Zentrum der Gesundheit
  • Manuka Baum in der Blüte
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Manuka-Honig - Anwendung und Wirkung

Manuka-Honig soll bei vielerlei Gesundheitsproblemen hilfreich sein und kann innerlich wie äußerlich angewendet werden. Er wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze und daher antiseptisch und wundheilend, hilft bei Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden. Doch gibt es verschiedene Qualitäten, so dass man beim Kauf des Honigs achtsam sein sollte.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 16 Juli 2024

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Was ist Manuka-Honig?

Manuka-Honig stammt aus dem Blütennektar des neuseeländischen Manuka-Strauches (Leptospermum scoparium), einem Verwandten des australischen Teebaums.

Wie erkannt man gute Qualität?

Bei diesem Honig gibt es Qualitäten, die nicht so wirkungsvoll sind wie andere. Spitzenqualitäten können vom Verbraucher aber anhand bestimmter Hinweise erkannt werden. Bei hochwertigen Honigen, die z. B. in Deutschland abgefüllt werden, wird die antibakterielle Aktivität mit Hilfe des sog. MGO-Gehaltes angegeben. MGO steht für Methylglyoxal und bezeichnet den Hauptwirkstoff in diesem speziellen Honig. Der MGO-Wert muss von einem renommierten und unabhängigen Honiglabor analysiert worden sein. Sofern der MGO-Wert nicht auf dem Honigglas erscheint, kann der Verbraucher den Abfüller kontaktieren und über die Kontrollnummer (siehe Etikett auf dem Glas) eine aktuelle MGO-Analyse für das betreffende Produkt anfordern.

In Neuseeland hingegen wird die Qualität des Honigs mit dem sog. UMF (Unique Manuka Factor) angegeben. Der UMF-Wert ist jedoch ausschließlich Manuka-Honigen vorbehalten, die in Neuseeland abgefüllt worden sind. Um den UMF auf ihren Honiggläsern angeben zu dürfen, müssen die neuseeländischen Imker und Honig-Abfüller eine Lizenzgebühr bezahlen.

Die UMF- und MGO-Werte können einfach in den jeweils anderen umgerechnet werden – und zwar mit Hilfe von Umrechnern im Internet. Hier ein paar Beispiele:

  1. UMF 10 = MGO 263
  2. UMF 15 = MGO 514

Ein MGO von über 400 steht dabei schon für Spitzenqualität.

Können Diabetiker den Honig essen?

Diabetiker sollten unserer Meinung nach mit der Einnahme des Honigs vorsichtig sein, da in deren Blut aufgrund einer Stoffwechselstörung bereits ohnehin erhöhte MGO-Werte zu finden sind, von denen man derzeit glaubt, sie könnten an der Entstehung der diabetischen Neuropathie mitbeteiligt sein. Einer äußerlichen Anwendung hingegen dürfte auch bei Diabetikern nichts im Wege stehen ( 13 ).

Bei welchen Beschwerden wirkt Manuka-Honig?

Honig wurde bereits in vielen hoch entwickelten Kulturen als Heilmittel verwendet. Und schon Hippokrates wusste, dass Honig offene Wunden und Geschwüre sehr schnell abheilen ließ.

Manuka-Honig jedoch gilt als besonderer Honig. Seine Heilkraft soll die aller anderen Honige um ein Vielfaches übertreffen. Seit Jahrhunderten schon wird er von den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands sowohl innerlich wie auch äußerlich zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Die Maori strichen ihn bevorzugt auf Wunden und nahmen ihn erfolgreich bei Erkältungskrankheiten sowie bei Magen- und Darmbe­schwerden ein ( 7 ) ( 8 ) ( 14 ).

Bei Magen- und Darmbeschwerden

Wissenschaftliche Studien der neuseeländischen University of Wakaito belegen, dass die Maori offenbar sehr genau wussten, was sie taten. Manuka-Honig erwies sich nämlich als äußerst effektiv bei der Bekämpfung von Escherichia coli und Helicobacter pylori, also jenen Bakterien, die sehr häufig Magen-Darm-Probleme auslösen können. Das Helicobacter-Bakterium wird gar als Verursacher von Magengeschwüren und Magenschleimhautentzündungen betrachtet ( 1 ).

Der Honig konnte in den genannten Untersuchungen in einer Konzentration von nur 5 Prozent das Wachstum des Helicobacter pylori bremsen. Somit könnte ein Magengeschwür mit dem Honig erheblich preiswerter und vor allen Dingen mit deutlich weniger Nebenwirkungen behandelt werden, als das mit der üblichen Therapie der Fall ist. Allerdings ist dieser Erfolg tatsächlich nur mit diesem speziellen Honig zu erzielen, nicht mit anderen Sorten ( 6 ).

* Hier finden Sie eine Auswahl an Manuka-Honig

Bei Entzündungen der Atemwege

Darüber hinaus zeigte sich, dass Manuka-Honig sogar imstande ist, antibiotikaresistenten Stämmen des Eiterbakteriums Staphylococcus aureus den Garaus zu machen. Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das bei geschwächtem Immunsystem z. B. Hautinfektionen hervorrufen kann, die sich in Eiterpusteln zeigen. Auch nach Unfällen oder Operationen ist dieses Bakterium häufig für Wundinfektionen verantwortlich. Bei etlichen anderen Krankheiten ist Staphylococcus aureus ebenfalls beteiligt z. B. bei Bronchitis, bei Lungenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und auch bei Mittelohrentzündungen ( 2 ) ( 3 ) ( 4 ).

Während ein durchschnitt­licher Honig in der Lage ist, trotz zehnfacher Ver­dünnung das Wachstum von antibiotikaresistentem Staphy­lococcus aureus zu hemmen, kann Manuka-Honig das Wachstum dieser Bakterien sogar noch in 54-facher Verdünnung stoppen. Der Honig kann infolgedessen bei all den genannten Problemen hervorragend in die Therapie integriert werden ( 5 ).

Bei Erkältungen

Seine grundsätzlich antibiotischen und antiviralen Eigenschaften machen den Manuka-Honig natürlich auch zu einem wohlschmeckenden und hilfreichen Heilmittel bei Erkältungen, Halsschmerzen, Husten und anderen Infekten der Atemwege. In diesen Fällen kann der Honig traditionell in einen nicht mehr übermäßig heißen Tee gerührt werden.

Bei Pilzerkrankungen

Da der Honig außerdem eine beeindruckende antimykotische Wirkung aufweist, also Pilze in ihrem Wachstum hemmen kann, eignet er sich auch sehr gut zur komplementären Therapie (äußerlich und innerlich) bei Pilzerkrankungen aller Art, wie z. B. bei Flechten, Candida albicans, Candida auris, Fußpilz und vielen weiteren mehr.

* Hier finden Sie eine Auswahl an Manuka-Honig

Wie wendet man Manuka-Honig an?

Bei Erkältungen und Infekten mit Husten und Halsschmerzen lässt man mindestens 3-mal täglich einen Teelöffel des Honigs auf der Zunge zergehen. Man behält den Honig dabei so lange wie möglich im Mund und schluckt ihn dann sehr langsam. Den letzten Teelöffel nehmen Sie am besten direkt vor dem Schlafen­gehen. So kann die entzündungshemmende und antikariogene Wirkung des Honigs auch dem Zahnfleisch und der Mundhöhle zugutekommen.

Bei Schnupfen und bei Nasennebenhöhlenentzündungen werden Antibiotika häufig als wirkungslos bezeichnet, da sie aufgrund ihrer systemischen Wirkungsweise (über die Blutbahn) nicht zu den auf der Schleimhaut befindlichen Bakterien gelangen können. Manuka-Honig hingegen kann bei den genannten Infektionen der Atemwege ganz einfach vor dem Schlafen­gehen an die inneren Nasenwände gestrichen werden, so dass der Honig über Nacht an Ort und Stelle auf die Schleimhäute einwirken kann ( 10 ).

Wie reagieren antibiotika-resistente Keime auf den Honig?

Anders als synthetisch hergestellte Antibiotika fördert der Honig aufgrund seiner vielfältigen Wirkmechanismen nicht das Wachstum und die Verbreitung von antibiotika-resistenten Supererregern. Dadurch ist der Honig eine Möglichkeit bei der Behandlung von Wunden, Verbrennungen und anderen Hautproblemen, die ansonsten sehr anfällig für ernsthafte Infektionen mit resistenten Keimen wären ( 11 ).

Schadet Manuka-Honig den Zähnen?

Manuka-Honig ist – wie alle Honige – süß, zuckrig und klebrig, soll aber dennoch nicht so zahnschädlich sein. Eine wissenschaftliche Studie zeigte sogar, dass er die Zähne fast genauso gut vor Zahnbelag schützen kann wie die chemische Chlorhexidinlösung, die häufig in Anti-Karies-Mundspülungen enthalten ist ( 9 ) ( 12 ).

Hinweis: Das Zentrum der Gesundheit empfiehlt, aus ethischen Gründen keinen Honig zu verwenden. Auch die Gewinnung von Honig ist meist stark gewinnorientiert und es geht selten um das Wohl der Tiere. Wenn Sie Honig dennoch kaufen möchten, achten Sie auf verantwortungsvolle Bienenhaltung und wählen Honig am besten aus der Region und von sorgfältig arbeitenden Hobbyimkern. Manuka-Honig aus entsprechender Haltung ist natürlich nicht in unseren Breiten erhältlich.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.