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Wie Fast Fashion unsere Umwelt zerstört

Sie lieben Shopping und gehen gern mit der Mode? Fast Fashion aber – also preiswerte Modekleidung – schont zwar den persönlichen Geldbeutel, die Umwelt jedoch zahlt einen hohen Preis für unser Modebewusstsein.

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16 August 2021

Fast Fashion belastet die Umwelt mehr als der Flugverkehr

Immer mehr Menschen sind darauf bedacht, ihren CO2-Fussabdruck zu minimieren. So entscheiden sie sich gegen Flugreisen und nehmen zur Arbeit nicht mehr das Auto, sondern lieber Bus und Bahn. Auf die neuesten Modetrends – auf Fast Fashion – möchte aber kaum jemand verzichten. Dabei werden durch die Textilindustrie jährlich 1,2 Billionen Tonnen CO2 freigesetzt – mehr als durch den internationalen Flugverkehr und die Schifffahrt zusammen.

Die Mode zählt zu jenen Industriezweigen, in denen der Konsum in den vergangenen Jahrzehnten rasant gestiegen ist. Grund dafür ist das lukrative Geschäftsmodell Fast Fashion. Hierbei werden die neuesten Modetrends möglichst billig und schnell hergestellt. Mehrere Kollektionen pro Jahr sind keine Seltenheit. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind verheerend.

10 Prozent der Gesamtemissionen stammen aus der Modebranche

Laut einem im Jahr 2018 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichtem Artikel ( 1 ) wurden im Jahr 2018 rund 60 Prozent mehr Kleidungsstücke gekauft als im Jahr 2000. Findet kein Umdenken statt, wird sich der Verbrauch an Ressourcen bis zum Jahr 2050 verdreifachen.

Ein grosser Teil der Bekleidungsherstellung findet in China und Indien statt, also in Ländern, die auf Kohlekraftwerke angewiesen sind, wodurch der CO2-Fussabdruck jedes Kleidungsstücks vergrössert wird. Rund 10 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen stammen aus der Modebranche. Zum Teil hängen die mit der Herstellung verbundenen Emissionen von den Materialien ab.

Was ist besser für die Umwelt: Polyester oder Baumwolle?

Polyester hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Baumwolle überholt und gehört heute in der Modeindustrie zu den am häufigsten verwendeten Stoffen. Bei synthetischen Materialien sind die Emissionen viel höher, da sie aus fossilen Brennstoffen wie Rohöl hergestellt werden.

So emittiert ein Polyester-T-Shirt 5,5 Kilogramm CO2, ein T-Shirt aus Baumwolle nur 2 Kilogramm. Doch ganz auf Baumwolle umzusteigen, wäre auch keine Lösung, da die künstliche Bewässerung zur Versalzung und Erosion der Böden, dem Aufbrauchen von Wasserreserven und vergiftetem Grundwasser führt.

Fast Fashion ist gekoppelt an Umweltverschmutzung und Ausbeutung

Viele Textilfabriken entsorgen giftige Chemikalien in Flüsse und sind für einige der am stärksten verschmutzten Gewässer der Welt verantwortlich. Zahlreiche Menschen sind auf diese Flüsse als Trinkwasserquelle, direkte Nahrungsquelle oder Bewässerungsmöglichkeit angewiesen, was zu einer hohen Anzahl an Krebserkrankungen und weiteren gravierenden Leiden führt. ( 3 )

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Um die Kosten zu senken, haben Unternehmen ihre Fabriken in andere Länder ausgelagert, wo die völlige Missachtung grundlegender Sicherheitsmassnahmen, niedrige Löhne, Gewalt am Arbeitsplatz sowie Kinderarbeit an der Tagesordnung stehen. Darüber berichtet wurde zwar schon oft, aber verändert hat sich kaum etwas. ( 2 )

Nur 1 Prozent der Kleidung wird recycelt

In Anbetracht dessen ist es unverantwortlich, dass 60 Prozent aller Kleidungsstücke innerhalb eines Jahres nach ihrer Herstellung wieder weggeworfen werden. Insgesamt sind das allein in Europa laut Greenpeace ( 4 ) fast 6 Millionen Tonnen Kleidung pro Jahr.

Davon wird lediglich 1 Prozent recycelt. Denn nach wie vor fehlen notwendige Technologien zur Trennung von gemischten Fasern sowie von Farben und anderen Fremdstoffen von Polyester und Zellulose.

Slow-Fashion gegen Konsumwut

Viele Modemarken haben sich bereits für mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen. Doch Umweltschützer kritisieren die bisherigen Initiativen. So fokussieren sich die meisten Unternehmen laut Greenpeace ( 5 ) allein auf das Recycling, während der übermässige Konsum von Kleidung unangetastet bleibt.

Solange sich das Konsumverhalten in den reichen Industrieländern nicht ändert, werden der extreme Preisdruck und die Auswirkungen auf die Umwelt bestehen bleiben. Denn der Haupttreiber für diese Entwicklung ist die immense Nachfrage nach kostengünstiger Bekleidung.

Wenn Sie zukünftig weniger Kleidung kaufen, öfter einen Secondhand-Laden aufsuchen, auf nachhaltige Mode und alternative Rohstoffe wie Leinen oder Hanf setzen, können Sie die Slow-Fashion-Bewegung stärken und zum Umweltschutz beitragen.

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  1. (1) The price of fast fashion, Nature, Januar 2018
  2. (2) Bekleidungsindustrie in Osteuropa – Prekäre Bedingungen, Konsument, Januar 2018
  3. (3) Mark Angelo, Vergiftete Flüsse – Die schmutzigen Geheimnisse der Textilindustrie, 3sat, März 2019
  4. (4) Greenpeace, Fast-Fashion: Wenn Mode zu Müll verkommt, Juni 2019
  5. (5) Hanna Klein, Schlimmer als Kreuzfahrten: Mode-Wahnsinn zerstört Umwelt – wie wir das ändern, Fokus, Juli 2019