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Vitamin-D ist lebensnotwendig

Dieser Text wurde veröffentlicht am 18.08.2008 um 11:03 Uhr Drucken Sie diese Seite

Vitamin-D hat eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit, weil es an Tausenden von Regulierungsvorgängen in den menschlichen Körperzellen beteiligt ist. Ein Mangel erhöht das Krankheitsrisiko erheblich - vor allem im Winter, wenn die Sonne in den nördlichen Regionen der Erde zu tief steht für ausreichende UV-Strahlung. Darauf aber ist der Körper angewiesen, denn Vitamin-D wird zu rund 90 Prozent durch UV-Bestrahlung der Haut im Körper selbst gebildet.

Vitamin D

Doch Sonne allein reicht nicht. Bevor Vitamin-D seine Aufgaben erfüllen kann, muss es erst noch in der Leber und in de Nieren in seine aktive Form umgewandelt werden. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, drohen nicht nur die typischen Winter-Erkrankungen wie Erkältung und Grippe, sondern auch Schlimmeres wie Osteoporose, Parkinson und mehr, bis hin zu verschiedenen Formen von Krebs.

Alarmierende Defizite an Vitamin-D in Deutschland und USA

Das renommierte Robert-Koch-Institut in Berlin hat im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums eine repräsentative Studie über die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland durchgeführt. Ein Bericht darüber erschien auch in der internationalen Fachzeitschrift "European Journal of Clinical Nutrition", denn die Ergebnisse der Untersuchung sind alarmierend. Bei mehr als der Hälfte der über 4.000 untersuchten Personen aller Altersstufen wurde ein teilweise erhebliches Defizit an Vitamin-D festgestellt: Der Vitamin-D Spiegel im Blut von 57 Prozent der untersuchten Männer und 58 Prozent der Frauen lag unterhalb des kritischen Grenzwertes. Bei den über 65-jährigen Frauen waren 75 Prozent unterversorgt. In den Wintermonaten waren die festgestellten Defizite noch höher.

Ähnliche Ergebnisse brachten Vitamin-D Studien in den USA. Vitamin-D-Mangel wurde festgestellt bei

  • 40 Prozent der Gesamtbevölkerung
  • 32 Prozent der Ärzte und Medizinstudenten
  • 42 Prozent der afroamerikanischen Frauen
  • 48 Prozent der Mädchen im Alter zwischen 9 und11 Jahren
  • 76 Prozent aller schwangeren Frauen
  • 81 Prozent der Neugeborenen dieser Frauen
  • bis zu 60 Prozent aller Krankenhauspatienten
  • bis zu 80 Prozent aller Patienten in Altenheimen.

Bewusstseins-Defizite als Ursache der Ursachen

Dermatologen mögen keine Sonne

Den meisten Menschen ist der gesundheitliche Aspekt des Sonnenlichtes nicht bewusst, und die Ursache dafür ist leider auch wieder einmal im kommerziellen Bereich zu finden.
Beigetragen zu dem Bewusstseinsdefizit haben auch viele Dermatologen, die ständig auf die "Gefahren" der Sonnenstrahlen hinweisen. Manche empfehlen sogar, Sonnenbestrahlung ganz zu vermeiden. Natürlich ist übertriebenes Sonnenbaden gesundheitsschädlich, weil es sogar zu Hautkrebs führen kann. Aber Sonnenlicht in dosierten Mengen ist nicht nur "erlaubt", sondern unverzichtbar.

Sonne kann man nicht verkaufen

Vitamin-D ist vielleicht der am meisten unterbewertete Vitalstoff überhaupt. Vermutlich deshalb, weil Sonnenlicht kostenlos zur Verfügung steht und nicht verkaufbar ist. Deshalb gibt es auch keine Werbung für den gesundheitlichen Nutzen der Sonne, sondern nur für den Nutzen von Sonnencremes. Dieser Nutzen lässt sich in Milliarden messen. Als Gewinn bei der Pharmakonzernen und als Kosten für das Gesundheitswesen. Denn: Selbst Sonnenschutzmittel mit dem geringen Lichtschutzfaktor 8 können die Produktion von Vitamin-D schon um 95 Prozent vermindern. Vor diesem Hintergrund macht es dann auch Sinn, dass die Dermatologen vor der Sonne warnen (oder sollte eventuell eher vor den Sonnenschutzmitteln gewarnt werden?). Und dazu passt gut ins Bild, dass die "American Academy of Dermatology" AAD von den Sonnencreme-Herstellern finanziell unterstützt wird. Und das muss nicht einmal ein Geheimnis sein, weil doch alles zum Vorteil der Menschen ist, die ja vor der bösen Sonne geschützt werden.

Vorsicht bei Mangel an Vitamin-D

Vorsicht bei Leber- und Nierenschäden

Menschen mit Leberschäden haben in diesem Zusammenhang gleich zwei Probleme: Zum einen kann Vitamin-D in der Leber nicht umgewandelt werden. Zum anderen kann das fettlösliche Vitamin-D durch eine mögliche Fettabsorptionsstörung nicht aufgenommen werden. Dadurch entsteht ein Mangel an Vitamin-D. Liegt eine Nierenerkrankung vor, muss aktiviertes Vitamin-D eingenommen werden.

Vorsicht bei Übergewicht

In den ersten drei Jahreszeiten baut der Mensch seinen Vitamin-D-Spiegel auf und speichert im Körperfett auch einen Vorrat für den Winter. Bei Fettleibigkeit funktioniert das allerdings nicht: Vitamin-D wird zwar im Körperfett eingelagert, dann aber nicht mehr abgegeben. Deshalb leiden vor allem fettleibige Menschen (auch) an Vitamin-D Mangel.

Vorsicht bei Knochenproblemen

Knochen brauchen Calcium. Calcium kann der Körper aber nur aufnehmen und verwerten, wenn (auch) genügend Vitamin-D zur Verfügung steht. Sonst können Osteoporose und andere Knochenkrankheiten die Folge sein, so auch Rachitis. Das ist nämlich nichts anderes als eine Knochenauszehrung.

Vorsicht ohne Ende

"Vitamin-D hat eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit", so steht es am Beginn dieses Berichtes. Nach Ansicht des Epidemiologe Cedric Garland von der University of California in San Diego/USA ist Vitamin-D Mangel grundlegend an der Entstehung von Tumorerkrankungen beteiligt. In der Zeitschrift "Annals of Epidemiology" schreibt Garland: "Das erste Ereignis bei Krebs ist der Verlust der Kommunikation zwischen Zellen, unter anderem durch geringe Werte von Vitamin-D und Calcium". Diese schlechte Versorgung spiele eine Schlüsselrolle im Prozess, bei dem sich gesunde Zellen zu Tumorzellen entwickelten. Auf den Verlust der Zellverständigung folgen laut Garland Mutationen der Erbsubstanz. Garland räumt ein, dass sein Modell wissenschaftlich noch nicht bewiesen sei, verweist aber darauf, dass inzwischen Hunderte epidemiologische Studien auf eine grundlegende Rolle von Vitamin-D Mangel bei der Krebsentstehung hindeuten. Eine ausgeglichene Vitamin-D Versorgung könne viele dieser Prozesse verhindern.

Guter Rat gratis

Im Winter

Von Oktober bis März fehlt dem Körper die Sonnenkraft, um dadurch Vitamin-D zu synthetisieren. Selbst wenn die Sonne im Winter scheint, steht sie zu tief für eine ausreichende UV-Strahlung, mit der die Haut die Vorform von Vitamin-D bildet. Im Winter lebt ein gesunder Mensch von Vitamin-D-Vorräten im Fettgewebe. Je länger der Winter dauert, desto geringer wird dieser Vorrat. Deshalb entstehen die Grippewellen überwiegend im Februar und im März. Man muss aber nicht gleich Wintersportler sein, um auch in dieser Jahreszeit Alternativen zu nutzen.

Im Sommer

Von April bis September heißt es Sonne tanken. Aber nicht zu oft und nicht zuviel. Täglich zehn bis fünfzehn Minuten Arme und Gesicht in der Sonne genügen. Übrigens: Glas ist undurchlässig für die UV-Strahlung der Sonne. Bei geschlossenen Fenstern im Auto oder im Haus kann die Haut also kein Vitamin-D bilden.

Alberne und angenehme Alternativen

Manche Ärzte meinen, dass Vitamin-D in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden kann. Das ist theoretisch richtig, aber praktisch nichtig. Denn dazu müssten täglich mindestens zehn Gläser Milch oder mit Vitamin-D angereicherter Orangensaft getrunken werden. Oder es müssten drei- bis fünfmal pro Woche fettreiche Fische wie Makrele oder Lachs gegessen werden, um eine ausreichende Menge Vitamin-D aufzunehmen. Da ist es vielleicht doch weniger anstrengend, ab und zu in ein Solarium zu gehen. Aber bitte nicht zum Braunrösten mit überdosierten Bestrahlungszeiten. UV-Strahlen tanken können auch zarte Schönheiten mit vornehmer Blässe.

Quelle unter anderem: www.nature.com


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