Fördern Probiotika die Spermienqualität?
Wenn der Kinderwunsch bei Paaren unerfüllt bleibt, könnte die Spermienqualität des Mannes ein Grund dafür sein. Manchmal sind zu wenige Samen vorhanden, sie bewegen sich zu wenig oder sie haben eine auffällige Form. Bei vielen Betroffenen findet man dafür keine klare Ursache.
Antioxidantien spielen bei der Behandlung schon länger eine Rolle. Spermien reagieren sehr empfindlich auf oxidativen Stress. Freie Radikale greifen ihre Zellmembran und ihr Erbgut an. Antioxidantien sollen diese freien Radikale abfangen.
Doch auch Probiotika rücken zunehmend in den Fokus der Forscher. Sie beeinflussen die Zusammensetzung der Darmflora und könnten dadurch Entzündungsprozesse und oxidativen Stress im Körper reduzieren. Das könnte auch die Samenqualität verbessern.
Antioxidantien und Synbiotikum im Vergleich
In einer Studie von 2026 wollten Forscher prüfen, ob Antioxidantien und Probiotika die Spermienqualität gleich gut beeinflussen (1).
Es nahmen 110 Männer teil, die ohne erkennbare Ursache eine zu geringe Spermienzahl haben, deren Samen zu wenig beweglich sind und eine auffällige Form haben. Die Männer wurden in drei Gruppen eingeteilt.
Eine Gruppe erhielt täglich zwei Kapseln des Probiotikums Familact®. Es lieferte 1 x 109 KBE (koloniebildende Einheiten) pro Tag und bestand aus sieben Bakterienstämmen sowie Fructooligosacchariden. Letztere dienen den Bakterien als Nahrung. Es handelt sich also genauer gesagt um ein Synbiotikum.
Die zweite Gruppe bekam täglich zwei Kapseln des Antioxidantien-Präparats Sperigen®. Es enthält B-Vitamine, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Selen, Zink, Glutathion, L-Carnitin, L-Arginin und Coenzym Q10. Die Kontrollgruppe bekam ein Placebo.
Die Studie dauerte drei Monate. Die Probanden gaben zu Beginn und am Ende Samenproben ab.
Synbiotikum verbesserte Form und -beweglichkeit
Die Probiotika schnitten insgesamt am besten ab: Die Samenkonzentration lag nach den drei Monaten bei rund 10,4 Mio. pro ml. In der Antioxidantien-Gruppe waren es 8,6 Mio. und in der Kontrollgruppe nur 4,9 Mio. pro ml.
Auch die Beweglichkeit der Samen verbesserte sich stärker: In der Probiotika-Gruppe waren nach drei Monaten rund 47 Prozent beweglich – in der Antioxidantien-Gruppe rund 27 Prozent und in der Kontrollgruppe rund 23 Prozent.
Der Anteil normal geformter Spermien stieg unter dem Probiotikum auf rund 4,3 Prozent. Mit den Antioxidantien waren es 2,2 Prozent und unter Placebo 1,5 Prozent. Das klingt zwar nach wenig, aber bereits kleine Unterschiede spielen bei diesem Messwert eine Rolle.
Beim Samenvolumen zeigte sich kein klarer Unterschied zwischen den Gruppen.
Fazit: Probiotika für mehr Spermienqualität
Wenn Ihre Samenqualität eingeschränkt ist, könnten Probiotika eine vielversprechende Option sein. Am besten nehmen Sie sie für mehrere Monate ein.
Zusätzlich könnten Sie darauf achten, möglichst viele Antioxidantien in Ihre Ernährung einzubauen. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Antioxidantien erhöhen Chance auf Schwangerschaft.
* Hier finden Sie ein Probiotikum, das dem Präparat aus der Studie nahekommt. Es enthält 21 Bakterienstämme (davon auch die 7 aus der Studie) sowie Inulin als Präbiotikum.
Das Präparat aus der Studie ist im deutschsprachigen Raum nicht erhältlich.