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Paracetamol und Autismus in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen leiden häufig an Rückenschmerzen, Kopfweh oder leichtem Fieber. Nicht selten wird dann ein frei verkäufliches Schmerzmittel eingenommen. Oft ist es Paracetamol. Eine Studie aus Norwegen fand jedoch Zusammenhänge zwischen dem häufigen Gebrauch von Paracetamol in der Schwangerschaft und autistischen Symptomen beim Kind.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 28 April 2026
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Paracetamol – Beliebtes Schmerzmittel auch in der Schwangerschaft

Man geht davon aus, dass 65 Prozent aller schwangeren Frauen während der Schwangerschaft das frei verkäufliche Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol (Acetaminophen) einnehmen.

Paracetamol und Autismus: Die Studie

Genau dieses Präparat wurde in einer Studie aus Norwegen mit frühkindlichem Autismus in Verbindung gebracht. Die Studie wurde im Dezember 2013 im Fachmagazin International Journal of Epidemiology veröffentlicht.

Werdende Mütter, die während ihrer Schwangerschaft das Medikament gegen Kopfschmerzen und leichte Fieberschübe eingenommen hatten, brachten demnach im Vergleich zu schwangeren Frauen, die dieses Medikament nicht schluckten, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Kinder mit Autismus zur Welt (1). bzw. mit autistischen Symptomen.

Dazu gehörten Verhaltensstörungen, schlechtes Sprachvermögen, schlecht ausgebildete motorische Fähigkeiten sowie Kommunikationsdefizite.

Die Studie umfasste Daten von 48.000 norwegischen Kindern, deren Mütter an einer Umfrage über ihre Medikamentengewohnheiten in der 17. und der 30. Woche ihrer Schwangerschaft teilnahmen. Zudem wurden weitere Daten sechs Monate nach der Entbindung erhoben.

In einem nächsten Schritt wurde mit Beginn des dritten Lebensjahres die geistige Entwicklung der Kinder untersucht. Die so erhaltenen Ergebnisse konnten jetzt in Zusammenhang mit der Medikamenteinnahme in der späten Schwangerschaftsphase gebracht werden.

Häufige Paracetamol-Einnahme erhöht Autismus-Risiko beim Kind

Dabei fanden die Forscher heraus, dass ungefähr 4 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft für mindestens 28 Tage das Schmerzmittel eingenommen hatten. Die Kinder dieser statistischen Untergruppe wiesen gleichzeitig überdurchschnittlich häufiger Entwicklungs- und Verhaltensstörungen auf (z. B. Autismus) als Kinder, deren Mütter seltener bzw. gar kein Acetaminophen zu sich nahmen.

Die Kinder der Schmerzmittel-Mütter fingen überdies später zu laufen an und zeigten in psychologischen Tests schlechtere Kommunikations- und Sprachfähigkeiten.

"Unsere Ergebnisse deuten an, dass Acetaminophen nicht so harmlos ist, wie wir immer angenommen haben", erklärte Ragnhild Eek Brandlistuen, die Studienleiterin an der Universität Oslo. "Der längerfristige Gebrauch des Schmerzmittels erhöhte in unserer Studie das Risiko auf Verhaltensstörungen um bemerkenswerte 70 Prozent."

Hersteller besteht auf Unbedenklichkeit

Der Hersteller der amerikanischen Variante des Medikaments – Johnson & Johnson – besteht darauf, dass dem Schmerzmittel ausführlich und mehrfach seine Unbedenklichkeit attestiert worden sei und dass das Präparat bislang auch nicht mit Fehlgeburten in Verbindung gebracht wurde.

Die norwegische Studie weist jedoch auf Autismus hin, nicht auf Fehlgeburten. Schließlich verkündete der Hersteller in einer Presseerklärung:

„Wir empfehlen immer, dass die Verbraucher eingehend die Packungsbeilagen lesen und die darin enthaltenen Empfehlungen einhalten sollten, wenn sie eines unserer Medikamente einnehmen. Zusätzlich geben wir in den Beilagen zu bedenken, dass schwangere und stillende Frauen vor dem Gebrauch einen Arzt aufsuchen sollten.“

Bei Schmerzen in der Schwangerschaft auf Alternativen ausweichen

Die Autoren der norwegischen Studie verglichen außerdem Paracetamol mit anderen weit verbreiteten Schmerzmitteln wie etwa Ibuprofen. Letzteres scheint keine derartigen Einflüsse auf die frühkindliche Entwicklung zu haben, wie das bei Acetaminophen der Fall ist.

In einem Kommentar zur betreffenden Studie gab Ann Z. Bauer, eine Doktorandin an der Lowell School of Health and Environment der University of Massachusetts zu Protokoll, dass schwangere Frauen besser auf die Einnahme des Schmerzmittels verzichten und stattdessen auf Alternativen zurückgreifen sollten.

Ihre eigenen Forschungsergebnisse deuten ebenfalls darauf hin, dass Acetaminophen die genannten Symptome sowie zahlreiche andere Symptome bei Kindern auslösen könne, die allesamt in das Erscheinungsbild „Autismus“ eingeordnet werden können.

Paracetamol kann Glutathionvorräte des Körpers erschöpfen

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Paracetamol die natürlichen Glutathion-Reserven des Körpers auszehren kann. Glutathion ist ein äusserst wichtiges körpereigenes Antioxidans, welches Schädigungen durch freie Radikale abschwächt und somit unseren Organismus vor oxidativen Schäden, Entzündungen und schweren Hirnschäden sowie vielen anderen Schädigungen schützt.

Da Paracetamol für die Leber überaus toxisch ist, führt seine Einnahme dazu, dass der Körper große Mengen an Glutathion dafür einsetzen muss, um diese Toxizität abzuschwächen. Es könnte folglich zu einem Glutathionmangel beitragen.

Bei einem Glutathionmangel jedoch neigt der Organismus eher dazu, Symptome auszubilden, die mit Autismus in Verbindung gebracht werden können als bei guter Glutathionversorgung.

Viele Kinder mit Autistmus können genetisch bedingt nur wenig Glutathion produzieren, so dass Paracetamol möglicherweise bei eben diesen Kindern in der Lage ist, Autismus auszulösen oder die entsprechenden Symptome zu verstärken.

Natürlich sollte man das Medikament nicht nur bei sich selbst während der Schwangerschaft meiden. Da es häufig auch kleinsten Kindern gegen Fieber verabreicht wird, ist hier grosse Vorsicht geboten.

Fieber entsteht bei Säuglingen und Kleinkindern besonders gerne nach Impfungen. Und genau dann verordnen manche Kinderärzte Paracetamol zur Fiebersenkung.

Wenn Kinder jedoch auf das Mittel empfindlich reagieren, dann können sich jetzt Autismus bzw. autistische Symptome entwickeln. Details dazu sowie die passende Studie hatten wir im Artikel Ist die Masern-Impfung sinnvoll? besprochen.

Fazit: Paracetamol in der Schwangerschaft besser nicht

Paracetamol (Acetaminophen) kann offenbar - wenn in der Schwangerschaft eingenommen - bei den Kindern Autismus begünstigen. Schwangere sollten bei Schmerzen oder Fieber daher besser zu Alternativen greifen.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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