Vitamin E und seine Wirkungen
Vitamin E ist nicht einfach nur ein einzelner Stoff, sondern immer eine Familie aus 8 verschiedenen, natürlichen Verbindungen:
- 4 Tocopherole (Alpha, Beta, Gamma, Delta)
- 4 Tocotrienole (Alpha, Beta, Gamma, Delta)
Jede der 8 Formen erfüllt im Körper eine leicht andere Schutzfunktion. Während die Tocopherole als klassische Radikalfänger dienen, gelten die selteneren Tocotrienole in der modernen Wissenschaft als die „agileren“ Antioxidantien.
Sie besitzen eine veränderte chemische Struktur, wodurch sie sich bis zu 40-mal schneller in unseren fettreichen Zellwänden bewegen und diese schützen können.
Was machen Antioxidantien?
Ein Antioxidans hat die Aufgabe, freie Radikale auszuschalten und auf diese Weise den Körper zu schützen. Freie Radikale sind Moleküle, in deren chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Auf der Suche nach diesem Elektron greifen sie besonders gerne Zellwände an. Ein paar solcher Attacken steckt die Zelle mühelos weg.
Wird sie jedoch pausenlos von freien Radikalen angegriffen, dann kommt es zu deutlichen Membranschäden. Eine Zelle mit beschädigter Zellmembran kann ihre Funktionen nicht mehr ordnungsgemäß wahrnehmen. Je mehr Zellen nur noch fehlerhaft arbeiten oder gar sterben, um so eher kommt es zu spürbaren Alterserscheinungen (Falten, Augenprobleme etc.) und chronischen Krankheiten.
Normalerweise wird eine Zelle etwa 10.000-mal pro Tag von freien Radikalen angegriffen. Ob die Zelle mit dem Elektron herausrücken muss oder nicht, hängt von ihrem Schutz ab. Der Zellschutz ist die Aufgabe der Antioxidantien, wobei neben den körpereigenen Antioxidantien (Glutathion, SOD u. a.) das Vitamin E gemeinsam mit Vitamin C und anderen Helfern direkt an der Front steht und die Zellmembranen beschützt.
Welche Wirkungen hat Vitamin E?
Vitamin E wirkt sich auf den gesamten Körper positiv aus. Denn wenn ein Stoff freie Radikale abfängt und auf diese Weise Zellmembranen, Proteine und die Erbsubstanz (DNA) vor Schäden bewahrt, dann wirkt dieser Schutz natürlich im ganzen Organismus. Nachfolgend daher nur ein paar Beispiele:
Für junge und gesunde Haut
Ein gesunder Vitamin-E-Pegel hilft somit, die Haut zu straffen und schenkt ein frisches, jüngeres Aussehen. Dies gelingt gleich doppelt so gut, weil Vitamin E auch den Gehalt an Kollagen in der Haut erhöht.
Wunden heilen schneller, da sich rasch neue Zellen bilden können, ohne dass sie von freien Radikalen angegriffen werden. Natürlich schützt Vitamin E die Haut auch vor der Sonne – sowohl innerlich als auch äußerlich. Letzteres wenn es in Form von natürlichen Vitamin-E-reichen Ölen und Fetten auf die Haut aufgetragen wird (z. B. Olivenöl oder Kokosöl).
Narben können Verschwinden
Vitamin E kann auch angewendet werden, um Narben auf der Haut zu mindern oder gar ganz verschwinden zu lassen. Dazu wird es in Form von Vitamin-E-reichen Ölen am besten kurz nach der Bildung der Narbe auf die saubere Haut aufgetragen. Machen Sie dies jeden Abend, damit das Öl über Nacht einwirken kann.
Glänzendes und gesundes Haar
Vitamin E kümmert sich auch um die Gesundheit und Vitalität der Haare. Das Haarwachstum wird beschleunigt und das Haar wird kräftiger – sowohl durch den regelmäßigen Genuss von Vitamin-E-reichen Lebensmitteln als auch durch regelmäßige Packungen mit Vitamin-E-reichen Ölen.
Cholesterinwerte werden normalisiert
Vitamin E schützt auch die Zellen der Blutgefäße, hält die Arterienwände sauber und elastisch. Das ungünstige Cholesterin (LDL) wird von Vitamin E an der Oxidation gehindert. Folglich kann es sich nicht an den Arterienwänden ablagern. Vitamin E hat außerdem enormen Einfluss auf die Blutgerinnung. Ist ausreichend Vitamin E vorhanden, dann können Blutgerinnsel (Thrombosen) und damit auch Schlaganfall und Herzinfarkt verhindert werden.
Bei Krebs und Diabetes
Vitamin E kann auch bei der Vorbeugung oder Bekämpfung von Krebs helfen. Es schützt die DNA der Zellen (unser Erbgut) vor Schäden, die dazu führen können, dass die Zelle entartet und zur Krebszelle wird. Ist bereits ein Tumor entstanden, sorgt Vitamin E für eine verminderte Wachstumsrate des Tumors.
Gleichzeitig unterstützt es das Immunsystem bei der Bekämpfung des Krebses. Bei Diabetes ist Vitamin E ebenfalls hilfreich. Hier erhöht es die Insulinempfindlichkeit der Zellen, so dass diese das Insulin wieder erkennen und folglich der Blutzuckerspiegel auf gesunde Art und Weise sinkt.
Vorbeugung von Alzheimer
Vitamin E ist entscheidend für eine richtige Funktion des Gehirns. Es bewacht die Myelinscheide, ein schützender Mantel, der die Nervenzellen im Gehirn umgibt. Das führt zu einem verlangsamten Alterungsprozess und ist bei der Vorbeugung von Alzheimer hilfreich.
Fruchtbarkeit wird unterstützt
Vitamin E gilt oft als DAS Fruchtbarkeitsvitamin schlechthin. Männer mit schlechter Spermienqualität und dadurch als Unfruchtbar einzustufen sind, sollen ganz besonders von Vitamin E profitieren, aber auch Frauen mit bislang unerfülltem Kinderwunsch können Ihre Fruchtbarkeit mit Hilfe einer vitalstoffreichen Ernährung kräftig unterstützen.
Vitamin E braucht noch andere Vitalstoffe
Vitamin E wirkt im Körper zusammen mit vielen anderen Vitaminen und Enzymen. Vitamin E macht als Nahrungsergänzungsmittel daher nur dann Sinn, wenn Sie sich auch um alle anderen Vitalstoffe kümmern.
So braucht Vitamin E zum Beispiel Vitamin C, um optimal wirken zu können. Vitamin C aktiviert das Vitamin E wieder, nachdem dieses ein freies Radikal eliminiert hat, so dass es sofort wieder seine antioxidative Aktivität aufnehmen kann.
Genauso hilft das körpereigene Antioxidans Glutathion bei der Arbeit des Vitamin E. Und selbst das Coenzym Q10 unterstützt das Vitamin E bei seinen vielfältigen Tätigkeiten - um nur drei der zahlreichen Mitarbeiter des Vitamin E zu nennen.
Welche Vitamin-E-Präparate sind gut?
Ideal sind Vitamin-E-Präparate, die den gesamten Vitamin-E-Komplex enthalten (Full-Spectrum), was bedeutet: alle 8 Formen, also 4 Tocopherolformen und 4 Tocotrienolformen. Dabei sollte die enthaltene Menge jedes einzelnen Tocopherols bzw. Tocotrienols angegeben sein (in mg).
Hochdosierte Produkte sind nicht immer ideal
Oft findet man "hochdosierte" Produkte mit z. B. 400 IE Vitamin E. Sie dienen als Stoßtherapie, die von Therapeuten kurzzeitig und gezielt bei akuten Prozessen eingesetzt wird. Für die tägliche, dauerhafte Versorgung können sie jedoch auch Nachteile haben:
400-IE-Präparate bestehen meist fast ausschließlich aus einer einzigen Form: dem Alpha-Tocopherol. Werden dem Körper dauerhaft massive Mengen dieser isolierten Form zugeführt, drängt das Alpha-Tocopherol die anderen, ebenso wichtigen Vitamin-E-Formen (wie das entzündungshemmende Gamma-Tocopherol) im Gewebe regelrecht zurück.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Tageshöchstmenge von 30 mg Alpha-Tocopherol. Klassische 400-IE-Produkte liegen deutlich über dieser Sicherheitsgrenze (400 IE = 270 mg), was bei Langzeiteinnahme verschiedene Risiken haben kann:
Alpha-Tocopherol hemmt die Blutgerinnung, kann also bei dauerhaft hohen Dosierungen das Blutungsrisiko erhöhen. Studien zeigten außerdem, dass derart hohe Dosen zu einem höheren Risiko für manche Krebsarten (z. B. Prostatakrebs) und für eine Herzschwäche führen können.
Full-Spectrum-Produkte sind oft besser
In echten Lebensmitteln kommt Vitamin E niemals isoliert, sondern immer als 8er Gruppe vor (alle 4 Tocopherole und 4 Tocotrienole). Full-Spectrum-Produkte bauen dieses natürliche Prinzip nach.
* Wir empfehlen dieses hochwertige Full-Spectrum-Präparat (vegane Kapseln). Rabattcode für unsere LeserInnen: 20501.
Statt die Kapsel mit billigem Alpha-Tocopherol zu füllen, enthält das empfohlene Präparat nur 23,5 mg Alpha-Tocopherol, dafür aber einen hohen Anteil (ca. 440 mg) Beta- und Gamma-Tocopherol. Gamma-Tocopherol ist besonders für seine starken, zellschützenden Eigenschaften bekannt.
Das Produkt enthält zudem 45 mg hochaktive Tocotrienole. Diese gelten wissenschaftlich als die „agileren“ Antioxidantien, weil sie sich bis zu 40-mal besser in den Zellmembranen bewegen können.
Der Vitamin-E-Wert auf der Packung berechnet sich lt. Gesetzt nun aber fast nur nach der Alpha-Form. Daher steht auch nur "25 mg Vitamin E" auf der Packung - obwohl in Wirklichkeit insgesamt 465 mg Vitamin E enthalten sind. Lassen Sie sich also nicht von der Mengenangabe auf der Packung irritieren, schauen Sie sich bei Produkten stattdessen genau die Zusammensetzung an.
Wenn Sie Wert auf vegane Nahrungsergänzungsmittel legen, achten Sie auf vegane Softgelkapseln, da gerade bei fettlöslichen Vitaminen häufig Gelatinekapseln zum Einsatz kommen.
Vitamin E wirkt nicht?
Wenn nun bei manchen klinischen Studien herauskam, dass Vitamin E gar nicht wie erhofft wirkt, sondern sogar schädliche Auswirkungen haben kann, so lag dies nicht am Vitamin E an sich, sondern eher an der Dosierung, an der Art des Vitamin E oder auch daran, dass der eine oder andere Begleitstoff nicht in der erforderlichen Menge vorhanden war.
Das Ergebnis waren Schlagzeilen wie: "Antioxidantien enttäuschen beim Gefäßschutz" oder "Erhöhtes Sterberisiko durch hochdosiertes Vitamin E" oder "Vitamin E schützt nicht vor kardiovaskulären Erkrankungen".
Wie viel Vitamin E braucht man?
Der Vitamin-E-Bedarf wird abhängig vom Alter angegeben:
- Säuglinge 0 – 4 Monate 3 mg / Säuglinge 4 – 12 Monate 4 mg
- Kinder 1 – 4 Jahre 5 – 6 mg / Kinder 4 – 7 Jahre 8 mg
- Kinder 7 – 10 Jahre 9 – 10 mg / Jugendliche 10 – 13 Jahre 11 – 13 mg
- Jugendliche 13 – 15 Jahre 12 – 14 mg / Jugendliche und Erwachsene 15 – 25 Jahre 12 – 15 mg
- Erwachsene 25 – 65 Jahre 12 – 14 mg / Erwachsene ab 65 Jahre 12 – 13 mg
- Schwangere 13 mg / Stillende 17 mg
Sind verschiedene Werte angegeben, z. B. 11 - 13 mg, dann gilt für Mädchen/Frauen stets die niedrigere Zahl und für Jungen/Männer die höhere.
Wie rechnet man die Einheiten um?
Für alpha-Tocopherol gilt:
- 1 mg = 1,5 IE
- 1 IE = 0,67 mg
Lebensmittel mit Vitamin E
Back-und Teigwaren, Kartoffeln, Fleisch, Wurst und Käse liefern kaum Vitamin E. Gute Vitamin-E-Quellen sind hingegen die folgenden:
Öle
Besonders Öle sind gute Quellen für das Vitamin, hauptsächlich das Weizenkeimöl, von dem schon 1 EL mit 10 g genügen, um den Tagesbedarf an Vitamin E zu decken.
Auch Sonnenblumen- und Distelöl enthalten reichlich Vitamin E.
Nüsse und Kerne
Mandeln, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne und Erdnüsse sind ebenfalls gute Quellen. Sie liefern etwa 10 mg (Erdnüsse) bis 25 mg Vitamin E pro 100 g.
Getreide und Pseudogetreide
Vollkornbrot und Haferflocken enthalten pro 100 g etwa 1 mg Vitamin E. Quinoa 2,4 mg.
Obst und Gemüse
Obst ist Vitamin-E-arm und liefert meist weit unter 1 mg Vitamin E pro 100 g.
Gemüse mit durchschnittlich 0,5 mg Vitamin E pro 100 g sind: Blumenkohl, Artischocken, Lauch, Brokkoli, Feldsalat, Kopfsalat, Möhren, Rosenkohl und Tomaten)
Gemüse mit durchschnittlich 2 mg Vitamin E pro 100 g sind: Spinat, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Paprika und Spargel, während Schwarzwurzeln sogar 6 mg enthalten sollen.
Vitamin E: Ganz natürlich aus Moringa
Eine fast fettfreie Vitamin-E-Quelle ist Moringa, der sog. Meerrettichbaum, dem geradezu Wunderwirkungen nachgesagt werden. Ob wundersam oder nicht, fest steht, dass sein Vitamin-E-Gehalt in jedem Fall interessant ist.
Schon mit einer Tagesdosis von 10 g Moringablattpulver deckt man 30 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin E. Da Moringa natürlich nicht nur Vitamin E liefert, sondern darüber hinaus noch etliche andere Vitalstoffe in relevanten Mengen wie z. B. Calcium, Magnesium und die B-Vitamine ist Moringa eine gute Wahl, wenn man die Ernährung auf ganzheitliche Weise ergänzen möchte.
Vitamin E zur Therapie höher dosieren
In manchen Fällen aber wird Vitamin E in therapeutischen Dosen eingesetzt, die man allein mit der Ernährung gar nicht zu sich nehmen kann – wie z. B. bei der Makuladegeneration.
Dann aber wird nicht allein ein Vitamin-E-Präparat eingenommen, sondern noch viele andere Vitalstoffe mehr. Das Ziel ist, möglichst viele der erforderlichen Begleitstoffe zu sich zu nehmen, damit das Vitamin E ähnlich wirken kann, als würde es im natürlichen Verbund mit der Nahrung aufgenommen.
Im Falle der Makuladegeneration wird das Vitamin E daher von Vitamin C, Zink, Kupfer, Carotinoiden, Omega-3-Fettsäuren sowie ausgewählte weitere Antioxidantien begleitet. Details zu den ganzheitlichen Maßnahmen bei Makuladegeneration finden Sie im Artikel Makuladegeneration – Symptome und Ursachen.