Nebenwirkungen von Psychopharmaka (z. B. Antidepressiva)
Antidepressiva erhöhen das Schlaganfallrisiko

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 03.08.2016
  • 1 Kommentar
Antidepressiva erhöhen das Schlaganfallrisiko
©iStockphoto.com/Hande Guleryuz Yuce

Antidepressiva können bei Frauen nach der Menopause das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Dies entdeckten Wissenschaftler der New Yorker Privatuniversität für Medizin Albert Einstein College of Medicine (AECOM)(1). Sie veröffentlichten die Ergebnisse einer entsprechenden Studie in den Archives of Internal Medicine, einem alle zwei Monate erscheinenden Fachmagazin.

Mit Studien unterlegte Ergebnisse

Die Studie des AECOM berief sich auf Daten der Women’s Health Initiative(2), die ihrerseits in einer Studie den Zusammenhang von Hormonersatztherapien und einem erhöhten Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Krebs bei Frauen nach der Menopause nachgewiesen hatte.

5 HTP

Schlaganfallrisiko durch Antidepressiva um 45 Prozent höher

Die AECOM-Forscher untersuchten 136.293 Frauen im Alter von 50 bis 79 über einen durchschnittlichen Zeitraum von sechs Jahren. Sie fanden heraus, dass die Frauen, die Antidepressiva einnahmen, eine um 45 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, in dieser Zeit einen Schlaganfall zu bekommen als jene Frauen, die keine derartigen Medikamente einnahmen. Auch war die Sterblichkeitsrate der Antidepressiva-Frauen aufgrund anderer Ursachen um 32 Prozent höher als dies bei denjenigen Frauen der Fall war, die keine Antidepressiva nahmen.

Depressionen ein Risikofaktor

Depressionen sind mittlerweile ein anerkannter Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfälle – auch bei Menschen, die keine Antidepressiva nehmen. Das Schlaganfallrisiko bei postmenopausalen Frauen aber, die Antidepressiva einnehmen, liegt deutlich über dem Schlaganfallrisiko der Durchschnittsbevölkerung. In der untersuchten Gruppe erlitt jedes Jahr eine von 200 Frauen einen Schlaganfall. Auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, so erklärten die Forscher, handle es sich bei diesem erhöhten Risiko um ein ernstzunehmendes Problem.

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

Antidepressiva jeder Art können zu einem Schlaganfall führen

Das erhöhte Schlaganfallrisiko durch Antidepressiva blieb übrigens auf demselben Level, ganz unabhängig davon, welche Art von Antidepressiva die Frauen einnahmen. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)(3) und trizyklische SSRIs(4) erhöhten jedoch besonders das Risiko für eine ganz spezielle Art des Schlaganfalls, nämlich für den sog. hämorrhagischen Schlaganfall(5).

"Wir wissen bereits über die Zusammenhänge von Depression und Schlaganfallrisiko Bescheid und finanzieren derzeit weitere Studien, um diesen Zusammenhang näher erklären zu können,”

sagte Joanne Murphy von der Stroke Association(6).

"Ein jeder kann sein persönliches Risiko auf einen Schlaganfall schon einmal beträchtlich senken, indem er oder sie seinen Lebensstil verändert, nämlich mit dem Rauchen aufhört, den Alkoholkonsum einschränkt, den Blutdruck senkt, eine gesündere Nahrung zu sich nimmt und ausreichend Sport treibt."

Antidepressiva können unter Umständen kurzfristig helfen, sollten aber niemals über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden.

Eine gesunde Alternative

Wenn das Glück von einem winzigen Botenstoff abhängt, dann ist das ein wunderbares Zeichen. Denn dann haben all die anderen Dinge – von denen wir immer dachten, dass sie uns glücklich machten – gar keinen besonderen Einfluss auf unser Glück.

Lesen Sie auch: So werden Sie zum meister Ihres Seelenlebens

Fussnoten:

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Zuletzt kommentiert

meinereiner schrieb am 10.02.2018

Schlaganfall

Kein erhöhtes Risiko durch SSRI

Von Ulrike Viegener / Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind in Verdacht geraten, Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen auslösen zu können. Eine jetzt im »British Medical Journal« veröffentlichte Kohortenstudie an mehr als 200 000 Patienten gibt Entwarnung – zumindest für jüngere Patienten.

SSRI zählen weltweit zu den meistverordneten Arzneimitteln. Daher wiegen Hinweise aus verschiedenen Studien schwer, dass diese Antidepressiva mög­licherweise mit einem vermehrten Auftreten von Schlaganfällen, Herzrhythmusstörungen und Myokardinfarkten assoziiert sind.

SSRI bergen bei jüngeren Patienten einer aktuellen Studie zufolge kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Allerdings ist die Daten­lage kontrovers und die Aussagekraft der bisher vorliegenden Studien aus methodischen Gründen limitiert. So dokumentiert eine Metaanalyse mehrerer Beobachtungsstudien unter SSRI einen Anstieg von Schlaganfällen um 40 Prozent, wobei diese Risikozunahme aber nur bei älteren Patienten signifikant war.

Vor diesem Hintergrund wurde in der jetzt veröffentlichten britischen Studie eine jüngere Kohorte von 238 963 an einer Depression erkrankten Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren auf mögliche kardiovaskuläre Risiken unter SSRI und anderen Antidepressiva überprüft (DOI: 10.1136/bmj.i1350). Die Daten stammten aus der QResearch Primary Care Database, in die anonymisierte Patientendaten von circa 1000 Allgemeinarzt-Praxen in Großbritannien einfließen. Berücksichtigt wurden erstmals aufgetretene Myokardinfarkte, Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken (TIA) sowie Herzrhythmusstörungen in einem Fünfjahreszeitraum.

Zumindest für die erfasste Altersspanne geben die Autoren um Professor Dr. Carol Coupland von der Universität Nottingham Entwarnung: Es fand sich keine Evidenz dafür, dass SSRI das Risiko von Schlaganfällen/TIA oder Herzrhythmusstörungen erhöhen. Das gilt speziell auch für die Substanz Citalo­pram, unter der in verschiedenen Studien eine Verlängerung des QT-Intervalls beobachtet worden war. In der jetzt veröffentlichten Studie ließ sich selbst unter hohen Dosen kein Risikoanstieg verifizieren.

In puncto Myokardinfarkt fanden sich sogar Hinweise auf eine Abnahme des Risikos unter SSRI, die im Fall von Fluoxetin statistisch signifikant waren. Unter Lofepramin, das zu den trizyklischen Anti­depressiva zählt, war das Herzinfarktrisiko dagegen signifikant erhöht. /

Quelle: pharmazeutische Zeitung

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo meinereiner

In unserem Artikel geht es um das Schlaganfallrisiko von Frauen in der Menopause, also um eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, was bereits im Teaser erklärt wird. Im von Ihnen einkopierten Artikel hingegen geht es lediglich um eine bestimmte Altersgruppe, so dass hier kein Vergleich möglich ist.

Da unsere Seite ferner eine Seite für Menschen ist, die sich für ganzheitliche Konzepte interessieren, die also nach Alternativen zu Psychopharmaka suchen, möchten wir Ihnen als offensichtlichem Fan von Psychopharmaka nahelegen, doch künftig auch dort zu lesen, wo diese Medikamente empfohlen werden und wo Sie sich sicher wohler fühlen als bei uns, z. B. bei der pharmazeutischen Zeitung oder dem Ärzteblatt. Auch die Apothekenumschau wäre eine empfehlenswerte Plattform für Sie.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit