Nebenwirkungen von Antibiotika

Antibiotika und ihre wichtigsten Nebenwirkungen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 14.08.2018
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Antibiotika und ihre wichtigsten Nebenwirkungen
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Antibiotika können Nebenwirkungen haben. Wir stellen die wichtigsten Nebenwirkungen dieser Arzneimittelgruppe vor. Manche dieser Nebenwirkungen treten nicht nur während der Antibiotika-Einnahme auf, sondern können auch langfristig zu massiven und vor allen Dingen dauerhaften Beschwerden führen. Vor einer Antibiotika-Einnahme sollte daher sorgfältig abgeklärt werden, ob die Mittel überhaupt notwendig sind und es sich lohnt, die damit in Verbindung stehenden Risiken einzugehen. Bleiben Sie daher kritisch, wenn Ihr Arzt Ihnen Antibiotika verordnet!

Inhaltsverzeichnis

Welche Nebenwirkungen haben Antibiotika?

Antibiotika können zahlreiche Nebenwirkungen haben. Zwar gibt es sehr viele unterschiedliche Antibiotika, die natürlich auch unterschiedliche Nebenwirkungen haben können, doch werden im Beipackzettel (am Beispiel Amoxicillin, das zu den Penicillinen gehört) meist die folgenden aufgeführt:

  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, weiche Stühle, Blähungen, Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Verfärbung der Zahnoberfläche, die vorübergehend ist und durch gute Mundhygiene vermieden werden kann
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Juckreiz, Hautausschlag (der auch schwerwiegend sein kann, wenn gleichzeitig ein Hautpilz entsteht oder dank Antibiotika entstanden ist), Nesselausschlag
  • Anstieg der Leberwerte
  • Infektionen mit anderen Bakterien oder mit Hefepilzen (z. B. Scheidenpilz, da Antibiotika das Immunsystem schwächen und die nützlichen Bakterien eliminieren (nicht nur die der Darmflora, sondern auch jene der Scheidenflora), so dass sich Pilze und schädliche Bakterien durchsetzen können – Anm. ZDG-Redaktion)
  • Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock oder Überempfindlichkeitsreaktionen (Arzneimittelfieber)

Weitere Nebenwirkungen, die erst einige Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Antibiotikaeinnahme auftreten können, finden sich im Beipackzettel leider nicht. Wir stellen einige davon weiter unten vor.

Wann sollten Antibiotika nicht verordnet werden?

Trotz der langen Liste mit Nebenwirkungen werden Antibiotika nach wie vor zu oft und ausserdem häufig bei den falschen Indikationen verordnet. Sicher kennen Sie das: Man geht zum Arzt – wegen Halsschmerzen, Erkältung, Husten oder was auch immer – und kommt mit einem Rezept für Antibiotika wieder heraus.

Gerade bei den genannten Beschwerden aber sind Antibiotika nicht immer sinnvoll, allenfalls bei 10 Prozent der Halsschmerz-Patienten, nämlich dann, wenn bestimmte Bakterien (Streptokokken) an der Infektion beteiligt sind. Dennoch werden allein bei Halsschmerzen in 60 Prozent aller Fälle Antibiotika verschrieben – so eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2013.

Auch in Deutschland werden immer noch viel zu oft Antibiotika bei Erkältungen verordnet. Laut Zahlen der Techniker Krankenkasse in Baden-Württemberg ist es jeder vierte, der bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit ein Antibiotikum erhält – glücklicherweise mit abnehmender Tendenz. Vor einigen Jahren waren es noch knapp 40 Prozent der Erkälteten, die mit einem Antibiotika-Rezept die Praxis ihres Hausarztes verliessen.

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Wirken Antibiotika auch gegen Viren?

Antibiotika können bei bakteriell bedingten Krankheiten gut wirksam sein (z. B. bei Harnwegsinfekten oder Ohrentzündungen) und oft auch lebensrettend, z. B. bei bakteriell bedingten Lungenentzündungen oder bakteriell bedingten schweren Durchfällen.

Da Antibiotika jedoch IMMER auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können, sollten sie wirklich nur dann eingenommen werden, wenn auch eine hilfreiche Wirkung erwartet werden kann, was bei Erkältungen mit Halsschmerzen, Schnupfen und Husten selten der Fall ist, da diese Beschwerden von Viren verursacht werden – und gegen Viren helfen die meisten Antibiotika nun einmal nicht (Ausnahme ist z. B. das Makrolid Azithromycin mit breitem Wirkspektrum auf Bakterien UND Viren).

Woher weiss ich, dass ich das richtige Antibiotikum nehme?

Oft wird überdies das falsche Antibiotikum verordnet. Es werden also nicht nur fälschlicherweise Antibiotika bei viralen Infekten gegeben, selbst bei bakteriellen Erkrankungen wird oft das falsche Mittel gewählt. Denn Antibiotikum ist nicht gleich Antibiotikum.

Ein sog. Antibiogramm vor der Gabe würde hier Abhilfe schaffen. Dazu wird eine Urinprobe (bei Harnwegsinfekten) oder ein Abstrich z. B. der Rachenschleimhaut genommen. Anschliessend wird im Labor untersucht, welches Antibiotikum bei vorliegendem Infekt am besten geeignet wäre, sprich am besten wirkt.

Nach einer Krankenkassenstudie aus dem Jahr 2016 zeigte sich, dass Ärzte Antibiotika fast immer (in 95 Prozent der Fälle) auf Verdacht verordnen, also ohne zuvor die Wirksamkeit abklären zu lassen.

Die BKK-Landesverbände stellten bei dieser Untersuchung fest, dass selbst bei Harnwegsinfekten nur bei jedem vierten Fall ein entsprechender Test veranlasst wird. In der Inneren Medizin liessen die Ärzte bei 119.000 Infektionsfällen nur 30 Antibiogramme erstellen und bei den Allgemeinmedizinern – so das Ärzteblatt – fanden die BKK-Prüfer lediglich 15 Antibiogramme unter mehr als 350.000 mit Antibiotika behandelten Infektionen.

Die befragten Ärzte begründeten dieses Verhalten damit, dass die Patienten schnell ein Medikament erwarteten (die Ergebnisse aber erst nach 48 Stunden vorliegen), dass eine entsprechende Probe ausserdem viel Zeit koste und man auch nicht wisse, wer all das finanziere.

Multiresistente Keime entwickeln sich

Werden Antibiotika zu oft oder unnötigerweise verordnet oder werden für die jeweilige Infektion die falschen Antibiotika gegeben, fördert diese Praxis die bedrohliche Resistenzbildung bei Bakterien, so dass sich multiresistente Erreger entwickeln können, gegen die bei wirklich ernsthaften Gesundheitsproblemen sodann kein Antibiotikum mehr wirkt.

Die Nebenwirkungen von Antibiotika

Da Antibiotika nicht gezielt gegen die schädlichen, also krankheitsverursachenden Bakterien wirken, sondern auch nützliche Bakterien eliminieren, wie etwa die Bakterien der Mundflora, der Scheidenflora und der Darmflora, kommt es bei Antibiotika-Einsatz häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen, wobei Verdauungsbeschwerden ganz oben auf der Liste stehen.

1. Durchfall durch Antibiotika

Durchfall gehört aufgrund der antibiotikabedingten Darmflorastörung neben Blähungen und Bauchkrämpfen zu den häufigsten Nebenwirkungen von Antibiotika. Bei vielen Patienten lässt der Durchfall nach dem Absetzen des Medikaments wieder nach und der Darm samt Darmflora erholt sich von alleine wieder – zumindest scheint es zunächst so, da sich aus der antibiotikabedingten Darmfloraschädigung auch erst langfristig chronische Darmprobleme oder auch ganz andere Gesundheitsschäden entwickeln können (siehe Punkt 3).

Bei manchen Patienten entwickelt sich der „normale“ antibiotikabedingte Durchfall jedoch schon unmittelbar während oder nach der Antibiotika-Einnahme zu einem lebensgefährlichen Durchfall. Dieser wird zumeist von Clostridioides difficile verursacht – einem Bakterium, das normalerweise auch in der Darmflora gesunder Menschen vorkommt – jedoch nur in geringer Zahl, weil es dort von den nützlichen Darmbakterien in Schach gehalten wird.

Wird die nützliche Darmflora jedoch von einem Antibiotikum stark zurückgedrängt, dann kann sich C. difficile mühelos ausbreiten. Seine giftigen Ausscheidungen lösen schwere, teilweise lebensbedrohliche Durchfälle aus. Man spricht von der sog. pseudomembranösen Colitis. C. difficile gehört mit zu den wichtigsten Krankenhauskeimen, da es bereits gegen zahlreiche Desinfektionsmittel und auch einige Antibiotika resistent ist.

2. Magenprobleme durch Antibiotika

Auch Magenprobleme wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, aber auch Sodbrennen können durch Antibiotika auftreten oder verstärkt werden. Sie reizen die Schleimhäute im Mund, Rachen und Magen. Gleichzeitig können sie den Magenkeim Helicobacter pylori eliminieren, der beim Gesunden nach Meinung mancher Fachleute in vielen Fällen vor Beschwerden wie z. B. Reflux und Sodbrennen schützen kann – ein Zeichen dafür, dass selbst Bakterien mit schlechtem Ruf nicht durchweg schlecht sind, sondern durchaus auch gesundheitliche Vorteile bieten können.

3. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen durch Antibiotika

Wenn Antibiotika in erster Linie den Darm in Mitleidenschaft ziehen, ist es naheliegend, dass durch diese Arzneimittel möglicherweise auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entstehen bzw. begünstigt werden können.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 stellte man anhand der Daten von 2.234 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen fest, dass diese im Vergleich zu über 22.300 gesunden Kontrollpersonen (2 bis 5 Jahre vor Krankheitsausbruch) häufiger Antibiotika verschrieben bekommen hatten.

Wer mindestens ein- bis zweimal Antibiotika genommen hatte, erkrankte eher an Morbus Crohn, wer dreimal und öfter Antibiotika erhalten hatte, erkrankte häufiger an Colitis ulcerosa. Antibiotika gelten daher als mögliche Ursache von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

4. Reizdarm durch Antibiotika

Auch ein Reizdarmsyndrom kann sich als langfristige Folge einer Antibiotikatherapie entwickeln, was einem ganz besonderen Teufelskreis entspricht, da beim Reizdarmsyndrom – wenn andere Massnahmen erfolglos bleiben – Antbiotika verordnet werden. Dies deshalb, da ein Reizdarmsyndrom mit einer massiven Darmflorastörung einhergeht und man diese ungünstige Darmflora mit Antibiotika zu reduzieren versucht.

Meist tritt eine sofortige Besserung der Symptome (Blähungen, Bauchweh etc.) ein. Nach Absetzen der Antibiotika – 10 bis 14 Tage später – setzen jedoch oft die Symptome wieder ein, so dass die Medikamente ein zweites Mal oder sogar langfristig eingenommen werden. Hier sollte besser nach den Ursachen des Reizdarmsyndroms geschaut werden, die sich mit ganzheitlichen Massnahmen häufig lindern lassen.

5. Scheidenpilz durch Antibiotika

Bei Frauen führt eine Antibiotika-Einnahme nicht stelten zu einem Scheidenpilz. Wie oben erklärt, verändern Antibiotika nicht nur die Darmflora, sondern auch die Scheidenflora. Die schützenden Milchsäurebakterien werden zahlenmässig reduziert, was dazu führt, dass sich Pilze ausbreiten können und nun Juckreiz, Ausfluss, trockene Scheide etc. verursachen. Mögliche naturheilkundliche Massnahmen bei Scheidenpilz finden Sie in unserem entsprechenden Artikel.

6. Übergewicht durch Antibiotika

In einer Studie, die 2015 im International Journal of Obesity veröffentlicht wurde, ergab sich, dass eine Antibiotika-Einnahme in der Kindheit die Entwicklung von Übergewicht begünstigen kann – und zwar nicht nur in der Kindheit, sondern auch noch Jahre später.

7. Diabetes durch Antibiotika

Eine weitere Untersuchung – erschienen im Oktober 2015 im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism – zeigte, dass Antibiotika möglicherweise mit Diabetes Typ 2 in Verbindung stehen. Dänische Forscher hatten die Daten von mehr als 1,5 Millionen Menschen untersucht und festgestellt, dass jene, die in den Jahren vor ihrer Diagnose zwei- bis viermal Antibiotika eingenommen hatten, ein um 23 Prozent höheres Risiko hatten, Diabetes zu bekommen – im Vergleich zu Personen, die nie Antibiotika genommen hatten. Wer fünfmal und öfter Antibiotika nehmen musste, hatte sogar ein um 53 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko.

Selbstverständlich besteht bei diesen Zusammenhängen immer auch die Möglichkeit einer einfachen Korrelation ohne Kausalität, beispielsweise dass Menschen mit Neigung zu Diabetes auch grundsätzlich infektanfälliger sind und daher öfter Antibiotika einnehmen.

8. Depressionen und Angstzustände durch Antibiotika

Möglicherweise haben Sie schon von der Darm-Hirn-Achse gehört, die den wechselseitigen Einfluss von Darm und Gehirn beschreibt. Wir gehen darauf detailliert in unserem Artikel über die positive Wirkung von Probiotika bei Stress (Stresshormonspiegel und Stresssymptome) ein.

Wenn also der Darm infolge einer Antibiotika-Einnahme leidet, dann kann sich dies auch negativ auf die Psyche auswirken. In einer Studie, die im November 2015 im Journal of Clinical Psychology veröffentlicht wurde, zeigte sich beispielsweise, dass nur eine einzige Antibiotika-Therapie genügt, um das Risiko für Depressionen und Angstzustände zu erhöhen.

Je öfter man Antibiotika einnehmen muss, umso weiter steigt auch das Risiko, bis es schliesslich nach fünf Antibiotika-Therapien um 50 Prozent erhöht ist.

9. Kranke Sehnen und Psychosen durch Antibiotika

Antiobiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone (z. B. Norfloxacin, Ciprofloxacin, Moxifloxacin und Levofloxacin) können besonders schwere Nebenwirkungen haben. Sie können Sehnen und Nerven schädigen, so dass es zu Sehnenrissen und Nervenschmerzen kommen kann.

Die entsprechenden Symptome bei Nervenschäden sind Kribbeln im Gesicht und in den Händen, Taubheitserscheinungen und Muskelschmerzen. Fluorchinolone können ausserdem Angstzustände, Panikattacken, Halluzinationen, Selbstmordgedanken und Leberschäden auslösen.

Leider bilden sich diese Nebenwirkungen nicht unbedingt nach dem Absetzen der Antibiotika zurück, sondern können auch anschliessend noch viele Monate oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

Manche der genannten Nebenwirkungen erscheinen auf dem Beipackzettel unter „seltene Nebenwirkungen“. In Wirklichkeit aber – wie die Einträge in den Nebenwirkungsdatenbanken der EU zeigen – sind bereits Zehntausende Patienten betroffen.

Inzwischen gelten Fluorchinolone nur noch als Reserveantibiotika, die also nur dann gegeben werden sollen, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt – und schon gar nicht bei banalen Infekten, wie einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung, chronischer Bronchitis oder unkomplizierten Harnwegsinfekten, denn das Risiko schwerer Nebenwirkungen übersteigt den Nutzen deutlich.

10. Organschäden durch Antibiotika

Im Heft 4/2016 der Zeitschrift Arzneimitteltherapie werden die toxischen Wirkungen verschiedener Antibiotika auf die Organe aufgeführt. Manche schädigen beispielsweise das Zentralnervensystem, was sich in Krampfanfällen äussern kann. Andere die Nieren, was zu einer Niereninsuffizienz führen kann und wieder andere die quergestreifte Muskulatur, was Myopathien nach sich ziehen kann.

Antibiotika der Gruppe Makrolide wiederum können das Herz schädigen, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann und Antibiotika der Gruppe Oxazolidinone können sogar das Knochenmark in Mitleidenschaft ziehen, was sich in Blutbildungsstörungen äussert und z. B. zu einer Thrombozytopenie (zu wenige Blutplättchen) führen kann, die wiederum innere Blutungen mit sich bringt.

11. Nebenwirkungen durch Antibiotika in der Schwangerschaft

Im ersten Trimester – so heisst es – sollen Schwangere in jedem Fall auf Antibiotika verzichten. Dass die Antibiotika-Einnahme jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt problematisch sein kann, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2015, in der sich ergab, dass Antibiotika – wenn im dritten Trimester eingenommen – das Risiko für Atemwegserkrankungen beim Kind erhöhen kann.

Antibiotika können Fehlgeburten auslösen

Nehmen Schwangere Antibiotika im ersten Trimester, dann erhöht sich dadurch das Fehlgeburtenrisiko – so eine kanadische Studie, in der Antibiotika der Gruppen Makrolide, Quinolone, Tetrazykline, Sulfonamide u. a. untersucht wurden.

Antibiotika können Geburtsfehler auslösen

In einer weiteren Studie (August 2017) ergab sich anhand von 139.938 Geburten, dass Antibiotika – wenn im ersten Trimester eingenommen – zu Fehlbildungen beim Kind führen können. Betroffen waren die folgenden Antibiotika: Clindamycin, Doxycyclin, Quinolone, Makrolide und Phenoxymethylpenicillin.

Nebenwirkungen, an die keiner denkt

Bei Ärzten jedoch gelten Antibiotika als nebenwirkungsarme Medikamente. Sie werden deshalb auch so gerne, so oft und so sorglos verschrieben. Denn ein bisschen Durchfall ist ja nicht schlimm. Der vergeht. Dass der Durchfall nur die Spitze des Eisbergs ist und nur ein Symptom einer oft langwierigen und folgenschweren Darmflorastörung, wird von den meisten Ärzten nicht anerkannt.

Wie oft aber erzählen Patienten: Ich hatte eine Blasenentzündung, erhielt Antibiotika und litt etwa ab diesem Zeitpunkt an Allergien, Nahrungsmittelintoleranzen, Reizdarm oder sogar chronischen Rückenschmerzen oder einer Autoimmunerkrankung. Von Ärzten wird hier kein Zusammenhang gesehen. Alles nur Zufall, heisst es gerne. Bleiben Sie daher skeptisch, wenn Sie Antibiotika verschrieben bekommen!

Worauf sollte man bei der Einnahme von Antibiotika achten?

Wenn Ihr Arzt Ihnen Antibiotika verschreibt, stellen Sie die folgenden Fragen:

  • Ist bei meinen Beschwerden ein Antibiotikum überhaupt sinnvoll? Oder könnte es sein, dass meine Krankheit eine Virusinfektion ist? Könnte es sein, dass die Antibiotikagabe meine Beschwerden nur um einen oder zwei Tage verkürzt, die Krankheit also ohne Antibiotikum nur unwesentlich länger bräuchte, um allein auszuheilen, ich aber mit dem Risiko der Nebenwirkungen leben muss?
  • Gäbe es Alternativen? Naturheilkundliche Mittel oder einfache Hausmittel?
  • Wurde das für meine Beschwerden richtige Antibiotikum gewählt? Wurde ein Antibiogramm gemacht?
  • Wurden meine Vorerkrankungen berücksichtigt? Liegen bei Ihnen Organschäden, chronische Beschwerden oder psychische Probleme vor, die Ihr Arzt kennt und bei der Wahl des Antibiotikums berücksichtigen konnte?
  • Wurde berücksichtigt, dass ich noch andere Medikamente nehmen muss? Könnte es zu Wechselwirkungen zwischen meinen Medikamenten und dem Antibiotikum kommen? Welchen Zeitabstand muss ich zwischen den Mitteln einhalten?
  • Wie oft pro Tag muss ich das Antibiotikum einnehmen? Zum Essen oder nüchtern? In welchem Abstand zu den Mahlzeiten?
  • Muss ich die verschriebene Tablettenmenge einnehmen, auch wenn die Beschwerden schon früher abklingen? (Inzwischen weiss man, dass man Antibiotika in vielen Fällen auch schon eher absetzen kann, es dadurch also nicht zu einer verstärkten Resistenzbildung kommt, wie einst angenommen).

Wie kann man den Nebenwirkungen durch Antibiotika vorbeugen?

Wenn sich Antibiotika nicht vermeiden lassen, dann kümmern Sie sich darum, alles zu tun, um Nebenwirkungen vorzubeugen:

Ernähren Sie sich bestmöglich (basenüberschüssig, vitalstoffreich, vollwertig, pflanzenbasiert), damit Ihr Körper nicht auch noch durch eine ungünstige Ernährung geschwächt wird, sondern mit allen Vitalstoffen rundum bestens versorgt wird.

Wählen Sie die für Sie passenden Nahrungsergänzungen, z. B. Vitamine, Mineralien, Antioxidantien, die den Körper beim Heilprozess unterstützen.

Und das Wichtigste: Nehmen Sie grundsätzlich ein hochwertiges Probiotikum ein, z. B. Combi Flora SymBIO! Und zwar parallel zur Antibiotika-Einnahme und noch vier bis zwölf Wochen darüber hinaus. Probiotika schützen die Darmflora und helfen dabei, dass sich diese wieder schnell regenerieren kann, so dass es zu vielen Nebenwirkungen (wie etwa Durchfall) gar nicht erst kommt.

Liste mit den Nebenwirkungen von Antibiotika

Eine Liste mit den verschiedenen Antibiotika und ihren wichtigsten Nebenwirkungen finden Sie hier: Liste: Nebenwirkungen von Antibiotika; diese Liste zeigt, dass es kein Antibiotikum gibt, welches auf den ersten Blick deutlich weniger Nebenwirkungen hat und daher vorzuziehen wäre. 

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Quellen

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  • Battenfeld N, Fast jeder Vierte bekommt bei Erkältung Antibiotika, 13. November 2017, TK Die Techniker, (Quelle als PDF)
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