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E-Zigaretten führen zu Lungenschäden

E-Zigaretten führen zu Lungenschäden

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(Zentrum der Gesundheit) – Der E-Zigaretten-Gebrauch steigt dramatisch – besonders unter Jugendlichen. Experten sind besorgt, da E-Zigaretten den Umstieg zum gewöhnlichen Rauchen erleichtern können. Doch selbst wenn E-Zigaretten-Nutzer nicht zu Rauchern werden – so stellten Forscher jetzt fest – können E-Zigaretten aufgrund der giftigen Bestandteile des Dampfes die Gesundheit beeinträchtigen. E-Zigaretten schaden insbesondere den Lungen, wie die Wissenschaftler im November 2016 schreiben.

E-Zigaretten – Für die Gesundheit gar nicht gut

E-Zigaretten werden immer beliebter, nicht zuletzt aufgrund der massiven Werbung der E-Zigaretten-Händler, die immer wieder die Studie der Wissenschaftsorganisation Public Health England zitieren. Dieser Studie zufolge seien E-Zigaretten um 95 Prozent weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten.

Ob dieser Prozentsatz stimmig ist, mag dahingestellt bleiben. Tatsache ist hingegen, dass mit dem bisherigen viel zu geringen Wissen um die Auswirkungen des Dampfens von E-Zigaretten, deren Gesundheitsrisiko keinesfalls einzuschätzen ist. Fast wöchentlich entdecken Forscher neue gesundheitliche Nachteile dieser Zigaretten,  so dass sie keine wirkliche Alternative zum Rauchen darstellen, wenn man gesund bleiben möchte.

Auch sind chronische Langzeitfolgen des Dampfens nicht etwa deshalb unbekannt, weil es sie nicht gäbe, sondern nur, weil noch keine Studien, insbesondere keine Langzeitstudien in diesem Bereich durchgeführt wurden.

Erste Warnungen liegen aber durchaus vor, wie wir in den letzten Monaten berichtet hatten:

Im Juni 2016 beispielsweise schrieben Forscher der University of North Carolina, das E-Zigaretten für das Immunsystem offenbar schlimmere Folgen haben als das gewöhnliche Rauchen: E-Zigaretten schlecht für das Immunsystem

Im November 2016 verkündeten Forscher des Desert Research Institutes DRI in den USA, dass aus den Liquids beim Dampfen krebserregende Stoffe entstehen, die bislang noch nicht berücksichtigt wurden: E-Zigaretten enthalten krebserregende Stoffe

Im selben Monat und Jahr zeigten Wissenschaftler der University of Southern California, dass Jugendliche häufger zur Zigarette griffen, wenn sie zuvor bereits einmal gedampft hatten und letztendlich sogar zu stärkeren Rauchern wurden, wenn sie über das Dampfen zum Rauchen gekommen waren.

Die Auswirkungen des zelltoxischen, süchtigmachenden und krebsfördernden Nikotins, das zudem chronische Entzündungen auslösen und begünstigen kann, haben wir hier erklärt: Nikotin – Der Krankmacher

E-Zigaretten führen zu Lungenschäden

Gerade die Lungen und Bronchien glauben viele Menschen zu schonen, wenn sie zur E-Zigarette statt zur Tabakzigarette greifen.

Eine Studie vom November 2016 lässt hier aber eindeutige Zweifel aufkommen:

Die Studie mit dem Titel "E-Zigaretten-Gebrauch und Atemwegsbeschwerden bei jungen Menschen" erschien im Fachjournal der American Thoracic Society (American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine). Leitender Autor war Dr. Rob McConnell, Professor für präventive Medizin an der Keck School of Medicine der University of Southern California.

Dr. McConnell und Kollegen berichten von einem Zusammenhang zwischen dem Dampfen von E-Zigaretten und anhaltendem Husten, Bronchitis, Verschleimung oder Auswurf – laut Daten aus der Southern California Children's Health Study.

Man weiss mittlerweile, dass beim Dampfen von E-Zigaretten giftige Chemikalien in die Lungen befördert werden, wie z. B. giftige Metalle, Alkaloide, Nitrosamine, Nikotin, Aldehyde u. a.", so Dr. McConnell. "Dennoch gibt es sehr wenige Studien über chronische Gesundheitsfolgen durch E-Zigaretten. Die The Children's Health Study stellte eine gute Gelegenheit dar, um herauszufinden, wie hoch bei Dampfern das Risiko für die Entwicklung der bei Rauchern so typischen Symptome gereizter und erkrankter Atemwege ist."

Dampfen verdoppelt das Risiko für kranke Atemwege

76 Prozent der Studienteilnehmer hatten noch nie gedampft, 14 Prozent hatten in der Vergangenheit einmal gedampft und fast 10 Prozent waren derzeit Dampfer.

Es zeigte sich, dass das Risiko für Symptome kranker Atemwege im Vergleich zu den Nicht-Dampfern
 

  • um 85 Prozent bei jenen gestiegen war, die in der Vergangenheit einmal gedampft hatten und
  • bei den regelmässigen Dampfern gar doppelt so hoch war.
     

Je häufiger eine Person dampfte, umso wahrscheinlicher war es, dass sie an chronischem Husten oder anderen Atemwegsproblemen litt.

Bei der Auswertung der Daten wurde selbstverständlich ein mögliches Risiko durch zusätzliches Rauchen gewöhnlicher Zigaretten oder durch Passivrauchen berücksichtigt bzw. ausgeschlossen. Auch soziodemographische Faktoren waren ausgeschlossen worden.

Ein verstärktes Asthmarisiko oder verengte Atemwege bei Jugendlichen konnten mit dem Dampfen noch nicht in Verbindung gebracht werden.

E-Zigaretten-Verbote zum Schutz Jugendlicher

Die amerikanische Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA hat nicht zuletzt aus den genannten Gründen erst kürzlich den Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahre verboten, und in Kalifornien wurde der Verkauf an Personen unter 21 Jahren untersagt.

Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass diese Regelungen, die den Einstieg in das Dampfen erschweren, chronische Lungenkrankheiten bei Jugendlichen eindämmen werden. Da aber der Gebrauch von E-Zigaretten im augenblicklichen Ausmass noch recht neu ist, müssen wir weitere Untersuchungen durchführen, um die Langzeitfolgen herauszufinden und ihre Mechanismen zu verstehen", schliesst Dr. McConnell.

Weitere Informationen zu E-Zigaretten finden Sie in den eingangs genannten Links und in unserem Hauptartikel zum Thema E-Zigaretten: Sind E-Zigaretten schädlich?

Tipps zur Raucherentwöhnung finden Sie hier: 10 Tipps, um Nichtraucher zu werden

Hinweis: Bitte vor dem Posten von Kommentaren lesen!

Sie befinden sich bei uns auf einem Gesundheitsportal! Bei uns geht es also nicht darum, Dinge zu empfehlen (E-Zigaretten), die weniger schädlich als etwas Schädliches sind (Tabakzigaretten), sondern darum, Menschen auf einen wirklich gesunden Weg zu bringen.

Daher raten wir vom Rauchen UND vom Dampfen ab. Unsere Artikel empfehlen also nicht, wie uns von Dampfern häufig vorgeworfen wird, man solle besser rauchen als dampfen.

E-Zigaretten sind unserer Ansicht nach in Ordnung, wenn man sie gezielt dazu nutzt (z. B. 6 Wochen lang), endgültig die Sucht zu besiegen, etwas in der Hand halten zu müssen, um daran zu ziehen.

Vom dauerhaften Dampfen raten wir jedoch unbedingt ab – schon allein deshalb, da sowohl beim Rauchen als auch beim Dampfen in der Nähe befindliche nichtrauchende und nichtdampfende Mitmenschen mitmachen müssen, ob sie das nun möchten oder nicht. Denn diese Menschen müssen etwas tun, das eindeutig schädlicher ist als das, was sie normalerweise tun würden, nämlich nicht rauchen und nicht dampfen.

In unseren Artikeln über E-Zigaretten werden verschiedene Studien vorgestellt. Falls Ihnen an den jeweiligen Studien irgendetwas falsch erscheint, bitten wir Sie, sich am besten direkt mit den entsprechenden Wissenschaftlern in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten finden Sie – wie immer – bei den Quellen am Ende des Textes. 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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