Ernährung

Grüner Tee und Eisen: Eine schlechte Kombination

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 30.10.2018
  • 3 Kommentare
Grüner Tee und Eisen: Eine schlechte Kombination
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Grüner Tee hat viele ganz hervorragende Wirkungen für die Gesundheit. Er hemmt Entzündungen, bekämpft Krebs, macht fit und hält jung. Das aber kann er nur, wenn man beim Trinken des grünen Tees gewisse Regeln beachtet. So sollte er beispielsweise keinesfalls zu einer eisenreichen Mahlzeit getrunken werden. Denn dann können die starken Antioxidantien aus dem grünen Tee nicht mehr wirksam werden – und auch das Eisen kann vom Körper nicht genutzt werden.

Grüner Tee ist gesund – aber nicht mit Eisen!

Grüner Tee ist für viele gesundheitlichen Vorteile bekannt. Er gilt als mächtiges Antioxidans mit krebsfeindlicher Wirkung. Auch hemmt er Entzündungen und wird daher bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Doch zeigen Untersuchungen, dass gerade das so kraftvolle antioxidative Potential des grünen Tees merklich abgeschwächt wird, wenn er zu einer Mahlzeit aus eisenreichen Lebensmitteln getrunken wird.

Eisenbedarf natürlich decken

Grüner Tee wirkt antioxidativ – aber nicht in Gegenwart von Eisen

"Wenn Sie grünen Tee zu oder nach einer eisenreichen Mahlzeit trinken, dann heften sich die Wirkstoffe im Tee an das Eisen”, erklärt Matam Vijay-Kumar, Assistenzprofessor für Ernährungswissenschaften an der Penn State University in Pennsylvania/USA. "Geschieht dies, dann verliert der grüne Tee sein antioxidatives Potential. Will man also von den hochkarätigen Antioxidantien des grünen Tees profitieren, dann sollte man ihn auf keinen Fall vor, zu oder nach eisenreichen Mahlzeiten trinken.

Besonders eisenreich sind Fleisch und grüne Blattgemüse, wie z. B. Spinat oder Grünkohl. Selbstverständlich sollte man auch keine Eisenpräparate gemeinsam mit grünem Tee hinunterspülen.

Grüner Tee hemmt Entzündungen – aber nicht in Gegenwart von Eisen

Der grüne Tee lindert normalerweise auf die folgende Weise chronische Entzündungen: Das in ihm enthaltene antioxidative EGCG (Epigallocatechin) hemmt die sog. Myeloperoxidase – ein entzündungsförderndes Enzym, das bei entzündlichen Krankheiten von den weissen Blutzellen ausgeschüttet wird.

Bei chronischen Darmentzündungen führt die Aufnahme von grünem Tee daher dazu, dass die Schübe nicht mehr so stark ausgeprägt oder seltener auftreten. In Gegenwart von Eisen verliert der grüne Tee aber diese Fähigkeit, die Myeloperoxidase zu hemmen – und kann jetzt auch keine Entzündungen mehr lindern.

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Grüntee und Eisen: Wenn beides wirkungslos bleibt

Nun ist es aber oft so, dass gerade Patienten mit chronischen Darmentzündungen an einem Mineralstoffmangel leiden. Ihr Darm reagiert immer wieder mit blutigen Durchfällen, so dass er viele Mineralstoffe einfach nicht aufnehmen kann und viele Mineralstoffe ungenutzt ausgeschieden werden. Daher erhalten diese Patienten nicht selten Eisenpräparate vom Arzt, um einer Anämie (Blutarmut) zuvorzukommen oder eine solche zu behandeln.

Wenn nun grüner Tee zur Therapie gehört, aber genauso Eisenpräparate, dann heben sich beide in ihren Wirkungen auf und man wundert sich, warum die Anämie bestehen bleibt und man gleichzeitig auch nichts von all den angeblich so positiven Eigenschaften des Grüntees bemerkt. Dieses Dilemma betrifft natürlich nicht nur Patienten, sondern jeden, der grünen Tee trinkt und diesen auch gerne zu den Mahlzeiten zu sich nimmt.

Grüntee und Eisen müssen Abstand halten

Es kommt also nicht nur darauf an, was man zu sich nimmt, sondern auch wann man es isst und vor allem, in Kombination mit welchen anderen Lebensmitteln man es isst oder trinkt. Trinken Sie daher grünen Tee am besten im Abstand von zwei bis drei Stunden zur Einnahme von Eisenpräparaten und auch im zwei- bis dreistündigen Abstand zu Mahlzeiten.

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Leserkommentare

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Oasenhoheit schrieb am 22.10.2018

Gemeint war der von Ihnen hier empfohlene Abstand zwischen grünem Tee und den Mahlzeiten, nicht der zwischen den Mahlzeiten untereinander, der sich beim Intervallfasten natürlich von sich schon ergibt. ;)

Ich frage aus dem Grund, da Dr. Bracht in ihrem Buch über das Intervallfasten beschreibt, dass sie selbst den Tag über eine Kanne grünen Tee trinkt. Davon, ob nur während der Essens- oder auch der Fastenphasen, sagt sie - meine ich - nichts.

Halten Sie den Einfluss des Koffeins im grünen Tee auch dann für schon signifikant genug, wenn man nur einen Beutel Tee pro Liter Wasser bei langer Ziehdauer aufbrüht und dann etwa zwei Tassen trinkt?

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Oase

Oh, das war ein Missverständnis! Aus diesem Blickwinkel betrachtet wäre es in der Tat einfacher, den grünen Tee während der Fastenphasen in den Tagesablauf zu integrieren.

Es kommt sehr darauf an, wie man selbst auf Koffein reagiert, wie viel Koffein bei einem selbst ausreicht, um den Stoffwechsel auf Touren zu bringen etc. Es sind uns daher hier keine konkreten Informationen bekannt, wie viel Grüntee mit welcher Ziehdauer hier bereits einen merklichen Einfluss hätte.

Vielleicht wäre es ein Kompromiss, nicht jeden Tag Grüntee zu trinken, sondern z. B. nur jeden zweiten oder dritten und ansonsten zu Kräutertee zu greifen.

Oder aber man trinkt den Tee kurz vor einer Mahlzeit. Auch kommt es auf den persönlichen Eisenstatus an. Hat man einen gesunden Eisenspiegel, obwohl man seit Jahren Grüntee trinkt, dann spricht sicher nichts gegen den Genuss von Grüntee vor, zu oder nach den Mahlzeiten.

Aufpassen sollten hingegen all jene, die eher mit einem zu niedrigen Eisenspiegel zu kämpfen haben.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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