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PFAS – Wie gefährlich sind die Chemikalien?

Ob in beschichteten Pfannen, Kleidung oder Verpackungen – per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind überall. Die langlebigen „Ewigkeitschemikalien“ gelangen in die Umwelt, in die Nahrungskette und schließlich auch in unseren Körper. Wie schädlich sind PFOA, PFOS und PTFE – und was kann man tun, um sich und die Umwelt zu schützen?

Stand: 23 März 2026
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Was ist PFAS genau?

PFAS steht für die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen. Es ist also ein Oberbegriff für gleich mehrere Chemikalien. Sie ähneln sich zwar, haben aber alle auch ganz spezifische Eigenschaften und somit auch eigene Einsatzgebiete.

Besonders häufig liest man PFOA, PFOS oder PTFE. Laut einer Umfrage (30) des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben 6 von 10 Befragten noch nie etwas davon gehört. Und doch umgeben uns diese Chemikalien tagtäglich, ob im Alltags- oder Berufsleben, in unseren vier Wänden oder in der freien Natur.

Neben den drei erwähnten gibt es Tausende weitere PFAS. Keiner dieser Stoffe kommt in der Umwelt natürlich vor.

Wo stecken überall PFAS drin?

Alle PFAS werden industriell hergestellt und in einer Vielzahl von alltäglichen Produkten verwendet. Dazu zählen z. B. Textilien, Papier, Pestizide, Kosmetika, Arzneimittel und Koch-, Back- sowie Bratgeschirr.

PFAS sind für die Industrie sehr interessant. Denn sie verfügen über eine hohe thermische und chemische Stabilität. Sie sind überdies in der Lage Wasser, Fett und Schmutzpartikel abzuweisen – und gelten daher in vielen Bereichen als unverzichtbare Chemikalien.

Ist Teflon gleich PFAS?

Teflon® ist eine Chemikalie unter all den tausenden PFAS, die es gibt – und zwar PTFE. Teflon wurde 1938 zufällig von einem Mitarbeiter des Chemiekonzerns DuPont entdeckt. Es ist ein geschützter Markenname – genau wie Tempo für Papiertaschentücher oder Plexiglas für Acrylglas.

Heute benutzen viele Menschen „Teflon“ umgangssprachlich für jede Antihaftbeschichtung, auch wenn es gar kein PTFE ist.

Warum sind PFAS so gefährlich?

Das Gefährliche an PFAS ist, dass sie extrem langlebig und in der Umwelt kaum oder gar nicht abbaubar sind. Das beruht u. a. darauf, dass sie Fluor und Kohlenstoff enthalten und diese beiden Elemente eine sehr feste Bindung eingehen.

PFAS reichern sich aber nicht "nur" in Gewässern, in der Luft und in Böden an, sondern auch im Trinkwasser sowie in Lebensmitteln und letztendlich in Lebewesen – also auch im menschlichen Körper.

Wie schädigen PFAS den Körper?

PFAS können dem menschlichen Körper auf verschiedene Weise schaden. Die Schädigungsmechanismen lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

1. Anreicherung im Körper

PFAS binden sich im Blut an Eiweiße (z. B. Albumin) und werden daher nur sehr langsam ausgeschieden – Halbwertszeiten von mehreren Jahren sind möglich. Dadurch reichern sie sich im Gewebe an, vor allem in Leber, Nieren und im Blutplasma.

Die üblichen Entgiftungsmaßnahmen zeigen bei PFAS so gut wie keine Wirkung. Sie lassen sich also nicht ausleiten, bleiben stattdessen ewig an Ort und Stelle und werden somit auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.

Ihre Halbwertszeit beträgt Monate bis Jahre. Da aber immer wieder Nachschub kommt, steigt die Chemikalienmenge im Körper kontinuierlich an.

2. Schädlich für Leber, Hormone und Immunsystem

PFAS gelten als endokrine Disruptoren, was bedeutet, dass sie sich an Hormonrezeptoren binden und dort hormonähnliche Wirkung haben können. Auf diese Weise können sie den Stoffwechsel, die Schilddrüsenfunktion und auch Reproduktionsprozesse negativ beeinflussen.

Letzteres bedeutet, dass es zu Fruchtbarkeitsproblemen kommen kann. Aber auch in der Schwangerschaft können die Chemikalien dem ungeborenen Kind schaden, nämlich das Geburtsgewicht reduzieren, die neurologische Reifung verlangsamen und das Immunsystem schwächen.

Die Stoffe können zudem Leberenzyme verändern und die Entwicklung einer Fettleber fördern. Beides schadet der Leber auf Dauer.

Auch das Immunsystem scheint betroffen (nicht nur bei Ungeborenen), da die Stoffe die Antikörperbildung verringern und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen können.

3. Langfristige Krankheitsrisiken

Eine langfristige Belastung mit PFAS kann zu einem erhöhten Krebsrisiko (v. a. Nieren- und Hodenkrebs) beitragen. Auch der Cholesterinspiegel kann steigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erhöht.

Ist Teflon PFOA-frei?

Häufig wird gefragt, ob Teflon – die bekannte Antihaftbeschichtung in Pfannen – PFOA-frei sei. (PFOA ist die Abkürzung für Perfluoroctansäure.)

Die Antwort lautet: heute ja. Früher (bis ca. 2015) wurde PFOA bei der Herstellung von PTFE (Teflon®) als Hilfsstoff eingesetzt. PFOA blieb dabei in Spuren im Endprodukt zurück, die sich auch leichter als PTFE daraus lösen konnten (beim Braten, Kochen).

PFOA wurde jedoch nicht als Bestandteil der Antihaftschicht selbst eingesetzt, sondern war nur ein Hilfsstoff bei der Herstellung (6) von PTFE (Teflon) und anderen Chemikalien. Dadurch kam es zu gefährlichen Umweltbelastungen rund um die Produktionsstandorte.

Böden und das Grundwasser galten als stark verseucht. Die Gifte blieben auch nicht vor Ort. Denn über industrielle Abwässer und Flüsse gelangen sie bis in die Meere und wurde sogar in Tieren in der Tiefsee und in Vögeln auf abgelegenen Inseln nachgewiesen.

Aus diesen Gründen verpflichteten sich die großen Chemiekonzerne bis spätestens Ende 2015, keine PFOA mehr zu verwenden und ihre Emissionen auf null zu senken. Seit 2020 ist PFOA auch rechtlich in der EU verboten.

Für Pfannen heißt das wiederum: Nur alte Modelle, die aus Zeiten von vor 2015 stammen, könnten noch PFOA-Spuren enthalten.

Ist PFOA-frei dasselbe wie Teflon-frei?

Auch diese Frage kommt häufig vor. Doch ergibt sich bereits aus obiger Erklärung: Teflon ist PFOA-frei, aber ein Produkt, das PFOA-frei ist, kann natürlich Teflon enthalten, also PTFE.

Wird eine Pfanne hingegen als Teflon-frei bezeichnet, dann ist sie zwar PTFE-frei, kann aber andere PFAS enthalten, jedoch aufgrund des Verbots keine PFOA mehr.

Mit andere PFAS sind andere fluorhaltige Beschichtungen aus der PFAS-Gruppe gemeint (z. B. FEP, PFA), die als Alternative zu PTFE eingesetzt werden können.

Deshalb kann eine Pfanne „Teflon-frei“ beworben werden, aber dennoch eine PFAS-Beschichtung enthalten – nur eben nicht Teflon®.

Welche Pfanne ist PFOA-frei?

Oft liest man auf Pfannen auch heute noch „PFOA-frei“. Da PFOA aber seit Jahren ohnehin verboten ist, handelt es sich dabei um nichts weiter als Marketing – weil es beim Verbraucher so gut ankommt.

Auf PFOA müssen Sie also nicht mehr achten, wenn Sie Pfannen, Fritteusen oder sonst etwas kaufen möchten, das früher PFOA enthielt. Denn auf den Produkten kann zigmal „PFOA-frei“ stehen – und gleichzeitig sind andere PFAS, inklusive Teflon (PTFE) enthalten.

Welche Pfanne ist PFAS-frei?

Will man Kochgeschirr oder sonst ein Produkt, das keine PFAS enthält, dann muss man auch auf genau diesen Begriff achten: PFAS-frei

Weder „Teflon-frei“ noch „PFOA-frei“ sind verlässliche Siegel, wenn man PFAS-freies Kochgeschirr möchte. Auch Begriffe wie „innovative Antihaftbeschichtung“ sagen nichts aus. Fragen Sie beim Hersteller nach, was sich dahinter verbirgt.

Oft werden die Begriffe Teflon, PTFE und PFAS absichtlich vermieden, weil diese beim Käufer auf Ablehnung stoßen könnten. Stattdessen könnte dort stehen: „Die Bratpfanne ist mit der hochwertigen, schweizerischen ILAG Professional S Beschichtung veredelt“.

„Professional S“ ist jedoch nichts anderes als PTFE (also Teflon). Zwar kann die Beschichtung noch weiter „optimiert“ sein, damit sie langlebiger, kratzfester und hitzebeständiger ist. Doch sind ja bereits „normale“ Teflonpfannen heute (da ohne PFOA) relativ unbedenklich, wenn man sie nicht gerade auf weit über 300 Grad erhitzt oder sie zerkratzt.

Will man dennoch Kochgeschirr, das ganz ohne PFAS auskommt, dann muss auf der Pfanne explizit „PFAS-frei“ stehen. Dies wären dann Keramikbeschichtungen, Emaille, Gusseisen oder Edelstahl.

Lesen Sie für weitere Informationen unsere Artikel Kochgeschirr – Vermeiden Sie diese Materialien und Küchenutensilien ohne Schadstoffe.

PFAS – Eigenschaften und Wirkungen

Nachfolgend stellen wir die drei Chemikalien und ihre gesundheitsschädlichen Wirkungen der Reihe nach vor und beginnen mit PFOA:

Wie schädlich ist PFOA?

Die Perfluoroctansäure wurde jahrzehntelang hergestellt (1947-2020) und gelangte somit genauso lange in die Umwelt.

Früher hat man die Chemikalie in großem Umfang bei der Produktion von Fluorpolymeren wie PTFE (Teflon) verwendet und konnte dadurch in Alltagsprodukten wie Antihaft-Kochgeschirr, Lebensmittelverpackungen, Textilien oder Medizinprodukten nachweisbar sein.

Seit 2020 ist PFOA in der EU verboten. Heute findet man es nicht mehr in neuen Produkten (aus der EU), wohl aber noch in älteren und vor allem als langlebige Altlast in der Umwelt – mit der Folge, dass PFOA weiterhin in Lebensmitteln, Trinkwasser und im menschlichen Blut messbar sein wird.

Aus China jedoch kommen nach wie vor PFOA-haltige Produkte. Achten Sie daher bei Made-of-China (falls es keine Alternative gibt) auf eine Angabe zu PFAS oder kaufen Sie das Produkt nicht.

PFOA in Lebensmitteln

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Milch- und Milchprodukte, Trinkwasser, Meeresfrüchte, Fisch und Fischprodukte sowie Eier und Eiprodukte in Bezug PFOA in Lebensmitteln die wichtigsten Kontaminationsquellen. Analysen zufolge sind pflanzliche Lebensmittel weniger belastet (27).

PFOA – Grenzwerte werden meist weit überschritten

2023 hat die EFSA einen Beurteilungswert in Form einer "tolerablen wöchentlichen Gesamtaufnahme" in Höhe von 4,4 ng/kg Körpergewicht ermittelt (9). Das bedeutet, dass bei lebenslanger Aufnahme dieser Menge keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Laut einer Berechnung der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2020 beträgt der Mittelwert der wöchentlichen Gesamtaufnahme von PFOA und anderer PFAS in der erwachsenen Bevölkerung in Europa jedoch häufig sehr viel mehr, nämlich bis zu 22 ng/kg (31).

PFOA im Trinkwasser

Wie sehr auch unser Trinkwasser betroffen sein kann, zeigt das Beispiel des Chemieparks Gendorf in Bayern. Dort wurden die Chemikalien von 1968 bis 2003 hergestellt – mit dem Ergebnis einer weiträumigen Verseuchung von Boden, Grundwasser und schließlich auch Trinkwasser.

Obwohl die Herstellung von PFOA dort längst eingestellt wurde, ist Schätzungen zufolge vor 2050 keine Verbesserung erwartbar.

Allerdings können Aktivkohlefilter in Sachen Wasserreinigung offenbar helfen. Denn in den betroffenen Gebieten (z. B. im Raum Gendorf/Altötting) wurden die Filter eingesetzt, um PFOA aus dem Trinkwasser zu entfernen (8). Dadurch konnte erreicht werden, dass die gemessenen Trinkwasserwerte um ein Vielfaches unter dem derzeit gültigen Trinkwasserleitwert liegen.

Ab Januar 2026 wird EU-weit für 20 PFAS – darunter PFOA und PFOS – ein Summengrenzwert von insgesamt 0,1 µg/l Trinkwasser gelten. Ab Januar 2028 wird der Grenzwert für 4 Chemikalien der PFAS-Gruppe (darunter PFOA) noch einmal verschärft und beträgt dann nur noch 0,02 µg/l.

Welche Wasserfilter können schützen?

Aktivkohle kann vor allem die älteren „langkettigen“ PFAS, wie PFOA oder PFOS, sehr gut binden. Kurz- und mittelkettige PFAS (z. B. PFBA, PFBS) werden deutlich schlechter zurückgehalten.

Wichtig ist, fest eingebaute Aktivkohle-Blockfilter zu verwenden, also nicht nur Tischkannen mit Aktivkohle. Auch müssen die Filter regelmäßig gewechselt werden, sonst geben sie PFAS wieder ab. Noch besser sind Umkehrosmoseanlagen. Sie filtern praktisch alle PFAS aus dem Wasser.

Weiter unten unter 6. Wasserfilter entfernen PFAS aus dem Trinkwasser stellen wir beispielhaft ein Gerät vor.

PFOA: Gesundheitliche Folgen

Interne Forscher von DuPont, einem der größten Chemiekonzerne der Welt, stellten bereits 1961 (an Ratten) fest, dass PFOA für die Leber giftig ist. 1990 fanden sie heraus, dass PFOA bei Labortieren Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs erzeugt. Doch wurden diese Studien nicht veröffentlicht.

Inzwischen haben etliche Studien unabhängiger Forscher u. a. ergeben, dass PFOA leberschädigende (17), reproduktionstoxische (16) und krebserregende Eigenschaften (15) aufweist.

Zudem kann PFOA das Immunsystem schädigen (18), die Schilddrüse beeinträchtigen (19) und mit einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 (20) einhergehen.

DuPont wurde in zahlreichen Fällen zu Schadenersatz wegen Umweltverschmutzung und gesundheitlichen Schäden durch PFOA verurteilt. Der US-amerikanische Umweltjurist Robert Bilott erstritt bis 2021 Zahlungen in Höhe von über 753 Millionen Dollar an Geschädigte in West Virginia.

Im Jahr 2023 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) PFOA schlussendlich als krebserregend Gruppe 1 (karzinogen für Menschen) (21) ein.

PFOA: Seit 2020 in EU verboten

Seit Juli 2020 dürfen PFOA in der EU nicht mehr hergestellt und in Verkehr gebracht werden (3). Dasselbe gilt für die Schweiz (24).

Für Arbeitsschutztextilien und Löschschäume gelten allerdings noch Ausnahmeregelungen (1). Diese sollten ursprünglich zum 3. Juli 2025 auslaufen, wurden dann jedoch bis Ende des Jahres verlängert.

In China wurden Vorschriften und Kontrollen eingeführt, darunter Beschränkungen für die Produktion und Verwendung von PFOA, aber kein Verbot. Daher kommt es nach wie vor zu erheblichen Emissionen und Verunreinigungen, insbesondere in Küstenregionen und Gebieten mit Fluorchemie-Industrie.

Wie schädlich ist PFOS?

PFOS ist die Abkürzung für Perfluoroctansulfonsäure. Diese Chemikalie zählt zu den Tensiden. PFOS wird genutzt, um Flüssigkeiten, die wie etwa Öl und Wasser eigentlich nicht mischbar sind, gut vermengen zu können. Zudem ist PFOS thermisch und chemisch stabil sowie beständig gegenüber UV-Strahlung und Verwitterung (10).

Wo ist PFOS enthalten?

PFOS wird hauptsächlich verwendet, um Materialien wie Textilien, Leder, Polstermöbeln, Teppichen und Papier (5) wasserabweisende, fettabweisende und schmutzabweisende Eigenschaften zu verleihen. Sie können damit gut imprägniert werden.

Außerdem kommt PFOS in Antihaftbeschichtungen (Küchenutensilien), in der Verchromung, in der Analogfotografie, in Feuerlöschschäumen, in Hydraulikflüssigkeiten (Luft- und Raumfahrt), Polituren, Farben, Lacken, Reinigungsmitteln und Pestiziden zum Einsatz.

PFOS in der Umwelt

Die wichtigsten Quellen für Umwelteinträge von PFOS sind die Metallverarbeitung (Verchromung) und Feuerlöschschäume. In Deutschland ist die Produktion seit 2015 offiziell eingestellt. Laut Greenpeace liegt die PFOS-Konzentration im Rhein aber trotzdem bei bis zum 6-Fachen über der Umweltqualitätsnorm (Stand: 2025).

Außerdem berichtete die Europäische Umweltbehörde im Dezember 2024, dass in Europa in bis zu 60 Prozent der Flüsse und 35 Prozent der Seen PFOS-Konzentrationen gemessen (13) wurden, die über den Umweltqualitätsschwellenwerten liegen.

PFOS in Lebensmitteln

Am meisten PFOS nimmt man laut BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) über Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie über Eier und Eiprodukte auf (7).

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PFOS im Trinkwasser

PFOS und ihre Derivate wurden schon im Jahr 2000 als "prioritär gefährliche Stoffe" eingestuft. Nichtsdestotrotz zeigten auch spätere Analysen immer wieder, dass die Trinkwasserqualität in der EU zu wünschen übriglässt.

So z. B. in Schweden: Im Jahr 2013 lagen in 2 Wasserwerken die PFOS-Werte bei 8.000 ng/l (22), verglichen mit 27 ng/l in nicht kontaminierten Wasserwerken.

Bei 150 Einwohnern wurden sodann im Blut Konzentrationen von bis zu 10 ng/ml festgestellt. Der Grenzwert im Blut liegt jedoch bei nur 5 ng/ml (2). Ab diesem besteht ein erhöhtes Risiko für gesundheitsschädliche Auswirkungen.

Im Jahr 2023 erkannte der Oberste Gerichtshof von Schweden bei den Betroffenen einen Personenschaden an. Die Höhe möglicher Entschädigungen und wer für die Verschmutzung verantwortlich war, muss allerdings noch geklärt werden.

Damals wurde von Einzelfällen berichtet. Doch hat eine Studie der größten schwedischen Umwelt- und Naturschutzorganisation Svenska Naturskyddsföreningen im Jahr 2023 aufgedeckt, dass in mehr als der Hälfte des Trinkwassers PFAS enthalten (23) sind und landesweit mindestens 2 Millionen Schweden davon betroffen sind.

In Deutschland sieht es möglicherweise nicht viel besser aus: Die Mitglieder des BUND-Vorstandes und BUND-Mitarbeiter haben 2024 ihr Blut auf PFAS testen lassen. Entdeckt wurden zahlreiche PFAS. Die höchsten Blut-Serum-Konzentrationen wurden bei PFOS (bis zu 15 ng/ml) gemessen.

PFOS: Gesundheitliche Folgen

Die Chemikalie ist toxisch – ob sie nun verschluckt oder eingeatmet wird oder auf die Haut gelangt (ätzend). Sie gilt als krebsauslösend, reproduktionstoxisch, organschädigend und gewässergefährdend.

Zwischen 1999 und 2015 hat die PFOS-Exposition laut einer Studie jährlich rund 382.000 Todesfälle (12) bei erwachsenen US-Bürgern verursacht. Die hauptsächlichen Todesursachen waren Herzkrankheiten und Krebs.

Von 2015 bis 2018 sank die Anzahl aufgrund des Rückgangs der PFOS-Exposition auf etwa 69.000 pro Jahr.

Im Jahr 2023 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung PFOS als krebserregend Gruppe 2B ein, was bedeutet: möglicherweise krebserregend für Menschen.

PFOS: Seit 2019 verboten – jedoch mit Ausnahmen

Seit 2019 ist PFOS aufgrund seiner Giftigkeit nur noch für bestimmte Zwecke in der Metallindustrie erlaubt. Diese Ausnahmen gelten bis zum 7. September 2025.

Erzeugnisse, die in der EU bereits vor dem 25. August 2010 hergestellt bzw. verwendet wurden und PFOS enthalten, sind jedoch weiterhin zulässig. Irgendwann müssen die Produkte aber auch wieder entsorgt werden – mit dem Ergebnis, dass die Chemikalie in Mülldeponien gelangt und von dort mit dem Sickerwasser oder Deponiegas in die Umwelt.

Außerhalb der EU und den USA wird PFOS im Übrigen nach wie vor produziert, so etwa in China. Über Abwässer, die von den Fabriken ins Meer geleitet werden, verbreitet sich die Chemikalie sodann weltweit – betrifft also auch Länder, wo PFOS bereits verboten wurde.

Wie schädlich ist PTFE?

PTFE ist die Abkürzung für Polytetrafluorethylen, dem wichtigsten Fluorpolymer. Es ist am besten bekannt unter dem Handelsnamen Teflon von der US-Firma DuPont.

Am bekanntesten ist die Antihaftwirkung. Denn es existieren fast keine Materialien, die daran haften bleiben. Zudem lassen sich entsprechend beschichtete Pfannen sehr leicht reinigen.

Ein weiterer häufig verwendeter Handelsname ist Gore-Tex®, eine Membran-Technologie für Textilien, die 1969 von Robert Gore entwickelt wurde. Es handelt sich um aufgeschäumtes, mikroporöses PTFE (auch ePTFE genannt; e steht für expandiert).

Das Material ist wasserabweisend und gleichzeitig atmungsaktiv, also ideal für Outdoorbekleidung, Schuhe und Zelte.

Die Chemikalie steckt außerdem in Skiwachs, medizinischen Produkten (z. B. Katheter, Implantate, Geräte), in Dichtungen oder Isolationsmaterial für Kabel.

PTFE in der Umwelt

Im Vergleich zu PFOA und PFOS wurden die Auswirkungen auf die Umwelt von PTFE noch nicht gut untersucht. Es steht jedoch fest, dass bei der Herstellung des Kunststoffs giftige Hilfsstoffe eingesetzt werden, welche die Umwelt belasten.

Früher war es die heute verbotene PFOA. Heute kommen andere Prozesshilfsmittel wie ADONA oder GenX zum Einsatz, die zwar PFOA ersetzt haben, aber ebenfalls zu den langlebigen PFAS gehören und toxikologisch umstritten sind.

Bei unsachgemäßer Verbrennung von PTFE können giftige Abbauprodukte wie Flusssäure (HF) oder Tetrafluorethylen (TFE) entstehen; moderne Hochtemperaturanlagen zerstören diese aber weitgehend.

Außerdem können Studien zufolge aus entsprechend beschichtetem Kochgeschirr bei Überhitzung oder Beschädigung der Beschichtung Mikroplastik (kleiner als 5 mm) und die noch gefährlicheren Nanoplastikpartikel (unter 1 μm) freigesetzt werden.

Eine beschädigte Beschichtung kann zur Freisetzung von 2.300.000 Mikro- und Nanoplastikpartikeln (25) führen. Ein Oberflächenriss kann über 9.000 Plastikpartikel hinterlassen. Über das Abwasser können PTFE-Partikel dann in die Umwelt gelangen.

PTFE: Gesundheitliche Folgen

Der Mensch nimmt Mikroplastik im Allgemeinen und somit auch PTFE-Partikel durch das Einatmen aus der Luft und durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln und Getränken (26) auf.

Wird beschichtetes Kochgeschirr auf dem Herd (ohne Lebensmittel) erhitzt, können Temperaturen von 250 bis 370 °C erreicht und gasförmige PFAS freigesetzt werden (26).

Das Einatmen kann gesundheitliche Folgen haben, da sich die Chemikalien im Körper anreichern und (auch auf Dauer) z. B. zu Leberschäden und Schilddrüsenerkrankungen führen können.

Darum sollte Teflon-Geschirr nie ohne Inhalt hoch erhitzt werden (28). Besondere Vorsicht ist bei Induktions- und Gasherden anzuraten, da diese ein sehr schnelles Erhitzen ermöglichen. Ein Übergang in Lebensmittel kann nach aktuellem Wissensstand nicht ausgeschlossen werden.

Laut dem BfR sind Krankheitsfälle bisher nur aus der industriellen Fertigung von PTFE und nicht bei bestimmungsgemäßer Anwendung in Privathaushalten bekannt. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Aufnahme von Mikroplastik sind aber noch unklar.

Die derzeitige Studienlage reicht bei weitem nicht aus, um eine Gefährdung für die Gesundheit ausschließen zu können. In-vitro-Studien haben u. a. gezeigt, dass PTFE-Partikel oxidativen Stress erzeugen und Entzündungen fördern können.

PTFE: Kein Verbot in Sicht

Bislang gibt es in Bezug auf die Herstellung und das Inverkehrbringen von PTFE weder Beschränkungen noch Verbote. 2023 hat Deutschland mit den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Norwegen bei der EU-Kommission den Vorschlag für eine starke Beschränkung von über 10.000 PFAS (11) – darunter PTFE – eingebracht.

Damit aber war die chemische Industrie ganz und gar nicht einverstanden. Und so kam es im Jahr 2024 dazu, dass sich dann aufgrund des Drucks von Seiten der Industrie die Bundesregierung plötzlich wieder gegen eine starke Beschränkung von PFAS aussprach (11).

Gibt es Alternativen?

Warum kann man PFAS nicht einfach verbieten und unbedenkliche Alternativen verwenden? Zwei Hauptgründe gibt es dafür: PFAS sind einerseits in unzähligen Produkten enthalten, andererseits gibt kaum oder gar keine Alternativen.

Die wenigen Alternativen, die in Frage kämen, befinden sich noch in der Optimierung oder Erprobung.

Zudem gilt hier Ähnliches wie beim Doping: Ersatzstoffe, die noch nicht auf der Schwarzen Liste stehen, müssen deshalb nicht automatisch harmlos sein. Sie sind entweder noch nicht entsprechend erforscht oder womöglich ähnlich toxisch (29) wie die Substanzen, die sie ersetzen sollen.

Wie kann man sich vor PFAS schützen?

Schwer durch PFAS gefährdet sind Menschen, die in Fabriken arbeiten oder gearbeitet haben, wo PFAS oder entsprechende Produkte hergestellt werden oder wurden. Zudem besteht Grund zur Sorge, wenn man in der Umgebung von derartigen Produktionsstätten wohnt oder gewohnt hat.

Wer lediglich eine Gore-Tex-Jacke trägt oder eine Teflon-Bratpfanne benutzt, wird deshalb nicht gleich krank, unterstützt aber eine insgesamt hochgiftige Industrie und schadet sich somit auf Umwegen. Denn die Chemikalien vergiften ja Wasser, Luft und Lebensmittel – mit noch ungewissen Langzeitfolgen.

Was also kann man tun?

1. Verzicht auf PFAS-Produkte

Schränken Sie den Kauf von PFAS-haltigen Produkten so weit wie irgend möglich ein. Verzichten Sie auf synthetische Materialien. Setzen Sie auf Alternativen wie z. B. Edelstahlpfannen, Glasbehälter und Naturtextilien.

Kaufen Sie PFAS-freie Waschmittel, Spülmittel, Kosmetika etc.

Achten Sie auf Gütesiegel wie "PFAS-frei" oder "PFC-frei". Hersteller von atmungsaktiver Kleidung oder Teflon-Pfannen werben inzwischen häufig damit. Bedenken Sie aber, dass sich in synthetischen Materialien auch andere Stoffe befinden können, die ebenfalls bedenklich sind.

Es gibt Apps wie z. B. "ToxFox", welche nach dem Einscannen des Barcodes auf besorgniserregende Substanzen in Alltagsprodukten hinweisen. Je geringer die Nachfrage nach umwelt- und gesundheitsschädigenden Produkten, desto geringer wird in Zukunft auch deren Herstellung sein.

2. Sachbestimmte Verwendung

Achten Sie bei PFAS-Produkten wie beschichtetem Kochgeschirr unbedingt auf die Gebrauchsanweisungen (z. B. Höchsttemperatur, Kratzbeständigkeit, Spülmaschinentauglichkeit).

3. Sorgfältiger Umgang

Befinden sich PFAS-Produkte bereits in Ihrem Besitz, sollten Sie damit mit Bedacht umgehen. Sie können z. B. entsprechende Textilien weniger oft verwenden, bei niedrigen Temperaturen waschen und anschließend lufttrocknen.

Denn durch die mechanische Beanspruchung beim Trocknen im Trockner können PFAS-Moleküle leichter von den Textilien abgelöst und in die Luft oder den Hausstaub gelangen.

4. Verpackungsfreies Einkaufen

Reduzieren Sie Verpackungsmaterialien. Holen Sie Speisen und Getränke mit Ihren eigenen Behältern ab (z. B. Coffee-to-Go) und kaufen Sie in Unverpacktläden oder Zero-Waste-Geschäften ein.

Apps wie "Unverpacktkarte" helfen, um entsprechende Geschäfte in Ihrer Nähe zu finden. Mit "CodeCheck" können Produkte gescannt werden, um Informationen zu Inhaltsstoffen und Nachhaltigkeit zu erhalten.

5. Korrektes Entsorgen

Werden PFAS-Produkte beschädigt, sollten sie entsorgt werden. Textilien kommen in den Restmüll, Pfannen werden am besten beim Recyclinghof entsorgt.

Nichtsdestotrotz werden die Pfannen noch in Millionen Jahren in Form von Nano- und Mikroplastik unsere Nachfahren beschäftigen.

6. Wasserfilter entfernen PFAS aus dem Trinkwasser

PFAS sind extrem stabil. Sie werden in klassischen Wasserwerken (Sandfilter, Flockung, Ozonung, Chlorung) nicht abgebaut und gelangen somit in unserem Leitungswasser.

Langkettige PFAS (PFOA, PFOS) können gut mit Aktivkohle-Blockfilter gebunden werden. Die moderneren kurzkettigen PFAS sind schwer zu filtern. Sie werden jedoch immer häufiger eingesetzt und werden daher auch immer stärker das Wasser belasten, z. B. PFBA, PFBS, PFHxA, GenX.

Die Umkehrosmose ist eine der wenigen Technologien, die auch kurzkettige PFAS zuverlässig zurückhält, z. B. * dieses Gerät für den Haushalt. Das Gerät zeigt an, wenn die * Filterkartusche gewechselt werden sollte (alle 6 - 12 Monate, meist 1-mal pro Jahr).

Nur enthält dann natürlich das Abwasser konzentrierte PFAS, die erneut in die Kläranlagen und dann wieder ins Trinkwasser gelangen.

Fazit: PFAS sind giftig, daher am besten vermeiden!

PFAS wie PFOA, PFOS und PTFE sind aufgrund der wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften sowie der chemischen und thermischen Stabilität für die Industrie bemerkenswerte Chemikalien, welche die Herstellung unzähliger Komfort-Produkte ermöglicht haben.

Leider entfalten sie ihre Persistenz auch dann, wenn sie in die Umwelt und in Organismen gelangen. Zu den Folgen zählen Verseuchung, Krankheit und Tod. Je mehr Verbraucher auf natürliche Alternativen umsteigen, desto eher werden die Umwelt und die eigene Gesundheit geschützt.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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