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Zucker macht depressiv

Zucker macht depressiv

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(Zentrum der Gesundheit) – Die negativen Folgen von Zucker beschränken sich keinesfalls nur auf die Zahngesundheit oder das Körpergewicht. Wie eine Studie zeigt, kann ein regelmässiger und reichhaltiger Zuckerverzehr beim Menschen langfristig auch das Risiko für psychische Störungen, wie etwa Depressionen erhöhen. Zucker aus gesunden Lebensmitteln wie z. B. Früchten oder vollwertigen Kohlenhydraten ist hier nicht gemeint. Bei jenem Zucker, der Depressionen begünstigen kann, geht es ausschliesslich um industriell verarbeiteten Zucker, wie er z. B. in Softdrinks oder Süssigkeiten enthalten ist.

Zucker – und das Risiko für Depressionen steigt

Britische Forscher stellten fest, dass Menschen, die täglich mehr als 67 Gramm Zucker in Form von Süssigkeiten oder gesüssten Getränken zu sich nehmen, im Laufe von fünf Jahren sehr viel eher psychische Störungen entwickeln als Menschen, die einen deutlich geringeren Zuckerkonsum haben (unter 40 Gramm). Zu den beobachteten psychischen Störungen gehörten beispielsweise Angstzustände und Depressionen.

Die Gesellschaften für Ernährung – sowohl in den USA als auch in Europa – raten im Allgemeinen dazu, nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr in Form von zugesetztem Zucker aufzunehmen, was sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gilt.

Zugesetzter Zucker ist das Problem

Mit "zugesetztem Zucker" sind Industriezuckerarten gemeint, die sich entweder in gesüssten Fertigprodukten befinden oder die man selbst in den Kaffee, Kuchen oder das Dessert gibt. Dazu gehören beispielsweise Haushaltszucker (Kristallzucker), Traubenzucker (Glucose) oder Fruchtzucker (Fructose), natürlich auch Kandiszucker oder Rohrzucker.

Haushaltszucker hat etwa 390 kcal pro 100 g. Wer nun beispielsweise 2.200 kcal pro Tag zu sich nimmt, um seinen Energiebedarf zu decken, der kann – nach offiziellen Empfehlungen – 10 Prozent, also 220 kcal in Form von Zucker zu sich nehmen, was etwa 56 g Zucker entspricht und unserer Ansicht nach längst viel zu viel ist.

Ein wunderbares Beispiel dafür, dass die offiziellen Ernährungsexperten kaum ernst zu nehmen sind. Denn in der hier vorgestellten Studie führte bereits – am Beispiel der 2.200 kcal pro Tag – der Mehrverzehr von nur 11 g Zucker zu einem erhöhten Risiko für Depressionen.

Gemäss der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde (Centers for Disease Control and Prevention (CDC)), nehmen Erwachsene ab einem Alter von 20 Jahren keine 10 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs, sondern 13 Prozent in Form von Zucker zu sich (was im obigen Beispiel 73 g Zucker wären). Meist befindet sich der Zucker in gesüssten Getränken, Keksen, Kuchen, Bonbons und Eiscreme.

Zuckerkonsum und seine Folgen

Ein derart hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko für zahlreiche Gesundheitsprobleme, wie etwa Übergewicht, Typ-2-Diabetes, hohen Cholesterinspiegel, Demenz, Krebs, Herzkrankheiten und natürlich für Zahnverfall (siehe Links ganz unten).

Frühere Studien hatten bereits ebenfalls auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Depressionen hingewiesen. Allerdings war man nicht sicher, ob nun der Zucker die Depressionen begünstigte oder ob depressive Personen aufgrund ihrer Depressionen häufiger zu Zucker griffen, in der Hoffnung damit ihre Stimmung heben zu können.

Anika Knüppel vom Institute of Epidemiology and Public Health am University College London wollte mit ihrem Team nun die tatsächliche Kausalität herausfinden und überprüfen, inwiefern ein hoher Zuckerkonsum psychische Veränderungen hervorrufen kann.

Limo, Kuchen, Tee und Kaffee gehören zu den häufigsten Zuckerquellen

Die Wissenschaftler rund um Knüppel analysierten dazu die Daten der Whitehall Study II, die mit 10.308 Teilnehmern zwischen 35 und 55 Jahren durchgeführt worden war. Zunächst wurde der tägliche Zuckerkonsum der Probanden im Laufe von 22 Jahren berechnet. Berücksichtigt wurde Zucker aus 15 verschiedenen Lebensmitteln und Getränken einschliesslich Limonaden, Kuchen, Tee und Kaffee. Zusätzlich wurde geschaut, welche Teilnehmer im Verlauf der Studie eine psychische Erkrankung entwickelten. Die Ergebnisse wurden im Juni 2017 im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurden:

Mehr Zucker – mehr Depressionen

Männer, die mehr als 67 Gramm Zucker pro Tag assen, hatten im Vergleich zu jenen Männern, die weniger als 39,5 Gramm Zucker zu sich nahmen, ein um 23 Prozent höheres Risiko, in den nächsten fünf Jahren eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Wenn bereits Stimmungsschwankungen vorlagen, dann wurde daraus eher eine Depression, wenn die Betroffenen viel Zucker konsumierten.

Dass Menschen nur deshalb so viel Zucker essen, weil sie depressiv sind, konnte in der Studie ausgeschlossen werden. Der Zusammenhang bezog sich eindeutig auf den umgekehrten Fall, also dass erst der zu hohe Zuckerkonsum vorhanden ist und sich erst dann die Depression entwickelt.

Knüppel und Team raten, zur Stimmungsaufhellung besser nicht zu gezuckerten Snacks oder Getränken zu greifen, da diese Gewohnheit mehr Schaden als Nutzen hat, falls man überhaupt von irgendeinem Nutzen durch Zuckerverzehr sprechen kann.

Zucker hilft nur kurzfristig zur Stimmungsaufhellung

Kurzfristig könnten gezuckerte Lebensmittel zwar angenehme Gefühle auslösen, so dass Personen mit schlechter Stimmung oft auf Süssigkeiten setzen, um ihre Laune zu heben. Langfristig aber führt eine zuckerreiche Ernährung zum Gegenteil von dem, was man eigentlich will. Man wird noch trübsinniger und noch schlechter gelaunt, bis sich unter Umständen sogar eine ausgewachsene Depression daraus entwickeln kann.

Und da Zucker nicht nur das Risiko für Depressionen erhöht, sondern für noch viele weitere Beschwerden, wie Sie nachfolgend lesen können, lohnt sich der Ausstieg aus der Zuckersucht gleich mehrfach:
 

Wie Sie der Zuckersucht entkommen

Wie es leicht fällt, aus der Zuckersucht auszusteigen, lesen Sie hier: Ausstieg aus der Zuckersucht

Welche positiven Auswirkungen ein Zuckerverzicht schon bei einem jungen und eigentlich gesunden Mann haben kann, der nur einmal testen wollte, wie es ihm ohne Zucker geht, lesen Sie hier: Zuckerfrei leben – Der Test

Gesunde Süssungsmittel stellen wir hier vor: Zuckerersatz: Die neun gesündesten Süssungsmittel

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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