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Vitamine
Vitamin-A-Quelle Beta-Carotin

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 28.04.2017
Vitamin-A-Quelle Beta-Carotin
© Luke SW 230518906 - Shutterstock.com

Beta-Carotin war in den 1990er Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, jedoch zu Unrecht. Als Vitamin-A-Quelle ist die Zufuhr für unseren Organismus unerlässlich und über die Aufnahme von Lebensmitteln, oder über Nahrungsergänzungsmittel in Lebensmittelqualität zugeführt, absolut sicher. Ein Vitamin A-Mangel kann weit reichende gesundheitliche Risiken bergen.

Prof. Hans-Konrad Biesalski über Beta-Karotin

"Wir müssen uns nicht vor zu viel Beta-Carotin schützen, sondern vielmehr vor zu wenig! Beta-Carotin aus Lebensmitteln, angereicherten Säften oder angemessen dosierten Supplementen können wir als sicher ansehen.“

Dieses Fazit zog Prof. Hans-Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim in Stuttgart jüngst beim 2. Hohenheimer Ernährungsgespräch, dessen Gastgeber er war. Denn die Deutschen nehmen nicht genügend Beta-Carotin über die Ernährung auf. So können sie von wichtigen Schutzfunktionen des Pro-Vitamin A für die Gesundheit nicht profitieren.

Biesalski und andere führende Experten aus Medizin und Ernährungswissenschaft appellierten an die Öffentlichkeit, die Versorgung mit Beta-Carotin und Vitamin A in Deutschland dringend zu verbessern. Dazu leisten auch Vitamin-Präparate und die Anreicherung von Lebensmitteln mit Beta-Carotin, wie zum Beispiel bei "ACE“-Getränken, durchaus einen sinnvollen Beitrag mit gesundheitlichem Nutzen, so lange die Dosierung von Pro-Vitamin-A nicht extrem hoch ist.

Darauf wies der international renommierte Carotinoid- und Vitamin-A-Forscher Dr. Georg Lietz von der britischen Universität Newcastle hin.

Was die immer wieder diskutierte Sicherheit von Beta-Carotin angeht, so erläuterte Biesalski, dass sich diese Frage überhaupt nur für sehr hohe Dosen bei Rauchern stelle, jedoch tägliche Mengen bis zu 10 Milligramm auch für diese Bevölkerungsgruppe unbedenklich seien.

Unzureichende Vitamin-A-Versorgung

Für die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung hingegen sieht der Ernährungsmediziner jedoch eher das Risiko einer unzureichenden Vitamin-A-Versorgung mit negativen Folgen, beispielsweise für das Immunsystem, im Vordergrund – und dagegen müsse auch über eine ausreichende Aufnahme von Beta-Carotin vorgegangen werden. Der durchschnittliche Obst- und Gemüseaber auch Leberkonsum hierzulande reicht dafür nicht aus, eine signifikante Steigerung des Verzehrs ist nicht absehbar.

Beta-Carotin war in den 1990er Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil in zwei Studien die jahrelange Einnahme sehr grober Mengen dieses Carotinoids (das 10 bis 15-fache der empfohlenen Tagesdosis) bei starken Rauchern zur einer Erhöhung des Lungenkrebsrisikos und der Sterblichkeit geführt hatten.

"Die Wissenschaft, die damals gehofft hatte, sie hätte mit Beta-Carotin ein Wundermittel gegen die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens in der Hand, wurde enttäuscht",

so Biesalski. Das Rauchen selbst sei dabei natürlich das eigentliche Risiko. Bei Nicht-Rauchern wurden keine negativen Effekte beobachtet. Für diese sei das Pro-Vitamin-A absolut unbedenklich und gesundheitsfördernd und für Raucher in moderaten Dosen bis 10 mg ebenfalls, was auch die die Ausführungen der übrigen Referenten bestätigten.

Natürlicher Hautschutz

In der Haut beispielsweise wirkt Beta-Carotin als Schutz vor Schäden, die durch intensive Sonnenbestrahlung entstehen können. Dieser photo-oxidative Stress, so Prof. Helmut Sies, Universitätsklinikum Düsseldorf, könne durch dieses Carotinoid neutralisiert werden. Dr. Andrea Krautheim - ehemals an der Universität Göttingen tätig - berichtete u.a., dass ein Mix aus Beta-Carotin und anderen Carotinoiden einen positiven Einfluss auf das Hautbild haben könne, jedoch mit Beta-Carotin allein kein "Hautschutz von innen“ gegen UV-Strahlung zu gewährleisten sei.

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Beta-Carotin – entscheidend für die Vitamin-A-Versorgung

Ausserdem besitzt Beta-Carotin als Vorstufe (Pro-Vitamin) von Vitamin A, das vom Körper u.a. für eine gut funktionierende Immunabwehr benötigt wird, einen hohen Stellenwert. Die Deutschen bewerkstelligen ihre Versorgung mit Vitamin A zu fast 50 Prozent über das Pro-Vitamin.

Erhebungen wie die jüngste Nationale Verzehrsstudie NVS II haben gezeigt, dass ein grosser Teil der Deutschen zu wenig reines Vitamin A mit der Nahrung zu sich nimmt. "Bis zu 70 Prozent der Vitamin-A-Versorgung in Deutschland müssen daher über Beta-Carotin sicher gestellt werden“, erklärte Biesalski.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 0,8 bis 1,0 mg Vitamin A (Retinol) für gesunde Erwachsene – als so genannte Retinol-Äquivalente, unter die dann auch Pro-Vitamin-A fällt. Um diesen Wert zu erreichen, raten Biesalski und Sies, täglich 2-4 mg Beta-Carotin aufzunehmen.

Der Durchschnitt der Bevölkerung bleibt deutlich unter diesen Empfehlungen und geht damit weit reichende Gesundheitsrisiken ein. Das Gros der Deutschen isst nach wie vor zu wenig Obst und Gemüse (Beta-Carotin-Quellen) bzw. Leber und andere Vitamin A-Lieferanten. Inwieweit sich der Konsum dieser Lebensmittel nachhaltig steigern lässt, ist nicht absehbar.

Vitamin-A-Defizite durch Beta-Carotin-abhängige Genvariante

Gleiches gelte für Grobbritannien, berichtete Lietz. Sein Forschungsteam hat zudem erste Hinweise dafür geliefert, dass ca. 40 Prozent aller Europäer eine Genvariante besitzen, die sie Beta-Carotin nur eingeschränkt im Körper verwerten also z. B. in Vitamin A umwandeln lässt. Viele Experten bezweifeln, dass der derzeit noch gültige Umrechnungsfaktor 1:6 (für die Bildung von einem Molekül Vitamin A ist die Aufnahme von 6 Molekülen Beta-Carotin notwendig) realistisch sei.

Vieles spricht eher für ein Verhältnis von 1:12, was einer Zufuhrempfehlung von ca. 7 mg Beta-Carotin pro Tag entspräche. Würde man die genetisch bedingte eingeschränkte Beta-Carotin-Verwertung mit berücksichtigen, so Lietz, dann würde die tägliche Einnahmeempfehlung sogar bei 22 mg liegen. Weitere Untersuchungen hierzu laufen derzeit.

Ausreichende Beta-Carotin-/Vitamin-A-Versorgung kann Infektionskrankheiten vorbeugen

In der anschliebenden Diskussionsrunde wurde angeregt, insbesondere in der nasskalten Jahreszeit auf eine ausreichende Beta-Carotin- bzw. Vitamin-A-Zufuhr zu achten, um durch eine Stärkung des Immunsystems insbesondere Erkältungen vorzubeugen. Oberstes Ziel, so Lietz, sei dabei eine ausgewogene Ernährung, wobei mögliche Lücken (z.B. unzureichender Verzehr von Obst, Gemüse bzw. Leber) durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel in Lebensmittelqualität geschlossen werden sollten.

Mehr Objektivität statt haltloser Vitaminwarnungen

Die Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich Bedarf und Nutzen von Mikronährstoffen wie Beta-Carotin würde in Grossbritannien oft durch journalistisch tätige Ernährungswissenschaftler erfolgen, die objektiv informieren würden, ergänzte Lietz.

Die in Deutschland in diesem Zusammenhang dominierende Sensationsberichterstattung, die im Fall von Beta-Carotin meistens vor der Verwendung von Supplementen im Allgemeinen – ohne Einschränkung auf Risikogruppe oder Dosierung – warnt, würde viele Menschen unnötig verunsichern und verängstigen.

Für die regelmässig wiederkehrenden Schreckensmeldungen zu Gefahren, die angeblich von Vitaminen ausgehen, seien nicht zuletzt die Forscher verantwortlich. Diese würden zunehmend versuchen, durch spektakuläre Theorien, die ohne Beweisführung auf reinen Beobachtungsstudien oder Reagenzglasversuchen beruhen, eine Publikation zu erreichen.

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Zuletzt kommentiert

candida schrieb am 30.09.2017

Hallo liebes Team von Zentrum der Gesundheit, kürzlich habe ich damit begonnen, mich mit dem Thema Vitamin A zu befassen. Leider musste ich feststellen, dass man zu diesem Vitamin kaum Literatur findet und die Forschung anscheinend noch nicht so weit ist oder die Pharmaindustrie bewusst die wohl möglich positiven Eigenschaften einer Hochdosis-Einnahme verschweigt. Bereits beim Thema Vitamin D oder Jod ist mir aufgefallen, dass die empfohlene Tagesdosis vom dge lächerlich gering ist und einen Vitamin D oder Jodmangel gar nicht behebt. Man muss Vitamin D zunächst in hohen Dosen aufnehmen, damit die Speicher befüllt werden, und anschließend folgt eine Erhaltungsdosis, die dann geringer ausfallen darf. Vor hohen Dosen wird oft gewarnt und es ist die Rede von Toxizität. Jedenfalls frage ich mich nun, ob auch beim Thema Vitamin A nicht verschwiegen wird?! Ich leide unter Akne und habe in meiner Jugendzeit Aknenormin verschrieben bekommen, welches mit dem Wirkstoff Isotretinoin eine dem Vitamin A artverwandte Substanz darstellt. Meine Akne ist damals verschwunden, kam aber nach einigen Monaten wieder zurück. Bedenken muss man jedoch, dass es sich um eine wahre Chemiekeule handelte, mit sehr bedenklichen Zusatzstoffen. Ich hatte zu der Zeit auch Leberprobleme durch das Präparat bekommen. Nun ist jedoch die Frage, wie es mit der Einnahme von Vitamin A Präparaten aussieht, die hochdosiert erhältlich sind und Retinylpalmitat oder -acetat als Inhaltsstoff haben. In Rezensionen und Foreneinträgen liest man oft von Menschen, die ihre Akne besiegt haben und seit der Einnahme von Vitamin A eine schöne Haut und eine bessere Sehfähigkeit der Augen bekommen haben. Hochdosistherapien wird ja beispielsweise nicht nur für Vitamin D gemacht. Auch Vitamin C Hochdosis-Infusionen werden gerne im Kampf gegen Krebs verabreicht. Über diese Hochdosiskur habt ihr selbst schon berichtet. Da Zentrum immer meine erste Anlaufstelle beim Thema Gesundheit ist, würde ich mich freuen, Ihre Meinung zu diesem Thema zu erfahren. Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende! VG

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Candida

Man sollte zunächst unterscheiden zwischen Hochdosisgaben, weil diese erforderlich sind, um einen Mangel zu beheben (Vitamin D) und Hochdosisgaben zu Therapiezwecken (unabhängig von einem Mangel). Bei Vitamin D werden hohe Dosen zur Behebung eines Mangels empfohlen. Auch sind hier hohe Dosen für den Körper nicht soo ungewöhnlich, weil auch bei Sonneneinstrahlung hohe Vitamin-D-Dosen im Körper gebildet werden können:

Hohe Joddosen kann der Körper sicher zeitweise gut kompensieren, weil auch manche Lebensmittel sehr jodreich sind, z. B. Meeresalgen. Ob Jodhochdosen in Form von z. B. Lugol'scher Lösung – wie mancherorts geraten – für jeden jedoch sinnvoll sind, wagen wir zu bezweifeln:

Hohe Dosen Vitamin A können unserer Meinung nach problemlos in Form von betacarotinreichen Lebensmitteln aufgenommen werden (z. B. Karottensaft, grünen Smoothies etc.). Eine Vitamin-A-Überdosierung mit diesen Lebensmitteln ist bekanntlich nicht möglich. Die direkte Einnahme von Vitamin A in hohen Dosen würden wir nicht empfehlen. Es ist nun einmal ein fettlösliches Vitamin, das in Überdosierung – je nach Dauer der Überdosierung – zu ungünstigen Folgen führen kann: Schwindel, Erbrechen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Knochenproblemen, Durchfall etc.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit