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Das Gewicht in der Schwangerschaft

Schwanger zu sein, kann viele Fragen aufwerfen. Wie ernähre ich mich während der Schwangerschaft richtig? Das ist eine dieser Fragen, mit der die meisten Frauen bereits überfordert sind. Zudem wissen viele Schwangere nicht, wie viel Gewicht sie tatsächlich zunehmen sollten. Auch das Thema Bewegung wird widersprüchlich diskutiert. Soll eine Schwangere nun Sport treiben oder nicht? Wir geben Ihnen Antworten auf diese Fragen.

Stand: 31 März 2026
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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Eine Studie, die im Fachmagazin Australian and New Zealnd Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlicht wurde zeigte, dass die meisten Frauen nicht wissen, wie viel Gewicht sie während der Schwangerschaft tatsächlich zunehmen sollten (1).

Bei manchen Frauen ist die Gewichtszunahme deutlich zu gering. Andere Schwangere hingegen nehmen so viele Kilos zu, dass sie ihre eigene Gesundheit und die ihres Babys gefährden.

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Die Gesundheit Ihres Kindes steht auf dem Spiel

Die Ernährungs-Wissenschaftlerin Susie de Jersey von der Queensland University of Technologyin Australien schrieb in diesem Zusammenhang:

Die Schwangerschaft ist eine ausgesprochen bedeutungsvolle Zeit, denn sie spielt in der Gesamtentwicklung des Kindes eine besondere Rolle - das wissen viele Frauen. Dass sie jedoch auch einen grossen Einfluss auf die spätere Gewichtsentwicklung von Mutter und Kind hat, ist den meisten Schwangeren nicht bewusst. Fakt ist jedoch, dass sich während dieser Zeit häufig entscheidet, ob beide zu einem späteren Zeitpunkt zu Übergewicht neigen werden, oder nicht. Nimmt die werdende Mutter während der Schwangerschaft zu viel oder zu wenig Nahrung zu sich, oder ernährt sie sich schlecht und ist körperlich nicht ausreichend aktiv, so kann dies die Gesundheit sowohl der Mutter als auch die des Kindes zukünftig gravierend negativ beeinflussen.

De Jersey stellte fest, dass zwei Drittel der australischen Frauen während ihrer Schwangerschaft nicht ausreichend Gewicht zugelegt hatten. Es war überraschend, dass es genauso viele Frauen gab, die in dieser Zeit zu wenig assen, wie jene, die viel zu viel Nahrung zu sich nahmen. Ein Drittel der Schwangeren nahm demnach zu viele Pfunde zu, während ein weiteres Drittel der schwangeren Frauen zu wenig zugenommen hatte oder sogar in der Zeit zwischen Empfängnis und Niederkunft abnahmen.

Mögliche Ursachen für Übergewicht

Ein Risikofaktor für eine übermässige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist eine bereits vorhandene Adipositas (starkes Übergewicht). Die Hälfte der Frauen, die vor der Schwangerschaft bereits stark übergewichtig waren, nahm nach der Schwangerschaft auch entsprechend viel Gewicht zu.

Aber auch die längst überholte Auffassung, eine Schwangere müsse ab sofort für zwei essen, trägt zur übermässigen Gewichtsentwicklung bei. Es geht hier schliesslich nicht darum möglichst viele Kalorien aufzunehmen, sondern alleine darum, sich ganz bewusst gesund - sprich vitalstoffreich - zu ernähren. Doch wie sollte eine gesunde Ernährungsweise während der Schwangerschaft denn konkret aussehen? Die meisten Frauen wissen es in der Tat nicht, denn sie werden nur äusserst unzureichend darüber informiert.

Der Body-Mass-Index (BMI)

Die meisten Frauen wurden noch nicht einmal darüber aufgeklärt, welche Gewichtszunahme bis zum Ende der Schwangerschaft empfohlen wird.

Susie de Jersey ist der Auffassung, dass das Gewicht, das eine Frau während der Schwangerschaft tatsächlich zunehmen sollte, von ihrem Body-Mass-Index (BMI) zum Beginn der Schwangerschaft abhängt. Je höher der BMI, desto geringer sollte die Gewichtszunahme ausfallen.

Ein Beispiel: Eine Frau, die einen gesunden BMI (zwischen 18,5 und 24,9) aufweist, sollte zwischen 11,5 und 16 Kilogramm zunehmen, während sie ihr Kind austrägt. Eine Frau mit einem BMI unter 18,5 hingegen sollte sogar 20 Kilo und eine Frau mit einem BMI über 30 höchstens 10 Kilos zulegen.

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Die Schwangerschaftsgymnastik

Die Studienteilnehmerinnen waren auch über die Bedeutung der Schwangerschaftsgymnastik für die Gesundheit von Mutter und Kind nur sehr schlecht informiert. Weniger als 50% der Befragten gaben an, dass sie diese Form der Bewegung als besonders wichtig erachten würden. Dabei unterstützt ein moderates Bewegungstraining während der Schwangerschaft den Körper dabei, mit der in dieser Zeit besonderen Belastung weitaus besser umgehen zu können. Rücken, Bauch und Becken werden gestärkt, so dass sich während der Schwangerschaft Beschwerden in diesem Bereich vermeiden lassen. Ebenso profitiert das Ungeborene von der vermehrten Sauerstoffaufnahme während der Übungen und nicht zuletzt von der positiven Stimmung, die diese Bewegung bei der werdenden Mutter hinterlässt.

Die Schwangerschaftsgymnastik bereitet die Frauen physisch und psychisch auf die ausserordentliche Belastung der herannahenden Geburt vor und das sollte auch genau so kommuniziert werden..

Fazit

Die individuelle Beratung für schwangere Frauen kommt in der Regel viel zu kurz. Kaum eine Frau bekommt in dieser besonderen Phase ihres Lebens ausreichende Informationen zu den wichtigen Themen Ernährung und Bewegung. Für eine gesunde Schwangerschaft ist eine solche, individuell auf die Schwangere abgestimmte Beratung jedoch unerlässlich.

Wenn die werdenden Mütter intensiv betreut und informiert werden, kann dies dazu führen, dass Schwangere auch nach der Geburt auf eine gesündere Ernährungs-und Lebensweise achten. Dadurch könnte eine kompetente Beratung während der Schwangerschaft auch dazu beitragen, dass die Kinder in ihrem späteren Leben deutlich seltener übergewichtig würden,

erklärte de Jersey.

Tipps für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist es besonders wichtig, auf die Qualität der Lebensmittel zu achten. Bevorzugen Sie möglichst biologisch angebautes Obst und Gemüse und kaufen Sie Fleisch oder Fisch – sofern Sie nicht auf tierische Produkte verzichten – bei einem Händler Ihres Vertrauens.

Für die Zubereitung Ihrer Speisen sollten ausschliesslich hochwertige, gesunde Fette verwendet werden. Würzen Sie mit einem guten Stein- oder Ursalz und greifen Sie so oft wie möglich zu frischen Kräutern.

Aufgrund der Salmonellengefahr ist der Verzehr roher tierischer Produkte wie Tatar, roher Fisch oder rohe Eier zu vermeiden. Ebenso sollten Fertigprodukte weitestgehend gemieden werden, da sie häufig Rohstoffe minderer Qualität sowie zahlreiche chemische Zusatzstoffe enthalten.

Reduzieren Sie zudem Ihren Zuckerkonsum auf ein Minimum. Auf Milchprodukte sollte – mit Ausnahme von Butter und Sahne – verzichtet werden, da sie beim Ungeborenen allergische Reaktionen auslösen können. Alkoholische sowie koffeinhaltige Getränke sind während dieser Zeit ebenfalls nicht zu empfehlen.

Sofern gut verträglich, sollten bestimmte Lebensmittel regelmässig auf Ihrem Speiseplan stehen. Essen Sie reichlich frisches Obst und Gemüse, das gut gewaschen oder geschält ist. Frisch gepresste Säfte und grüne Smoothies eignen sich hervorragend zur Nährstoffversorgung.

Vor jeder Mittagsmahlzeit kann eine grosse Portion Salat eingeplant werden. Achten Sie ausserdem auf eine ausgewogene Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise durch Leinöl oder Hanföl. Für die Proteinversorgung bieten sich Hülsenfrüchte an, die keine Blähungen verursachen. Als Beilage zum Gemüse sind Kartoffeln oder Getreide empfehlenswert, wobei Weissmehlprodukte vermieden werden sollten, da sie kaum noch Nährstoffe enthalten.

Mit der konsequenten Umsetzung dieser Empfehlungen leisten Sie bereits einen wesentlichen Beitrag zu Ihrer eigenen Gesundheit und zur gesunden Entwicklung Ihres Babys. Wenn Sie zusätzlich darauf achten, dass die Gewichtszunahme im empfohlenen Rahmen bleibt, schaffen Sie optimale Voraussetzungen für die Geburt eines gesunden Kindes.

Weitere Informationen rund um das Thema Schwangerschaft, Ernährung und Bewegung erhalten Sie von versierten Schwangerschaftsberaterinnen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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