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Kritik rund ums Thema Darmreinigung

Schulmedizinisch orientierte Publikationen kritisieren Darmreinigungen regelmäßig. Denn Darmreinigungen oder Darmkuren würden nichts nützen, seien vollkommen unnötig und hätten zu allem Überfluss auch noch Nebenwirkungen. Ist die Kritik gerechtfertigt? Sind es tatsächlich nur Mythen, die auf naturheilkundlichen Seiten verbreitet werden? Wir klären auf.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 13 Juli 2026
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Kritik: Ist eine Darmreinigung wirklich unnötig?

Wenn man sich im Internet über eine Darmreinigung, Darmkur oder Darmsanierung informieren möchte, stößt man meist immer auch auf kritische Seiten, die von solchen Maßnahmen abraten. Zusammengefasst liest sich die Kritik dann meist folgendermaßen:

Darmreinigungen sind unnötig, gefährlich und reine Geldmacherei.

Der Darm reinige sich von allein, es gäbe keine Schlacken und jede Form der Darmreinigung führe nur zu unnötigen Risiken und Nebenwirkungen.

Diese Behauptungen klingen auf den ersten Blick plausibel, bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch zahlreiche Halbwahrheiten, Missverständnisse und veraltete Aussagen. Und so fragt man sich, wer verbreitet hier eigentlich die Mythen?

Mythos 1: Es gibt keine Schlacken – der Körper reinigt sich von allein

Eine beliebte Kritik lautet: Mit einer Darmreinigung wolle man in alternativmedizinischen Kreisen den Körper entschlacken. Doch gäbe es keine Schlacken, so dass auch eine Entschlackung nicht nötig sei.

Das, was der Körper nicht brauche, scheide er problemlos mit dem Stuhl oder über die Nieren aus. Besondere Hilfsmaßnahmen durch den Menschen brauche er dazu keine. Zitat: „Mithilfe der normalen Darmtätigkeit entledigt sich der Körper bereits ganz natürlich der Stoffe, die er nicht gebrauchen kann.“

Die Begriffe Schlacken und Entschlacken seien von Otto Buchinger eingeführt worden. Der berühmte Fastenarzt (1878 – 1966) habe sich vorgestellt, im Darm sammelten sich ähnlich wie in Hochöfen schädliche Stoffe (Schlacken) an, weshalb man den Darm regelmäßig reinigen müsse. Derartige Schlacken seien bislang noch nicht nachgewiesen worden.

Was meint die Naturheilkunde mit Schlacken?

Buchingers Schlackenbeschreibung ist eine Metapher, ein Bild, das beim Laien zu einem besseren Verständnis führen soll. Zwar gibt es im Darm durchaus auch einmal Ablagerungen, die optisch an Hochöfenschlacken erinnern, nämlich schwer lösliche Kotsteine (verhärteter Stuhl), die dank einer Darmreinigung entfernt werden können.

Die weit verbreitete Existenz von kiloschweren (schlackeähnlichen) Ablagerungen an den Darmwänden darf jedoch tatsächlich bezweifelt werden.

Mit Schlacken ist hingegen alles gemeint, was den Organismus belastet: Umweltgifte (von Feinstaub und Abgasen über Mikroplastik bis hin zu Schwermetallen und Pestiziden ), Salze (die zu Ablagerungen werden können, z. B. in Nierensteinen und Gallensteinen oder in den Blutgefäßen), Stoffwechselabbauprodukte aller Art überschüssige Hormone, Mineralien und Vitamine, schädliche Bakterien und Bakteriengifte, abgestorbene Pilze und Pilztoxine und Gase im Darm etc.

Der inzwischen bekannte Begriff der Autophagie bedeutet im Grunde Entschlackung der Zelle. Es ist die Fähigkeit der Zelle, schädliche Stoffe und Stoffwechselabfälle – in der Naturheilkunde Schlacken genannt – abzugeben oder zu recyceln.

Seit einigen Jahren weiß man, dass eine verminderte Autophagie zu Krankheiten führen kann bzw. dass eine Aktivierung einer nachlassenden Autophagie zu den Grundpfeilern einer jeden Therapie gehören sollte. Lesen Sie mehr im Artikel Autophagie: Die Gesundheitsgarantie Ihres Körpers

Mit Hilfe der bei uns beschriebenen Darmreinigung werden nun einerseits die Autophagie sowie andere körpereigenen Entschlackungs- und Entgiftungsfähigkeiten aktiviert und verbessert (Leber- und Nierentätigkeit, Funktionen des Lymphsystems, Darmperistaltik etc.), andererseits werden zahlreiche Gifte aber auch direkt gebunden und ausgeleitet.

Mythos 2: Eine Darmreinigung ist nur vor Operationen oder Darmspiegelungen sinnvoll

Eine häufige Kritik lautet auch: Medizinisch notwendig sei eine Darmreinigung (mit Glaubersalz oder ähnlichen Abführmitteln) nur in bestimmten Situationen, z. B. vor einer Operation oder vor einer Darmspiegelung.

An dieser Stelle wird dann meist erklärt, wie man mit Glaubersalz abführt und wie man Darmspülungen durchführt (einerseits per Colon-Hydro-Therapie (bis zu 60 Liter Wasser), andererseits per Einlauf.

Darmreinigung ist nicht gleich Darmreinigung

Aus naturheilkundlicher Sicht ist mit Darmreinigung jedoch nicht das Abführen mit Glaubersalz gemeint (dies kommt allenfalls zum Einstieg ins Heilfasten einmalig zum Einsatz) und es ist auch keine Darmspülung gemeint, die man beim Therapeuten durchführt.

Ein Einlauf kann hingegen mit Darmreinigung gemeint sein oder zumindest Teil einer solchen sein. Allerdings handelt es sich dann um kleine Einläufe mit 200-500 ml Wasser.

Dass die bei uns beschriebene Darmreinigung nicht als "medizinisch notwendig" gilt, zeigt das Problem unseres Gesundheitssystems. Denn vieles, was präventiv sinnvoll wäre, wird als nicht notwendig erachtet.

* Ein Beispiel eines von uns empfohlenen Darmreinigungsprogramms finden Sie im vorigen Link.

Es handelt sich um ein Kapselprodukt. Die Kur ist aber auch in Pulverform erhältlich. Das Pulver muss dann mit Wasser gemixt werden.

Mythos 3: Darmreinigungen sind riskant und verursachen schwere Nebenwirkungen

Anschließend werden von den Kritikern die Nebenwirkungen aufgezählt, wie Krämpfe, aufgeblähter Bauch, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Den Abschluss bilden dann noch die Risiken, die bei einer unsachgemäß durchgeführten Darmspülung bestehen. Man könne sich beispielsweise die Darmwand verletzen oder diese gar gleich ganz durchbohren, man erleide Infektionen, einen starken Flüssigkeitsverlust und Verschiebungen im Elektrolyt-Haushalt.

Nebenwirkungen sind möglich - sind aber meist harmlos und selten

Auch wenn Nebenwirkungen aufgezählt werden, sieht man, dass die jeweiligen Redakteure beim Begriff Darmreinigung zumeist an Darmspülungen oder starke Abführmittel denken. Im englischsprachigen Raum sowie in entsprechenden älteren Studien ist es ähnlich. Beim Thema Colon Cleansing geht es stets um Darmspülungen (3), was vielleicht von dort auch einfach übernommen wird.

Man differenziert also nicht zwischen den unterschiedlichsten Formen der Darmreinigung, weiß also offenbar nicht, dass es ganz verschiedene Verfahren gibt – darunter sehr hilfreiche, aber eben auch solche, die nicht so empfehlenswert sind oder die nur in bestimmten Situationen empfehlenswert sind und die sodann bei unsachgemäßer Anwendung auch Nebenwirkungen haben können.

Ist in der Naturheilkunde von Darmreinigungen, Darmkuren und Darmsanierungen die Rede, können damit zwar auch Einläufe mit kleinen Wassermengen gemeint sein (siehe oben). Inzwischen aber verhält es sich so, dass Darmkuren aus den folgenden Komponenten bestehen, die man einnimmt, sich also nicht – wie einen Einlauf – rektal verabreicht:

  1. Flohsamenschalenpulver (oder Alternativen: Leinsamen, Akazienfaser o. ä.)
  2. Bentonit oder Zeolith oder Heilerde
  3. Probiotika
  4. Eine darm- und darmflorafreundliche pflanzenbasierte Ernährung

Begleitend kann der eine oder andere Einlauf (sachgemäß!) durchgeführt werden, zwingend erforderlich ist er bei der beschriebenen Darmkur aber nicht.

Die von uns empfohlene Darmkur kann sowohl präventiv als auch – bei vielen chronischen Beschwerden – therapeutisch eingesetzt werden.

Nebenwirkungen sind möglich, z. B. Blähungen, können aber gut gemanagt werden, da man die Dosierung vollkommen individuell anpasst. Damit man Nebenwirkungen vermeiden kann, informiert man sich vorab gründlich zur Durchführung und geht langsam vor. Details erklären wir in unserem Artikel Darmreinigung Anleitung - So funktioniert sie.

Sind Einläufe wirklich so gefährlich?

Wenn man genau hinsieht, wird im Mainstream meist vor unsachgemäßen Einläufen gewarnt. Unsachgemäße Anwendungen sollte man nun aber grundsätzlich meiden.

Wie oben erklärt, sind Einläufe nicht einmal zwingender Bestandteil einer naturheilkundlichen Darmkur. Sie KÖNNEN zwar auch ab und zu gemacht werden, wenn man das möchte, jedoch nur in sachgemäßer Form. Von unsachgemäßen Aktionen raten wir stets ab.

Wer sich das ganz normale Irrigatorröhrchen in den Allerwertesten steckt, wird außerdem feststellen, dass man damit im Grunde nichts durchstechen kann, da man es lediglich wenige Zentimeter einführen kann.

Selbst wenn sich das Endstück lösen und im Darm verschwinden sollte, passiert überhaupt nichts, außer dass dieses ein paar Stunden im Darm bleibt und dann mit dem nächsten Stuhlgang wieder zum Vorschein kommt.

Nur bei sog. hohen Einläufen führt man sich einen dünnen Schlauch bis zu 30 cm weit ein. Doch kommen hohe Einläufe bei der heute weit verbreiteten Darmreinigung - wie wir sie empfehlen - NICHT zum Einsatz.

Wer Einläufe/Darmspülungen beim Therapeuten machen lassen möchte (Colon-Hydro-Therapie), wählt natürlich einen Arzt/Heilpraktiker mit gutem Leumund und entsprechender Erfahrung.

Mythos 4: Was nicht schulmedizinisch ist, ist unwirksam oder gefährlich

Kritiker raten grundsätzlich von allem ab, was in der Schulmedizin nicht zum Einsatz kommt und was nicht evidenzbasiert ist. Erkennbar sind derartige Informationen an Einleitungen wie „Wissenschaftlich gesehen…“ oder auch „Aus medizinischer Sicht…“.

Darmreinigung in der Wissenschaft

Diese Aussage klingt so, als seien evidenzbasierte medizinische Anwendungen automatisch sicher und unschädlich. Das ist bekanntlich nicht der Fall. Im Gegenteil, die Zahl jener Menschen, die tagtäglich Opfer von Medikamentennebenwirkungen und ärztlichen Behandlungen werden, ist hoch.

In den USA sind es jährlich durchschnittlich 250.000 Menschen, die aufgrund von medizinischen Irrtümern sterben. (1) Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn nicht jeder stirbt sofort. Es dürften daher weltweit viele Millionen Menschen sein, die allein an den Nebenwirkungen von Medikamenten oder an den Folgeschäden ärztlicher Eingriffe leiden.

Kurzum, eine evidenzbasierte Methode oder ein klinisch überprüftes und schließlich zugelassenes Medikament ist noch lange keine Garantie für Nützlichkeit oder Risikofreiheit. Gleichzeitig bedeutet allein die Tatsache, dass etwas in der heutigen Medizin routinemäßig NICHT eingesetzt wird, keinesfalls, dass es nicht sinnvoll oder automatisch schädlich ist.

Ja, es ist sogar so, dass eine Darmsanierung oft überhaupt nur deshalb erforderlich wird, weil evidenzbasierte Medikamente, z. B. Antibiotika das Darmmilieu stark schädigten und die Darmflora zerstörten.

Zudem sind Darmkuren - wie wir sie empfehlen - keinesfalls unerforscht oder unwissenschaftlich. Studien, die es bereits dazu gibt, stellen wir in unserem Artikel Darmreinigung aus wissenschaftlicher Sicht vor. Es gibt also längst zahlreiche Wissenschaftler, die zu den Vorteilen von Darmreinigungen forschen und entsprechende Arbeiten veröffentlichen.

Mythos 5: Bentonit ist für Katzenclos

Findet man dann eine Kritik, die sich nicht nur auf Abführmittel und Darmspülungen bezieht, sondern die bei uns empfohlenen Darmkuren im Visier hat (die u. a. Bentonit oder andere Mineralerden enthalten können), wird als Argument u. a. dieses angeführt:

Bentonit sei zwar ein toller Stoff für Katzenklos, doch wer – mit einigermaßen gesundem Menschenverstand – nehme schon freiwillig Katzenstreu ein?

Bentonit für Darmreinigungen ist ein Medizinprodukt

Viele Stoffe können ganz unterschiedliche Einsatzgebiete haben. So kann man Essig beispielsweise für den Salat verwenden, aber auch zur Entkalkung der Kaffeemaschine – und dennoch wird keiner Leute für verrückt erklären, die Essig ins Dressing geben.

Für eine Darmkur verwendet man außerdem kein Katzenstreu, sondern Bentonit, das als Medizinprodukt zugelassen wurde, das feinst vermahlen ist und sich zum Einnehmen eignet.

Mythos 6: Zeolith enthält Aluminium

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Mineralerden Zeolith und Bentonit Aluminium enthielten. Sie seien daher unbedingt zu meiden. Schließlich sei Aluminium schädlich.

In unserem Artikel Löst sich Aluminium aus Zeolith? lesen Sie alle Details zu diesem Thema.

Das Fazit: Zeolith und Bentonit enthalten nicht nur Aluminium. Sie SIND Aluminium. Es handelt sich also nicht etwa um aluminiumhaltige Verunreinigungen, die in den Mineralerden enthalten sind und den Organismus belasten.

Mineralerden sind Aluminiumverbindungen. Allerdings löst sich das Aluminium daraus nicht - und wenn es sich in kleinen Mengen löst, so wird es nicht resorbiert, sondern mit dem Stuhl ausgeleitet. Doch gibt es auch Darmkuren, die ganz ohne Mineralerden durchgeführt werden können.

Eine Darmkur frei von Mineralerden ist z. B. diese * probiotische Darmkur.

Warum die einseitige Kritik problematisch ist

Wenn sich Kritiken zu Darmreinigungen nun also auf ganz andere Darmreinigungsformen beziehen und man es gleichzeitig versäumt, über die gesundheitlichen Vorteile einer tatsächlich wirksamen und hilfreichen Darmkur aufzuklären, dann trägt dieses Verhalten wieder – wie so oft – dazu bei, dass Menschen keine Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können und in Folge krank bleiben (oder es früher oder später werden).

Wie eine Darmreinigung durchgeführt wird, erklären wir auch im Artikel Darmkur - Vorteile und Anleitung.

Eine unkomplizierte Form der Darmsanierung, bei der man sich auf den Aufbau einer gesunden Darmflora konzentriert, stellen wir im Artikel Darmflora aufbauen - Tipps und Anleitung vor.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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