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  • Weizenkleie und Weizenkeimöl
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Weizenkeimöl für die Gesundheit, Haut und Haare

Weizenkeimöl wird aus Weizenkeimen gepresst, die bei der Herstellung von Auszugsmehl sozusagen als Abfall übrigbleiben. Dem Weizenkeimöl werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile nachgesagt. Wir erklären seine Wirkungen und möglichen Anwendungsgebiete – sowohl als Nahrungsergänzung als auch äußerlich für Haut und Haar.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 23 Januar 2024

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Was ist Weizenkeimöl?

Weizenkeimöl wird aus den Weizenkeimen gepresst. Der Weizenkeim ist ein Teil des Weizenkorns. Es ist der Embryo, aus dem bei ausreichend Wasser und der richtigen Temperatur die Weizenpflanze wächst.

Der Weizenkeim macht nur einen winzigen Teil des Weizenkorns aus – etwa 2 bis 3 Prozent des Korngewichts. Der größte Teil des Weizenkorns ist der Mehlkörper (85 Prozent), der dem kleinen Keim beim Wachsen in den ersten Tagen Nährstoffe liefert.

Nicht zu verwechseln ist der Keim mit der Weizenkleie. Dabei handelt es sich um die Randschichten des Korns. Meist werden Weizenkeime und Weizenkleie getrennt voneinander verkauft. Beides ist im Grunde der Abfall, der bei der Herstellung von Auszugsmehlen (Weißmehl) anfällt.

Fast der gesamte Fettgehalt des Weizenkorns ist im Weizenkeim gespeichert. Der Weizenkeim besteht zu etwa 8 – 14 Prozent aus Fett bzw. Öl ( 2 ). Daher presst man zur Herstellung von Weizenkeimöl auch nur die Keime und nicht etwa das gesamte Korn.

Wie schmeckt das Öl?

Weizenkeimöl hat eine dunkelgelb bis gelb-rote Farbe und einen dominanten Geschmack, der gerne als herb, nussig und intensiv getreidig beschrieben wird. Er sagt nicht jedem zu, so dass Sie erst eine kleine Menge pur probieren sollten, bevor Sie das Öl in eine Speise geben.

Wie wird Weizenkeimöl hergestellt?

Für die Herstellung von 1 Liter Weizenkeimöl werden rein rechnerisch etwa 10 kg Weizenkeime benötigt, was etwa 500 kg Weizen entsprechen würde. Da bei der Pressung bzw. Extraktion aber nie der vollständige Ölgehalt gewonnen werden kann, sind es oft die Keime von etlichen Tonnen Weizen, die für einen einzigen Liter Weizenkeimöl benötigt werden.

Das Öl ist (einmal geöffnet) sehr leicht verderblich (es oxidiert schnell) und wird daher meist nur in kleinen Flaschen von 100 bis 250 ml abgefüllt.

Für die Herstellung von Weizenkeimöl gibt es verschiedene Methoden:

Kaltpressung

Bei der Kaltpressung werden die Weizenkeime mechanisch gepresst. Die entstehenden Temperaturen sollten 40 Grad nicht übersteigen. Ein solches natives Öl hat dann auch Rohkostqualität. Die Inhaltsstoffe leiden bei der Herstellung nur wenig, allerdings können mit dieser Methode oft nicht so viele Inhaltsstoffe ( Vitamin E ) extrahiert werden.

Kohlendioxid-Extraktion

Bei der Kohlendioxid-Extraktion wird Kohlendioxid (CO2) verwendet, um die erwünschten Stoffe (Öle, Vitamine, Pflanzenstoffe) aus Pflanzensteilen zu extrahieren. CO2 fungiert hier als Lösungsmittel. Die Kohlendioxid-Extraktion ist eine teure Extraktionsmethode, ist jedoch aufgrund ihrer Wirksamkeit, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit inzwischen weit verbreitet.

Raffination

Raffiniertes Weizenkeimöl wird meist in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie sowie im Pharmaziebereich eingesetzt, da dieses Öl aufgrund seiner Reinheit länger haltbar ist und in Produkten aller Art gut verarbeitet werden kann. Auch schmeckt es neutral.

Bei der Raffination werden u. a. freie Fettsäuren, unerwünschte Geschmacksstoffe und manche Pflanzenstoffe entfernt. Die starke Behandlung bei den zahlreichen Verarbeitungsschritten der Raffination kann sich auf einzelne Inhaltsstoffe negativ auswirken - abhängig von der Art und Dauer der einzelnen Raffinationsschritte (3).

Nährwert: Woraus besteht Weizenkeimöl?

Weizenkeimöl besteht zu nahezu 100 Prozent aus Fett und hat den folgenden Energiegehalt:

  1. Energie pro 100 g Öl: 884 kcal/3700 kJ

Welche Fettsäuren sind enthalten?

Das Öl besteht pro 100 g aus den folgenden Fettsäuren ( 1 ), wobei die Anteile natürlich je nach Charge, Herkunft, Rohstoffqualität schwanken können ( 3 ):

  1. Gesättigte Fettsäuren: 17,47 g (insbesondere Palmitinsäure)
  2. Einfach ungesättigte Fettsäuren: 14,86 g (insbesondere Ölsäure)
  3. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 63,46 g
  4. Glycerin und Lipoide: 4,4 g

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind folgendermaßen zusammengesetzt:

  1. Linolsäure (Omega-6-Fettsäure): 55,66 g
  2. Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure): 7,8 g

Die enthaltenen Omega-Fettsäuren gelten als essentielle Fettsäuren, was bedeutet, dass sie vom Organismus nicht hergestellt werden können und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

Das Omega-6-Omega-3-Verhältnis

Das Omega-6-Omega-3-Verhältnis beträgt also etwa 7 : 1 und ist deutlich besser als z. B. im Sonnenblumenöl, wo das Verhältnis bei 278 : 1 liegen kann (Omega 6: 50,18 g pro 100 g und Omega 3: 0,18 g) ( 4 ).

In einer optimalen Ernährung sollte das Verhältnis zwischen 1 : 1 und 5 : 1 liegen, kann also schwanken, wobei ein Überhang bei den Omega-6-Fettsäuren möglich ist. Ein übermäßiger Überschuss der Omega-6-Fettsäuren sollte jedoch vermieden werden (heute üblich ist z. B. 20 : 1), da ein solcher die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe aktivieren bzw. die entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren blockieren könnte, was wiederum an der Entstehung zahlreicher chronisch entzündlicher Erkrankungen beteiligt sein könnte ( 4 ).

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind enthalten?

Mineralstoffe sind in nicht nennenswerten Spuren enthalten (z. B. Magnesium und Calcium je 1 mg pro 100 g Öl). Hingegen sind die folgenden Vitamine in relevanten Mengen enthalten:

  1. Vitamin E: 150,75 mg (kann bis zu 250 mg erreichen) (2)
  2. Vitamin K: 24 µg

Zusätzlich sind verschiedene Pflanzenstoffe enthalten, z. B.

  1. Policosanol: ein blutfettsenkender Stoff, der auch blutverdünnend wirken könnte
  2. Carotinoide: fettlösliche pflanzliche Pigmente mit antioxidativer Wirkung
  3. Squalen: ein Antioxidans; kommt aber in Olivenöl, Fischöl und anderen Ölen in höherer Menge vor
  4. Phytosterine (hauptsächlich Sitosterin und Campesterin) und zwar mehr als in den meisten anderen im Handel erhältlichen Pflanzenöle. Phytosterine sind besonders für ihre cholesterinsenkende Wirkung bekannt

Vitamin E in Weizenkeimöl

Der Vitamin-E-Gehalt im Weizenkeimöl ist der höchste aller pflanzlicher Öle. In tierischen Produkten ist nur sehr wenig Vitamin E enthalten, ob in Butter, fettem Käse, Gänseschmalz, Schweinefett oder was auch immer (pro 100 g um die 1 – 2 mg).

1 Esslöffel (10 g) Weizenkeimöl kann mit ca. 15 mg Vitamin E den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Der Tagesbedarf liegt bei 12 – 15 mg Vitamin E.

Der Begriff Vitamin E umfasst verschiedene Vitamin-E-Formen mit unterschiedlicher Aktivität. Das Vitamin E im Weizenkeimöl besteht zu etwa 54 Prozent aus α-Tocopherol, 18 Prozent aus β-Tocopherol, 22 Prozent aus γ-Tocopherol und 5,5 Prozent aus δ-Tocopherol.

Gemeinsam mit Sonnenblumenöl enthält das Weizenkeimöl die höchste Konzentration an α-Tocopherol ( 6 ).

Der Gehalt an Vitamin E hängt u. a. von der Herstellungsmethode ab. Wurde das Öl mit Kohlendioxidextraktion gewonnen, war in einer Analyse sein Vitamin-E-Gehalt deutlich höher (127 mg/100 g) als bei kaltgepressten Ölen (79 mg/100 g) (3).

Ein Öl, das per Kohlendioxidextraktion gewonnen wird, ist das Weizenkeimöl von Naturata, das Sie im Bioladen oder Reformhäusern oder natürlich auch online erhalten. Dort heißt es, 6 ml des Öls könnten den Vitamin-E-Bedarf decken, was 5,4 g entspräche, die dann 15 mg Vitamin E enthalten müssten.

Für was ist Weizenkeimöl gut? Wie wirkt es auf die Gesundheit?

Das Öl kann sich aufgrund der genannten Inhaltsstoffe positiv auf den Körper auswirken. Zumeist sind seine gesundheitlichen Wirkungen auf das Vitamin E und die Omega-Fettsäuren zurückzuführen. Studien, die konkret die Auswirkungen des Öls überprüfen, sind hingegen selten, und die wenigen, die es gibt, wurden meist an Tieren durchgeführt (3) ( 7 ) ( 8 ):

  1. Vitamin E wirkt antioxidativ, fängt also freie Radikale ab und schützt Zellen bzw. Zellmembrane somit vor Schäden durch oxidativen Stress, der wiederum als Vorläufer von Arteriosklerose, Krebs, Sehkraftverlust und vielen anderen chronischen Erkrankungen gilt
  2. Stärkt die Immunfunktionen
  3. Wirkt entzündungshemmend
  4. Wirkt allgemeiner Schwäche entgegen
  5. Beugt Blutgerinnseln in den Arterien vor, wirkt also in gewisser Weise blutverdünnend und sollte daher bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern vorsichtig dosiert werden
  6. Senkt erhöhte Cholesterinwerte und wirkt der Oxidation von Blutfetten entgegen und wird daher häufig bei Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt
  7. Verlangsamt den Alterungsprozess; es heißt sogar: "Weizenkeimöl ist eines der wenigen Antioxidantien, das beim Menschen tatsächlich wirksam ist in Sachen Anti-Aging"
  8. Wirkt hautstraffend und verbessert das Hautbild – bei innerer und äußerer Anwendung (auch bei Narben und Dehnungsstreifen)

Anti-Aging: Wie wirkt Weizenkeimöl auf die Haut?

In der Haut befinden sich u. a. sog. Ceramide. Das sind besondere Fette, die die Hautbarriere mit aufbauen, die Haut schützen und sie mit Feuchtigkeit versorgen - kurz: Stoffe, die das Altern der Haut hemmen. Damit die Haut Ceramide bilden kann, braucht sie ein Enzym (Sphingomyelinase). Beim Alterungsprozess der Haut nimmt die Aktivität dieses Enzyms kontinuierlich ab. Weizenkeimöl nun soll in der Lage sein, die Aktivität der Ceramide zu erhöhen - gemeinsam mit Vitamin E, das ebenfalls einen feuchtigkeitsspendenden und glättenden Effekt auf die Haut hat (3).

Auch nimmt mit dem Alterungsprozess der Gehalt an essentiellen Fettsäuren in der Haut ab, was das Hautbild verschlechtert und zu einer Verdickung der obersten Hautschicht führt - womit die Haut den mangelnden Fettgehalt zu kompensieren und ihre Barriereaufgabe aufrechtzuerhalten versucht. Werden nun die fehlenden Fettsäuren aufgetragen, dann trägt auch das zur Kompensation bei und hilft, dass sich die Haut wieder besser erneuern kann. Auch verhindern die aufgetragenen Fettsäuren den schädlichen Wasserverlust der Haut.

Das im Weizenkeimöl enthaltene Vitamin E verhindert überdies dank seiner antioxidativen Aktivität Zellschäden in der Haut und führt zu einem gewissen UV-Schutz und damit zur Hemmung der Faltenbildung.

Allerdings kann Weizenkeimöl auch bei manchen Menschen komedogen wirken, also zu Hautunreinheiten führen (besonders bei Menschen, deren Haut dazu neigt, was eher bei jüngeren Menschen der Fall ist). Das Öl ist somit eher empfehlenswert für die Haut von Menschen 40 plus.

Wie verwendet man das Öl am besten?

Weizenkeimöl kann innerlich und äußerlich eingesetzt werden:

Anwendung als Nahrungsergänzung

Als Nahrungsergänzung wird das Öl insbesondere zur Optimierung der Vitamin-E-Versorgung eingenommen. Da auch die Nahrung im Allgemeinen Vitamin E enthält (besonders wenn man sich pflanzenbasiert und gesund ernährt), muss man nicht den gesamten Tagesbedarf an Vitamin E über das Öl zu sich nehmen (eine Liste mit Vitamin-E-reichen Lebensmitteln finden Sie unter obigem Link unter Vitamin E):

Ein Teelöffel Weizenkeimöl pro Tag würde genügen (5 g), was – je nach Vitamin-E-Gehalt des jeweiligen Öls – den Bedarf etwa zur Hälfte deckt. Will man einen Mangel beheben, kann man natürlich auch einen Esslöffel nehmen (10 g).

Wenn Sie den Geschmack des Öls mögen, können Sie es in (pflanzliches) Joghurt, Müslis, Shakes, Säfte, Dips, Dressings oder Smoothies geben, sollten dann aber darauf achten, dass Sie es auch möglichst komplett einnehmen und es nicht etwa, wie häufig beim Dressing üblich, in der Schüssel zurückbleibt und in der Geschirrspülmaschine verschwindet.

Ansonsten nehmen Sie es direkt mit dem Löffel in den Mund (evtl. mit einer kleinen Menge Joghurt o. ä.) und essen oder trinken etwas nach.

Anwendung als Lebensmittel

Das Öl kann natürlich auch – wie bereits im vorigen Abschnitt angedeutet – in der Küche Anwendung finden (wenn Sie den Geschmack mögen). Es darf nur nicht erhitzt werden, ist also ein Öl für Rohkost (Salate, Dips, Shakes, Smoothies etc.) oder kann nach dem Kochen den Speisen hinzugefügt werden, wenn diese nicht mehr ganz so heiß sind, z. B. Suppen nach dem Pürieren. Denn hochwertiges (natives, also kaltgepresstes) Weizenkeimöl ist hitzeempfindlich.

Anwendung für Haut und Haare

Weizenkeimöl wird aufgrund seiner pflegenden, entzündungshemmenden und hautstraffenden Eigenschaften in der Kosmetikindustrie verwendet – als Bestandteil von Hautölen, Cremes, Gesichtsmasken, Massageölen, Anti-Aging-Produkten etc. Es kann auch pur auf die Haut aufgetragen werden oder gemischt mit einer Feuchtigkeitspflege.

Das Öl soll außerdem bei Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen sowie in der Behandlung von Narben hilfreich sein, wozu es 1- bis 2-mal täglich einmassiert wird.

Auch für die Kopfhaut- und Haarpflege wird es häufig empfohlen. Dazu eine kleine Ölmenge auf den Haaransatz bzw. in die Kopfhaut einmassieren (das Haar kann trocken oder feucht, aber nicht nass sein). Dann lässt man es ein bis zwei Stunden oder sogar über Nacht einwirken, bevor man das Haar ganz normal wäscht.

Weizenkeimöl und Leinöl zusammen einnehmen?

Häufig liest man im Netz, man solle Weizenkeimöl mit Leinöl zusammen einnehmen. Man will mit dem Leinöl den geringeren Omega-3-Gehalt und gleichzeitig hohen Omega-6-Gehalt im Weizenkeimöl kompensieren. Leinöl enthält auch tatsächlich wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Doch handelt es sich um die kurzkettige Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure.

Diese Fettsäure hat durchaus gesundheitliche Vorteile, doch garantiert sie nicht eine rundum gute Versorgung mit ALLEN benötigten Omega-3-Fettsäuren. Denn auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind sehr wichtige Fettsäuren (EPA und DHA).

Zwar kann im Körper ein gewisser Teil der Alpha-Linolensäure in diese langkettigen Omega-3-Fettsäuren umgewandelt werden. Die Umwandlungsrate ist jedoch von vielen Faktoren abhängig und kann bei vielen Menschen zu gering sein.

Daher wäre es sinnvoller, zum Weizenkeimöl ein Algenöl einzunehmen, das direkt mit den langkettigen Omega-3-Fettsäuren versorgt. Das Algenöl ist überdies grundsätzlich eine wichtige Nahrungsergänzung (ob man nun Weizenkeimöl einnimmt oder nicht), wird aber umso wichtiger, wenn Omega-6-reiche Öle verzehrt werden, um deren hohen Omega-6-Überhang zu mildern.

Weizenkeimöl in Bio-Qualität

Das Öl ist eher selten in Bio-Qualität erhältlich (Bio ist z. B. das weiter oben schon erwähnte Öl von Naturata oder auch das kaltgepresste Weizenkeimöl von effective nature).

Oft heißt es bei konventionellem Öl stattdessen, es sei rückstandskontrolliert. Welche Rückstände dabei kontrolliert werden, wird jedoch nicht angegeben.

Wie lange ist Weizenkeimöl haltbar?

Weizenkeimöl ist empfindlich. Will man seine Vorteile voll auskosten, muss das Öl sorgsam behandelt und gelagert werden. Denn die mehrfach ungesättigten Fettsäuren verderben schnell.

Zwar kann das enthaltene Vitamin E den Verderb etwas hinauszögern, aber nicht aufhalten. Während der Lagerung und aufgrund äußerer Einflüsse nimmt auch der Gehalt an Vitamin E bzw. die Aktivität des Vitamins kontinuierlich ab.

Wie am besten lagern?

Lagern Sie das Öl dunkel und kühl. Ungeöffnet hält es bis zu einem Jahr. Manche Hersteller geben auch nur eine Haltbarkeit von 6 bis 9 Monaten an. Sobald es geöffnet ist, sollte es innerhalb von 6 – 8 Wochen aufgebraucht werden und kann dann auch im Kühlschrank stehen ( 5 ).

Die Menge und Aktivität von Vitamin E wird besonders von Sauerstoff, Wärme, Licht und übermäßiger Kälte reduziert. Im Kühlschrank kann das Öl aufbewahrt werden, doch sollte es nicht eingefroren werden.

Wichtig ist, dass es – einmal in den Kühlschrank gestellt – dort auch bleibt, also keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, was bedeutet, dass man es nicht 1 Tag im Kühlschrank lagert, dann wieder eine Stunde draußen lässt und dann wieder kühlt.

Wer sollte Weizenkeimöl nicht einnehmen?

In manchen Artikeln heißt es, Menschen mit Glutenunverträglichkeit sollten auf Weizenkeimöl verzichten, da es bei ihnen Beschwerden verursachen könne. Weizen und auch Weizenkeime sollten bei einer Zöliakie oder anderen Glutenunverträglichkeiten tatsächlich nicht gegessen werden, da sie glutenhaltig sind.

Das Weizenkeimöl aber besteht zu 100 Prozent aus Öl und enthält keine Proteine und somit auch kein Gluten. Es kann also auch bei einer Zöliakie normalerweise genutzt werden. Im Zweifel kann man das Öl aber natürlich auch ersetzen. Schließlich gibt es zahlreiche andere Vitamin-E-Quellen und auch andere Quellen für die enthaltenen Fettsäuren.

Fazit: Weizenkeimöl einnehmen oder nicht?

Weizenkeimöl ist eine gute Vitamin-E-Quelle. Wenn man das Vitamin nicht über andere Lebensmittel zu sich nimmt (Nüsse, Saaten, Vollkorn, Gemüse, andere Öle), kann man Weizenkeimöl als Vitamin-E-reiche Nahrungsergänzung zu sich nehmen.

Wenn man das Öl geschmacklich mag, kann man es auch als Speiseöl für Rohkost verwenden, z. B. statt Hanföl oder Rapsöl oder auch wenn man bisher Sonnenblumenöl verwendet hat.

Wichtig ist in jedem Fall, dass ein hochwertiges und möglichst frisches Öl erworben wird, da es dann noch am meisten Vitamin E enthält und auch die Fettsäuren intakt sein werden.

Einmal geöffnet, sollte das empfindliche Öl zügig verbraucht werden. Damit dies gelingt, kann man es auch zur Hautpflege verwenden und ab und zu als Art Kurpackung für die Haare.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.