Zentrum der Gesundheit
  • Antibabypille
25 Juli 2022
3 min

Pille verursacht Nährstoffmangel

Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, weisen ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an verschiedenen Vitalstoffen auf. Besonders fatal ist dies bei den Vitaminen C und E. Diese Vitamine wirken antioxidativ, bekämpfen also u. a. jenen oxidativen Stress, der durch die Pilleneinnahme im weiblichen Körper entsteht. Fehlen diese Antioxidantien, steigt auch das Risiko für diverse Erkrankungen, unter anderem für Krebs und Herz-Kreislauf-Probleme. Nimmt frau dennoch die Pille, sollte sie wenigstens Vorsorge tragen und besagtem Nährstoffmangel vorbeugen.

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Hormonelle Verhütung führt zu Nährstoffmangel

Die Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Antibabypille) kann im weiblichen Organismus einen Nährstoffmangel auslösen. Dies betrifft verschiedene Vitamine, aber auch Mineralstoffe und Spurenelemente. Denn die Pille erhöht den Nährstoffbedarf der Frau ganz signifikant.

Eine gleichzeitige Nahrungsergänzung mit den entsprechenden Vitalstoffen könnte das Risiko für einen solchen Nährstoffmangel zumindest verringern, wie das iranische Forscherteam um Fatemeh Zal herausfand.

Die österreichische Apothekerkammer verglich die schädliche Wirkung der Pille schon im Jahr 2007 mit dem Einfluss von Nikotin und Alkohol auf den Körper, denn genau wie diese Genussmittel erhöht auch die Pille den oxidativen Stress im Körper.

Oxidativer Stress bedeutet, dass freie Radikale die Zellen nachhaltig schädigen und so das Risiko für diverse Erkrankungen erhöhen, unter anderem das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Probleme. Wie diese Mechanismen genau funktionieren, lesen Sie hier: Antioxidantien schützen unsere Zellen

Oxidativer Stress durch Pille, Vaginalring und Hormonpflaster

Die Vitamine C und E sind bekannt dafür, dass sie stark antioxidativ wirken, also Schäden durch freie Radikale an den Körperzellen verhindern. So verwundert es nicht weiter, dass eine wissenschaftliche Studie von Forschern der iranischen Shiraz University of Medical Sciences zu dem Ergebnis kam, dass eine Nahrungsergänzung mit den Vitaminen C und E den oxidativen Stress durch die Pilleneinnahme drastisch reduzieren konnte ( 1 ).

120 Frauen wurden dazu in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt weder die Pille noch die Nahrungsergänzung, eine weitere Gruppe nahm lediglich die Pille ein. Die dritte Gruppe schliesslich bekam sowohl die Pille als auch die Nahrungsergänzung.

Fatemeh Zal und Kollegen stellten bei Blutuntersuchungen fest, dass verschiedene Werte, die den Grad des oxidativen Stresses anzeigen, bei jenen Frauen, die die Nahrungsergänzung einnahmen, viel niedriger waren als bei den Frauen, die ausschliesslich die Pille einnahmen.

Prof. Dr. med. Kai Bühling vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt einen Nährstoffmangel durch die Pille folgendermassen:

"Die Antibabypille erhöht spezifische Proteine im Blut, wodurch es zu einer Umverteilung nicht nur der Flüssigkeiten, sondern auch der Mikronährstoffe kommt."

Wenn vor der Pilleneinnahme bereits ein leichter Nährstoffmangel geherrscht habe, sei es besonders wahrscheinlich, dass dieser sich durch die orale Verhütung noch verschlimmere, so Prof. Bühling ( 3).

Oxidativer Stress entsteht nicht nur durch orale Verhütungsmittel, sondern auch durch den Vaginalring oder Hormonpflaster. In einer Untersuchung von 2010 sanken die Spiegel der Antioxidantien (Coenzym Q10 und Vitamin E) beim Vaginalring sogar deutlicher als bei der Pille. Noch tiefer war der Spiegel beim Hormonpflaster ( 4 ).

Nährstoffmangel durch Pille

Die österreichische Apothekerkammer schrieb zum Thema Nährstoffmangel durch die Pille folgendes:

"Die Antibabypille erhöht den Bedarf an Folsäure, den B-Vitaminen (B1, B2, B6 und Vitamin B12) und Vitamin C. Sie beeinträchtigt überdies die Aufnahme der Mineralstoffe Zink und Magnesium." Darauf werde jedoch leider nur sehr selten hingewiesen.

Auch der Jod-Haushalt ist von der Pille betroffen. Prof. Bühling erläutert am Beispiel der Schilddrüse, wie es zu einem solchen Nährstoffmangel bzw. Nährstoffmehrbedarf infolge einer Pilleneinnahme kommen kann:

"Die Schilddrüsenhormon-Transporteiweisse werden durch die Pille stimuliert, weshalb mehr Schilddrüsenhormone notwendig sind, um das Gleichgewicht wieder herzustellen."

Für den Aufbau dieser Hormone wird Jod benötigt. Nehmen Frauen die Pille ein, erhöhen aber nicht gleichzeitig ihre Jod-Aufnahme, kommt es zu einem Nährstoffmangel (hier Jodmangel) und im Nu zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Natürlich ist ein Vitamin- und Mineralstoffmangel nicht das einzige Problem, das mit der Pille einhergehen könnte.

Pille: Riskante Verhütungsmethode

Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Depressionen, Pilzinfektionen sowie ein erhöhtes Risiko der Bildung von Blutgerinnseln zählt die österreichische Apothekerkammer als mögliche Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung mit der Antibabypille auf. Auch diverse Krebserkrankungen, Osteoporose und die bereits angesprochenen Schilddrüsenerkrankungen können von der Pille (mit)verursacht werden.

Alternative Verhütungsmethoden stellen wir Ihnen hier vor: Natürliche Verhütung

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Fatemeh Zal et al., Effect of vitamin E and C supplements on lipid peroxidation and GSH-dependent antioxidant enzyme status in the blood of women consuming oral contraceptives, Contraception, August 2011
  2. (2) Mag. pharm. Karin Prochazka, "Die Pille als Vitaminräuber", Österreichische Apothekerkammer, März 2007 (Link wurde gelöscht)
  3. (3) Katharina Grube, "Vitaminmangel durch Antibabypille?", Wunderweib, März 2014
  4. (4) Palan PR, Strube F, Letko J, Sadikovic A, Mikhail MS. Effects of oral, vaginal, and transdermal hormonal contraception on serum levels of coenzyme q(10), vitamin e, and total antioxidant activity. Obstet Gynecol Int. 2010;2010:925635.