Atemwegserkrankung

E-Zigaretten führen zu Lungenschäden

  • Autor: Sophie Baecker
  • aktualisiert: 11.07.2018
  • 11 Kommentare
E-Zigaretten führen zu Lungenschäden
© Futografie - Fotolia.com

Der E-Zigaretten-Gebrauch steigt dramatisch – besonders unter Jugendlichen. Experten sind besorgt, da E-Zigaretten den Umstieg zum gewöhnlichen Rauchen erleichtern können. Doch selbst wenn E-Zigaretten-Nutzer nicht zu Rauchern werden – so stellten Forscher jetzt fest – können E-Zigaretten aufgrund der giftigen Bestandteile des Dampfes die Gesundheit beeinträchtigen. E-Zigaretten schaden insbesondere den Lungen, wie die Wissenschaftler im November 2016 schreiben.

E-Zigaretten – Für die Gesundheit gar nicht gut

E-Zigaretten werden immer beliebter, nicht zuletzt aufgrund der massiven Werbung der E-Zigaretten-Händler, die immer wieder die Studie der Wissenschaftsorganisation Public Health Englandzitieren. Dieser Studie zufolge seien E-Zigaretten um 95 Prozent weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten.

Ob dieser Prozentsatz stimmig ist, mag dahingestellt bleiben. Tatsache ist hingegen, dass mit dem bisherigen viel zu geringen Wissen um die Auswirkungen des Dampfens von E-Zigaretten, deren Gesundheitsrisiko keinesfalls einzuschätzen ist. Fast wöchentlich entdecken Forscher neue gesundheitliche Nachteile dieser Zigaretten, so dass sie keine wirkliche Alternative zum Rauchen darstellen, wenn man gesund bleiben möchte.

Auch sind chronische Langzeitfolgen des Dampfens nicht etwa deshalb unbekannt, weil es sie nicht gäbe, sondern nur, weil noch keine Studien, insbesondere keine Langzeitstudien in diesem Bereich durchgeführt wurden.

Erste Warnungen liegen aber durchaus vor, wie wir in den letzten Monaten berichtet hatten:

Im Juni 2016 beispielsweise schrieben Forscher der University of North Carolina, das E-Zigaretten für das Immunsystem offenbar schlimmere Folgen haben als das gewöhnliche Rauchen: E-Zigaretten schlecht für das Immunsystem

Im November 2016 verkündeten Forscher des Desert Research Institutes DRI in den USA, dass aus den Liquids beim Dampfen krebserregende Stoffe entstehen, die bislang noch nicht berücksichtigt wurden: E-Zigaretten enthalten krebserregende Stoffe

Im selben Monat und Jahr zeigten Wissenschaftler der University of Southern California, dass Jugendliche häufger zur Zigarette griffen, wenn sie zuvor bereits einmal gedampft hatten und letztendlich sogar zu stärkeren Rauchern wurden, wenn sie über das Dampfen zum Rauchen gekommen waren.

Die Auswirkungen des zelltoxischen, süchtigmachenden und krebsfördernden Nikotins, das zudem chronische Entzündungen auslösen und begünstigen kann, haben wir hier erklärt: Nikotin – Der Krankmacher

20 Prozent Rabatt - nur noch heute bis 21 Uhr

E-Zigaretten führen zu Lungenschäden

Gerade die Lungen und Bronchien glauben viele Menschen zu schonen, wenn sie zur E-Zigarette statt zur Tabakzigarette greifen.

Eine Studie vom November 2016 lässt hier aber eindeutige Zweifel aufkommen:

Die Studie mit dem Titel "E-Zigaretten-Gebrauch und Atemwegsbeschwerden bei jungen Menschen" erschien im Fachjournal der American Thoracic Society (American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine). Leitender Autor war Dr. Rob McConnell, Professor für präventive Medizin an der Keck School of Medicine der University of Southern California.

Dr. McConnell und Kollegen berichten von einem Zusammenhang zwischen dem Dampfen von E-Zigaretten und anhaltendem Husten, Bronchitis, Verschleimung oder Auswurf – laut Daten aus der Southern California Children's Health Study.

Man weiss mittlerweile, dass beim Dampfen von E-Zigaretten giftige Chemikalien in die Lungen befördert werden, wie z. B. giftige Metalle, Alkaloide, Nitrosamine, Nikotin, Aldehyde u. a.", so Dr. McConnell. "Dennoch gibt es sehr wenige Studien über chronische Gesundheitsfolgen durch E-Zigaretten. Die The Children's Health Study stellte eine gute Gelegenheit dar, um herauszufinden, wie hoch bei Dampfern das Risiko für die Entwicklung der bei Rauchern so typischen Symptome gereizter und erkrankter Atemwege ist."

Dampfen verdoppelt das Risiko für kranke Atemwege

76 Prozent der Studienteilnehmer hatten noch nie gedampft, 14 Prozent hatten in der Vergangenheit einmal gedampft und fast 10 Prozent waren derzeit Dampfer.

Es zeigte sich, dass das Risiko für Symptome kranker Atemwege im Vergleich zu den Nicht-Dampfern

  • um 85 Prozent bei jenen gestiegen war, die in der Vergangenheit einmal gedampft hatten und
  • bei den regelmässigen Dampfern gar doppelt so hoch war.

Je häufiger eine Person dampfte, umso wahrscheinlicher war es, dass sie an chronischem Husten oder anderen Atemwegsproblemen litt.

Bei der Auswertung der Daten wurde selbstverständlich ein mögliches Risiko durch zusätzliches Rauchen gewöhnlicher Zigaretten oder durch Passivrauchen berücksichtigt bzw. ausgeschlossen. Auch soziodemographische Faktoren waren ausgeschlossen worden.

Ein verstärktes Asthmarisiko oder verengte Atemwege bei Jugendlichen konnten mit dem Dampfen noch nicht in Verbindung gebracht werden. Stattdessen zeigte sich in einer Studie vom August 2017, dass E-Zigaretten die Blutgefässe schädigen – und zwar schon nach fünfminütigem Dampfen:

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

E-Zigaretten beschleunigen die Alterung der Blutgefässe

Forscher der West Virginia University stellten – leider im Tierversuch – fest, dass schon der einmalige Kontakt mit E-Zigaretten-Dampf ausreicht, um die Gefässfunktionen zu beeinträchtigen. Innerhalb einer Stunde nach einem nur fünfminütigen Kontakt zu E-Zigaretten-Dampf verengten sich die Blutgefässe um 30 Prozent.

Dampft man dauerhaft, beispielsweise 20 Stunden pro Woche, so vermuten die Forscher, dass sich in weniger als einem Jahr negative Folgen für die Gefässgesundheit entwickeln. In vorliegender Studie war schon nach 8 Monaten eine Verhärtung der Arterien entstanden. E-Zigaretten sollten daher nicht als sicher betrachtet werden, da sie signifikant schädliche Auswirkungen auf die Blutgefässgesundheit haben können – so die Studienautoren.

E-Zigaretten-Verbote zum Schutz Jugendlicher

Die amerikanische Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA hat nicht zuletzt aus den genannten Gründen erst kürzlich den Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahre verboten, und in Kalifornien wurde der Verkauf an Personen unter 21 Jahren untersagt.

Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass diese Regelungen, die den Einstieg in das Dampfen erschweren, chronische Lungenkrankheiten bei Jugendlichen eindämmen werden. Da aber der Gebrauch von E-Zigaretten im augenblicklichen Ausmass noch recht neu ist, müssen wir weitere Untersuchungen durchführen, um die Langzeitfolgen herauszufinden und ihre Mechanismen zu verstehen", schliesst Dr. McConnell.

Weitere Informationen zu E-Zigaretten finden Sie in den eingangs genannten Links und in unserem Hauptartikel zum Thema E-Zigaretten: Sind E-Zigaretten schädlich?

Zwischenzeitlich haben sich Forscher mit der Thematik der Schwermetalle in E-Zigaeretten beschäftigt.

Tipps zur Raucherentwöhnung finden Sie hier: 10 Tipps, um Nichtraucher zu werden

Lesen Sie auch: Drink zur Lungenreinigung selbst herstellen.

Hinweis: Bitte vor dem Posten von Kommentaren lesen!

Sie befinden sich bei uns auf einem Gesundheitsportal! Bei uns geht es also nicht darum, Dinge zu empfehlen (E-Zigaretten), die weniger schädlich als etwas Schädliches sind (Tabakzigaretten), sondern darum, Menschen auf einen wirklich gesunden Weg zu bringen.

Daher raten wir vom Rauchen UND vom Dampfen ab. Unsere Artikel empfehlen also nicht, wie uns von Dampfern häufig vorgeworfen wird, man solle besser rauchen als dampfen.

E-Zigaretten sind unserer Ansicht nach in Ordnung, wenn man sie gezielt dazu nutzt (z. B. 6 Wochen lang), endgültig die Sucht zu besiegen, etwas in der Hand halten zu müssen, um daran zu ziehen.

Vom dauerhaften Dampfen raten wir jedoch unbedingt ab – schon allein deshalb, da sowohl beim Rauchen als auch beim Dampfen in der Nähe befindliche nichtrauchende und nichtdampfende Mitmenschen mitmachen müssen, ob sie das nun möchten oder nicht. Denn diese Menschen müssen etwas tun, das eindeutig schädlicher ist als das, was sie normalerweise tun würden, nämlich nicht rauchen und nicht dampfen.

In unserenArtikeln über E-Zigaretten werden verschiedene Studien vorgestellt. Falls Ihnen an den jeweiligen Studien irgendetwas falsch erscheint, bitten wir Sie, sich am besten direkt mit den entsprechenden Wissenschaftlern in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten finden Sie – wie immer – bei den Quellen am Ende des Textes.

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Wir würden uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen!

Mehr zu diesem Artikel

Schlagwörter

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Alle 11 Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar

Um einen Kommentar abzugeben müssen Sie angemeldet sein.

Anmelden Registrieren

Zuletzt kommentiert

Aguilocho schrieb am 25.06.2018

Halli Hallo,
Es ist wirklich spannend wie das hier zerpflückt wird.
Also ich habe jetzt volle 6 Jahre gedampft und habe die EZigarette immer wild beschützt.
Das war ein böser Fehler, mein Lungenvolumen und die Lungenfunktion ist total in Ordnung aber das wars auch.
Es endete mit Blutspucken und einer Lunge die ziemlich demoliert ist.
Da hilft auch kein schön Reden.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Aguilocho

Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht, der zeigt, wie wenig man doch noch von den langfristigen Auswirkungen der E-Zigarette weiss. Es tut uns sehr leid, dass es Ihnen nun schlecht geht. Wenn Sie jedoch ab sofort einen gesunden Lebensstil pflegen, regeneriert sich Ihre Lunge möglicherweise wieder, wenigstens teilweise.

Alles Gute und viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

Alle 11 Kommentare anzeigen

Quellen