den Blüten kann man erkennen, ob es sich um einen sogenannten eingriffeligen oder zweigriffeligen Weißdorn handelt. Insgesamt gibt es zwar etwa 200-300 Weißdornarten in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel, die beiden genannten sind jedoch die bekanntesten Arten in Mitteleuropa.

Der eingriffelige Weißdorn besitzt einen sogenannten „Griffel“, also einen gelben Stil, der in der Mitte der Blüte herausragt und die Narbe trägt (weiblicher Teil der Blüte), während die zweigriffelige Variante mit zwei dieser Griffel ausgestattet ist.

Wo wächst der Weißdorn?

Der Weißdorn findet sich in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. So kommen sowohl der eingriffelige als auch der zweigriffelige unter anderem in Europa, darunter auch in Deutschland, der Schweiz und in Österreich vor.

Der Strauch wächst in Laubwäldern und Gebüschen sowie an Waldrändern. Kultiviert kann man ihn auch in Gärten und Parks etwa als Hecken finden ( 4 ). Möchten Sie die Blüten oder Beeren vom wilden Weißdorn ernten, ist es empfehlenswert, an sonnigen Standorten Ausschau zu halten, da er sich an diesen Plätzen bevorzugt ausbreitet ( 2 ).

Die Wirkungen

Die Beeren, Blüten und Blätter des Weißdorns sind reich an Nährstoffen und Vitalstoffen, die sich äußerst positiv auf die Gesundheit auswirken. Man nimmt an, dass vor allem die darin enthaltenen Flavonoide, also die natürlichen Stoffe, die den Pflanzen ihre Farbe verleihen, und die zu den Flavonoiden zählenden oligomeren Procyanidine dafür verantwortlich sind ( 5 ).

Folgende Wirkungen des Weißdorns konnten bisher an Tieren und Menschen sowie in Zellstudien nachgewiesen werden ( 6 ):

  1. Schützt das Herz und reguliert den Blutdruck
  2. Hemmt Krebs
  3. Wirkt gegen HIV und Diabetes
  4. Wirkt gerinnungshemmend
  5. Schützt die Leber
  6. Wirkt gegen zu hohen Blutzucker (Hyperglykämie)
  7. Reduziert erhöhte Blutfettwerte
  8. Wirkt sich positiv auf die Wundheilung aus
  9. Hemmt das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren
  10. Schützt den Magen und fördert die Verdauung
  11. Wirkt entzündungshemmend und antioxidativ
  12. Hat Anti-Aging-Effekte
  13. Schützt die Nervenzellen und bessert kognitive Störungen und Alzheimer
  14. Wirkt gegen Depressionen und Ängste

In den folgenden Abschnitten werden wir jedoch nur auf jene Wirkungen näher eingehen, die schon am Menschen untersucht wurden, damit wir Ihnen Dosierungen vorschlagen können, die sich bereits als wirksam erwiesen haben.

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Ein Wundermittel für das Herz?

Jeder, der schon einmal von Weißdorn gehört hat, wird die Pflanze vermutlich mit seiner positiven Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung bringen. Tatsächlich existieren dazu auch die meisten Studien, die am Menschen durchgeführt wurden.

So fanden Forscher heraus, dass Weißdorn etwa bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz erstaunliche Verbesserungen erzielte – und zwar (im Gegensatz zu vielen verordneten Medikamenten), meist ohne nennenswerte Nebenwirkungen. In den folgenden Abschnitten sehen wir uns genauer an, welche Präparate und Dosierungen in diesen Studien eingesetzt wurden.

Bei Bluthochdruck

Weißdorn ist in der Lage, den Blutdruck zu senken, indem er die Freisetzung von Stickstoffmonoxid aus dem Gefäßendothel verstärkt. Das Endothel ist die Innenwand in den Blutgefäßen, wo in den entsprechenden Zellen Stickstoffmonoxid gebildet wird. Stickstoffmonoxid führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinkt ( 7 ).

Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie aus dem Jahr 2012 untersuchte die Wirkung von Weißdornextrakt an 60 Patienten mit Bluthochdruck.

Die Patienten wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt. 30 von ihnen nahmen 12 Wochen lang zweimal täglich 450 mg Weißdornextrakt der Firma Willmar Schwabe Pharmaceuticals ein, der unter dem Namen Crataegutt in jeder Apotheke und auch online erhältlich ist, während die anderen 30 Patienten Placebo-Tabletten erhielten.

Nach 12 Wochen konnte man eine deutliche Reduktion des systolischen sowie des diastolischen Blutdrucks erkennen.

Während die Teilnehmer der Gruppe, die den Weißdornextrakt erhielten, zu Beginn der Studie einen durchschnittlichen Blutdruck von 154 zu 94 (systolischer und diastolischer Blutdruck) aufwiesen, sank dieser bis zum Ende der Studie auf durchschnittlich 137 zu 85. Auch die Blutfettwerte verbesserten sich deutlich.

In der Kontrollgruppe veränderten sich sowohl die Blutdruckwerte als auch die Blutfettwerte nicht merklich ( 8 ).

Weißdorn kann somit als Alternative für nebenwirkungsreiche, blutdrucksenkende Medikamente probiert werden, sollte jedoch nicht eine Veränderung des Lebensstils ersetzen, da dieser maßgeblich zur Entwicklung von Bluthochdruck beiträgt. Wir empfehlen jedoch, die Einnahme vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Mehr über Ursachen und ganzheitliche Behandlungsmethoden von Bluthochdruck erfahren Sie unter dem Bluthochdruck-Link weiter oben.

Weißdorn-Kampfer-Tropfen bei niedrigem Blutdruck

Mehrere Studien untersuchten bei Patienten mit niedrigem Blutdruck die Wirkung des pflanzlichen Arzneimittels Korodin (Tropfen). Es besteht aus einer Weißdorn-Kampfer-Kombination und ist auch unter der Bezeichnung „Kreislauftropfen“ bekannt.

Die Inhaltsstoffe steigern die Herzleistung, indem sie die Schlagkraft erhöhen und die Blutgefäße erweitern. Sie führen zu einer besseren Durchblutung des Herzmuskels sowie der Herzkranzgefäße ( 20 ).

Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass der Blutdruck jener Teilnehmer, die viermal 20 Tropfen Korodin hintereinander mit einem Abstand von jeweils 10 Minuten erhielten, stärker anstieg als der Blutdruck der Teilnehmer, die ein Placebo einnahmen. Doch nicht nur der Blutdruck, auch die Aufmerksamkeitsleistung stieg bei den Patienten an ( 9 ).

Auch eine einmalige Einnahme von Korodin scheint wirksam zu sein. Teilnehmer mit niedrigem Blutdruck, die einmal 20 Tropfen Korodin zu sich nahmen, hatten schon ein paar Minuten später einen deutlich höheren Blutdruck als jene Teilnehmer, die ein Placebo erhielten ( 10 ).

Sie erhalten Korodin rezeptfrei in der Apotheke. Wir empfehlen jedoch, die Einnahme der Tropfen im Vorfeld mit Ihrem Arzt zu besprechen, insbesondere wenn Sie bereits andere Medikamente nehmen.

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Bei chronischer Herzinsuffizienz

Übersichtsarbeiten, die placebokontrollierte Studien genauer unter die Lupe nahmen, berichteten sowohl von einer subjektiven als auch einer objektiven Verbesserung der Symptome bei Patienten mit Herzinsuffizienz ( 5 ).

In den Studien standen die Stufen 1-3 nach der Kategorisierung der New York Heart Association im Fokus. Während Patienten in Stufe 1 keine Einschränkungen bei normalen Belastungen des Alltags erleben, leiden Betroffene der Stufe 3 bereits bei geringen körperlichen Aktivitäten an Atemnot und Erschöpfung ( 11 ). Betroffene aller drei Stufen erfuhren eine Verbesserung der Symptome durch die Einnahme von Weißdorn.

Zwei Metaanalysen ergaben, dass Weißdorn als Ergänzung zur konventionellen Behandlung mit Medikamenten die Belastungstoleranz erhöhte und das Druck-Herzfrequenz-Produkt verringerte.

Eine erhöhte Belastungstoleranz kann sich etwa dadurch äußern, dass man bei alltäglichen Belastungen wie Hausarbeiten oder beim Treppensteigen weniger erschöpft ist und nicht so stark an Atemnot leidet. Ein geringeres Druck-Herzfrequenz-Produkt bedeutet, dass der Sauerstoffbedarf und damit der Energieverbrauch des Herzens geringer ist.

Betroffene, die Weißdorn einnahmen, berichteten außerdem von weniger Müdigkeit und Kurzatmigkeit als jene, die ein Placebo erhielten ( 12, 13 ).

Die Daten einer Studie aus dem Jahr 2008 deuten überdies darauf hin, dass die Einnahme von Weißdornextrakt über zwei Jahre das Risiko für plötzlichen Herztod bei Menschen mit Herzinsuffizienz verringern kann. Dies war zumindest dann der Fall, wenn die Funktion der linken Herzkammer weniger stark beeinträchtigt war ( 14 ).

Dosierung bei Herzinsuffizienz

Die oben beschriebenen Studien verwendeten einheitliche Weißdornextrakte aus Blättern und Blüten, die als LI 132 und WS 1442 bezeichnet werden. Letzteren finden Sie z. B. im Arzneimittel Crataegutt, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

Die verwendeten Tagesdosen liegen zwischen 160 mg und 1800 mg pro Tag. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass der Extrakt in höheren Dosierungen eine bessere Wirkung erzielt und empfehlen daher, 600-1800 mg aufgeteilt auf zwei oder drei Dosen pro Tag einzunehmen.

Das Präparat sollte mindestens über vier bis acht Wochen eingenommen werden, um zu sehen, ob sich die Symptome verbessern ( 5 ). Besprechen Sie die Einnahme des Extraktes im Vorfeld mit Ihrem Arzt.

Weißdornsirup hilft bei Reflux

Weißdorn wird in der traditionellen Medizin schon längere Zeit dafür eingesetzt, Refluxsymptome zu lindern und die Magenfunktion zu verbessern. Die Heilpflanze hilft außerdem bei Übelkeit und Erbrechen, stoppt Durchfall und reinigt den Magen.

2016 bestätigte eine Forschungsarbeit die positive Wirkung bei Reflux. An der Studie nahmen 80 Personen teil, die mindestens zweimal in der Woche an Aufstoßen und Sodbrennen litten. Die Teilnehmer wurden zufällig in die Experimental- und die Kontrollgruppe eingeteilt.

Während erstere vier Wochen lang 5 ml Weißdornsirup nach jeder Mahlzeit einnahm, erhielt die Kontrollgruppe ein Placebo. Nach den vier Wochen war nicht nur eine signifikante Verbesserung der Symptome zu erkennen, sondern ein fast vollständiges Verschwinden – und zwar nur in der Gruppe, die Weißdornsirup einnahm ( 15 ).

In genannter Studie wurde der Sirup folgendermaßen hergestellt:

100 g Weißdornbeeren gab man in 1 Liter kochendes Wasser und ließ alles 15 Minuten köcheln. Dann ließ man die Mischung abkühlen und goss sie durch einen Papierfilter. Dann wurde daraus ein Trockenextrakt hergestellt. Davon nahm man so viel, dass der Sirup später 10 Prozent enthielt. Zusätzlich hatte der Sirup einen Zuckergehalt von 66,7 Prozent.

Da es unseres Wissens nach im Handel keinen Weißdornsirup gibt und es im Haushalt eher nicht möglich ist, einen Trockenextrakt herzustellen, stellen wir nachfolgend ein Rezept zum Selbermachen vor:

Rezept für Weißdornsirup

Zutaten für 400-500 ml:

  1. 500 g frische Weißdornbeeren
  2. 250 g Zucker oder ein anderes Süßungsmittel Ihrer Wahl
  3. Eine unbehandelte Zitrone

1. Waschen Sie die Beeren und füllen Sie diese in einen Topf. Bedecken Sie die Beeren vollständig mit Wasser.

2. Lassen Sie die Beeren 15-20 Minuten bei geringer Hitze köcheln und rühren Sie dabei gelegentlich um.

3. Streichen Sie die Beeren durch ein Sieb und drücken Sie diese gut aus. Fangen Sie die Flüssigkeit in einem Topf auf. (Der Trester wird verworfen).

3. Pressen Sie die Zitrone aus und fügen Sie ihren Saft sowie den Zucker dem Beerensaft hinzu. Lassen Sie die Mischung für drei Minuten sprudelnd kochen.

4. Füllen Sie den entstandenen Sirup heiß in sterilisierte Flaschen ab und verschließen Sie ihn gut ( 22 ).

Bei Angststörungen

Eine 2003 veröffentlichte placebokontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie bestätigt, dass Weißdorn auch bei Menschen mit leichten und mittelschweren Angststörungen helfen kann.

Eine Gruppe aus 130 Teilnehmern erhielt drei Monate lang das Arzneimittel Sympathyl, das pro Tablette 75 mg Extrakt aus den Blüten, 20 mg Extrakt aus Goldmohn sowie 124,35 mg Magnesiumoxid enthält ( 21 ). Die übrigen 134 Teilnehmer nahmen ein Placebo ein. Beide Gruppen nahmen zweimal täglich zwei Tabletten zu sich.

Die Einnahme von Sympathyl führte dazu, dass die Werte auf der Hamilton-Skala, einem Test, der das Ausmaß einer Angststörung misst, als auch die subjektive Bewertung der Angst signifikant stärker sanken als in der Placebogruppe ( 16 ).

Wie Weißdorn eingenommen werden kann

Die meisten Studien untersuchen die Wirkung spezieller Weißdornextrakte, die, wie wir oben beschreiben, in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden können. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Präparate und ihre Dosierung bei den verschiedenen Erkrankungen. Wie immer aber besprechen Sie die Einnahme vorab mit Ihrem Arzt.

Bluthochdruck

Zweimal täglich 450 mg Weißdornextrakt in Form des Arzneimittels Crataegutt über 12 Wochen senkte in Studien den Blutdruck.

Niedriger Blutdruck

20 Tropfen Korodin konnte in einer Studie den Blutdruck erhöhen.

Chronische Herzinsuffizienz

Crataegutt (600 – 1800 mg Weißdornextrakt), aufgeteilt auf zwei oder drei Dosen pro Tag über vier bis acht Wochen hinweg konnte lt. o. g. Studie bei Herzinsuffizienz hilfreich sein.

Reflux

5 ml Weißdornsirup nach jeder Mahlzeit über vier Wochen verbessert lt. einer Untersuchung Refluxsymptome.

Angststörung

Zweimal täglich zwei Tabletten des Arzneimittels Sympathyl lindert lt. o. g. Studie Ängste bei Menschen mit leichter und mittelschwerer Angststörung.

Weißdorn als Tee

Zur Wirkung von Weißdorntee existieren keine Studien mit Menschen, so dass sich leider nicht sagen lässt, in welchen Dosen der Tee therapeutisch eingesetzt werden könnte. Dennoch kann der Tee im Wechsel mit anderen Kräutertees getrunken werden.

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Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten beim Weißdorn selten auf. Eine Studie an 3664 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigt, dass lediglich 1,3 % der Patienten, also 48 Teilnehmer, von unerwünschten Wirkungen berichten.

Die Patienten nahmen 900 mg Extrakt über acht Wochen ein. Dabei wurde von Hitzewallungen, Magenbeschwerden, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und Nasenbluten berichtet. Am häufigsten trat jedoch Schwindel auf ( 13 ).

Bemerken Sie Nebenwirkungen, setzen Sie das Präparat ab und besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt.

Wann Weißdorn nicht eingenommen werden sollte

Eine Einnahme von Weißdornprodukten sollte lediglich dann absolut vermieden werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen die Pflanze besteht.

Während der Schwangerschaft wird die Einnahme aufgrund einer möglichen Stimulation der Gebärmutter nicht empfohlen. Da keine Studien dazu existieren, wie sich die Heilpflanze und daraus hergestellte Präparate auf stillende Mütter und Kinder auswirken, wird auch hier von einer Einnahme abgeraten.

Genauso sollten Sie Vorsicht walten lassen, wenn Sie noch andere Kräuter, Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente nehmen, die auf das Herz oder die Gefäße wirken (z. B. Ingwer, Ginseng, Kurkuma oder Medikamente gegen erhöhte Blutfettwerte oder Bluthochdruck).

Besprechen Sie die Einnahme am besten im Vorfeld mit Ihrem Arzt ( 5 ).

Wann ist Erntezeit?

Während Blüten und Blätter am besten von April bis Juni gesammelt werden sollten, da sie zu dieser Zeit den höchsten Wirkstoffgehalt haben, können die Weißdornbeeren ab September bis in den Spätherbst geerntet werden.

Wie man Weißdorn in der Küche verwenden kann

Weißdornbeeren sind reich an Nährstoffen, sorgen dafür, dass Speisen aromatischer schmecken und bringen neben ihren verdauungsfördernden Eigenschaften viele weitere gesundheitliche Vorteile mit sich.

Das ist auch der Grund dafür, warum die Beeren unter anderem in China den verschiedensten Lebensmitteln zugefügt werden. Dazu zählen etwa Chips, Brötchen, Kuchen, Biere und Weine, Essig oder Marmeladen ( 17 ).

Die kleinen roten Früchte, die den Hagebutten sehr ähnlich sehen, zählen gleich wie diese zu den heimischen Superfoods. Denn sie enthalten ebenfalls sehr viel Vitamin C. Obwohl Hagebutten mit 1250 mg/100 g Vitamin C Spitzenreiter sind, gehören auch die Weißdornbeeren mit bis zu 230 mg/100 g zu den Früchten mit dem meisten Vitamin-C-Gehalt ( 18, 19 ).

Sie enthalten zudem sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Carotinoide, die sich positiv auf das Immunsystem auswirken, sowie Pektine, die die Verdauung regulieren ( 18 ).

Die Beeren sowie Blüten und Blätter der Heilpflanze können etwa getrocknet und als Tee verwendet werden. Auch im Müsli oder Porridge sind die Beeren getrocknet oder roh sehr bekömmlich. Sie haben eine mehlige Konsistenz und einen milden, süßlichen Geschmack.

Die Beeren können auch verarbeitet werden, indem man sie zu einem Gelee püriert oder durch Pressen und Einkochen einen Weißdornsaft zaubert. Eingekocht können sie auch als Kompott oder Marmelade verzehrt werden oder als Zutat für einen Obstkuchen oder andere Desserts dienen.

Rezept für Weißdorn-Holundermarmelade

Für eine Marmelade benötigen Sie z. B. die folgenden Zutaten ( 23 ):

  1. 1 kg frisch gepflückte Weißdornbeeren
  2. 500 ml Holundersaft
  3. 1 kg Gelierzucker
  4. Zum Verfeinern kann der Saft einer Zitrone und einer Orange sowie eine Prise Nelken- und Zimtpulver hinzugefügt werden

1. Waschen Sie die frisch gepflückten Beeren, bedecken Sie diese mit wenig Wasser und lassen Sie sie etwa 30 Minuten weichkochen.

2. Streichen Sie die Beeren anschließend durch ein Sieb oder durch eine Passiermühle (Flotte Lotte) und lassen Sie das Mus abkühlen.

3. Wiegen Sie 500 g des passierten Weißdornmarks ab und vermischen es in einem großen Topf mit dem Holundersaft und dem Gelierzucker.

4. Bringen Sie das Gemisch unter Rühren zum Kochen und lassen Sie es bei starker Hitze zwei Minuten sprudelnd kochen.

5. Füllen Sie die Marmelade sofort in die Gläser und verschließen Sie diese gut.

Kochen Sie die Gläser und Deckel, die Sie verwenden, vorher aus, um sie zu sterilisieren und trocknen Sie die Gläser nicht ab. Die Gläser sollten möglichst randvoll mit Marmelade befüllt werden und an den Rändern mit einem sauberen Tuch abgewischt werden, bevor sie verschlossen werden.

Anschließend sollte die Marmelade ein paar Minuten auf den Kopf gestellt werden, damit keine Luftblasen entstehen.

Rezept für Weißdorn-Holunder-Gelee

Zutaten für 750 ml Gelee:

  1. 250 g Weißdornbeeren
  2. 250 g Holunderbeeren
  3. 2 Esslöffel Zucker
  4. Gelierzucker

1. Lassen Sie beide Beerensorten jeweils mit 1 Esslöffel Zucker und 100 ml Wasser in einem Topf für 25 Minuten köcheln.

2. Drücken Sie die Beeren durch ein feines Sieb, dass Sie in einen Topf hängen können. Das Sieb sorgt dafür, dass lediglich der Saft der Früchte in den Topf gepresst wird. Wenn Sie nur ein grobes Sieb haben, legen Sie es mit einem Geschirrtuch aus.

3. Mischen Sie die beiden Säfte und messen Sie ab, wie viel Saft Sie ausgepresst haben. Fügen Sie Gelierzucker im Verhältnis 1:1 oder 2:1 hinzu. Haben Sie etwa einen halben Liter Saft, können Sie 500 g Zucker hinzufügen oder, wenn Sie das Gelee weniger süß mögen, die Hälfte der Zuckermenge (250 g) verwenden.

4. Lassen Sie das Gemisch etwa vier Minuten lang sprudelnd kochen und rühren Sie währenddessen um.

5. Schöpfen Sie den entstandenen Schaum ab und füllen Sie das Gelee in sterilisierte Gläser, die Sie fest verschließen und abkühlen lassen.

Rezept für ungesüßten Weißdornsaft

Um einen Weißdornbeerensaft herzustellen, gehen Sie gleich vor wie unter den Punkten 1-3 des Rezepts für das Gelee. Für die ungesüßte Variante lassen Sie jedoch den Zucker weg. Möchten Sie den Saft haltbar machen, kann dieser nach dem Auspressen mit Zucker aufgekocht und in sterilisierte Flaschen abgefüllt werden.

Weißdornbeeren für Desserts

Die Beeren können etwa als Dekoration für Kuchen oder Torten verwendet werden oder in Form von Weißdornmarmelade als Glasur dienen. Im nachfolgenden Rezept beschreiben wir, wie Sie eine leckere Weißdorn-Birnen-Creme zubereiten können.

Zutaten:

  1. 200 g Weißdornbeeren
  2. 4 Birnen
  3. 50 ml Apfelsaft
  4. Honig oder ein anderes Süßungsmittel Ihrer Wahl
  5. 50 ml Sahne
  6. 200 g Quark
  7. Vanillepulver

1. Kochen Sie die Beeren für 20-30 Minuten in einem Topf mit Wasser weich.

2. Drücken Sie die weich gekochten Beeren durch ein Sieb und fangen Sie das Mus in einer Schüssel auf.

3. Halbieren Sie die Birnen, kochen Sie diese im Apfelsaft weich und pürieren Sie diese anschließend.

4. Rühren Sie das Mark der Beeren unter das Birnenmark und fügen Sie Honig und etwas Vanille hinzu.

5. Schlagen Sie die Sahne steif und vermischen Sie diese mit dem Quark. Fügen Sie die Mischung dem Weißdornbeeren-Birnen-Mark hinzu ( 24 ).

Weißdorn hilft nicht nur bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Studien am Menschen untersuchten bisher vor allem die Wirkung von Weißdorn bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einzelne Studien an Menschen mit Angststörungen oder Reflux sowie Tier- und Zellstudien zeigen jedoch, dass das Wirkspektrum der Heilpflanze deutlich breiter gefächert ist.

Aufgrund der geringen Nebenwirkungen lohnt es sich daher, Weißdorn bei den genannten Beschwerden (nach Rücksprache mit dem Arzt) als Ergänzung zur Therapie oder als Alternative zu Medikamenten auszuprobieren.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.