Was ist Mastix?
Mastix, auch Mastiha oder Chios-Mastix genannt, ist das natürliche Harz des Mastixstrauchs (Pistacia lentiscus). Es wird als Naturheilmittel besonders bei Magen-Darm-Beschwerden, aber auch gegen Mundgeruch oder Zahnfleischentzündung eingesetzt.
Der sonnenhungrige und enorm dürreresistente Mastix-Strauch wird meist 2 bis 3 Meter, manchmal auch bis zu 5 Meter hoch. Er ist zwar im gesamten Mittelmeerraum heimisch, das echte Chios-Harz wird jedoch von besonders harzreichen Sorten (Pistacia lentiscus var. Chia) auf der griechischen Insel Chios gewonnen.
Im Süden der Insel gibt es 24 sogenannte Mastixdörfer, die „Mastichochoria“, in denen die traditionelle Harzgewinnung seit 2500 Jahren praktiziert wird, also auch heute noch.
Ein Mastixbaum kann etwa 100 Jahre alt werden, liefert jährlich aber nur etwa 60 bis 250 g Harz.
Was bedeutet Mastix?
Das Wort Mastix leitet sich vom altgriechischen Verb maseisthai ab. Die Römer machten später masticare daraus, was „kauen“ bedeutet – und auf die erste Darreichungsform hinweist: Das Kauen kleiner Harzstückchen.
So wird das Harz gewonnen
Das kostbare Naturharz wird auf Chios bis heute nach jahrhundertealter handwerklicher Tradition gewonnen:
In den Sommermonaten – meist zwischen Juli und September – reinigen die Bauern den Boden unter den Mastixsträuchern und streuen ihn mit weißem Kalkpulver aus. Dies erleichtert das spätere Aufsammeln der Harzstückchen.
Anschließend wird die Rinde des Stammes und der Hauptäste mit einem speziellen, scharfen Eisenwerkzeug vorsichtig angeritzt. An diesen Stellen tritt das Harz nun in zähflüssigen Tropfen aus. Da die Tropfen wie Tränen am Stamm herunterlaufen, nennt man sie auch Mastixtränen.
In der heißen, trockenen Sommersonne erstarren die Tropfen innerhalb von zwei bis drei Wochen. Sie verlieren ihre anfängliche Klebrigkeit und werden hart. Im Herbst werden die Tränen mühsam von Hand aufgesammelt und einzeln gereinigt.
Die festen Tränen können für die Mundhygiene direkt als natürliches Kaugummi gekaut werden. Im Mund verflüchtigen sich die kristallinen Eigenschaften durch die Körperwärme und den Speichel wieder, sodass das Harz wieder zu einer weichen, elastischen Masse wird.
Alternativ lassen sich die Mastixtränen zu feinem Pulver vermahlen, das man wiederum in Kapseln füllen oder woraus man auch das Mastix-Öl herstellen kann.
Letzteres ist ein traditionelles Heilmittel, das man (für den Magen) einnehmen oder (zur Wundheilung) auch äußerlich anwenden kann. Wie Sie das Mastix-Öl selbst herstellen, erklären wir weiter unten.
Mastixharz ist offiziell ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Chios-Mastixharz offiziell als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt – und zwar für zwei ganz bestimmte Indikationen:
- Innerlich für leichte dyspeptische Beschwerden (Reizmagen).
- Äußerlich zur Wundheilung und bei leichten Entzündungen der Haut.
Was sind dyspeptische Beschwerden?
Dyspeptische Beschwerden sind chronische oder wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden im Oberbauch, für die sich keine eindeutige organische Ursache (wie z. B. ein Magengeschwür) finden lässt.
Zu den Symptomen zählen ein schnelles Sättigungsgefühl (man ist schon nach wenigen Bissen satt), unangenehmes Völlegefühl, Blähbauch, Aufstoßen oder auch leichte Übelkeit (insbesondere nach den Mahlzeiten).
Warum der finanzielle Anreiz für weitere Forschung fehlt
Das Harz fällt dabei unter den Status "traditional use" (traditionelle Anwendung). Das bedeutet, dass der Einsatz trotz unzureichender klinischer Studien durch die dokumentierte, sichere medizinische Verwendung über mindestens 30 Jahre hinweg (davon mindestens 15 Jahre in der EU) wissenschaftlich plausibel ist.
Dies wird sich auch nicht bedeutend ändern, da die aus Sicht der evidenzbasierten Medizin erforderlichen Studien (placebo-kontrolliert, doppelblind, klinisch) Millionen kosten. Ein Naturharz kann man aber nicht patentieren. Also investiert kein Pharmaunternehmen dieses Geld, weil es die Kosten danach nicht über ein Patentmonopol wieder hereinholen kann.
Mastix – Die Wirkung
Die wenigen klinischen Studien, die mit Mastix durchgeführt wurden, bestätigen größtenteils das, was man in der Naturheilkunde des Mittelmeerraums seit Jahrtausenden weiß und umsetzt. Nachfolgend stellen wir einige dieser Studien vor (1).
Mastix lindert Magenschmerzen und Sodbrennen
Das Haupteinsatzgebiet von Mastix ist der Magen-Darm-Trakt. Wenn eine funktionelle Dyspepsie vorliegt – also Magenbeschwerden ohne organische Ursache – kam und kommt in den östlichen Mittelmeerländern traditionell Mastix zum Einsatz.
In einer Studie (2010) zu diesem Thema erhielten 148 Teilnehmer drei Wochen lang dreimal täglich jeweils 350 mg Mastixpulver (täglich somit 1,05 g) oder ein Placebo.
Das Harzpulver besserte Sodbrennen und Magenschmerzen signifikant stärker als das Placebo-Präparat.
Insgesamt berichteten 77 Prozent der Teilnehmer in der Mastix-Gruppe über eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden, verglichen mit nur 40 Prozent in der Placebo-Gruppe.
Neue Magenstudie: Weniger Bauchschmerzen, Völlegefühl und Aufstoßen
Eine neuere Studie von 2025 bestätigt die gute Wirkung von Mastix bei funktioneller Dyspepsie (6). Alle 48 Teilnehmer durchliefen drei vierwöchige Phasen. Eine davon war die Placebophase.
In den beiden anderen nahmen sie täglich 1,4 g Mastixharz in Kapseln (30 Minuten vor Mittag- und Abendessen jeweils 700 mg) oder aber 20 ml Mastixwasser (zweimal je 10 ml zu denselben Zeiten). Zwischen den Phasen lagen jeweils 14 Tage Pause.
Die Beschwerden wurden mit einer bestimmten Skala ausgewertet (Leuven Postprandial Distress Scale). Hierbei gibt es acht typische Dyspepsiesymptome, die man jeweils mit 0 bis 4 bewerten kann (0 bedeutet, das Symptom ist nicht vorhanden und 4 bedeutet, es ist sehr schwer ausgeprägt). Die erreichten Punkte werden dann addiert.
Während der Kapseleinnahme sank der Wert um mehr als die Hälfte (von 9,55 auf 4,41 Punkte) und in der Mastixwasser-Phase von 7,33 auf 3,96. In der behandlungsfreien Kontrollphase stieg er dagegen von 6,64 auf 8,18 Punkte.
Beide Mastixformen besserten das Völlegefühl nach dem Essen, die Oberbauchschmerzen und das Aufstoßen signifikant. Die Kapseln linderten auch Blähungen im Oberbauch und Sodbrennen. Nebenwirkungen wurden keine gemeldet.
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Falls Sie Säureblocker nehmen (Omeprazol u. ä.), dann lesen Sie gerne unseren Artikel Alternativen für Säureblocker.
Mastix lindert Reizdarm-Symptome
Aus 2023 stammt eine dreimonatige, randomisierte und kontrollierte klinische Studie zum Reizdarm-Syndrom (5). Die 55 Patienten (32 bis 56 Jahre) wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Alle vier erhielten täglich 600 ml eines Getränks.
- Gruppe 1 erhielt Mastiqua Sparkling Water – ein griechisches Mineralwasser mit 0,06 % Mastix-Wasser.
- Gruppe 2 erhielt ein Placebo-Wasser.
- Gruppe 3 erhielt Mastiqua Lemonada – eine griechische Zitronenlimonade mit 0,55 % Mastix-Wasser.
- Gruppe 4 erhielt eine Placebo-Zitronenlimonade.
Mastix-Wasser ist ein Hydrolat, also das aromatische Wasser, das bei der Wasserdampfdestillation von Mastixharz zur Gewinnung des ätherischen Öls entsteht. Es enthält die wasserlöslichen Bestandteile des Harzes sowie geringe Mengen des ätherischen Öls.
Nach drei Monaten schaute man, wie sich die Reizdarmsymptome und die Lebensqualität verändert hatten. Man nutzte dazu Fragebögen. Bei der Auswertung der Symptome konnte man 500 Punkte erreichen. Je höher das Ergebnis, umso stärker die Symptomatik.
In Gruppe 1 (Mineralwasser mit wenig Mastix) besserten sich die Werte um 50 Punkte von 195 auf 145. In Gruppe 3 (Zitronenlimonade mit viel Mastix) besserten sich die Werte um 75 Punkte (von 205 auf 130).
Auch die Lebensqualität stieg in den beiden Mastix-Gruppen (um 8 bis 11 Punkte). Genauso stellte man sinkende Entzündungswerte (IL-6) sowie eine steigende antioxidative Kapazität fest.
In den Placebo-Gruppen stellte man nur eine Verbesserung von 6 bis 8 Punkten bei der Symptomatik fest. Bei der Lebensqualität gab es in einer der beiden Gruppen sogar eine Verschlechterung.
Welche Getränke kamen in der Studie zum Einsatz?
Die beiden Mastiqua-Getränke sind im griechischen Fachhandel erhältlich, auch online. Allerdings ist die Zitronenlimonade mit Fructose (Fruchtzucker) gesüßt und zwar mit fast 10 g pro 100 ml, so dass man bei 600 ml täglich 60 g Fruchtzucker zu sich nehmen würde.
Dies kann langfristig nicht nur einen empfindlichen Darm reizen, sondern auch zu einer Fettleber beitragen sowie das Risiko für Insulinresistenz/Diabetes, Gicht (erhöhte Harnsäurewerte), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht erhöhen.
Da auch die zuckerfreie Variante eine gute Wirkung zeigte, würden wir in jedem Fall – falls Sie die Maßnahme probieren möchten – zum ungesüßten Mastiqua-Mineralwasser raten.
Mastix reduziert Entzündungswerte bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wurde Mastix untersucht. In einer ersten kleinen Studie nahmen zehn Patienten mit leichtem bis mäßig aktivem Morbus Crohn vier Wochen lang täglich 2,2 g Mastixpulver in Kapselform ein.
Der sogenannte Crohn's Disease Activity Index (CDAI), mit dem die Krankheitsaktivität beurteilt wird, sank daraufhin signifikant. Gleichzeitig gingen drei Entzündungswerte zurück – das C-reaktive Protein (CRP), der Entzündungsbotenstoff Interleukin-6 (IL-6) und der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α).
Eine etwas größere placebokontrollierte Studie mit 60 Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa untersuchte täglich 2,8 g Mastix über drei Monate zusätzlich zur üblichen Behandlung (2).
Auch hier kam es zu positiven Ergebnissen. Die Lebensqualität verbesserte sich (was man anhand eines Fragebogens feststellte). Außerdem sank das Lysozym – ein mit der Darmentzündung zusammenhängender Marker, der im Stuhl gemessen wird.
In einer anderen Untersuchung (68 Patienten mit einer ruhenden chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) hatte die Einnahme von 2,8 g Mastix täglich über sechs Monate hingegen keinen deutlichen Einfluss auf Entzündungsmarker (IL-6 im Blut sowie Calprotectin und Lactoferrin im Stuhl).
Die Ergebnisse sind also nicht immer gleich positiv, deuten aber darauf hin, dass Mastix bei entzündlichen Darmerkrankungen begleitend ein Versuch wert sein könnte.
Weitere ganzheitliche Maßnahmen stellen wir in unserem Artikel CED - Chronisch entzündliche Darmerkrankung. Oder Sie nutzen unsere Suche und finden dann zahlreiche Tipps konkret zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Mastix senkt den Spiegel des oxidierten Cholesterins
In der obigen Studie mit den 60 Patienten stellte man fest, dass nach den drei Einnahmemonaten auch der Spiegel des oxidierten LDL-Cholesterins in der Mastix-Gruppe abnahm – von 160 U/l auf 140 U/l.
Als Mittelwert für Gesunde wird ein Wert von 60 U/l genannt. Der maximale Wert, der noch als in Ordnung gilt, wird mit 117 U/l angegeben, so dass sich die Patienten immerhin langsam einem besseren Wert näherten.
Oxidiertes LDL entsteht, wenn normales LDL-Cholesterin im Körper durch freie Radikale (oxidativen Stress) angegriffen und verändert wird. Es gilt als deutlich gefährlicher, was das Herz-Kreislauf-Risiko angeht, als normales LDL-Cholesterin.
Mastix ist reich an bioaktiven Substanzen wie Triterpenen und Polyphenolen, die als starke Antioxidantien wirken, so dass diese Stoffe vermutlich direkt die Oxidation des Cholesterins verhindern.
Gleichzeitig wirkt das Harz auch indirekt auf den Cholesterinspiegel ein. Denn Entzündungen lassen im Körper massiven oxidativen Stress entstehen.
Je aktiver die Entzündung im Darm ist (bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen), desto mehr freie Radikale werden von den Immunzellen produziert. Dies lässt die Entzündungsmarker steigen und treibt gleichzeitig die Oxidation von LDL an.
Wenn Mastix nun – wie oben beschrieben – entzündungshemmend wirkt, entstehen weniger freie Radikale, die das normale LDL-Cholesterin oxidieren können.
Mastix bei Fettleber
Die Fetteinlagerung in der Leber (Fettleber) ist heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen. Meist ist es die Folge ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und Insulinresistenz. Mastix kann auch hier in die Therapie eingebunden werden.
In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen 98 Menschen mit Adipositas und nichtalkoholischer Fettleber sechs Monate lang täglich 2,1 g Mastix oder ein Placebo ein. Verwendet wurden sechs Kapseln mit jeweils 350 mg Mastix.
Ein positives Ergebnis zeigte sich bei den stark adipösen Teilnehmern mit einem BMI über 35. Bei ihnen verbesserte Mastix zwar nicht konkret den Fettgehalt der Leber, aber die folgenden drei Werte: TAS sowie cT1 und LIF. Sie alle können den Verlauf einer Fettlebererkrankung beeinflussen.
TAS steht für Total Antioxidant Status. Dieser Wert zeigt, wie gut der Organismus mit oxidativem Stress zurechtkommt, wie hoch also sein eigenes antioxidatives Potenzial ist. Nach sechs Monaten lag der TAS-Wert in der Mastix-Gruppe bei durchschnittlich 2,011 mmol/l, in der Placebo-Gruppe bei nur 1,824 mmol/l.
Die beiden anderen Werte (cT1 und LIF) werden mittels MRT bestimmt. Sie zeigen, inwieweit die Leber entzündet und fibrotisch verändert ist, wobei das eine (Entzündungen) zum anderen (fibrotisches Gewebe) führt:
Dauerhafte Entzündungen (z. B. durch das eingelagerte Fett) schädigen die Leberzellen. Der Körper versucht die Schäden zu reparieren, wobei dann aber ein starres Narbengewebe (fibrotisches Gewebe) entsteht. Je mehr solcher Narben entstehen, desto schlechter kann die Leber arbeiten. Das Endstadium einer fortgeschrittenen Fibrose ist dann die Leberzirrhose.
Die Einnahme des Mastixpräparats ließ die Fettleber also nicht einfach verschwinden, reduzierte aber das Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen einer Fettleber.
Wirkt Mastix gegen Helicobacter pylori?
Besonders häufig wird Mastix als natürliches Mittel gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori beworben.
In einer Studie (von 2010) mit 52 Patienten, die einen positiven Helicobacter-Befund hatten, wurden vier verschiedene Behandlungen verglichen. Es gab also vier Gruppen à 13 Personen (7):
- Gruppe 1 nahm 14 Tage lang dreimal täglich je 350 mg Mastixpulver – 4 Personen waren anschließend frei von H. pylori.
- Gruppe 2 nahm 14 Tage lang dreimal täglich je 1 g Mastix – 5 Personen waren anschließend frei von H. pylori.
- Gruppe 3 nahm 14 Tage lang dreimal täglich je 350 mg Mastix und zweimal täglich 20 mg Pantoprazol (Säureblocker) – keiner war anschließend frei von H. pylori.
- Gruppe 4 erhielt 10 Tage lang die übliche Behandlung, also die Kombination aus zwei Antibiotika und einem Säureblocker (Amoxicillin, Clarithromycin, Pantoprazol) – 10 Personen waren anschließend frei von H. pylori.
Während also die herkömmliche Therapie größeren Erfolg hatte, half Mastix immerhin bei einem Drittel der Leute – aber nur, wenn man es nicht mit einem Säureblocker kombinierte.
Mastix-Zahncreme gegen Mundgeruch und Zahnbelag
Mastix-Zubereitungen werden traditionell auch zur Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit verwendet. Einerseits wirkt das Harz antibakteriell, also Kariesbakterien entgegen. Andererseits wird das Harz häufig gekaut, so dass sich schon allein dies positiv auswirkt, denn Kauen erhöht den Speichelfluss, was wiederum die natürliche Zahnreinigung fördert.
In einer Studie von 2025 untersuchte man jedoch eine Mastix-Zahncreme und ihre Wirkung gegen Mundgeruch, Zahnbelag und Zahnfleischentzündung helfen könnte (3).
Sie heißt Mastiha Toothpaste und enthält drei Zubereitungen aus Mastix: Chios Mastixwasser 15,5 %, Mastixharz 1 % und Mastixöl 0,2 %. Ansonsten besteht sie aus den Zutaten einer herkömmlichen Zahnpasta:
Sorbitol, Glycerin sowie zahlreiche Zusätze, wie Fluorid, Konservierungsstoffe, Süßstoff, Titandioxid etc.
Teilnehmer waren 32 Jugendliche mit einer festen Zahnspange. Die Hälfte sollte 14 Tage lang dreimal täglich die Mastix-Zahncreme verwenden, die andere Hälfte hatte eine normale Zahncreme ohne Mastix (Placebo) erhalten.
Den Mundgeruch maß man anhand des Schwefelwasserstoffanteils (H₂S) in der Atemluft. Der Wert sank in der Mastix-Gruppe innerhalb der 2 Wochen von 158 auf 26 ppb.
Auch die Zahnfleischgesundheit besserte sich dank Mastix deutlich. Der sog. Gingivalindex, der die Schwere der Zahnfleischentzündung auf einer Skala von 0 bis 3 angibt, sank in der Mastix-Gruppe von etwa 1,8 Punkten auf 1 Punkt.
Außerdem nahm der Zahnbelag ab. Der Plaque-Index sank von 1,23 auf 0,78 Punkte. Auch dieser Index reicht von 0 bis 3.
Mastix-Kaugummi gegen Zahnbelag und Zahnfleischentzündung
Auch zum Einsatz von Mastix-Kaugummi gibt es eine Studie. Sie ist von 2003 und mit 20 (zahngesunden) Teilnehmern sehr klein, besteht jedoch aus zwei interessanten Versuchen.
Im ersten Versuch putzten sich die 20 Teilnehmer zunächst die Zähne und kauten anschließend entweder Mastix-Kaugummi oder einen Placebo-Kaugummi. Der Mastix-Kaugummi bestand zu etwa einem Viertel aus Mastixharz.
Nach 1, 2, 3 und 4 Stunden wurden Speichelproben entnommen, die zeigten, dass die Gesamtzahl der Bakterienkolonien nach dem Mastixkauen signifikant niedriger waren als nach dem Placebo-Kaugummi.
Im zweiten Versuch verzichteten 10 der Teilnehmer sieben Tage lang auf das Zähneputzen und verwendeten stattdessen entweder einen Mastix- oder einen Placebo-Kaugummi.
In der Mastix-Gruppe lag der Plaque-Index bei durchschnittlich 2,69 Punkten, in der Placebo-Gruppe bei 3,15 Punkten. (Hier wurde ein Index verwendet, der von 0 bis 5 reichte).
Auch das Zahnfleisch war unter Mastix weniger stark entzündet: Der Gingivalindex betrug nur 0,44 Punkte gegenüber 0,66 Punkten in der Placebo-Gruppe.
Besser Mastix-Tränen kauen?
Die in obiger Studie verwendete Zahncreme ist aufgrund der genannten Zusätze kein Naturkosmetikprodukt. Kaugummis sind da eine bessere Alternative – vorausgesetzt sie sind zucker- und süßstofffrei (stattdessen mit Xylit gesüßt).
Allerdings stellt sich die Frage, warum nicht einfach die natürlichen Mastixtränen kauen? Dort sind die Wirkstoffe direkt und ohne unerwünschte Zusätze enthalten.
Da es schwierig ist, Placebo-Tränen herzustellen, werden in Studien bevorzugt Kaugummis verwendet. Im Alltag kann man aber natürlich direkt zu den Tränen greifen.
Wie wird Mastix eingenommen?
Traditionell wird Mastix gekaut oder in Form von selbst gemachtem Öl eingenommen. In Studien werden meist Kapseln eingesetzt, die das pulverisierte Harz enthalten.
* Hier erhalten Sie Mastix Chio Tränen, die direkt gekaut werden können. Man kann sie aber auch zu Pulver zerstoßen und für ein Mastix-Öl verwenden - Rezept dazu siehe weiter unten.
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Ideal ist die nüchterne Einnahme, also 15-30 Minuten vor den Mahlzeiten. Auch wenn nicht in allen Studien erläutert wird, wie oft pro Tag Mastix genommen werden sollte, so ist es ratsam, die Tagesdosis auf mindestens zwei oder drei Dosen aufzuteilen.
Wenn Sie also z. B. 2,1 g Mastix pro Tag nehmen möchten, dann nehmen Sie 3-mal täglich je 2 Kapseln à 350 mg 15-30 Minnuten vor den Mahlzeiten.
Wichtig ist, ein großes Glas Wasser (200-250 ml) zu jeder Einnahme zu trinken. Zwar ist das Harz nicht wasserlöslich, aber es sollte zügig in den Magen transportiert werden und dort gleichmäßig verteilt werden.
Wie dosiert man?
In den vorgestellten klinischen Studien wurden je nach Anwendungsgebiet sehr unterschiedliche Mengen verwendet. Bei funktionellen Magenbeschwerden waren es 350 mg dreimal täglich, also insgesamt 1,05 g pro Tag.
Bei Morbus Crohn wurden 2,2 g täglich und bei anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen 2,8 g täglich eingesetzt.
In der Fettleberstudie wurden 2,1 g täglich in Form von sechs 350-mg-Kapseln verwendet.
Gehen Sie also je nach Beschwerdebild vor und sprechen Sie die Einnahme am besten vorab mit Ihrem Arzt ab.
Gibt es Nebenwirkungen?
Mastix wurde in den klinischen Studien im Allgemeinen gut vertragen. Auch bei höheren Dosierungen wurden keine auffälligen Nebenwirkungen beobachtet.
Eine maximale sichere Tagesdosis ist bislang nicht bekannt.
Bei äußerer Anwendung sind allergische Reaktionen möglich. Probieren Sie ein Mastix-Öl daher erst vorsichtig aus, ob sie es gut vertragen.
Wie macht man sich selbst ein Mastix-Öl?
Da reines Harzpulver schwer zu schlucken ist und es sich in Wasser nicht ansatzweise auflöst, rührt man es zur traditionellen Anwendung in Olivenöl ein (früher verwendete man eher selten Kapseln). Auf diese Weise kombiniert man zwei der ältesten Heilmittel des Mittelmeerraums miteinander.
Das Olivenöl dient einerseits als Trägerstoff für das Harz und andererseits auch als Magenschutz.
Bei der Herstellung des Öls nehmen Sie ein Verhältnis von 1:20 (Harz : Öl), z. B. 5 g Harztränen und 100 ml Olivenöl.
Legen Sie die Harztränen vorab für 10 Minuten in das Gefrierfach (so kleben sie anschließend nicht) und zerstoßen Sie sie anschließend im Mörser zu einem feinen Pulver.
Wenn Sie keinen Mörser haben, geben Sie die Harzstückchen in einen Zipbeutel, umwickeln ihn mit einem Geschirrtuch und zerklopfen die Stückchen mit einem Hammer oder gehen mit einem Wellholz darüber.
Geben Sie die 100 ml Olivenöl zusammen mit dem frisch gemörserten Mastix-Pulver in ein hitzebeständiges Gefäß (z. B. ein sauberes Marmeladenglas oder eine kleine Edelstahlschüssel) und stellen Sie dieses in ein warmes Wasserbad.
Das Wasser sollte heiß sein, aber nicht kochen, damit das Öl nicht höher als ca. 60 Grad erhitzt wird. Rühren Sie die Mischung im Wasserbad für etwa 15 bis 20 Minuten regelmäßig mit einem sauberen Löffel um. Das Pulver schmilzt durch die Wärme und löst sich fast vollständig im Öl auf.
Nehmen Sie das Gefäß aus dem Wasser, lassen Sie das Öl abkühlen und gießen Sie es durch ein feines Kaffeesieb oder ein sauberes Tuch in eine dunkle Flasche, um eventuelle ungelöste Harzkrümel herauszufiltern.
Wie kann man das Mastix-Öl anwenden?
Das abgekühlte Öl kann sowohl äußerlich als auch innerlich verwendet werden.
Äußerlich wird es wie ein Wundöl oder Massageöl auf entzündete Hautpartien oder kleine Wunden aufgetragen.
Bei kleinen Wunden hat man früher das pulverisierte Harz auch direkt darauf gestreut. Es verschmilzt dann mit der feuchten Wunde und versiegelt diese wie eine Art natürliches Pflaster.
Innerlich kann man das Öl bei Bedarf (Sodbrennen o. ä.) oder für eine Magenkur einfach löffelweise einnehmen oder aber man nutzt es als Speiseöl in der Küche (z. B. über Salate).
Die Magenkur mit Mastix-Öl
Die traditionelle Magenkur mit Mastix-Öl kann folgendermaßen durchgeführt werden:
Nehmen Sie das Öl 3-mal täglich jeweils 15 bis 30 Minuten vor dem Essen ein. Der Magen sollte also möglichst leer sein. So kann sich das im Öl gelöste Harz wie ein schützender, beruhigender Film direkt auf die Magenschleimhaut legen, bevor der Verdauungsprozess der Mahlzeit beginnt.
Wenn sich nach 2 Wochen noch überhaupt keine Besserung zeigt, ist es besser, die Beschwerden medizinisch abklären zu lassen.
Wichtig ist natürlich auch, dass Sie nicht nur auf das Mastix-Öl vertrauen, sondern auch Ihre Ernährung an Ihre Symptome anpassen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel Die 20 besten Tipps gegen Magenbeschwerden.
Wie schmeckt das Öl?
Das Öl schmeckt intensiv waldig, leicht harzig und frisch.
Wer sollte damit vorsichtig sein?
Da es sich um pures Öl handelt, sollten Menschen mit einer empfindlichen Gallenblase (z. B. bei Neigung zu Gallensteinen) vorsichtig sein, da isoliert eingenommenes Fett die Gallentätigkeit stark anregen kann.
In der Küche wird das Harz als Gewürz verwendet
Mastixharz kann in der mediterranen Küche in Form des oben vorgestellten Öls verwendet werden, aber auch in Pulverform wie ein Gewürz. Denn es besitzt ein charakteristisches harzig-balsamisches, leicht bitteres Aroma und passt gut in Brot und Gebäck, Desserts, Pudding und Eiscreme.
Besonders bekannt ist Mastix als Zutat des griechischen Kaïmaki-Eises. Aber auch herzhaften Gerichten und Saucen kann ein Hauch Mastix zugesetzt werden.
Man geht von einer Menge von ¼ bis ½ TL pro Gericht mit 4 Portionen aus. Nehmen Sie lieber erst einmal wenig, denn zu viel kann schnell bitter werden.
* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung
Schon in der Antike nutzte man Mastixharz
Mastix wurde schon in der griechischen Antike als Heilmittel verwendet. Hippokrates (ca. 460–370 v. Chr.) setzte das Harz bei Magen-Darm- und Atemwegsbeschwerden ein – und auch Galen (2. Jh. n. Chr.), der Leibarzt römischer Kaiser beschrieb die entzündungshemmenden Eigenschaften von Mastix bei Magen- und Zahnfleischleiden ausführlich.
Piraten überfielen seinerzeit regelmäßig die Küsten – und so auch jene von Chios. Offene, ungeschützte Siedlungen waren leichte Beute. Da Mastix ein extrem wertvolles Luxusgut war, war die Insel beliebtes Ziel von Raubzügen.
Als die Genuesen 1346 die Insel übernahmen, zwangen sie die verstreut lebende Bevölkerung, ihre alten verstreut liegenden Gehöfte aufzugeben und – samt der Mastix-Ernte – in neu errichtete, Festungsdörfer unsichtbar vom Meer im Landesinneren (die Mastichochoria) zu ziehen.
Die Außenwände der am Rand liegenden Häuser bildeten eine geschlossene Festungsmauer, es gab keine Fenster nach außen und die Straßen waren ein verwinkeltes Labyrinth zur Abwehr von Angreifern.
Seit dem 24. Januar 1997 ist Mastiha Chiou eine geschützte Ursprungsbezeichnung nach EU-Recht. Nur das Harz aus den südlichen Dörfern von Chios darf diesen Namen tragen.
Das traditionelle Wissen um den Anbau und die Gewinnung von Mastix auf Chios wurde sogar 2014 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Dies trägt stark dazu bei, dass die Mastix-Haine, die entsprechenden Familienbetriebe und die hohe Qualität des Harzes erhalten bleiben.
Allerdings steigt die Nachfrage kontinuierlich, so dass die Erzeuger kaum Schritt halten können.
Fazit: Mastix ist mehr als ein traditionelles Mittel gegen Magenbeschwerden
Mastix ist somit ein interessantes traditionelles Heilmittel – insbesondere bei Magen-Darm-Beschwerden. Doch auch systemischen Entzündungen, die Blutfettwerte und die antioxidative Kapazität profitieren von dem aromatischen Harz.
Entsprechende Präparate – Harz, Öl oder Pulver – können somit bei zahlreichen Beschwerden hilfreich sein. Oft lohnt sich ein Versuch, bevor man mit starken Geschützen auffährt.