Hautkrebs – Tomaten und andere carotinoidreiche Lebensmittel schützen
Zu den wichtigstens Risikofaktoren von Hautkrebs gehört das übermässige "Braten" in der Sonne bis hin zum Sonnenbrand. Der sog. nicht-melanotische Hautkrebs zählt dabei mit 1,3 Millionen Neudiagnosen allein im Jahr 2012 (in Deutschland) zu den häufigsten Krebsformen.
Davon gehen 80 Prozent auf das Konto des Basalzellkarzinoms. Die übrigen 20 Prozent zählen zum Plattenepithelkarzinom.
Zwar zählen die nicht-melanotischen Formen im Gegensatz zum Melanom (dem Schwarzen Hautkrebs) zu jenen Krebsformen mit niedriger Sterblichkeitsrate. Die finanzielle Belastung für die Gesundheitssysteme ist jedoch hoch. Allein in den USA betragen die Kosten dafür rund 8,1 Milliarden Dollar mit steigender Tendenz.
Um diese Kosten zu senken veröffentlichte das Amerikanische Gesundheitsministerium eine Handlungsaufforderung, die dazu dienen soll, Massnahmen zur Prävention zu finden. Infolgedessen widmeten sich Forscher verstärkt alternativen Methoden – darunter auch spezielle Ernährungsformen – die zum Schutz vor Hautkrebs eingesetzt werden könnten.
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass der Verzehr von Tomatenmark Sonnenbrand vorbeugen kann (wir haben auf unserer Seite berichtet: ( Tomaten als Hautschutz ), und dass es vermutlich die Carotinoide in den Tomaten sind, die für diesen Effekt verantwortlich sein könnten.
Bei Carotinoiden handelt es sich um pflanzliche Farbstoffe, die sich in die Haut des Menschen einlagern und dort vor der schädigenden UV-Strahlung schützen.
Carotinoide schützen vor UV-Strahlung
Zu den Carotinoiden zählen beispielsweise das Lycopin aus Tomaten, das Betacarotin aus Karotten, das Astaxanthin aus speziellen Algen oder auch das Crocetin aus dem Safran.
Lycopin scheint das wirksamste Antioxidans aus dieser Farbstofffamilie zu sein (1), erklärt Jessica Cooperstone, Wissenschaftlerin am Department of Food Science and Technology an der The Ohio State University und Co-Autorin der weiter unten vorgestellte Studie vom Juli 2017.
In einer der älteren Studien zeigte sich ferner, dass die Einnahme von Lycopin in Form einer Tomate sehr viel wirkungsvoller zur Vorbeugung von Sonnenbrand ist als die Einnahme einer Nahrungsergänzung aus dem isolierten und konzentrierten Lycopin. Daher geht man davon aus, dass die Wirkung nicht allein auf das Lycopin zurückgeführt werden kann, sondern auf noch viele weitere Stoffe, die alle zusammen zum hautschützenden Effekt des Gemüses beitragen.
In einer aktuellen Studie nun, die im Juli 2017 im Journal Scientific Reports veröffentlicht und von Tatiana Oberyszyn – Professorin an der Ohio State University – und ihrem Team durchgeführt wurde, überprüfte man, welche Tomatensorte am besten vor Hautkrebstumoren schützen könnte – rote Sorten oder orangefarbene. Auch wollte man wissen, ob Männer wie Frauen gleichermassen auf das Schutzpotential reagierten.
Hautkrebsrisiko um 50 Prozent reduziert
Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt, deren Ernährung über 35 Wochen hinweg zu 10 Prozent aus Tomatenpulver bestand und die sehr viel in der Sonne waren.
Die Tiere bekamen um 50 Prozent seltener Hautkrebs (2) als die Kontrollgruppe, die kein Tomatenpulver erhalten hatte (2). Allerdings war dieser Unterschied nur bei den männlichen Tieren zu sehen, nicht bei den weiblichen. Dies – so die Forscher – könne jedoch daran liegen, dass männliche Mäuse generell schneller und aggressiveren Hautkrebs entwickeln als weibliche Mäuse.
Wir müssen also immer auch das Geschlecht in unsere Überlegungen mit einbeziehen und daran denken, dass Massnahmen bei Männern und Frauen unterschiedlich gut anschlagen können", erklärt Prof. Oberyszyn.
Orangene Tomaten schützen besser als rote
Männliche Tiere nun, die das Pulver erhielten, bekamen nicht nur seltener Hautkrebs. Auch jene Tiere, die Tumoren bekamen, hatten weniger Tumoren – insbesondere, wenn sie orangefarbene Tomaten assen – als dies in der Kontrollgruppe der Fall war. Orangene scheinen die entsprechenden Wirkstoffe in besserer Bioverfügbarkeit zu enthalten.
Alternative Methoden für den Schutz des Körpers – z. B. in Form bestimmter Lebensmittel – scheinen somit gut zu funktionieren. Natürlich sind Lebensmittel keine Arzneimittel, doch können sie höchstwahrscheinlich im Laufe des Lebens die Entwicklung von gewissen Krankheiten beeinflussen, so die Studienleiterin.
Kanuka-Honig bei aktinischer Keratose
Auch Kanuka-Honig könnte zum Schutz vor der Krebsart eingesetzt werden, wie ein Fallbericht von 2018 zeigte. Denn das regelmässige Auftragen des Honigs liess eine aktinische Keratose verschwinden, die als Vorstufe davon gilt. Wie genau man dabei vorgehen könnte, finden Sie auf unserer Seite erklärt.