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  • Frau hat eine gestörte Darmflora nach Antibiotika-Einnahme
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Darmflora nach Antibiotika wieder aufbauen

Antibiotika eliminieren nicht nur die krankheitserregenden Bakterien, sondern auch einen Teil der nützlichen Darmbakterien. Als Konsequenz können sich die unterschiedlichsten Erkrankungen und Beschwerden entwickeln. Wie kann man daher nach einer Antibiotika-Therapie die Darmflora wieder aufbauen?

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 03 Mai 2026
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Aufbau der Darmflora nach Antibiotika

Nach oder auch schon während der Einnahme von Antibiotika ist die Einnahme von Probiotika sinnvoll. Die Präparate mit lebenden Darmbaktieren reduzieren das Risiko der mit Antibiotika einhergehenden Nebenwirkungen und helfen anschliessend beim Aufbau einer gesunden Darmflora.

Wir gehen nun zunächst auf die Nachteile und Nebenwirkungen von Antibiotika ein bzw. auf die Vorteile einer gesunden Darmflora. Wenn Sie sofort lesen möchten, wie die Darmflora nach Antibiotika-Einnahme aufgebaut wird, scrollen Sie bitte nach unten zu diesem Abschnitt: Welche Probiotika nach Antibiotika?

Antibiotika schaden der Darmflora

Antibiotika (AB) sind schnell verordnet und helfen meist auch, das ursprüngliche Problem rasch aus der Welt zu räumen, etwa eine Blasenentzündung oder ein Abszess. Viele Antibiotika greifen jedoch nicht nur die Krankheitserreger an, sondern auch die nützlichen Bakterien der körpereigenen Flora, etwa die Darm- und Scheidenbakterien.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Die genannten Bakterien sind jedoch sehr wichtig für ein leistungsstarkes Immunsystem, für einen gesunden Darm, eine gute Nährstoffverwertung und vieles mehr.

Bei einer Schädigung der Darmflora und auch der Scheidenflora kann es somit zu zahlreichen Gesundheitsbeschwerden kommen, etwa zu Darmproblemen, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Übergewicht und sogar psychischen Störungen, wie Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen.

Häufig treten überdies im Laufe weniger Tage oder Wochen nach Antibiotika-Therapien Pilzinfektionen oder andere Infekte auf. Denn eine gestörte Darmflora führt zu einem geschwächten Immunsystem, dieses immer wieder zu neuen Infektionen und diese wiederum zu neuen Antibiotika-Verordnungen. Ein Teufelskreis beginnt.

Aber auch chronische Erkrankungen oder eine Verschlimmerung bestehender chronischer Erkrankungen könnten die Folge einer Antibiotikaeinnahme sein.

In unserem Artikel Nebenwirkungen von Antibiotika lesen Sie mehr zu den möglichen Nebenwirkungen dieser Medikamente.

Wenn Kinder Antibiotika erhalten

Eine nachweislich von Antibiotika ausgelöste Autoimmunerkrankung ist beispielsweise die juvenile Arthritis. Seit einer Studie vom Juli 2015 weiß man, dass diese häufig bei Kindern auftritt, die mehrmals Antibiotika verabreicht bekommen haben.

Weitere Komplikationen, die man im späteren Leben bekommen kann, wenn man in der Kindheit Antibiotika nehmen musste, sind Verhaltensstörungen und Übergewicht (5) sowie die heute so weit verbreiteten Kreidezähne MIH.

Mehr dazu in unserem Artikel Kreidezähne verhindern.

Kann sich die Darmflora von alleine wieder erholen?

Glaubt man der Medizin, so wirken sich Antibiotika kaum auf den Zustand der Darmflora aus, zumindest nicht langfristig. Die Darmflora würde sich nach Beendigung der Antibiotikaeinnahme binnen weniger Wochen wieder vollständig erholen.

Inzwischen ergaben jedoch mindestens zwei Studien, dass dies nicht der Fall ist. Antibiotika verändern die Darmflora über einen deutlich längeren Zeitraum.

Studie 1: Darmflora auch 6 Monate nach Antibiotika noch gestört

In einer der beiden Studien (Sogin et al.) zeigte sich mit Hilfe einer besonders genauen genetischen Analysemethode, dass sich zwar ein Teil der Darmflora innerhalb eines Zeitraumes von 4 Wochen nach Beendigung der Antibiotikatherapie wieder erholt hatte, ein anderer Teil jedoch konnte auch nach Ablauf von 6 Monaten nicht wieder den gesunden Normalzustand erreichen (1).

Studie 2: Nach 6 Monaten fehlen noch immer 9 probiotische Bakterienstämme

Die zweite Studie erschien im Herbst 2018 in Nature Microbiology. Forscher der University of Copenhagen schrieben im entsprechenden Artikel fast dasselbe wie Sogin et al. schon 10 Jahre zuvor:

Die Darmflora konnte sich nach dem Einsatz von Antibiotika nur teilweise regenerieen und hatte sich auch nach 6 Monaten noch nicht vollständig erholt (2). Nach wie vor fehlten 9 der nützlichen probiotischen Bakterienstämme, die vor der Antibiotika-Einnahme vorhanden waren.

Die Probanden hatten 4 Tage lang 3 verschiedene Antibiotika erhalten, was zu einem fast vollständigen Verlust der gesamten Darmflora führte.

Darmflora ist oft schon vor Antibiotika-Einnahme gestört

In beiden Studien handelte es sich bei den Teilnehmern um gesunde Menschen. Wer jedoch Antibiotika erhält, ist meist bereits angeschlagen.

Auch leiden viele Menschen an chronischen Erkrankungen, z. B. Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und vielem mehr, so dass davon ausgegangen werden kann, dass sie von Haus aus bereits eine geschwächte Darmflora haben.

Wie soll sich eine solche Darmflora erholen können, wenn sie vor der Antibiotika-Einnahme schon angeschlagen war?

Wie Sie eine Darmsanierung nach Antibiotika durchführen

Um die Darmflora nach (bzw. während) einer Antibiotika-Einnahme wieder aufzubauen bzw. ihr zu helfen, wieder in ihr natürliches Gleichgewicht zu finden, kann man Probiotika einnehmen.

Probiotika kann man entweder allein nehmen oder kombiniert mit weiteren Präparaten, die in ihrer Gesamtheit zu einer vollständigen Darmsanierung führen.

Die Anleitung einer Darmsanierung finden Sie, wenn Sie nach unten scrollen, bei den weiterführenden Artikeln. Der Artikel heißt Darmsanierung - Die kostenlose Anleitung.

* Hier erhalten Sie das Set für eine 4-wöchige Darmsanierung.

Aber auch die alleinige Einnahme von Probiotika ist bereits sehr hilfreich und kann in vielen Fällen schon ausreichen, besonders wenn Sie sich gleichzeitig gesund ernähren. Die Anleitung des Darmflora-Aufbaus allein mit Probiotika finden Sie in unserem Artikel: Darmflora aufbauen - Anleitung und Tipps

Welche Probiotika nach Antibiotika?

Probiotika sind Präparate (Kapseln oder fermentierte Flüssigkeiten), die lebende Darmbakterienstämme enthalten. Wenn die Darmflora von Antibiotika stark dezimiert wurde, siedeln sich die eingenommenen Bakterienstämme besonders schnell an und helfen so dabei, eine gesunde Darmflora aufzubauen.

Probiotika sollten am besten schon während der Antibiotikaeinnahme zum Einsatz kommen, also nicht erst im Nachhinein, da sie in manchen Fällen antibiotikabedingte Durchfälle verhindern können.

Auf die richtigen Bakterienstämme achten!

Das entsprechende Probiotikum sollte für diesen Zweck den Hefestamm Saccharomyces (S.) boulardii enthalten, darüber hinaus Lactobacillus (L.) reuteri, L. casei, L. rhamnosus, L. delbrueckii subsp. Bulgaricus, Bifidobacterium animalis und S. thermophilus.

Das Probiotikum Combi Flora Symbio von effective nature enthält alle diese Stämme (bis auf letzteren, der im Probiotikum Combi Flora flüssig enthalten ist). Beide werden kombiniert zum Aufbau der Darmflora eingesetzt.

* Hier erhalten Sie das benötigte Set aus beiden Präparaten zum Aufbau der Darmflora nach Antibiotika-Einnahme.

Wie das geht, erklären wir in unserer entsprechenden Anleitung, die Sie ganz unten auf unserer Seite finden. Der Titel lautet: Aufbau der Darmflora – Die Anleitung und Tipps. Die Anleitung liegt aber auch dem o. g. Set bei.

So nehmen Sie Probiotika ein

Die meist empfohlene Einnahmedauer von Probiotika beträgt 4 Wochen nach der Antibiotikaeinnahme (inkl. die Zeit, in der das Antibiotikum eingenommen wird).

Nehmen Sie das Probiotikum in jedem Fall im grösstmöglichen Abstand zum Antibiotikum (z. B. das eine morgens, das andere abends) und ausserdem idealerweise kurz vor den Mahlzeiten oder direkt zu den Mahlzeiten.

Worauf Sie beim Kauf und auch bei der Einnahme von Probiotika achten sollten, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Anwendung und richtige Einnahme von Probiotika

Welches Probiotikum ist für Kinder geeignet?

Kinder sollten nach der Einnahme von Antibiotika spezielle Kinder-Probiotika erhalten. Aus der Combi-Flora-Reihe gib es ein Präparat (* Combi Flora Kids), das speziell für Kinder (ab 3 Jahren) entwickelt wurde.

Für kleinere Kinder bis 3 Jahren gibt es aus derselben Reihe * Combi Flora Baby. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten von Ihrem ganzheitlichen Kinderarzt beraten.

Säuglinge sollten außerdem unbedingt gestillt werden. Denn Stillen hilft enorm dabei, dass Ihr Kind eine gesunde und abwehrstarke Darmflora entwickeln kann (4).

Welche Präbiotika nach Antibiotika?

Präbiotika sind im Gegensatz zu Probiotika keine probiotischen Bakterien, sondern Stoffe, die den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen. Je besser nun für die nützlichen Darmbakterien der Tisch gedeckt ist, umso zahlreicher können sie sich vermehren und umso schneller kann sich die Darmflora auch nach der Einnahme von Antibiotika wieder erholen.

Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel Präbiotika können die Zahl der guten Bakterien erhöhen.

Zu den Präbiotika können einerseits Lebensmittel gehören, wie etwa Artischocken, Topinambur, Yacon und Schwarzwurzeln. Andererseits kann man präbiotisch wirksame Stoffe auch als Nahrungsergänzung einnehmen, z. B. Inulin.

Denken Sie jedoch daran, dass Inulin bei empfindlichen Menschen zu Blähungen führen kann. Beginnen Sie daher mit sehr kleinen Mengen, die häufig schon ausreichen, und steigern Sie diese - wenn Sie möchten - langsam auf die vom Hersteller empfohlene Dosis.

Meist ist aber schon eine gesunde, pflanzenbasierte und vollwertige Ernährung ausreichend, da sie ausreichend präbiotische Ballaststoffe enthält.

Was sollte man nach der Einnahme von Antibiotika nicht essen?

Besonders wichtig ist die richtige Ernährung während und nach der Einnahme von Antibiotika. Bekannt ist, dass es nach einer Antibiotika-Therapie besonders häufig zu Pilzinfektionen kommt (Darm- oder Scheidenpilz).

Isst man nun gerne Süßigkeiten, Kuchen, Pasta und Weißbrot und trinkt gesüßte Getränke (auch Fruchtsäfte gehören dazu), dann fördert man eine solche übermäßige Entwicklung von Pilzansiedlungen noch zusätzlich, denn Pilze ernähren sich bevorzugt von Zucker.

Zucker und Weißmehlprodukte sollten daher während und nach der Einnahme von Antibiotika tabu sein bzw. gehören ohnehin nicht in eine gesunde Ernährung. * Ein alternatives Süßungsmittel ist Xylit, das

Auch wäre es gut, wenn Sie Ihren Verbrauch an Salz und Fett einschränken würden, da eine salzreiche und auch eine fettreiche Ernährung der Darmflora eindeutig schaden.

Was essen, um den Aufbau der Darmflora zu fördern?

Laut Studien eignet sich gerade nach der Einnahme von Antibiotika eine vorwiegend pflanzliche sowie salz- und fettarme Ernährung, die probiotische Lebensmittel enthält (Sauerkraut, Joghurt) und ballaststoffreich ist.

Auch Kurkuma kann in die Ernährung integriert werden, da das Gewürz den Darmfloraaufbau maßgeblich fördert. Omega-3-Fettsäuren wiederum führen zu einer hohen Diversität der Darmflora (Ansiedlung vieler verschiedener Bakterienstämme).

Alles zur richtigen Ernährung (zum Aufbau der Darmflora) nach Antibiotika, lesen Sie in unserem Artikel Die richtige Ernährung für Ihre Darmflora

Was sonst noch tun, um Darmflora-Aufbau zu fördern?

Ein gutes Stressmanagement ist wichtig, da Stress den Darm und somit auch die Darmflora schwächt. Genauso sollten Sie für viel Sport und Bewegung sorgen, da Sport sogar bei weniger vorteilhafter Ernährung die Darmflora positiv beeinflussen kann.

Gleichzeitig sollten Sie auch jene Faktoren meiden, die der Darmflora nachweislich schaden. Wir haben sie in unserem Artikel Neun Dinge, die Ihrer Darmflora schaden können zusammengefasst.

Fazit: Darmflora nach Antibiotika aufbauen ist wichtig!

Nach einer Antibiotika-Einnahme ist der Aufbau der Darmflora daher von enormer Bedeutung.

Dabei ist nicht nur die Einnahme hochwertiger Probiotika entscheidend, sondern ganz besonders die richtige Ernährung und das Meiden von darmfloraschädlichen Faktoren.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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