Was sind Schwedenkräuter und Schwedenbitter?
Schwedenkräuter gehören zu den bekanntesten Kräuterelixieren der europäischen Naturheilkunde. Viele kennen sie als dunkle Tropfen, die man in etwas Wasser einnimmt, oder als Umschlag für die Haut verwendet.
Besonders beliebt wurden sie durch die Österreicherin Maria Treben. Sie galt als Expertin für Pflanzenheilkunde und machte das Kräuterelixier in den 1980er Jahren wieder bekannt.
Schwedenkräuter sind eine Kräutermischung, aus der traditionell ein alkoholischer Auszug hergestellt wird. Dieser Auszug wird meist als Schwedenbitter, Schwedentropfen oder schwedischer Bitter bezeichnet. Die Begriffe werden oft synonym verwendet.
Typisch ist der bittere Geschmack, der von Pflanzen wie Wermut, Enzian, Angelikawurzel oder Zitwerwurzel stammt. Je nach Rezeptur können noch weitere Zutaten enthalten sein.
Warum heißen sie Schwedenkräuter?
Der Name geht auf die Geschichte sogenannter schwedischer Bitter zurück. Historische Arbeiten zeigen, dass solche Kräuterelixiere seit mehreren Jahrhunderten in Europa verwendet wurden.
Die Elixiere galten als Arzneimittel und bestanden in ihrer ursprünglichen Rezeptur wohl aus Aloe, Rhabarber, Safran, Myrrhe, Enzian, Zitwerwurzel und Agarikon (einem Pilz). Diese Zutaten wurden mit Alkohol und etwas Theriak angesetzt (1). Theriak erklären wir weiter unten in einem eigenen Abschnitt.
Auch neuere Forschungsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass sich die Rezeptur von Schwedenkräutern und ihre Überlieferung im Laufe der Zeit mehrfach verändert hat. In alten Quellen wird der Ursprung mit schwedischen Ärzten des 17. und 18. Jahrhunderts in Verbindung gebracht (2). Historisch eindeutig belegen lässt sich diese Überlieferung jedoch nicht.
Man weiß also nicht, wer nun das Kräuterelixier tatsächlich erfunden hat. Auch Maria Treben war es nicht. Sie hat das Mittel im deutschsprachigen Raum jedoch wieder sehr bekannt gemacht (3).
Schwedenkräuter nach Maria Treben: Was ist drin?
Die bekannteste Rezeptur ist die Mischung nach Maria Treben. Häufig darin enthalten sind Aloe, Myrrhe, Safran, Sennesblätter, Kampfer, Rhabarberwurzel, Zitwerwurzel, Manna, Theriak, Eberwurz und Angelikawurzel.
Je nach Hersteller kann sie leicht abweichen. Manche bieten auch Varianten ohne Kampfer, ohne Senna oder ohne Alkohol an.
Die wichtigsten Kräuter in der Mischung
Angelika- und Zitwerwurzel gehören zu den bitterstoffreichen Bestandteilen der Maria-Treben-Mischung. Andere Rezepturen oder Fertigpräparate enthalten zusätzlich Bitterpflanzen wie Wermut oder Enzian.
Diese Pflanzen sind vor allem für den bitteren Geschmack verantwortlich und werden traditionell bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und einer trägen Verdauung eingesetzt.
Sennesblätter, Rhabarberwurzel und Aloe – gemeint ist hier der getrocknete Aloe-Saft bzw. Aloe-Latex, nicht Aloe-Gel – enthalten sogenannte Anthranoide. Das sind Pflanzenstoffe mit abführender Wirkung. Sie können kurzfristig bei Verstopfung helfen, sind aber nicht für die dauerhafte Einnahme gedacht.
Myrrhe wird traditionell bei Reizungen im Mund- und Rachenraum verwendet – z. B. bei Zahnfleischentzündungen. Safran wird mit einer besseren Stimmung und gesteigertem Wohlbefinden in Verbindung gebracht.
Kampfer wurde früher häufig in Salben verwendet, da er ein kühlendes und durchblutungsförderndes Gefühl auf der Haut erzeugt. In manchen Schwedenkräuter-Rezepturen ist er ebenfalls enthalten, kann bei falscher Anwendung jedoch giftig sein.
Was ist Theriak?
Theriak ist einer der ungewöhnlichsten Bestandteile klassischer Schwedenkräuter-Rezepturen. Das Arzneimittel aus der Antike und dem Mittelalter galt über viele Jahrhunderte als Universalheilmittel.
Ursprünglich wurde Theriak als dickflüssige, honighaltige Paste hergestellt und eingenommen. Historische Rezepturen konnten mehrere Dutzend Zutaten enthalten – darunter Gewürze, Kräuter, Harze, tierische Bestandteile (Schlangenfleisch), die giftige Meerzwiebel und sogar Opium – sind aber inzwischen aus der modernen Arzneimittelherstellung praktisch verschwunden.
Wenn moderne Schwedenkräuter-Rezepturen den Begriff Theriak noch verwenden, handelt es sich meist um vereinfachte Nachbildungen – selbstverständlich ohne Opium, Meerzwiebel und Schlangenfleisch. Häufig wird heute nur noch eine Pulvermischung verschiedener Heilpflanzen unter diesem Namen verwendet.
Was bewirken Schwedenkräuter im Körper?
Schwedenkräuter können je nach Zusammensetzung unterschiedlich wirken:
Bitterpflanzen wie Wermut, Enzian oder Angelikawurzel werden traditionell eingesetzt, um Speichelfluss, Magensaftbildung und Verdauung anzuregen.
Abführende Bestandteile wie Sennesblätter, Aloe oder Rhabarberwurzel können die Darmbewegung verstärken und so bei Verstopfung helfen. Es kommt also bei der Wirkung auf die Zusammensetzung des Produkts an.
Bitterstoffe: So regen sie die Verdauung an
Bitterstoffe wirken bereits im Mund. Sie fördern den Speichelfluss und können die Bildung von Verdauungssäften unterstützen. Sie werden traditionell vor dem Essen eingenommen, um den Appetit und die Verdauung anzuregen.
Auch im Verdauungstrakt gibt es Bitterrezeptoren. Dort werden Bitterstoffe unter anderem in Zusammenhang mit verschiedenen Darmhormonen, der Magenentleerung, dem Appetit und dem Blutzucker erforscht (4). Die stärksten Hinweise stammen bisher aus Tier- und Zellstudien.
Ausführlich erklären wir die Wirkung von Bitterstoffen im Artikel Bitterstoffe – Wirkung und Anwendung.
Die aktuelle Forschungslage zu Schwedenbitter
Studien zu Schwedenbitter beim Menschen gibt es bisher kaum. Die meisten Aussagen beruhen auf traditioneller Anwendung, Erfahrungsberichten und Studien zu einzelnen Pflanzen aus der Schwedenkräuter-Mischung.
Die Europäische Arzneimittelagentur EMA kam zum Schluss, dass Wermutkraut aufgrund seiner langjährigen traditionellen Anwendung bei vorübergehender Appetitlosigkeit sowie bei mildem Sodbrennen und leichten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann (5).
Eine kleine Humanstudie mit Enzianwurzel und Wermutkraut deutet außerdem darauf hin, dass bitter schmeckende Pflanzen bereits über den Geschmack messbare Reaktionen in der frühen Verdauungsphase auslösen können (6). Die Studie liefert damit einen möglichen Erklärungsansatz.
Sennesblätter beschreibt die EMA als pflanzliches Arzneimittel zur kurzfristigen Anwendung bei gelegentlicher Verstopfung (7).
* Hier erhalten Sie einen Schwedenbitter nach Maria Treben (mit Alkohol).
Welche Wirkung hat Schwedenbitter auf die Leber?
Traditionell wird dem Kräuterelixier eine anregende Wirkung auf Leber und Galle zugeschrieben. Gemeint ist damit vor allem, dass Bitterstoffe die Verdauungssäfte und den Gallenfluss fördern sollen, was die Verdauung – insbesondere nach schweren oder fettreichen Mahlzeiten – unterstützen kann.
Bei Lebererkrankungen, Gallengangsverschluss oder Gallengangsentzündung sollten wermuthaltige Präparate nicht eingenommen werden. Bei Gallensteinen oder anderen Gallenwegserkrankungen sollten sie nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Wie nehme ich Schwedenbitter richtig ein?
Die richtige Einnahme hängt in erster Linie vom jeweiligen Produkt ab. Deshalb gilt immer zuerst die Dosierungsempfehlung des Herstellers. Viele Schwedenbitter werden tropfen- oder teelöffelweise in Wasser oder Tee verdünnt eingenommen.
Unverdünnt ist Schwedenbitter für viele Menschen zu scharf, zu bitter oder wegen des Alkohols reizend. Besonders bei empfindlichem Magen sollten Sie ihn nicht pur trinken.
Wann sollte man Schwedenbitter trinken?
Bei Appetitlosigkeit oder träger Verdauung werden Bitterstoffe traditionell eher vor dem Essen eingenommen. So kann der bittere Geschmack bereits im Mund wirken und die Verdauung auf die bevorstehende Mahlzeit vorbereiten.
Wenn es eher um Völlegefühl nach dem Essen geht, können Sie Schwedenbitter auch nach einer Mahlzeit noch einnehmen.
Kann man Schwedenbitter täglich einnehmen?
Eine pauschale Empfehlung zur Einnahme gibt es nicht. Bei gelegentlichen Beschwerden reicht die Einnahme nach Bedarf.
Wer Schwedenbitter täglich verwenden möchte, sollte vorher prüfen, ob abführende Bestandteile enthalten sind. Produkte mit Senna, Aloe oder Rhabarberwurzel sind nicht für die tägliche Daueranwendung gedacht.
Der Darm kann sich an abführende Anthranoide gewöhnen und es können Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt auftreten.
Wer täglich Bitterstoffe nutzen möchte, sollte mildere Varianten wählen oder öfter bitterstoffreiche Lebensmittel oder Kräutertees zu sich nehmen. Auch bei Bitterstoffpräparaten ist es sinnvoll, nach einigen Wochen eine Pause einzulegen und zu prüfen, ob die Einnahme überhaupt noch nötig ist.
Schwedenkräuter ohne Alkohol
Klassischer Schwedenbitter wird mit Alkohol angesetzt. Er dient als Lösungsmittel und macht viele Inhaltsstoffe aus den Pflanzen verfügbar. Außerdem trägt er zur Haltbarkeit bei.
Der Alkoholgehalt ist je nach Produkt verschieden. Klassische Schwedenbitter enthalten häufig etwa 30 bis 38 Volumenprozent Alkohol – viele Maria-Treben-Produkte liegen bei rund 32 Volumenprozent.
Es gibt jedoch auch Schwedenkräuter ohne Alkohol. Solche Produkte sind besonders interessant für Personen, die Alkohol meiden möchten – oder müssen. Sie enthalten dann aber meist Zucker (oft Fructose) und Zuckeraustauschstoffe (z. B. Sorbit).
Schwedenkräuter kaufen oder selbst ansetzen?
Schwedenkräuter kann man als fertigen Schwedenbitter kaufen oder als Trockenmischung selbst ansetzen. Bis der eigene Ansatz fertig ist, dauert es etwa zwei Wochen.
Gekaufte Produkte sind einerseits praktischer, stehen sofort zur Verfügung und haben eine klare Dosierungsempfehlung. Sie können andererseits Zuckerkulör enthalten, einen Farbstoff, der den Schwedenbitter schön dunkel färbt und ihn kräftiger aussehen lässt.
Zuckerkulör gilt als möglicherweise krebserregend. Zwar nimmt man nur wenig davon zu sich, denn man trinkt den Schwedenbitter ja nicht täglich in größeren Mengen. Da es jedoch auch Produkte ohne den Farbstoff gibt, wählt man besser diese oder macht sich das Elixier selbst.
* Hier erhalten Sie eine original Schwedenkräutermischung nach Maria Treben zum selber Ansetzen des Schwedenbitters.
Wie macht man Schwedenbitter selbst?
Traditionell wird nach Maria Treben empfohlen, die Kräutermischung in 38- bis 40-prozentigem Alkohol (meist Korn oder Obstbrand) anzusetzen (in einem Glas, das sich fest verschließen lässt) und 14 Tage an einem warmen, lichtgeschützten Ort stehen zu lassen.
Dabei soll man täglich schütteln (kurz, also nur 5 Sekunden o. ä.). Anschließend wird die Mischung abgeseiht und in eine dunkle Glasflasche gefüllt. Diese sollte lichtgeschützt und kühl aufbewahrt werden.
Wie lange ist Schwedenbitter haltbar?
Alkoholische Auszüge sind meist sehr lange haltbar – Monate bis Jahre. Sie sollten kühl (nicht unbedingt im Kühlschrank), dunkel und gut verschlossen gelagert werden. Die genaue Haltbarkeit hängt vom Produkt, vom Alkoholgehalt und von der Herstellung ab.
Schwedenbitter – ob selbst angesetzt oder nicht – sollte nicht mehr verwendet werden, wenn das Produkt ungewöhnlich riecht, sich stark verändert hat oder Verunreinigungen sichtbar sind.
Schwedenkräuter äußerlich anwenden
Schwedenkräuter werden traditionell auch äußerlich verwendet, etwa als Wickel oder als Umschlag. Dabei wird ein Tuch mit verdünntem Schwedenbitter getränkt und auf die Haut gelegt. Beim Wickel bringt man (im Unterschied zum Umschlag) mehrere Tuchschichten an (um zusätzlich zu den Pflanzenwirkstoffen Wärme zu erzielen). Auf das getränkte Tuch kommt ein trockenes Tuch und zum Schluss noch ein Wolltuch/Wollschal.
Vor dem Umschlag die Haut schützen!
Tragen Sie vorher zum Schutz der Haut eine fetthaltige Salbe (z. B. Ringelblumensalbe) oder Olivenöl auf, damit der Alkohol die Haut nicht zu stark reizt.
Bei welchen Beschwerden können die Umschläge eingesetzt werden?
In der Erfahrungsmedizin kommen Schwedenkräuter auf diese Weise etwa bei Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Insektenstichen, Warzen, Herpes oder bei unreiner Haut zum Einsatz.
Nach Maria Treben wurden Schwedenbitter-Umschläge auch auf den Bauch oder die Leber- und Gallenregion oder auch auf die Nieren gelegt, um dort Linderung von Beschwerden zu bewirken. Auch zur Leberreinigung, Entgiftung und selbst bei Tumoren sollen die Umschläge hilfreich sein, liest man gelegentlich. Wissenschaftlich belegt sind diese Anwendungen jedoch nicht.
Welche Probleme kann es bei Umschlägen geben?
Der Alkohol und auch die enthaltenen Pflanzenstoffe können die Haut reizen, austrocknen und allergische Reaktionen auslösen. Testen Sie also erst vorsichtig an einer kleinen Hautstelle die Verträglichkeit, bevor Sie einen Umschlag machen.
Schwedenkräuter gehören nicht auf offene Wunden, auf Schleimhäute, stark entzündete Haut und auch nicht in die Nähe der Augen.
Wie lange sollen Umschläge auf der Haut bleiben?
Meist lässt man Umschläge 30 Minuten bis zu 2 Stunden einwirken - je nach Verträglichkeit. Bei Brennen, Rötung oder Juckreiz sollte die Anwendung sofort beendet werden. Wickel mit "harmloseren" Bestandteilen (z. B. Quark, Heilerde, Kohlblättern) werden normalerweise mehrere Stunden und auch über Nacht belassen.
Auch bei Schwedenkräutern wird dies häufig in Büchern oder im Netz empfohlen. Gleichzeitig wird bei eben jener längeren Anwendung von Blasenbildung gesprochen. Wir würden daher eine längere Anwendung nicht empfehlen - besonders nicht bei empfindlicher Haut.
Gibt es Alternativen zur äußerlichen Anwendung?
Gerade bei der äußerlichen Anwendung ist oft nicht klar, ob die Wirkung tatsächlich auf die spezielle Schwedenkräuter-Mischung zurückgeht oder einfach auf die enthaltenen Kräuter (die also auch einzeln helfen würden), den Alkohol und die kühlende oder wärmende bzw. durchblutungsfördernde Wirkung der Anwendung.
Bei den oben genannten Beschwerden könnte man oft auch (und mit weniger oder keinem Nebenwirkungsrisiko) zu anderen Mitteln zurückgreifen, deren Wirkung besser belegt ist, z. B. zu Arnika-Gel, Johanniskrautöl oder Ringelblumensalbe oder auch einfach Kühlkompressen.
Schwedenkräuter sind somit eher ein traditionelles Hausmittel, zu dem es zwar viele Erfahrungsberichte gibt, das aber zur äußerlichen Anwendung nicht unbedingt in die Hausapotheke muss.
Welche Nebenwirkungen hat Schwedenbitter?
Mögliche Nebenwirkungen bei der Einnahme sind Brennen im Mund, Magenschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall, Hautreizungen und allergische Reaktionen.
Bei Produkten mit Senna, Aloe oder Rhabarberwurzel können bei häufiger Anwendung Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auftreten.
Wer sollte Schwedenbitter besser nicht verwenden?
Schwedenbitter sollten nicht von Schwangeren, Stillenden oder Kindern eingenommen werden. Auch alkoholfreie Produkte können problematische Pflanzenstoffe enthalten – etwa Senna, Wermut und Kampfer.
Kampfer gilt als toxischer Risikostoff, der bei Kindern bereits ab 10 mg pro kg Körpergewicht zu Beschwerden führen kann. Meist ist der Kampfergehalt in Schwedenkräuter-Produkten nicht klar deklariert. Es sollte daher außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden und bei ihnen auch nicht verwendet werden (8).
Wenn Sie Lebererkrankungen haben oder an Gallengangsverschluss, Gallengangsentzündungen oder Gallensteinen leiden, ist ebenfalls Vorsicht geboten – vor allem wenn Wermut oder andere starke Bitterpflanzen enthalten sind.
Wenn Sie keinen Alkohol zu sich nehmen möchten, sind alkoholhaltige Schwedenbitter-Produkte nicht geeignet. In diesem Fall könnten Sie auf alkoholfreie zurückgreifen, die aber häufig zahlreiche Zuckerarten enthalten.
Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten
Eine Tierstudie untersuchte, wie sich Schwedenbitter auf bestimmte Leberenzyme bei Ratten auswirkt. Nach sieben Tagen stieg die Aktivität der Enzyme CYP2C9 und CYP2D6 an. Diese Enzyme sind aber auch für den Abbau von Arzneimitteln zuständig. Wenn zu viele dieser Enzyme nun vorhanden sind oder diese aktiver sind, werden Medikamente schneller abgebaut und wirken dann natürlich auch nicht so gut.
Eine langfristige Einnahme von Schwedenbitter könnte daher zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln führen, WENN diese über die genannten Enzyme abgebaut werden (9). Ob dies bei Ihren Medikamenten der Fall ist, können Sie in Ihrer Apotheke erfragen oder auch im Internet nachschauen.
Fazit: Schwedenkräuter und Schwedenbitter richtig anwenden
Schwedenkräuter sind ein traditionsreiches Kräuterelixier für die Hausapotheke. Sie sind ideal für den gelegentlichen Einsatz bei leichten Verdauungsbeschwerden - etwa bei Völlegefühl, einer trägen Verdauung oder Appetitlosigkeit. Auch die äußerliche Anwendung ist denkbar, wobei es hier oft wirksamere und verträglichere Alternativen gibt.
Wenn Sie Präparate mit Schwedenkräutern kaufen möchten, achten Sie auf die Zutatenliste und nehmen Sie keinesfalls eine höhere Dosierung ein, als auf dem Produkt empfohlen wird. Denn so natürlich das Kräutermittel auch sein mag, die enthaltenen Pflanzen sind stark wirksam und können daher auch Nebenwirkungen haben.