Warum Darmreinigungen angeblich unnötig sind

Will man sich vor einer Darmreinigung oder Darmsanierung im Netz darüber informieren, stösst man zumeist auf kritische Seiten, die von Darmreinigungen abraten.

Zusammengefasst liest man dort im Allgemeinen Aussagen wie diese:

1. Falschmeldung: Schlacken gibt es nicht, der Körper reinigt sich selbst

Mit einer Darmreinigung wolle man in alternativmedizinischen Kreisen den Körper entschlacken. Doch gäbe es keine Schlacken, so dass auch eine Entschlackung nicht nötig sei. Das, was der Körper nicht brauche, scheide er problemlos mit dem Stuhl oder über die Nieren aus. Besondere Hilfsmassnahmen durch den Menschen brauche er dazu keine. Zitat: „Mithilfe der normalen Darmtätigkeit entledigt sich der Körper bereits ganz natürlich der Stoffe, die er nicht gebrauchen kann.“(2)

Die Begriffe Schlacken und Entschlacken seien von Otto Buchinger eingeführt worden. Der berühmte Fastenarzt (1878 – 1966) habe sich vorgestellt, im Darm sammelten sich ähnlich wie in Hochöfen schädliche Stoffe (Schlacken) an, weshalb man den Darm regelmässig reinigen müsse. Derartige Schlacken seien bislang noch nicht nachgewiesen worden.

2. Falschmeldung: Eine Darmreinigung ist nur vor Operationen und Darmspiegelungen nötig

Medizinisch notwendig sei eine Darmreinigung (mit Glaubersalz oder ähnlichen Abführmitteln) nur in bestimmten Situationen, z. B. vor einer Operation oder vor einer Darmspiegelung.

An dieser Stelle wird dann meist erklärt, wie man mit Glaubersalz abführt und wie man Darmspülungen durchführt (einerseits per Colon-Hydro-Therapie (bis zu 60 Liter Wasser), andererseits per Einlauf (200 ml Wasser).

3. Falschmeldung: Darmreinigungen haben Risiken und Nebenwirkungen

Anschliessend werden die Nebenwirkungen aufgezählt, wie Krämpfe, aufgeblähter Bauch, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Den Abschluss bilden dann noch die Risiken, die bei einer unsachgemäss durchgeführten Darmspülung bestehen. Man könne sich beispielsweise die Darmwand verletzen oder diese gar gleich ganz durchstechen, man erleide Infektionen, einen starken Flüssigkeitsverlust und Verschiebungen im Elektrolyt-Haushalt.

4. Falschmeldung: Die Schulmedizin lehnt Darmreinigungen ab, weil sie nicht evidenzbasiert sind

Man rät von allem ab, was in der Schulmedizin nicht zum Einsatz kommt und was nicht evidenzbasiert ist. Erkennbar sind derartige Informationen an Einleitungen wie „Wissenschaftlich gesehen…“ oder auch „Aus medizinischer Sicht…“.

5. Falschmeldung: Bentonit ist nur für’s Katzenklo

Findet man dann eine Kritik, die sich den bei uns empfohlenen Darmreinigungen widmet, wird dort als Argument u. a. dieses angeführt:

Bentonit sei zwar ein toller Stoff für Katzenklos, doch wer – mit einigermassen gesundem Menschenverstand – nehme schon freiwillig Katzenstreu ein?

6. Falschmeldung: Bentonit und Zeolith enthalten Aluminium

Noch heute wird immer wieder „enthüllt“, dass die Mineralerden Zeolith und Bentonit Aluminium enthielten und daher unbedingt zu meiden seien. Schliesslich sei Aluminium schädlich.

Wie verhält es sich nun wirklich: Sind Darmreinigungen tatsächlich unnötig?

Geht man nun die obigen Punkte nacheinander durch, erkennt man schnell, dass die jeweiligen Autoren sich offenbar nur sehr oberflächlich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

1. Schlacken gibt es, Schlacken sind die Ursache vieler Erkrankungen

Vielleicht sollte man Buchingers Schlackenbeschreibung einfach als das ansehen, was es ist: Eine Metapher, ein Bild, das beim Laien zu einem besseren Verständnis führen soll. Zwar gibt es im Darm durchaus auch einmal Ablagerungen, die optisch an Hochöfenschlacken erinnern, nämlich schwer lösliche Kotsteine (verhärteter Stuhl), die dank einer Darmreinigung entfernt werden können. Die weit verbreitete Existenz von kiloschweren (schlackeähnlichen) Ablagerungen an den Darmwänden darf jedoch tatsächlich bezweifelt werden.

Nutzt man in der Naturheilkunde den Begriff Schlacken und Entschlackung, dann ist u. a. ein Vorgang gemeint, der zum Grundwissen eines jedes Arztes oder eines anderweitig im Bereich der Gesundheit Tätigen gehören sollte. Man nennt diesen Vorgang Autophagozytose. Er beschreibt die Fähigkeit der Zelle, schädliche Stoffe und Stoffwechselabfälle – in der Naturheilkunde Schlacken genannt – abzugeben oder zu recyceln.

Seit einigen Jahren weiss man, dass eine verminderte Autophagozytose zu Krankheiten führen kann bzw. dass eine Aktivierung einer nachlassenden Autophagozytose zu den Grundpfeilern einer jeden Therapie gehören sollte. Wir haben dazu hier berichtet: Autophagozytose: Die Gesundheitsgarantie Ihres Körpers

Unter Schlacken versteht man in der Naturheilkunde also nicht vorrangig Ablagerungen an den Darmwänden, sondern die folgenden Stoffe:

  • Umweltgifte (von Feinstaub und Abgasen über Mikroplastik bis hin zu Schwermetallen und Pestiziden)
  • Salze (die zu Ablagerungen werden können, z. B. in Nieren- und Gallensteinen oder in den Blutgefässen)
  • Stoffwechselabbauprodukte aller Art
  • überschüssige Hormone, Mineralien und Vitamine
  • schädliche Bakterien und Bakteriengifte
  • abgestorbene Pilze und Pilztoxine
  • Gase im Darm etc.

Mit Hilfe der bei uns beschriebenen Darmreinigung werden nun einerseits die Autophagozytose sowie andere körpereigenen Entschlackungs- und Entgiftungsfähigkeiten aktiviert und verbessert (Leber- und Nierentätigkeit, Funktionen des Lymphsystems, Darmperistaltik etc.), andererseits werden zahlreiche Gifte aber auch direkt gebunden und ausgeleitet.

2. Eine Darmreinigung kann immer durchgeführt werden – ob präventiv oder therapeutisch

Im zweiten Punkt wird klar, dass die jeweiligen Redakteure oder sonstigen „Fachleute“, die von Darmreinigungen abraten, unter einer Darmreinigung offenbar nichts anderes verstehen als einen Einlauf bzw. eine Darmspülung (Colon Hydro Therapie) oder aber die Einnahme eines starken Abführmittels (z. B. Glaubersalz).

Auch im englischsprachigen Raum sowie in entsprechenden älteren Studien geht es beim Thema „Colon Cleansing“ stets um Darmspülungen (3), was vielleicht von dort auch einfach übernommen wird.

Man differenziert also nicht zwischen den unterschiedlichsten Formen der Darmreinigung, weiss also offenbar nicht, dass es ganz verschiedene Darmreinigungsvarianten gibt – darunter sehr hilfreiche, aber eben auch solche, die nicht so empfehlenswert sind oder die nur in bestimmten Situationen empfehlenswert sind und die sodann bei unsachgemässer Anwendung auch Nebenwirkungen haben können.

Ist in der Naturheilkunde von Darmreinigungen und Darmsanierungen die Rede, können damit zwar auch Einläufe gemeint sein. Inzwischen aber verhält es sich so, dass Darmkuren aus den folgenden Komponenten bestehen, die man einnimmt, sich also nicht – wie einen Einlauf – rektal verabreicht:

  • Flohsamenschalenpulver (oder Alternativen: Leinsamen o. ä.)
  • Bentonit oder Zeolith
  • Probiotika
  • Eine darm- und darmflorafreundliche pflanzenbasierte Ernährung

Begleitend kann der eine oder andere Einlauf (sachgemäss!) durchgeführt werden, zwingend erforderlich ist er bei der beschriebenen Darmreinigung aber nicht.

Die von uns empfohlene Darmkur kann sowohl präventiv als auch – bei vielen chronischen Beschwerden – therapeutisch eingesetzt werden. Viele Informationen zu den Eigenschaften und Wirkungen einer naturheilkundlichen Darmreinigung und Darmsanierung finden Sie hier: Darmreinigung: Wissenschaftliche Studien, wo sich zeigt, dass es längst zahlreiche Wissenschaftler gibt, die zu den Vorteilen von Darmreinigungen forschen und entsprechende Arbeiten veröffentlichen.

* Eine unkomplizierte Darmreinigung in Kapselform mit Probiotika finden Sie hier unter diesem Link.

3. Keine Gefahr bei sachgemäss durchgeführten Einläufen

Wenn man genau hinsieht, wird im Mainstream meist vor unsachgemässen Einläufen gewarnt. Unsachgemässe Anwendungen sollte man nun aber verständlicherweise grundsätzlich meiden.

Wie unter 2. erklärt, sind Einläufe nicht einmal zwingender Bestandteil einer naturheilkundlichen Darmreinigung. Sie KÖNNEN zwar auch ab und zu gemacht werden, wenn man das möchte, jedoch nur in sachgemässer Form. Von unsachgemässen Aktionen raten wir stets ab.

Wer sich das ganz normale Irrigatorröhrchen in den Allerwertesten steckt, wird ausserdem feststellen, dass man damit im Grunde nichts durchstechen kann, da man es lediglich wenige Zentimeter einführen kann.

Selbst wenn sich das Endstück lösen und im Darm verschwinden sollte, passiert überhaupt nichts, ausser dass dieses ein paar Stunden im Darm bleibt und dann mit dem nächsten Stuhlgang wieder zum Vorschein kommt.

Nur bei sog. hohen Einläufen führt man sich einen dünnen Schlauch bis zu 30 cm weit ein. Doch kommen hohe Einläufe bei der heute weit verbreiteten Darmreinigung nicht zum Einsatz.

Was nun Nebenwirkungen der bei uns empfohlenen Darmreinigung betrifft, so sind auch diese möglich. Damit man Nebenwirkungen vermeiden kann, informiert man sich vorab gründlich zur Durchführung und geht langsam vor, nämlich im individuellen Rhythmus, so wie hier beschrieben: Das 30-Tage-Darm-Programm

* Einen praktischen Reise-Irrigator finden Sie hier unter diesem Link.

4. Evidenzbasierte Medikamente und Therapien bringen jährlich Tausende Menschen um

Wenn nun also die schulmedizinisch orientierten Seiten Darmreinigungen ablehnen, weil sie nicht evidenzbasiert sind und damit womöglich Nebenwirkungen haben könnten oder nicht sicher sind, müsste das im Gegenzug bedeuten, dass evidenzbasierte medizinische Anwendungen sicher und unschädlich sind.

Das ist bekanntlich nicht der Fall. Im Gegenteil, die Zahl jener Menschen, die tagtäglich Opfer von Medikamentennebenwirkungen und ärztlichen Behandlungen werden, ist unermesslich hoch. In den USA sind es jährlich durchschnittlich 250.000 Menschen, die aufgrund von medizinischen Irrtümern sterben. (1) Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn nicht jeder stirbt sofort. Es dürften daher weltweit viele Millionen Menschen sein, die allein an den Nebenwirkungen von Medikamenten oder an den Folgeschäden ärztlicher Eingriffe leiden.

Kurzum, eine evidenzbasierte Methode oder ein klinisch überprüftes und schliesslich zugelassenes Medikament ist noch lange keine Garantie für Nützlichkeit oder Risikofreiheit. Gleichzeitig bedeutet allein die Tatsache, dass etwas in der heutigen Medizin routinemässig NICHT eingesetzt wird, keinesfalls, dass es nicht sinnvoll oder automatisch schädlich ist.

Ja, es ist sogar so, dass eine Darmsanierung oft überhaupt nur deshalb erforderlich wird, weil evidenzbasierte Medikamente, z. B. Antibiotika das Darmmilieu stark schädigten und die Darmflora zerstörten. Informationen dazu finden Sie hier: Warum die Darmflora nach Antibiotika aufgebaut werden muss

5. Bentonit kann – wie viele andere Mittel auch – mehrere Einsatzgebiete haben

Nimmt man tatsächlich Katzenstreu ein, wenn man im Rahmen einer naturheilkundlichen Darmreinigung Bentonit (oder Zeolith) einnimmt? Jein.

Zunächst einmal wird an dieser Stelle nicht in Erwägung gezogen, dass viele Stoffe unterschiedliche Einsatzgebiete haben können. So kann man Essig beispielsweise für den Salat verwenden, aber auch zur Entkalkung der Kaffeemaschine – und dennoch wird keiner ab sofort den Essig verteufeln und streng davon abraten, ihn in den Salat zu geben.

Bei Bentonit aber, einer entgiftenden Mineralerde, die Bestandteil der bei uns empfohlenen Darmreinigung ist, kann man sich derart unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten offenbar nicht vorstellen.

Abgesehen davon verwendet man für eine Darmreinigung selbstverständlich kein Katzenstreu, sondern Bentonit, das als Medizinprodukt zugelassen wurde, das feinst vermahlen ist und sich zum Einnehmen eignet.

6. Bentonit und Zeolith enthalten Aluminium – und sind dennoch unschädlich

Bentonit und Zeolith enthalten tatsächlich Aluminium, doch stört dieses Aluminium niemanden, da es sich im Organismus aus den Mineralerden nicht löst, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Details zur Frage, ob sich Aluminium aus den Mineralerden lösen kann, haben wir hier aufgeführt: Kann sich Aluminium aus Zeolith lösen?

* Classic Clean Detox mit Zeolith finden Sie hier unter diesem Link.

Kritiken zu Darmreinigungen sind sinnlos

Wenn sich Kritiken zu Darmreinigungen nun also auf ganz andere Darmreinigungsformen beziehen und man es gleichzeitig versäumt, über die gesundheitlichen Vorteile einer tatsächlich wirksamen und hilfreichen Darmreinigung aufzuklären, dann trägt dieses Verhalten wieder – wie so oft – dazu bei, dass Menschen keine Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können und in Folge krank bleiben (oder es früher oder später werden).

Wie eine Darmreinigung durchgeführt wird, finden Sie im obigen Link zum 30-Tage-Darmprogramm erklärt. Eine ausführlichere Anleitung finden Sie ausserdem hier: Die Anleitung zur Darmreinigung

Eine unkomplizierte Form der Darmsanierung, bei der man sich auf den Aufbau einer gesunden Darmflora konzentriert, finden Sie hier beschrieben: Die Anleitung zum Aufbau der Darmflora

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Quellen

  1. Ärzteblatt, US-Studie: Medizinische Irrtümer dritthäufigste Todesursache, 2016
  2. Nagel G, Darmreinigung, wann ist sie sinnvoll?, Juni 2018, Onmeda.de
  3. Fork FT et al., Colon cleansing regimens, A clinical study in 1200 patients, Gastroenterology Radiology volume 7, Dezember 1982

Weitere Quellen finden Sie in den Quellverzeichnissen der oben im Text verlinkten weiterführenden Artikeln.