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  • Chlortabelette wird ins Wasser gegeben
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Chlor in Schwimmbädern

Chlor in Schwimmbädern kann bei regelmässigem Planschen die Gesundheit von kleinen Kindern gefährden. Asthma ist oft eine Begleiterscheinung von Schwimbadbesuchen.

Stand: 12 Mai 2026
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Allergien und Atemwegsinfektionen bei Kindern

Kleinkinder, die öfter in gechlorten Schwimmbädern (ob drinnen oder draussen) planschen, sind – im Vergleich zu anderen eher wasserscheuen Kindern – einem höheren Risiko ausgesetzt (1), an Lungeninfektionen zu erkranken sowie lebenslanges Asthma und allergische Erkrankungen der Atemwege zu entwickeln.

Dies ergab eine Studie, die von Forschern der Katholischen Universität Louvain in Brüssel, Belgien, durchgeführt und 2010 im Fachblatt European Respiratory Journal veröffentlicht wurde.

Es deutet alles darauf hin, dass die Benutzung von gechlorten Schwimmbädern eine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Es besteht das Risiko für Asthma und Allergien der Atemwege, weil die Atemwege durch das Chlor sehr sensibilisiert werden, so dass sie nicht nur auf Allergene, sondern auch auf krankheitsauslösende Keime viel empfindlicher als gewöhnlich reagieren,

erklärte der Forscher Alfred Bernard.

Kränkere Bronchien durch Chlor in Schwimmbädern

Die Wissenschaftler überprüften die Gesundheit von 430 belgischen Kindergartenkindern und liessen deren Eltern Fragebögen über die Krankengeschichte und das Schwimmverhalten ihrer Kinder ausfüllen. Die Studie ergab, dass 36 Prozent der Kinder, die sich vor dem Erreichen des dritten Lebensjahres in gechlorten Schwimmbädern aufhielten, bereits an Lungeninfektionen wie beispielsweise an akuter Bronchiolitis erkrankt waren.

Von denjenigen Kindern, die keinen Kontakt mit solchen Schwimmbädern hatten, lag der Prozentsatz dieser Erkrankungen bei lediglich 24 Prozent.

Risikofaktor für Bronchiolitis

Die akute Bronchiolitis ist eine Virusinfektion in den Bronchiolen (das sind die kleinen Äste der Bronchien), die besonders bei Babys in den ersten zwei Lebensjahren auftreten kann, wobei nachweislich solche Kinder stärker gefährdet sind, die in Raucherfamilien leben und ausserdem solche, die nicht gestillt werden. Offenbar kommt jetzt das Planschen in gechlorten Schwimmbädern als weiterer Risikofaktor für Bronchiolitis dazu.

Chemische Verbindung schwächt Kinder-Lungen

Die Wissenschaftler sind der Meinung, das Chlor im Badewasser bilde mit den Schweiss-, Speichel- und Urinpartikeln sämtlicher Badegäste eine chemische Verbindungen, welche die Lungen angreifen und schwächen können.

In den ohnehin bereits schwächeren und sich noch in der Entwicklung befindlichen Lungen von Kleinkindern könne dieser Sachverhalt das Risiko für Infektionen natürlich noch deutlich steigern.

Hallenbad oder Freibad?

Die Forscher fanden bei Ihren Untersuchungen heraus, dass das Infektionsrisiko für Kinder in Hallenbädern deutlich höher sei als in Freibädern. Kinder, die vor ihrem zweiten Lebensjahr mehr als 20 Stunden in gechlorten Aussenbecken verbracht hatten, wiesen ein doppelt so hohes Bronchiolitis-Risiko auf als Kinder, die von Freibädern ferngehalten wurden. In Hallenbädern waren die Kinder einem 3,5 mal so hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

Mehr Naturbäder braucht das Land

Schwimmen ist für Kinder zwar grundsätzlich eine gesunde und fröhliche Art des Zeitvertreibs, kann aber – wenn dieser Zeitvertreib in solchen Schwimmbädern stattfindet – tatsächlich ihrer Gesundheit schaden. Natürlich sollte jetzt niemand seinen Kindern das Schwimmen und Planschen verbieten. Vielleicht gibt es einen See in Ihrer Nähe, den man den Bädern vorziehen könnte?

Möglicherweise legen Sie auch gemeinsam mit Nachbarn einen privaten Schwimmteich an? Oder Sie wählen für Ihr Kind ein Schwimmbad, das ohne die Chemikalie gepflegt wird. Inzwischen gibt es einige Pool-Pflegesysteme, die zum Beispiel auf Basis von Sauerstoff oder Ozon oder anderen harmlosen Methoden arbeiten.

Falls mehrere Eltern derselben Meinung sind und ihre Kinder nur noch im chlorfreien Wasser schwimmen lassen möchten, könnten sie eventuell – der Gesundheit aller Badegäste zuliebe – sogar eine Initiative starten und die Umrüstung ihres örtlichen Hallen- oder Freibades anregen.

Chlorfreie Freibäder gibt es z. B.

in der Schweiz:

in Kriens: IOB - Neues Naturbad in der Schweiz

in Oberschan: Naturbad Oberschan, Oberschan - Schweiz Tourismus

in Breitenbach: Naturbad Frohmatt, Breitenbach SO - SchweizerSchwimmbad-Portal

in Riehen: Naturbad Riehen

Im Schweizer Schwimmbad Verzeichnis finden Sie eine Vielzahl naturbelassener See- und Flussbäder in der Schweiz.

in Deutschland:

in München: Naturbad Maria Einsiedel

in Oberhaching bei München: Naturbad

in Bielefeld (NRW): Freibad Brackwede

in Olfen (NRW): Naturbad Olfen

in Schorndorf (BW): Ziegelei SeeBad

in Königsee (Thüringen): Waldseebad Königsee

Schwalbach/Taunus Naturbad

in Österreich:

bei Graz: Lilienbad

in Kirchberg an der Raab: Seerosenbad

in Eggersdorf: Naturbad Eggersdorf

Natürliche Hallenbäder scheinen leider kaum existent zu sein. Allenfalls gibt es in den Wellnessbereichen mancher Hotels solche Bäder. Öffentliche Bäder jedoch, die ganz ohne den Stoff gepflegt werden, sind uns nicht bekannt.

Wir freuen uns über Mitteilungen, falls jemand ein solches Bad ausfindig machen sollte.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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