Tote Katzen durch bestrahltes Futter
Veröffentlichung am 23.01.2009 um 10:59 Uhr / Aktualisierung am 29.11.2010 um 17:42 Uhr 
(Zentrum der Gesundheit) - In Australien sind 60 Katzen unter bisher ungeklärten Umständen erkrankt und 5 davon verstorben. Die Katzen entwickelten zum Teil massive Lähmungserscheinungen, weshalb einige von ihnen eingeschläfert werden mussten. Als einzige Gemeinsamkeit konnte bei den Katzen das Katzenfutter ausgemacht werden.
Verstrahltes Futter führte zum Tod von 5 Katzen
Katzenfutter wurde vom Markt genommen
Das Unternehmen dieses Katzenfutters hat seinen Sitz in Kanada und stellt qualitativ hochwertiges Futter für Hunde und Katzen her. Auch in
Deutschland wird dieses Tierfutter vertrieben. Es wird vermutet, dass der Tod der Katzen auf eine Bestrahlung des Futters zurückzuführen
ist, da diese dem australischen Gesetz nach vorgeschrieben ist. Aufgrund der Todesfälle hat der Hersteller das Katzenfutter im November
2008 vom Markt genommen. Seitdem sind viele Tierhalter weltweit extrem besorgt und verunsichert.
Die Bestrahlung von Lebensmitteln und Tierfutter wird schon seit langem kontrovers diskutiert. Die amerikanische Behörde für Arznei- und Lebensmittelsicherheit (FDA) genehmigt jedoch dessen ungeachtet weiterhin die Bestrahlung von immer mehr Lebensmitteln
Auch unsere Lebensmittel werden bestrahlt
In Europa dürfen folgende Nahrungsmittel bestrahlt werden:
- Tiefgefrorene Gewürzkräuter
- Kartoffeln
- Süßkartoffeln
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Schalotten
- Gemüse
- Hülsenfrüchte
- Obst
- Pilze
- Tomaten
- Rhabarber
- getrocknete Gemüse und Früchte
- Getreide
- Getreideflocken und keime
- Reismehl
- Hühnerfleisch
- Geflügel
- Innereien von Geflügel
- tiefgefrorene Froschschenkel
- Fische und Muscheln (einschl. Aale, Krustentiere und Weichtiere)
- tiefgefrorene geschälte Garnelen und Eiklar.
Die Auswirkung bestrahlter Lebensmittel
Der Sierra Club, eine kanadische Umweltorganisation, äußert allerdings Bedenken gegen die Bestrahlung von Lebensmitteln:
- bestrahlte Lebensmittel enthalten weniger Nährstoffe, da durch die Bestrahlung einige der Vitamine, Aminosäuren und Fettsäuren zerstört
werden.
- Bestrahlung wird als Alternative zur Pestizidbehandlung angepriesen. Tatsächlich kann die Bestrahlung aber nur die Pestizide ersetzen,
die nach der Ernte eingesetzt werden. Auf dem Feld werden die Pestizide nach wie vor in unverminderter Menge verwendet. Es gibt bislang
auch keine Studie, die sich mit den Auswirkungen der bestrahlten Pestizidrückstände befasst hat…
- Die Bestrahlung wird auch nicht die vielen chemischen Zusätze in verarbeiteten Nahrungsmitteln ersetzen, sondern sie um eine Belastung
mehr ergänzen.
- Die Bestrahlung von Geflügel wird damit begründet, dass auf diese Weise eine Salmonellenvergiftung vermieden werden kann. Allerdings
können weniger als 20% dieser Vergiftungen auf Geflügel zurückgeführt werden. Es wäre daher wesentlich effektiver, die Menschen über
entsprechende Maßnahmen bei der Lagerung und Zubereitung aufzuklären, als das Geflügel zu bestrahlen
- Die Bestrahlung kann sogar tatsächlich eine Lebensmittelvergiftung erst auslösen, da die bestrahlten Lebensmittel zwar frisch
erscheinen, ohne jedoch auch frisch zu sein.. Die Mikroorganismen, die normalerweise dafür sorgen, dass Fleisch z.B. schlecht aussieht oder
riecht, können durch die Bestrahlung abgetötet werden. Andere Bakterien, wie z.B. Chlostridium botulinum, die für Botulimus
(Fleischvergiftugn) verantwortlich sind, können hingegen die Bestrahlung überleben. Es kann auch sein, dass Mikroorganismen mutieren und
dadurch neue, bestrahlungsresistentere Bakterienstämme ausbilden.
- Aflatoxine sind giftige und kanzerogene Substanzen, die von einem Bakterium gebildet werden, das sich in feuchtem Getreide, Nüssen oder
Bohnen aufhält. Eine Aflatoxinvergiftung ist eine häufige Todesursache in Afrika und Asien. Bestrahlt man nun dieses Bakterium, wird es
dazu veranlasst, noch mehr Aflatoxine zu bilden. Es wäre viel hilfreicher, trockene Lagerhäuser für die entsprechenden Lebensmittel zu
errichten.
- Durch die Bestrahlung entstehen in den Lebensmitteln radiolytische Nebenprodukte, die so genannten Radiotoxine. Einige Studien, die
sich mit diesen Nebenprodukten befasst haben, weisen auf ernsthafte Gesundheitsrisiken beim Verzehr von bestrahlten Lebensmitteln hin.
Fazit
Die zunehmende Bestrahlung von Lebensmitteln stellt eine steigende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Strahlungsquelle der
Gammastrahlung muss regelmäßig ausgetauscht werden. Dass es sich hier um radioaktiven Abfall handelt, macht die Sache besonders
problematisch, da es immer noch keine Möglichkeit gibt, diese Abfälle langfristig sicher zu lagern.
Die Kontroverse in Bezug auf die Bestrahlung von Lebensmitteln bleibt bestehen. Die Akzeptanz für bestrahlte Lebensmittel in der
Bevölkerung ist in Deutschland weiterhin niedrig.
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