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Welches Gehirntraining ist das beste?

Ein gutes und wirkungsvolles Gehirntraining ist weit mehr als Kreuzworträtsel und Sudoku. Wer sein Gehirn langfristig fit halten möchte, sollte es breiter trainieren. Wir erklären, welches Gehirntraining zu den besten gehört.

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Gehirntraining: Was gehört dazu und wie geht man am besten dabei vor?

  1. Ein gutes Gehirntraining muss mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen.
  2. Bestimmte Aktivitäten eignen sich besonders gut für ein effektives Gehirntraining.
  3. Die geistige Leistungsfähigkeit kann dabei bis ins hohe Alter gezielt verbessert werden.
  4. Nicht nur Denkaufgaben, sondern auch Lebensstil und Gewohnheiten entscheiden über die Gesundheit des Gehirns.
  5. Auch der Umgang mit KI kann unser Gehirn beeinflussen – positiv, aber auch negativ.

Gehirntraining: Genügen Kreuzworträtsel und Sudoku?

Wenn die geistigen Fähigkeiten mit der Zeit nachlassen, spricht man von kognitivem Verfall. Das Gedächtnis wird schlechter, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, die Denkgeschwindigkeit wird langsamer, die Sprachfertigkeit ist vielleicht nicht mehr so wie früher – und auch die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Pläne zu schmieden, lässt zu wünschen übrig.

So weit muss es aber noch gar nicht sein. Vielleicht lieben Sie es auch einfach, im Beruf oder Alltag erfolgreich zu sein oder möchten noch erfolgreicher werden – und dazu brauchen Sie ein starkes und flexibles Gehirn. Klar, dass ein Kreuzworträtsel hier sicher keinen Fortschritt bringt. Hier wird lediglich Wissen in Form einzelner Begriffe abgerufen, nichts weiter.

Studie: Wie wirkt ganzheitliches Gehirntraining?

In einer Studie von 2026 wurde an 4000 Teilnehmern eine bestimmte ganzheitlichere Methode des Gehirntrainings untersucht und geschaut, wie das Gehirn davon profitiert und auch, ob Menschen jeden Alters davon profitieren (1).

Das Studienprotokoll bestand aus drei Komponenten:

  1. Strategisches Denktraining (SMART)
  2. Lebensstil-Maßnahmen (Schlaf, Stressmanagement, Bewegung etc.)
  3. Maßnahmen zu Verhaltensänderungen und entsprechendes Coaching

Nach 3 Jahren schaute man nicht nur, wie das Gehirn der Teilnehmer auf die Maßnahmen reagiert hat, sondern auch, wie es um die emotionale Gesundheit der Leute stand und wie wohl sie sich in ihrem sozialen Umfeld fühlten.

Das Gehirn ist bis ins hohe Alter trainier- und veränderbar

Die Forscher betrachteten das Gehirn also nicht isoliert wie einen Muskel, der durch einzelne Aufgaben trainiert werden muss. Das ist der Unterschied zu klassischen Denksportaufgaben. Stattdessen gingen sie davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.

Nach drei Jahren hatte sich der Index für die Gehirngesundheit im Durchschnitt deutlich verbessert. Entscheidend war auch, dass sowohl junge als auch ältere Teilnehmer ihre Werte verbessern konnten. Das Gehirn bleibt also bis ins hohe Alter veränderbar.

Besonders wirksam: Das SMART-Training

Den Teilnehmern standen verschiedene Methoden des Gehirntrainings zur Verfügung (eine Online-Plattform mit Trainingseinheiten, Videos, Wissensfragen und kleine Aufgaben, die im Alltag umgesetzt werden sollten, Videocoachings etc.).

Im Zentrum der Übungen stand jedoch das sogenannte SMART-Training: SMART steht für „Strategic Memory Advanced Reasoning Tactics“. Dabei geht es um das Trainieren höherer Denkfunktionen.

Die Teilnehmer sollten lernen, weniger Informationen aufzunehmen, Ablenkungen zu reduzieren und Wichtiges zu priorisieren. Zudem übten sie, Kernaussagen zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen und eine übergeordnete Bedeutung daraus abzuleiten.

Außerdem sollten die Teilnehmer mehrere Perspektiven einnehmen, neue Möglichkeiten prüfen und eigene Lösungen entwickeln können.

Wie könnte ein praktisches Beispiel dafür aussehen?

Beispiel: Einen Artikel lesen – und damit arbeiten!

Eine solche Übung könnte wie folgt aussehen: Sie lesen einen Artikel – am besten mit eher anspruchsvollem Inhalt. In einem einfachen Gedächtnistraining würde man Sie vielleicht danach fragen, welche Zahlen Sie im Artikel gelesen haben.

Beim SMART-Prinzip geht es jedoch weniger darum, das Merken von Fakten zu trainieren als vielmehr um das Nachdenken über die gelesenen Informationen und das konzentrierte Arbeiten damit.

Sie stellen sich nach dem Lesen z. B. die folgenden Fragen und beantworten sie:

Was ist die wichtigste Botschaft des Artikels? Welche Informationen sind entscheidend? Was fehlt? Was könnte vielleicht auch falsch oder fragwürdig sein? Welche Gegenargumente gibt es? Wie könnte ich den Inhalt einem anderen Menschen erklären? Wie würde ich es anpacken, wenn ich über das Thema einen Vortrag halten müsste.

Einfach nur etwas zu lesen, genügt also nicht. Denn lesen kann Ihr Gehirn längst. Arbeiten Sie mit dem Gelesenen!

Das Gehirn braucht echte Herausforderungen

Das Gehirn braucht Herausforderungen. Beschäftigen Sie sich daher regelmäßig mit neuen Themen – mit Themen, die für Sie totales Neuland sind! Und zwar in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Ein Bereich ist der oben genannte, also das Lesen von Informationen und dem anschließenden Arbeiten mit diesen Informationen.

Ein anderer Bereich ist das Lernen einer neuen Sprache, einer neuen Sportart, eines neuen Tanzes oder eines Instruments. Dies sind mit die besten Methoden des Gehirntrainings.

Auch Schach ist eine Möglichkeit, das Gehirn zu trainieren – aber nur, wenn Sie dabei flexibel bleiben und sich weiterentwickeln. Wenn Sie immer dieselben Strategien anwenden, ist es ähnlich zu beurteilen wie Kreuzworträtsel, wobei vom Gehirn immer nur dieselben Informationen abgerufen werden.

Das Gehirn entwickelt sich dann nicht mehr weiter. Es stagniert und langweilt sich.

Finden Sie Aktivitäten, die viele Hirnleistungen gleichzeitig erfordern

Wenn Sie Ihr Gehirn also bestmöglich trainieren möchten, fragen Sie sich: Welche Aktivitäten fordern möglichst viele Hirnleistungen gleichzeitig und bleiben auch langfristig herausfordernd?

Wer immer wieder neue Tänze lernt, muss sich Schrittfolgen merken, Bewegungen koordinieren, den Rhythmus erfassen, sich im Raum orientieren und seine Aufmerksamkeit aufrechterhalten.

Beim Musizieren kommen zusätzlich Feinmotorik, Hören, Timing und das Lesen von Noten hinzu. Beim Erlernen einer Sprache müssen neue Wörter und Grammatikregeln gespeichert, verstanden und aktiv angewendet werden.

Bauen Sie eine kognitive Reserve auf!

Anders als bei vielen Rätseln, Sudoku o. ä. wird bei den beschriebenen Aktivitäten nicht nur vorhandenes Wissen abgerufen, sondern ständig Neues gelernt und mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft.

Dadurch entstehen immer neue Verbindungen zwischen Nervenzellen – und verschiedene Hirnnetzwerke arbeiten eng zusammen. Fachleute gehen davon aus, dass solche komplexen geistigen Herausforderungen zum Aufbau einer sog. kognitiven Reserve beitragen können.

Damit ist die Fähigkeit des Gehirns gemeint, altersbedingte Veränderungen oder Erkrankungen länger auszugleichen. Oder anders gesagt: Ein gut vernetztes Gehirn kann Ausfälle oft besser kompensieren als ein weniger gut vernetztes.

Das beste Gehirntraining ist gar kein Gehirntraining!

Nach heutigem Wissensstand sind aber all die konkreten Formen des Gehirntrainings gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist tatsächlich der Lebensstil. Ein gesunder Lifestyle schützt das Gehirn gleich auf mehreren Ebenen gegen kognitiven Verfall (2, 3).

Besonders gut belegt ist die schützende Wirkung von regelmäßiger Bewegung – am besten eine Kombination aus Ausdauer, Kraft und Koordination (Tanzen, Radfahren, Laufen, Yoga, schwimmen, Tai Chi etc.).

Dazu kommen soziale Kontakte und Aktivitäten (aktives Vereinsleben, Projekte), guter Schlaf, gesunde Ernährung, wenig Stress und das Vermeiden von Risikofaktoren, die den Blutgefäßen schaden können – etwa Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder ungünstige Blutfette.

Auch die individuell passende Nahrungsergänzung kann Ihr Gehirntraining unterstützen. Lesen Sie dazu unseren Artikel Nahrungsergänzung für Ihr Gehirn.

Nutzen Sie KI richtig – und verlernen Sie das Denken nicht!

Auch ob und wie Sie künstliche Intelligenz verwenden, spielt beim Gehirntraining eine Rolle. Wenn Sie KI richtig nutzen, kann sie hilfreich sein. Wenn Sie jedoch jede KI-Antwort unkritisch hinnehmen, ersetzt die KI schließlich Ihr eigenes Denken.

Dafür gibt es sogar schon einen Fachbegriff: „Cognitive Offloading“. Das bedeutet, dass man Denk- oder Gedächtnisaufgaben an technische Hilfsmittel abgibt.

Eine Studie von 2025 mit rund 670 Teilnehmern fand einen Zusammenhang zwischen häufiger KI-Nutzung, stärkerem Cognitive Offloading und niedrigeren Werten beim kritischen Denken (4).

KI ist also per se nicht schlecht für das Gehirn, aber es ist wichtig, sie kritisch zu nutzen und aufmerksam zu bleiben. Denn KI macht Fehler, vergisst Aspekte und gibt meist „nur“ die offizielle Meinung wieder.

Geben Sie Ihrer KI daher wohlüberlegte Anweisungen, in welcher Richtung Sie ein Thema behandeln und besprechen möchten – und finden Sie die Fehler, die sie macht, indem Sie die KI-Ergüsse immer wieder überprüfen.

Fazit: Gehirntraining gegen kognitiven Verfall

Wenn Sie Ihr Gehirn fit halten möchten, verlassen Sie sich nicht nur auf klassisches Gedächtnistraining. Suchen Sie sich regelmäßig neue Herausforderungen – und zwar solche, die gleichzeitig viele verschiedene Hirnleistungen aktivieren und zum Aufbau einer kognitiven Reserve beitragen.

Vergessen Sie einen gesunden Lebensstil nicht! Denn dieser ist fürs Gehirn essenziell! Bewegen Sie sich möglichst täglich, schlafen Sie ausreichend, pflegen Sie soziale Kontakte und behalten Sie Ihren Blutdruck, Blutzucker und Ihre Blutfette im Blick. Genau diese Mischung hilft am besten gegen kognitiven Verfall

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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