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Darmreinigung mit Rizinusöl

Rizinusöl war früher ein traditionelles Hausmittel gegen Verstopfung. Heute wird das Öl innerlich kaum noch verwendet, erlebt aber als Hautpflegeöl ein echtes Comeback. Denn es macht die Haut glatt und feinporig. In der Naturheilkunde wird Rizinusöl nach wie vor zur Darmreinigung empfohlen. Wir stellen ein 3-Tage-Protokoll für eine traditionelle Darmreinigung mit Rizinusöl vor.

Stand: 18 Mai 2026
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Rizinusöl als Mittel zur Darmreinigung

Verstopfung ist eine Volkskrankheit. Stress, Bewegungsmangel und die falsche Ernährung verlangsamen die Darmtätigkeit. Man fühlt sich aufgebläht, verstopft, schwer und nicht selten auch geistig benebelt. Dem ganzen Körper fehlt es an Energie. Eine Darmreinigung kann diesem Zustand ein Ende bereiten.

Meist werden Darmreinigungen heute mit sanften Mitteln durchgeführt, etwa mit der Kombination aus Flohsamenschalenpulver, Zeolith und einem Probiotikum. Für alle, die ein schnelleres Ergebnis möchten, gibt es Alternativen – beispielsweise eine Darmreinigung mit Rizinusöl.

Wenn Sie sich für die Wirkungen des Öls auf Haut, Wimpern und Haare interessieren, lesen Sie unseren Artikel Rizinusöl – Die Wirkungen auf Darm, Haut und Haare.

Einst wichtiges Hausmittel bei Verstopfung

Rizinusöl war bis in die 1970er Jahre ein wichtiger Bestandteil in wohl jeder Hausapotheke. Es war frei erhältlich, billig und galt bei akuter Verstopfung als Mittel der Wahl. Auch zur Darmentleerung vor Operationen wurde es eingesetzt oder bei Wurmerkrankungen, um Würmer „auszutreiben“.

Den Begriff Darmreinigung nutzte man damals eher nicht.

Erwachsene nahmen meist einmalig morgens nüchtern 15-30 ml (1-2 EL). Schon nach 2 bis 6 Stunden war mit einer Wirkung zu rechnen – in Form von oft kräftigem Durchfall. Da das Öl keinen guten Geschmack hat und auch häufig Bauchkrämpfe auftraten, war es nie besonders beliebt. Man wusste: Es wirkt zuverlässig, ist aber kein Vergnügen.

Schließlich kamen Abführmittel auf den Markt, die ebenfalls zuverlässig wirkten, dabei aber viel milder waren und weniger Nebenwirkungen hatten (z. B. Macrogol).

Im Ayurveda: Darmreinigung mit Rizinusöl als Teil von Panchakarma

Auch im Ayurveda wird Rizinusöl zur Darmreinigung im Rahmen von Panchakarma (der ayurvedischen Reinigungstherapie) eingesetzt – aber nicht pur und nicht bei jeder Person. Es soll besonders bei vatabedingter „Trockenheit“ und Verstopfung hilfreich sein.

Vata-Typen werden als kreativ, lebhaft und feingliedrig beschrieben, neigen jedoch bei einem Ungleichgewicht zu Verdauungsproblemen (Verstopfung) und Kältegefühl. Der Stuhl ist hart und trocken, der Stuhlgang unregelmäßig und mit starkem Pressen verbunden. Anschließend bleibt ein Gefühl der unvollständigen Entleerung.

Rizinusöl wirkt diesen Eigenschaften entgegen, denn es befeuchtet, wärmt und gilt als „Schmiermittel“ für den Darm.

Kombiniert wird das Öl zur ayurvedischen Darmreinigung meist mit Heilpflanzen, die individuell vom Ayurveda-Therapeuten ausgewählt werden, z. B. Triphala (als Darmtonikum), Trivrith (stark abführend), Katuki (Bitterstoff – gallenanregend) oder Cassia fistula (mild abführend). Eingenommen werden Öl und Heilpflanzen im Allgemeinen mit Milch oder Ingwertee.

Wie genau wirkt das Öl auf den Darm?

Rizinusöl besteht zu etwa 90 Prozent aus Ricinolsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure. An der Darmwand aktiviert sie die sogenannten EP3-Rezeptoren. Diese Rezeptoren werden normalerweise (in Maßen) von körpereigenen Botenstoffen (Prostaglandinen) aktiviert, um die Darmbewegungen zu koordinieren.

Ricinolsäure aber kommt in großen Mengen im Darm an und wirkt dann sehr breitflächig, so dass es zu einer Überaktivierung der EP3-Rezeptoren und daher zu starken Darmkontraktionen kommt. Diese führen dazu, dass der Darminhalt innerhalb weniger Stunden rasch und vollständig ausgeschieden wird.

Viele andere Abführmittel, die zur Darmreinigung oder -entleerung einegesetzt werden, wirken osmotisch. Das bedeutet, sie wirken deshalb abführend, weil sie Wasser in den Darm ziehen und auf diese Weise den Stuhl verflüssigen (z. B. Glaubersalz, Bittersalz, Macrogol, Lactulose). Dies ist bei der Ricinolsäure nicht der Fall.

Darmreinigung mit Rizinusöl: Eine einzige Einnahme genügt

Für eine Darmreinigung genügt eine einzelne Rizinusöl-Einnahme – und der Darm wird innerhalb weniger Stunden entleert. Es wirkt also stark und schnell. Dies kann je nach Dosis und Empfindlichkeit die schon genannten Nachteile haben (Durchfall, Bauchkrämpfe).

Wer jedoch schnell seine Verstopfung loswerden und sich wieder leicht und energiegeladen fühlen will, nimmt dies häufig gerne in Kauf.

Allerdings kann man nicht sagen, dass Rizinusöl eine wochenlange Darmreinigung bzw. Darmkur ersetzt. Denn das Öl entleert nur den Darm. Es regeneriert aber nicht die Darmschleimhaut, verbessert nicht die Darmfunktionen und sorgt auch nicht für den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Im Gegenteil, in einer Studie mit gesunden Erwachsenen zeigte sich, dass wenige Stunden nach der Einnahme des Öls (3 g) die Darmbarriere beeinträchtigt war. Es handelte sich zwar nicht um einen direkten Schaden der Darmschleimhaut, aber die Funktion der Darmbarriere war nicht mehr optimal (1).

Daher sollte Rizinusöl maximal einmalig eingenommen werden und keinesfalls regelmäßig. Dies wird auch bei der Darmreinigung im Ayurveda berücksichtigt. Eine häufigere Anwendung würde überdies zu Elektrolytverlusten führen – ähnlich wie ständiger Durchfall.

Welches Öl kann man einnehmen?

Wenn Sie das Öl zur Darmreinigung einnehmen möchten, achten Sie beim Kauf darauf, dass es Bio- und Lebensmittelqualität aufweist, wie z. B. bei * diesem Rizinusöl.

Das 3-Tage-Protokoll – Darmreinigung mit Rizinusöl

Nachfolgend stellen wir ein 3-Tage-Protokoll zur Darmreinigung mit Rizinusöl vor, wie es früher umgesetzt wurde (optimiert mit weiteren Maßnahmen, die früher noch nicht bekannt oder nicht verfügbar waren):

Tag 1: Vorbereitung

Essen Sie am Tag vor der Darmreinigung nur leichte Kost, z. B. morgens ein Porridge, mittags ein Gemüsegericht und abends eine Gemüsesuppe. Zucker, Koffein und Alkohol sind tabu. Trinken Sie viel Wasser – mindestens 1,5 Liter.

Tag 2: Reinigung

An diesem Tag findet die tatsächliche Darmreinigung statt. Nehmen Sie morgens nach dem Aufwachen auf nüchternen Magen das Rizinusöl ein (2 bis 4 EL in warmem Ingwertee). Besser 2 als 4 EL, denn 4 EL können zu deutlichen Krämpfen und starkem Durchfall führen.

Essen Sie mehrere Stunden lang nichts, trinken Sie nur warme Flüssigkeiten (Ingwertee, Kräutertee, Brühe).

Ruhen Sie sich aus und legen sich eine Wärmflasche auf den Bauch, um Krämpfe zu lindern. Bleiben Sie in der Nähe einer Toilette.

Mit ersten Darmbewegungen können Sie – besonders bei nüchterner Einnahme – nach 2 Stunden rechnen. Meist wird eine Zeitspanne für die erste Entleerung mit 2 bis 6 Stunden angegeben.

Nach der ersten Darmentleerung folgen innerhalb von 1 bis 3 Stunden weitere. Dann klingt die Wirkung ab.

Bei hohen Dosen und wenn jemand einen empfindlichen Darm hat, kann sich die Entleerung auch länger ziehen.

Wenn die Entleerung abgeschlossen ist und Sie wieder Appetit haben, essen Sie eine Gemüsesuppe oder trinken einen Gemüsesaft oder einen Gemüsesmoothie.

Am Abend können Sie für den Aufbau einer gesunden Darmflora mit einer z. B. 4-wöchigen Probiotika-Kur beginnen (z. B. * Combi Flora Symbio) und nehmen 1 Kapsel. Ab Tag 3 nehmen Sie davon 2-mal täglich 1 Kapsel.

Tag 3: Erholung und Aufbau

Am Tag nach der Reinigung ist noch Schonkost angesagt. Trinken Sie nach wie vor Tee und Gemüsebrühe. Zum Essen gibt es morgens z. B. Orangensaft frisch gepresst und Porridge mit 1 bis 2 Bananen – diese Kombination liefert viel Kalium und Vitamine und gleicht die Verluste durch die Darmentleerung am Vortag aus.

Mittags gibt es beispielsweise Gemüse mit Kartoffeln oder braunem Reis und Tofu natur (leicht gebraten) – und abends Gemüsesuppe mit Vollkorntoast.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Abgesehen von den genannten Nebenwirkungen (Übelkeit, Bauchkrämpfe und Durchfall) können sich auch Kopfschmerzen und Müdigkeit einstellen. Kopfschmerzen können auch die Folge des Koffeinentzugs sein (wenn Sie sich in den drei Tagen der Reinigung an das Koffeinverbot gehalten haben).

Spätestens am vierten Tag werden sie sich besser fühlen und mehr Energie haben als vor der Reinigung.

Wer sollte kein Rizinusöl einnehmen?

Die genannte Darmreinigung mit Rizinusöl ist nicht geeignet, wenn entzündliche Darmerkrankungen vorliegen, wenn ein sehr empfindlicher Darm vorliegt, wenn unklare Bauchschmerzen bestehen oder eine sehr starke Verstopfung vorliegt, die möglicherweise auf einen Darmverschluss hinweist.

In der Schwangerschaft wird das Öl ebenfalls nicht eingenommen! Denn es wirkt wehenfördernd.

Wer einen empfindlichen Darm und gleichzeitig Verstopfung hat, kann das Öl auch in Form von Packungen auf den Bauch legen. Im oben genannten Hauptartikel erklären wir, wie die Packungen gemacht werden und wie sie sanft eine Verstopfung lindern können – ohne dass man das Öl einnehmen muss.

Fazit: Darmreinigung mit Rizinusöl hilft akut, wirkt aber nicht ursächlich

Rizinusöl ist ein starkes Abführmittel. Seine Ricinolsäure löst eine starke Darmkontraktion aus, wonach sich der Darm entleert. Dies führt zwar zu einem vorübergehenden Gefühl von Leichtigkeit und zu mehr Energie.

Langfristig ändert es aber nichts an den Ursachen einer Verstopfung: Ernährung, Stress, Bewegungsmangel, Flüssigkeitsmangel. Das heißt: Ändert man nichts an seiner Ernährungs- und Lebensweise, wird die Verstopfung wieder zurückkehren.

Die einmalige Einnahme von Rizinusöl kann lediglich als eine Art Startschuss für gesündere Gewohnheiten dienen, was bedeutet, dass man nach der Reinigung bewusst gesund isst und lebt.

* Wenn Sie eine ganzheitliche Darmsanierung durchführen möchten, die sich positiv auf Darmschleimhaut, Darmfunktionen und Darmflora auswirkt, finden Sie eine solche hier: 4-Wochen-Darmkur.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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