Zentrum der Gesundheit
Zeolith in einer weissen Schale

Schimmelpilze im Körper entgiften

Autor: Carina Rehberg

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

Aktualisiert: 13 Mai 2021

Schimmel, seine Sporen und seine Pilzgifte, die Aflatoxine, sind stark toxisch. Was kann man tun, wenn man an einer Schimmelpilzbelastung leidet, wenn also die Darmflora mit Schimmelpilzen belastet ist? Wie kann man Schimmel entgiften?

Welcher Schimmel ist harmlos und welcher ist giftig?

Nur wenige Schimmelpilze sind für den Menschen harmlos (etwa Edelschimmel auf Käse oder Salami). Schimmelpilzbefall in Räumen und verschimmelte Lebensmittel sollten hingegen unbedingt gemieden bzw. vollständig entsorgt werden.

Denn Schimmelpilze, ihre Sporen und ihre Stoffwechselprodukte können enorm giftig sein. Letztere nennt man Schimmelpilzgifte oder auch Mykotoxine. Bekannte Mykotoxine sind die Aflatoxine. Sie gelten als krebserregend, das Immunsystem schwächend und stark leber- und nierenschädigend.

Was passiert, wenn man Schimmelpilze einatmet?

Schimmelpilzsporen sind in geringen Mengen wohl überall in der Luft. Werden jedoch grosse Mengen an Schimmelpilzsporen eingeatmet (wenn kontaminierte Erde oder belastete Baumaterialien aufgewirbelt werden), kann sich eine sog. Aspergillose entwickeln. Diese macht sich mit deutlichen Symptomen bemerkbar: Lungenentzündung, Atemnot, Brustschmerzen, Husten, Fieber, Kopfschmerzen, sogar epilepsieähnliche Symptome sind möglich.

Auch eine allergische Aspergillose ist möglich. Sie macht sich ebenfalls in Atemwegsbeschwerden bemerkbar und tritt häufig bei Asthmatikern auf. Schimmelpilze können sich im Rahmen einer Aspergillose auch in manchen Organen anhäufen. Man spricht dann vom sog. Aspergillom, das u. U. operativ entfernt werden muss.

Die Aspergillose ist ein Notfall. Sie muss schulmedizinisch diagnostiziert und behandelt werden. In diesem Artikel geht es jedoch um den Schimmelpilzbefall des Verdauungssystems, wenn sich im Darm also Schimmelpilze angesiedelt haben.

Was passiert, wenn man Schimmelpilze isst?

Schimmelpilze werden meist völlig unbeabsichtigt verzehrt, denn im Anfangsstadium sieht und schmeckt man den Schimmel nicht. Er kann mit fast jedem Lebensmittel aufgenommen werden – ob mit Obst, Gemüse, Salaten, Backwaren, Marmelade, Milchprodukten, Tee, Gewürzen, Kuchen, Käse, Fleisch, Wurst, ja sogar dem Trinkwasser.

Befinden sich die Schimmelpilze im Darm, muss es nicht unbedingt zu eindeutigen Beschwerden kommen. Es kann sein, dass die Darmflora die Schimmelpilze noch gut in Schach halten kann. Es kann jedoch auch sein, dass sich die Schimmelpilzbelastung langsam steigert.

Doch ganz gleich, ob der Befall nun gross oder klein ist, Schimmelpilze produzieren ständig Mykotoxine, die auch in kleinsten Mengen den Körper belasten können. Die Entgiftung dieser Mykotoxine ist für die Leber und auch die Nieren Schwerstarbeit und kann zu einer Überlastung dieser so wichtigen Organe führen.

Eine permanente Belastung des Darms mit Schimmelpilzen und ihren Giften kann ausserdem die Entstehung von Nahrungsmittelintoleranzen fördern (Fructose-, Gluten- und Laktoseintoleranz), da die Pilze und Pilzgifte die Darmschleimhaut schädigen.

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Nach einer langfristigen Belastung durch Schimmel kann überdies ein chronischer Eisenmangel entstehen, da Schimmelpilze offenbar die Eisenvorräte des Organismus aufzehren.

Welche Symptome kann eine Schimmelpilzbelastung haben?

Eine Schimmelpilzbelastung im Darm kann im Grunde alle möglichen Symptome auslösen oder auch bestehende Erkrankungen verstärken, wie etwa

  1. Müdigkeit,
  2. Konzentrationsstörungen,
  3. plötzliche Gedächtnisschwäche,
  4. Vitalstoffmängel (Eisen!),
  5. Intoleranzen,
  6. Verdauungsprobleme,
  7. chronische Kopfschmerzen,
  8. Allergien,
  9. verstärkte Infektanfälligkeit,
  10. Blutbildveränderungen,
  11. neurologische Probleme,
  12. Hautekzeme oder
  13. andere chronische Erkrankungen bis hin zu Krebs und Autoimmunerkrankungen

Da man bei ungeklärten Beschwerden in der ganzheitlichen Praxis immer auch die Darmflora überprüft, kann mit einer solchen Stuhlanalyse eine Schimmelpilzbelastung als mögliche Ursache oder Mitursache erkannt oder ausgeschlossen werden.

Wie kann eine Schimmelpilzbelastung im Darm diagnostiziert werden?

Eine Schimmelpilzbelastung des Verdauungssystems kann mit Hilfe einer Stuhl- bzw. Darmflora-Analyse festgestellt werden. Die Überprüfung auf Schimmelpilze kann beim Arzt oder Heilpraktiker oder auch mittels Heimtest erfolgen, z. B. mit dem Pilz-Stuhltest von Medivere.

Auch im Rahmen des grossen Darm-Gesundheitschecks (ebenfalls von Medivere) wird ein Schimmelpilzbefall überprüft. Während der erste Test jedoch für bereits um die 20 Euro zu haben ist, kostet der grosse Test rund 100 Euro mehr.

Was tun, wenn man nicht sicher ist, ob man eine Schimmelbelastung hat?

Doch selbst wenn man keinen Test machen möchte, man also nicht genau weiss, ob man nun eine Schimmelpilzbelastung hat oder nicht, lohnen sich von Zeit zu Zeit Massnahmen, die dabei helfen, mögliche Schimmelpilze und deren Gifte auszuleiten.

Da es sich um ganzheitliche Massnahmen handelt, haben diese Massnahmen natürlich nicht nur eine schimmelpilzausleitende Wirkung, sondern wirken sich meist insgesamt sehr vorteilhaft auf die Darmflora, die Darmgesundheit, das Immunsystem und die Allgemeingesundheit aus und gehören daher nicht selten zu den üblichen präventiven naturheilkundlichen Massnahmen, die man kurweise regelmässig – z. B. zweimal pro Jahr – durchführen kann.

Wie kann man Schimmel entgiften?

Natürlich sollte man versuchen, die Quelle der Schimmelpilzexposition zu finden und abzustellen, z. B. wenn im Haus Schimmel vorhanden wäre. Wechseln Sie auch einmal Ihre Tee- und/oder Gewürzmarke oder erkundigen Sie sich beim jeweiligen Hersteller, was zur Eindämmung möglicher Schimmelpilzkontaminationen unternommen wird bzw. ob Analysen auf Schimmelbefall vorliegen.

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Abgepackte frische Beeren (Himbeeren, Brombeeren) schimmeln häufig bereits, wenn man sie kauft, ohne dass man den Schimmel schon wahrnehmen würde. Kaufen Sie diese Früchte besser tiefgefroren oder nur frisch geerntet.

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten naturheilkundlichen Möglichkeiten vor, die dabei helfen, Schimmelpilze und ihre Toxine auszuleiten bzw. Methoden, die vor ihrem Schadpotential schützen. Für die meisten gibt es leider noch keine klinischen Studien, aber gute Erfahrungswerte aus der traditionellen Volksheilkunde:

Aktivkohle nimmt Schimmelpilzgifte im Darm auf

Aktivierte Kohle oder Aktivkohle ist bekannt für seine entgiftenden Eigenschaften. Die Kohle nimmt im Darm Gifte auf (auch Mykotoxine) und sorgt dafür, dass sie mit dem Stuhl ausgeleitet werden können. Aktivkohle kann zu diesem Zweck kurweise eingesetzt werden.

Roher Knoblauch hat pilzbekämpfende Wirkung

Knoblauch hat eine starke pilzbekämpfende Wirkung und wird in der Naturheilkunde daher auch bei Candida- oder Schimmelpilzbefall eingesetzt. Dazu soll man täglich zwei bis vier Gramm frischen, also rohen Knoblauch essen – heisst es – oder die entsprechende Menge an Kapseln einnehmen (z. B. jene von A. Vogel, davon entspricht die Tagesdosis 4 Gramm frischem Knoblauch).

Chlorophyll kann Schimmelpilze vertreiben

Chlorophyll ist der natürliche grüne Farbstoff in allen Grünpflanzen. Studien haben gezeigt, dass Chlorophyll nicht nur generell Schimmelpilze vertreiben kann, sondern auch die Zellen - insbesondere die Leber - vor schimmelpilzbedingten Schäden schützen kann, also vor den giftigen Auswirkungen der Schimmelpilzgifte (Aflatoxine). Chlorophyll bildet mit den Aflatoxinen Komplexe, so dass diese gebunden und ausgeleitet werden können. Verschiedene Studien - auch mit Menschen - stellen wir in unserem Chlorophyllartikel vor, den Sie unter obigem Link finden.

Chlorophyll ist reichlich in Küchenkräutern, Wildpflanzen (Brennnesseln, Löwenzahn etc.) und grünem Blattgemüse enthalten, aber auch in manchen Nahrungsergänzungsmitteln, wie etwa in Chlorella, Spirulina, Gerstengraspulver, Brennnesselpulver etc. Inzwischen gibt es überdies hochkonzentrierte Chlorophylltropfen (z. B. von effective nature), die sehr einfach eingenommen und dosiert werden können. Mit 30 Tropfen nehmen Sie bereits 100 mg Chlorophyll zu sich. Die für eine Entgiftung nötige Dosierung beträgt dreimal täglich jeweils 100 mg Chlorophyll, also dreimal täglich jeweils 30 Tropfen.

Curcumin hemmt die krebserregenden Wirkungen von Aflatoxinen

Eine Studie von 2015 zeigte, dass Curcumin – der gelbe Farbstoff aus Kurkuma – die toxischen und krebserregenden Wirkungen von Aflatoxinen hemmen kann, so dass Curcumin-Präparate das Programm zur Schimmelpilz-Entgiftung begleiten können. Natürlich kann auch Kurkuma als Gewürz in der Küche regelmässig zum Einsatz kommen.

Zeolith und Bentonit helfen bei der Entgiftung von Schimmelpilzen

Mineralerden wie Zeolith und Bentonit helfen ebenfalls bei der Entgiftung von Schimmelpilzen und deren Giften. Sie binden die gefährlichen Toxine im Verdauungssystem und leiten sie mit dem Stuhl aus, so dass sie gar nicht erst in den Blutkreislauf gelangen – wie auch eine Studie von 2008 zeigen konnte. Die Verwertung von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen wurde bei dieser Massnahme nicht beeinträchtigt, obwohl häufig das Gegenteil befürchtet wird.

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Antioxidantien kompensieren schädliche Auswirkungen von Schimmelpilzen

Antioxidantien sind ebenfalls in der Lage, schädliche Auswirkungen zu unterbinden, die von Schimmelpilzen und deren Giften ausgehen. In einer Studie von 2013 ergab sich, dass Antioxidantien – reduziertes Glutathion, Coenzym Q10, Vitamine A, C und E – beispielsweise dem Mykotoxin Ochratoxin A entgegenwirken konnten. Ochratoxin A (OTA) ist an der Entstehung verschiedener Krebsarten beteiligt.

Man kann diese Antioxidantien und auch das Vitamin C (z. B. Acerolakirschpulver) als Nahrungsergänzung einnehmen. Bei den Vitaminen A und E genügt es hingegen oft, auf eine gute Versorgung über die passenden Lebensmittel zu achten. Der Vitamin-A-Bedarf kann beispielsweise sehr gut über reichlich betacarotinhaltige Gemüse gedeckt werden (Karotten, Kürbis, Süsskartoffel, grüne Blattgemüse).

Probiotika wirken sich positiv auf den Darm aus und drängen Schimmelpilze zurück

Probiotika (probiotische Bakterienstämme) wirken sich einerseits äusserst positiv auf den Darm aus, so dass dieser und mit ihm das Immunsystem gestärkt werden und sich der Organismus schon allein aus diesem Grund besser gegen Schimmelpilzgifte zur Wehr setzen kann.

Andererseits helfen Probiotika beim Aufbau einer gesunden Darmflora, die Schimmelpilze und andere Pilze meist erfolgreich zurückdrängen kann, so dass sich diese gar nicht erst ausbreiten können.

In einer Studie von 2004 entdeckte man ausserdem, dass die probiotische Hefekultur Saccharomyces boulardii die negativen Effekte des Mykotoxins Ochratoxin A hemmen konnte – zwar bei Hühnern, doch spricht nichts dagegen, dass diese Wirkung nicht auch beim Menschen erwartet werden könnte.

Das probiotische Nahrungsergänzungsmittel Combi Flora ProbioAkut enthält neben Aktivkohle auch den genannten probiotischen Stamm Saccharomyces boulardii, so dass man das Präparat gezielt zur Entgiftung von Schimmelpilzen einsetzen könnte.

Schimmelpilze entgiften und ausleiten: Erfolgskontrolle

Um Schimmelpilze zu entgiften und auszuleiten, können Sie idealerweise zwei oder drei der genannten Massnahmen kombinieren und über einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen anwenden – je nach zuvor festgestellter Intensität der Schimmelpilzbelastung.

Um den Erfolg der Massnahmen zu kontrollieren, können Sie nach diesem Zeitraum eine erneute Darmfloraanalyse durchführen.

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Ramona, Absolventin

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Quellen

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