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Sonnencreme: Gesund oder schädlich?

Sonnencreme soll vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Studien deuten jedoch darauf hin, dass auch die Sonnencreme dem Körper schaden kann. Auf welche Inhaltsstoffe Sie beim Kauf von Sonnencreme achten sollten und wie geeignet natürliche Sonnenschutzmittel sind, erfahren Sie hier.

Aktualisiert: 01 November 2022

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Sonnencreme: Schutz vor schädlicher UV-Strahlung

Wer gerne in den Urlaub fährt oder viel Zeit draussen verbringt, sei es im Garten, auf dem Balkon, beim Wandern, Radfahren oder beim Wintersport, steht früher oder später vor der Wahl einer geeigneten Sonnencreme.

Sonnencreme soll die Haut bekanntermassen vor schädlicher ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) schützen, um Hautkrebs vorzubeugen. Umso mehr überrascht es, dass so manche Sonnencreme selbst potenziell krebserregende Inhaltsstoffe enthält.

UV-Filter womöglich schädlich

Sonnencreme enthält sogenannte UV-Filter – das sind jene Stoffe, die vor den UV-Strahlen schützen sollen. Dabei wird unterschieden zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern. Chemische UV-Filter absorbieren das UV-Licht, während mineralische UV-Filter die Strahlung wie winzige Spiegel ableiten ( 1 ).

In den letzten Jahren sind besonders die chemischen UV-Filter in die Kritik geraten, denn Zell- und Tierstudien deuten schon länger darauf hin, dass sie schädliche Auswirkungen haben können. Betroffen sind vor allem die folgenden Stoffe, die in Sonnencremes nicht nur einzeln vorkommen, sondern auch miteinander kombiniert werden ( 2 ) ( 3 ) ( 4 ):

  1. Octocrylen: Potenziell krebserregend, allergische Reaktionen möglich (weitere Bezeichnungen: 2-Cyano-3,3-diphenyl-2-propensäure-2-ethylhexylester)
  2. Oxybenzon: Verdacht auf hormonelle Wirkung (weitere Bezeichnungen: Benzophenone-3, 2-Hydroxy-4-methoxybenzophenon)
  3. Enzacamen:Soll Wachstum von Krebszellen beschleunigen können (weitere Bezeichnungen: 4-methylbenzylidene camphor, 3-(4-Methylbenzyliden)-2-bornano)
  4. Octinoxat: Potenziell krebserregend, Verdacht auf hormonelle Wirkung: u. a. Einfluss auf die Fruchtbarkeit und Gefährdung des Embryos bei Schwangeren vermutet (weitere Bezeichnungen: Ethylhexyl Methoxycinnamate, 2-Ethylhexyl-4-methoxycinnamat, 4-Methoxyzimtsäure-2-ethylhexylester)
  5. Avobenzon: Soll Wachstum von Krebszellen beschleunigen können (weitere Bezeichnungen: Butylmethoxydibenzoylmethan, 4-tert-Butyl-4-methoxy-dibenzoylmethan)

Wie sich UV-Filter in Sonnencreme auf das Sperma auswirken und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, lesen Sie unter vorigem Link.

Die genannten Chemikalien werden trotz Bedenken nach wie vor in Sonnencreme verwendet – mit der Begründung, dass die Konzentrationen, in denen sie eingesetzt werden, zu gering sind, um Schäden im Körper anzurichten. Jedoch wurden bisher keine Langzeitstudien zu ihren Wirkungen durchgeführt. Auch hat sich z. B. die schädliche Wirkung auf das Sperma schon bei Konzentrationen gezeigt, die sogar niedriger sind als jene, die nach dem Eincremen entstehen.

Chemische UV-Filter gelangen ins Blut

Für Aufsehen hat eine klinische Studie aus dem Jahr 2019 gesorgt: Sie hat gezeigt, dass die chemischen UV-Filter in Sonnencreme nicht nur auf der Haut bleiben, sondern mit erhöhten Werten im Blut nachweisbar sind – und das bereits nach 24 Stunden ( 6 ).

Für die Studie cremten sich 24 Probanden an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils vier Mal pro Tag mit Sonnencreme ein – was ja z. B. im Strandurlaub durchaus üblich ist. Untersucht wurden die Inhaltsstoffe Avobenzon, Oxybenzon, Octocrylen und Ecamsul. Alle vier Stoffe wurden im Blut gefunden.

Oxybenzon konnte zudem bereits in früheren Studien auch im Urin und in der Muttermilch nachgewiesen werden, wie einem Review von 2019 zu entnehmen ist. Ecamsul – auch unter der Bezeichnung Mexoryl SX bekannt – ist ebenfalls ein chemischer UV-Filter, der jedoch als weitgehend sicher gilt.

Auch andere Körperpflegemittel sind betroffen

Chemische UV-Filter werden im Übrigen nicht nur in Sonnencremes verwendet. In Parfüms, Hautcremes, Nagellacken, Shampoos, Duschgels, Haarfärbeprodukten, Lippenstiften, Make-up und vielen anderen kosmetischen Produkten werden sie ebenfalls eingesetzt, denn genauso wie sie die Haut vor Sonneneinstrahlung schützen, schützen sie die Haare und natürlich auch die Produkte selbst vor Lichteinfluss, da diese häufig in transparenten Verpackungen angeboten werden.

*Eine mineralische Sonnencreme mit nanofreiem Zinkoxid finden Sie hier: Bio-Sonnencreme

Bundesinstitut für Risikobewertung gibt sich unbesorgt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich 2019 in einer Stellungnahme zur Sicherheit von Sonnencreme geäussert. Dort ist zu lesen ( 7 ):

„Nach gegenwärtigem Wissensstand erhöhen UV-Filter nicht das Risiko für Krebs. Auch nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt es weder Belege noch wissenschaftliche Veröffentlichungen in Form von klinischen Studien, die eine Erhöhung des Krebsrisikos durch UV-Filter in Sonnenschutzmitteln vermuten lassen.“

Die Zell- und Tierstudien, die das schädliche Potenzial von UV-Filtern zeigten, werden also ignoriert (weil es sich nicht um klinische Studien handelt). Allerdings fehlen nicht nur klinische Studien, die eine schädliche Langzeitwirkung der Chemikalien zeigen. Es fehlen auch klinische Studien, die deren Sicherheit und Unbedenklichkeit belegen würden.

Statt Stoffe im Vorfeld in Langzeitstudien auf ihre Unbedenklichkeit zu testen, reagieren Behörden erst, wenn sich schliesslich nach Jahren oder Jahrzehnten des Gebrauchs herausstellt, dass sie nun doch schädlich sind oder sein können, wie am Beispiel von Titandioxid erst kürzlich (Stand Juni 2022) ersichtlich wurde.

Chemische UV-Filter sind umweltschädlich

In Hawaii ist der Verkauf von Sonnencremes mit Octinoxat und Oxybenzon seit Anfang 2021 verboten – im Inselstaat Palau ist dies seit 2020 für Sonnencremes mit Octocrylen der Fall. Jedoch nicht, weil man sich um die Gesundheit der Menschen sorgen würde, sondern weil die Chemikalien massiv umweltschädlich sind:

Die Schäden der UV-Filter auf die Umwelt sind viel besser dokumentiert als die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen. Deshalb soll vermieden werden, dass sie beim Baden ins Meer gelangen. Weltweit sollen die Korallenriffe jährlich mit 14’000 Tonnen Sonnencreme belastet werden.

Studien haben gezeigt, dass die Stoffe zur sogenannten Korallenbleiche beitragen. Dabei bleichen die Korallen erst aus und sterben anschliessend ab. Weiter schaden die Stoffe unter anderem auch Algen, Fischen, Muscheln und Delfinen. Männliche Fische sollen z. B. weibliche Charakteristiken entwickeln, was auf die bereits erwähnte Hormonwirkung hindeutet ( 8 ).

Ausserdem können sich die chemischen UV-Filter im Fett von Fischen anreichern, so dass sie in die Nahrungskette des Menschen gelangen. Spuren von UV-Filtern wurden in Schweizer Seen etwa in Barschen, Weissfischen und Rotaugen gefunden – dies sind Fische, die auch auf dem Speiseplan des Menschen stehen.

Sonnencreme-Hersteller verzichten freiwillig auf Octocrylen

Mittlerweile sind manche Sonnencreme-Hersteller selbst aktiv geworden. Auf immer mehr Verpackungen findet man neuerdings den Hinweis: „Ohne Octocrylen“. Dabei handelt es sich aber vermutlich eher um eine Marketingmassnahme.

Schliesslich können die übrigen chemischen und ebenfalls schädlichen UV-Filter dennoch enthalten sein – dem Verbraucher wird aber suggeriert, dass er besser zu diesem Produkt greifen soll als zu einem Konkurrenzprodukt, das diesen Hinweis nicht trägt.

Ist es schlimm, wenn Sonnencreme abgelaufen ist?

Laut Verpackung sind angebrochene Sonnencremes meist 12 Monate haltbar. Länger sollten Sie angebrochene Sonnencremes nicht mehr verwenden, da der Sonnenschutz mit der Zeit nachlässt. Für den Inhaltsstoff Octocrylen ist ausserdem bekannt, dass er mit der Zeit zerfällt. Sein Abbauprodukt Benzophenon steht ebenfalls unter Verdacht krebserregend zu sein.

Forscher haben herausgefunden, dass Benzophenon teilweise bereits in neu gekauften Produkten vorhanden ist – also bereits vor Erreichen des Haltbarkeitsdatums entstehen kann. Von 17 getesteten Sonnencremes enthielten 16 Octocrylen – in allen wurde Benzophenon nachgewiesen. Es handelte sich u. a. um Produkte der Marken Garnier, Bioderma, La Roche Posay, Uriage, L’Orealund Cosmia( 5 ).

Weitere schädliche Inhaltsstoffe in Sonnencremes

Die chemischen UV-Filter sind aber nicht die einzigen Inhaltsstoffe in Sonnencremes, die kritisch zu beurteilen sind. Nachfolgend als Beispiel die Inhaltsstoffliste einer beliebten Sonnencreme der Marke Piz Buin:

Aqua, Octocrylene, C12-15 Alkyl Benzoate, Ethylhexyl Salicylate, Butyl Methoxydibenzoylmethane, Butylene Glycol, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Isopropyl Isostearate, Triacontanyl PVP, Glyceryl Stearate, PEG-100 Stearate, Acetyl Hexapeptide-1, Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Tribehenin, Caprylyl Glycol, Potassium Cetyl Phosphate, Aluminum Starch Octenylsuccinate, Disodium EDTA, Sodium Hydroxide, Tocopheryl Acetate, Pentaerythrityl Tetra-di-t-butyl Hydroxyhydrocinnamate, Phenoxyethanol, Potassium Sorbate, Parfum.

Gleich an zweiter Stelle nach Wasser (Aqua) findet sich Octocrylen – einer jener chemischen UV-Filter, die Meere belasten, Korallen töten und auch für den Menschen potenziell schädlich sind.

Von den insgesamt 24 Inhaltsstoffen gelten lediglich 11 als unbedenklich. Bei den bedenklichen Stoffen handelt es sich neben chemischen UV-Filtern z. B. auch um Konservierungsstoffe und Feuchthaltemittel. Ausserdem ist mit Aluminum Starch Octenylsuccinate eine Aluminiumverbindung enthalten. Aluminium kann sich im Körper anreichern und zu zahlreichen Beschwerden führen.

Naturkosmetik lohnt sich auch bei Sonnencreme

Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste einer Sonnencreme aus dem Naturkosmetik-Segment genügt, um zu zeigen, dass es auch anders geht. Eine Sonnencreme der Marke Suntribe enthält z. B. folgende Inhaltsstoffe:

Helianthus Annuus Seed Oil (Bio-Sonnenblumenöl), Zinc Oxide (Zinkoxid ohne Nanopartikel), Cocos Nucifera Oil (Bio-Kokosöl), Cera Alba (Bio-Bienenwachs), Theobroma Cacao Seed Butter (Bio-Kakaobutter), Butyrospermum Parkii Butter (Bio-Sheabutter), Theobroma Cacao Seed Powder (Bio-Kakaopulver), Tocopherol (Vitamin E).

Wie Sie sehen, finden sich in diesem Produkt keine komplizierten chemischen Verbindungen und hinter jedem der lediglich 8 Stoffe ist zudem verbraucherfreundlich angegeben, worum es sich handelt. Als UV-Filter dient in diesem Produkt Zinkoxid – ein mineralischer UV-Filter (in diesem Fall ohne Nanopartikel).

*Eine mineralische Sonnencreme mit nanofreiem Zinkoxid finden Sie hier: Bio-Sonnencreme

Sind mineralische UV-Filter wirklich besser?

Anstelle von Sonnencremes mit chemischen UV-Filtern wird häufig zu mineralischen Sonnencremes geraten. Diese enthalten anstelle von chemischen Stoffen Titandioxid und/oder Zinkoxid – auf der Haut fungieren diese beiden Stoffe wie Spiegel, die die schädlichen UV-Strahlen ableiten.

Wie wir unter nachfolgendem Link berichtet haben, ist aber auch Titandioxid nicht in jedem Fall unbedenklich. Nachdem Titandioxid jahrelang als Hilfsstoff in Lebensmitteln zugelassen war, ist er nun ab August 2022 in der EU verboten – der Stoff soll womöglich das Erbgut schädigen können ( 9 ).

In Kosmetik ist Titandioxid jedoch weiterhin zugelassen, denn über die Haut solle der Stoff angeblich nicht aufgenommen werden. Die einzige Ausnahme von der Zulassung sind Sprays: Darin ist Titandioxid ebenfalls verboten, da es auf diese Weise inhaliert werden könnte ( 10 ).

Mineralische Sonnencreme mit Nanopartikeln meiden

Mineralische Sonnencremes mit Titandioxid und Zinkoxid haben jedoch den Nachteil, dass sie eine dicke weisse Schicht auf der Haut zurücklassen. Aus diesem Grund wird seit wenigen Jahren auf Nanotechnologie gesetzt. Die Stoffe liegen dabei in Form von Nanopartikeln, also als mikroskopisch kleine Teilchen vor, was die Cremes transparenter macht.

Nanopartikel gelten jedoch nicht als ausreichend erforscht. Man vermutet, dass sie so klein sind, dass sie durch die Hautbarriere gelangen könnten. Im Körper können Sie u. a. zu Zellschäden führen. Ausserdem sollen sich auch Nanopartikel negativ auf Meereslebewesen auswirken ( 15 ) ( 16 ).

Nanopartikel in mineralischen Sonnencremes können Sie meiden, indem Sie in der Inhaltsstoffliste auf den Zusatz „(nano)“ hinter dem jeweiligen Inhaltsstoff achten. Im Zweifel – wenn also gar nichts hinter Titandioxid oder Zinkoxid steht – schreiben Sie den Hersteller an. Oft zeigt schon seine Antwort, dass er nicht wirklich an einem Austausch mit dem Verbraucher interessiert ist. Das entsprechende Produkt kaufen Sie dann natürlich nicht!

*Eine mineralische Sonnencreme mit nanofreiem Zinkoxid finden Sie hier: Bio-Sonnencreme

Besser gar keine Sonnencreme verwenden?

Vielleicht fragen Sie sich nun, ob es nicht vielleicht besser wäre, gar keine Sonnencreme zu benutzen. Dies ist leider auch nicht die Lösung, denn trotz potenziell schädlicher Inhaltsstoffe soll Sonnencreme das Risiko für bösartige Hautkrebsformen deutlich reduzieren, das Risiko für das Plattenepithelkarziom etwa um 40 % und das Risiko für ein Melanom um 50 %.

Das Plattenepithelkarzinom ist eine Krebsart, bei der sich schuppige Wucherungen auf der Haut bilden. Das Melanom wird auch schwarzer Hautkrebs genannt und gilt als die bösartigste Form von Hautkrebs.

Es ist jedoch möglich, den Einsatz von Sonnencreme zu reduzieren – wie wir weiter unten erklären.

Sonnenschutz durch Pflanzenöle?

Pflanzenöle wie z. B. Olivenöl, Kokosnussöl, Mandelöl usw. sollen einen natürlichen Sonnenschutzfaktor haben, der von Öl zu Öl unterschiedlich ist. Die entsprechenden Lichtschutzfaktoren (LSF) gehen jedoch lediglich aus Zellstudien hervor – z. B. aus einer Studie von 2010 ( 11 ):

  1. Olivenöl: LSF 7.5
  2. Kokosnussöl: LSF 7.1
  3. Mandelöl: LSF 4.6
  4. Sesamöl: LSF 1.7
  5. Pfefferminzöl: LSF 6.6
  6. Lavendelöl: LSF 5.6
  7. Eukalyptusöl: LSF 2.6

Dieser Studie zufolge bieten Pflanzenöle also nur einen schwachen Schutz. Eine 2016 veröffentlichte amerikanische Zellstudie kam zu dem Schluss, dass Pflanzenöle UV-Strahlung nur unzureichend bis gar nicht absorbieren können und sich deshalb nicht als UV-Filter eignen ( 12 ). Aussagekräftige Studien, die einen Sonnenschutz von Pflanzenölen beim Menschen belegen, haben wir nicht gefunden.

Ätherische Öle wie Pfefferminzöl, Lavendelöl und Eukalyptusöl müssen ausserdem mit einem Basisöl verdünnt werden (1 ml ätherisches Öl auf 100 ml Basisöl), wodurch ihr Lichtschutzfaktor im Endprodukt schlussendlich noch geringer ausfällt und als nicht mehr relevant gilt.

Natürlicher Sonnenschutz von innen

Jedoch können manche sekundären Pflanzenstoffe die Haut auf das Sonnenbad vorbereiten und die Haut auf diese Weise weniger sonnenempfindlich machen. Wie sich verschiedene Carotinoide wie z. B. Astaxanthin auf die Haut auswirken, erfahren Sie unter folgendem Link: Natürlicher Sonnenschutz

Schnellere Bräune durch Pflanzenöle?

Eine andere Theorie besagt, dass das Einreiben mit Öl wie zum Beispiel Oliven- oder Kokosnussöl vor dem Sonnenbaden zu einer schnelleren Bräunung der Haut führen soll, da das Öl kaum in die Haut einzieht und deshalb wie ein Brennglas die Sonneneinstrahlung auf der Haut intensiviert. Hierfür haben wir leider keine Belege in Form von wissenschaftlichen Studien gefunden. Rein physikalisch gesehen müsste dies jedoch für jedes Öl gelten.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so ist von der Anwendung von Ölen zur Bräunung jedoch eher abzuraten, denn das Augenmerk sollte vielmehr darauf liegen, die Haut vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen und nicht auch noch den Brennglaseffekt zu fördern.

Ebenso kontraproduktiv wäre es, Pflanzenöle und Sonnencremes zu kombinieren. Das Öl könnte den Schutzeffekt der Creme behindern.

Natürliche Sonnencreme – einfach selbst machen

Natürlich gibt es auch gesunde Sonnencremes – etwa im Naturkosmetik-Bereich, wie wir oben am Beispiel von Suntribe gesehen haben. Sie können Ihre Sonnencreme aber auch selbst herstellen. Wie Sie eine gesunde und wirksame Sonnencreme mit Zinkoxid selbst machen können, erfahren Sie hier: Sonnencreme selbst gemacht

Fazit: Worauf bei den Inhaltsstoffen von Sonnencreme zu achten ist

Möchten Sie die potenziell schädlichen chemischen UV-Filter meiden, überprüfen Sie die Inhaltsstoffliste auf die Bezeichnungen aus der obigen Liste. Es gibt noch viele weitere UV-Filter, zu denen keine Hinweise auf Gesundheitsschäden vorliegen – Sie müssen also nicht komplett auf Sonnencreme mit UV-Filter verzichten.

Ist Ihnen die Kontrolle der Inhaltsstoffe zu aufwendig (die chemischen Bezeichnungen können leicht verwechselt werden), greifen Sie stattdessen zu mineralischer Sonnencreme ohne Nanopartikel. In den herkömmlichen Drogerien und Supermärkten ist die Suche nach derartiger Qualität mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu vergleichen. Suchen Sie daher besser gleich im Naturkosmetik-Sektor (Bioladen, Online-Shops).

Die Marken Eco Cosmetics, Eubiona, I+M Naturkosmetik, Biosolis und Suntribe bieten beispielsweise empfehlenswerte Sonnencremes an. In mineralischen Sonnencremes wird ausserdem meist auf natürliche Zutaten gesetzt.

*Eine mineralische Sonnencreme mit nanofreiem Titandioxid finden Sie hier: Sonnenlotion

Wie Sie sich auch mit wenig Sonnencreme schützen können

Bereits bei der Urlaubsplanung können Sie an Nachhaltigkeit und natürlich auch an Ihre Gesundheit denken. Ein Urlaub, bei dem Sie sich kreideweiss zwei Wochen lang an den Strand legen, ist nicht besonders gesund für Ihre Haut.

Wenn möglich, gewöhnen Sie Ihre Haut schon zu Hause langsam an die Sonne, indem Sie auch dort schon die ersten Sonnenstrahlen nutzen. So ist die Gefahr, sich am Urlaubsort einen Sonnenbrand zu holen, deutlich kleiner und Sie brauchen nicht mehr so viel Sonnencreme.

Bleiben Sie gerade in den ersten Urlaubstagen weitgehend im Schatten. Auch dort wird man braun. Wenn Sie ins Wasser gehen, dann ziehen Sie sich ein T-Shirt an. So genügt es, vor dem Baden evtl. nur das Gesicht einzucremen (falls erforderlich) und nicht den gesamten Körper, was die Meere verschmutzen würde. Haben Sie sich nach dem Bad abgetrocknet, können Sie sich komplett eincremen.

Wenn Sie wandern, surfen, radfahren oder anderweitig unterwegs sind, wo Sie die Sonne nicht meiden können, tragen Sie eine entsprechende Kopfbedeckung. Je nach Aktivität bedecken Sie auch andere empfindliche Körperteile mit luftiger Kleidung, z. B. die Schultern und den Nacken. Sonnencreme benötigen Sie dann nur noch für Nase, Arme und (bei kurzen Hosen) Beine.

Sonnenbrand natürlich behandeln

Wenn Sie sich trotz aller Vorsicht dennoch einmal einen Sonnenbrand holen, dann finden Sie unter nachfolgendem Link Massnahmen, mit denen Sie einen Sonnenbrand natürlich behandeln können. Gut vorbereitet sind Sie in jedem Fall mit unseren Tipps für eine natürliche Reiseapotheke.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
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Quellen
  1. (1) Schneider SL, Lim HW. Review of environmental effects of oxybenzone and other sunscreen active ingredients. J Am Acad Dermatol. 2019 Jan;80(1):266-271.
  2. (2) Suh S, Pham C, Smith J, Mesinkovska NA. The banned sunscreen ingredients and their impact on human health: a systematic review. Int J Dermatol. 2020 Sep;59(9):1033-1042.
  3. (3) Fivenson D, Sabzevari N, Qiblawi S, Blitz J, Norton BB, Norton SA. Sunscreens: UV filters to protect us: Part 2-Increasing awareness of UV filters and their potential toxicities to us and our environment. Int J Womens Dermatol. 2020 Sep 9;7(1):45-69.
  4. (4) Berardesca E, Zuberbier T, Sanchez Viera M, Marinovich M. Review of the safety of octocrylene used as an ultraviolet filter in cosmetics. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2019 Nov;33 Suppl 7:25-33.
  5. (5) Downs CA, DiNardo JC, Stien D, Rodrigues AMS, Lebaron P. Benzophenone Accumulates over Time from the Degradation of Octocrylene in Commercial Sunscreen Products. Chem Res Toxicol. 2021 Apr 19;34(4):1046-1054.
  6. (6) Matta. M. K. (2019): Effect of Sunscreen Application Under Maximal Use Conditions on Plasma Concentration of Sunscreen Active Ingredients, in: JAMA.
  7. (7) Bundesinstitut für Risikobewertung, Sonnencreme und Co. - gibt es gesundheitliche Risiken? Fragen und Antworten des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Sonnenschutzmitteln vom 19. Dezember 2019.
  8. (8) National Ocean Service, National Oceanic and Atmospheric Administration U.S. Department of Commerce, Skincare Chemicals and Coral Reefs, Stand: 11.10.2021.
  9. (9) Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland, Titandioxid in Lebensmitteln ab Sommer 2022 verboten, 14. Januar 2022.
  10. (10) Dréno B, Alexis A, Chuberre B, Marinovich M. Safety of titanium dioxide nanoparticles in cosmetics. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2019 Nov;33 Suppl 7:34-46.
  11. (11) Kaur CD, Saraf S. In vitro sun protection factor determination of herbal oils used in cosmetics. Pharmacognosy Res. 2010 Jan;2(1):22-5.
  12. (12) Gause S und Chauhan A, UV-blocking potential of oils and juices, International Journal of Cosmetic Science, 2016 Aug;38(4):354-63.
  13. (13) Piz Buin Tan & Protect Sonnenschutz-Spray, abgerufen am: 01.06.2022.
  14. (14) Suntribe Mineralische Bio-Sonnencreme, abgerufen am: 01.06.2022.Scientific Committee on Consumer Safety SCCS, Opinion on Titanium Dioxide (nano form), Revision of 22 April 2014.
  15. (15) Scientific Committee on Consumer Safety SCCS, Opinion on Zinc oxide (nano form), Revision of 11 December 2012.