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Chronische Müdigkeit: Die Darmflora ist schuld

Chronische Müdigkeit: Die Darmflora ist schuld

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(Zentrum der Gesundheit) – Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) macht müde. Schon ganz normale Aktivitäten erschöpfen – und auch Pausen führen keineswegs zu Erholung und Frische. Die Schulmedizin kennt die Ursachen nicht wirklich. Und auch die Diagnose des CFS fiel bisher keineswegs leicht. Jetzt berichten Wissenschaftler erstmals davon, Marker für die CFS-Diagnose identifiziert zu haben. Der Zustand der Darmflora sei entscheidend sowie bestimmte Entzündungswerte im Blut. Eine Sanierung der Darmgesundheit könnte daher zu einer Besserung des CFS führen.

Chronisches Erschöpfungssyndrom – Schulmedizin kennt weder Ursachen noch eindeutige Diagnosemöglichkeiten

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) kann bislang nur über den Ausschluss anderer Erkrankungen und mit Hilfe einer Checkliste diagnostiziert werden.

Eine CFS wird folglich dann diagnostiziert, wenn die Erschöpfung

  • mindestens 6 Monate lang besteht – und zwar ohne ersichtlichen Grund
  • davor ganz neu in Erscheinung getreten ist
  • sich nicht durch Ruhephasen beheben lässt
  • und wenn die Erschöpfung zu einer Einschränkung der bisherigen Aktivitäten führt.
  • Zusätzlich sollten mindestens vier Symptome einer Symptomliste zutreffen, die z. B. Muskelschmerzen aufführt, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gedächnisprobleme etc.

Ursachen kennt die Schulmedizin nicht. Man geht von den üblichen Verdächtigen aus:

  • Stress
  • Schockerlebnisse (Trauer, Unfall, Trauma o. ä.)
  • Infektionen z. B. Epstein-Barr-Virus oder Borreliose

Forscher der Cornell University veröffentlichten am 23. Juni 2016 im Fachmagazin Microbiome nun hochinteressante Ergebnisse, die nicht nur Diagnosemöglichkeiten bei CFS, sondern auch mögliche Ursachen und Therapievorschläge beinhalten.

Neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten beim CFS

Die Wissenschaftler rund um Dr. Maureen Hanson, Professorin für Molekularbiologie und Genetik beschrieben, wie sie das Chronische Erschöpfungssyndrom diagnostizieren konnten – was bislang nie eindeutig möglich war.

Über Stuhlproben und Blutuntersuchungen konnten sie bei 83 Prozent der CFS-Betroffenen eindeutig das Chronische Erschöpfungssyndrom nachweisen. Damit sei eine nichtinvasive Diagnosemöglichkeit gefunden und ein wichtiger Schritt getan, um die Ursachen der Krankheit langsam aber sicher verstehen zu lernen.

Gestörte Darmflora beim CFS

Unsere Arbeit zeigt, dass die Darmflora bei CFS-Patienten alles andere als gesund ist, was dann auch immer wieder zu Magen-Darm-Problemen bei den Betroffenen führt"

,sagte Maureen Hanson,

Überdies dient unsere Entdeckung als Beweis dafür, dass die Krankheit eben nicht ausschliesslich psychisch bedingt ist, wie heute immer noch häufig behauptet wird."

Natürlich können jetzt auch ganz andere Therapiemassnahmen zum Einsatz kommen. Ärzte sollten – so die Wissenschaftler – verstärkt Ernährungsempfehlungen geben, um die gestörte Darmflora bei CFS-Patienten wieder zu heilen.

Zu einem erhöhten Ballaststoffverzehr sollte geraten werden und auch zur Einnahme von Probiotika.

Leaky-Gut-Syndrom beim Chronischen Erschöpfungssyndrom

In der Studie untersuchte man 48 Patienten mit einer CFS-Diagnose sowie 39 gesunde Kontrollpersonen. Man analysierte sowohl Stuhl- als auch Blutproben und stellte fest, dass die Bakterienvielfalt bei den CFS-Patienten deutlich reduziert war. Auch verfügten die Kranken über weniger jener Bakterien, die entzündungshemmend wirken könnten, was auch bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa der Fall ist.

Kein Wunder fand man auch im Blut der CFS-Betroffenen spezifische Entzündungsmarker. Diese lassen sich höchstwahrscheinlich auf ein Leaky-Gut-Syndrom zurückführen, so Studienautor Dr. Giloteaux.

Beim Leaky-Gut-Syndrom wird die Darmschleimhaut krankhaft durchlässig. Bakterien, Gift- und Schadstoffe können jetzt aus dem Darm in den Blutkreislauf wandern und dort entzündliche Immunreaktionen auslösen, was die CFS-Symptome noch weiter verschlimmert.

Darmsanierung beim CFS

Der Zusammenhang zwischen einem Leaky-Gut-Syndrom und dem CFS ist allerdings schon seit mindestens dem Jahr 2007 bekannt – wie wir hier berichtet hatten. Damals schrieben belgische Foscher, dass das CFS immer auch von immunologischen Störungen begleitet werde, die vom LGS ausgelöst worden seien. Man solle bei CFS daher auch immer zu Massnahmen greifen, die zu einer Regeneration der Darmgesundheit führen können.

Welche Massnahmen sich dazu eignen, ein Leaky-Gut-Syndrom zu heilen und damit auch eine mögliche Mitursache des CFS zu beheben, finden Sie hier beschrieben: Leaky-Gut-Syndrom – Massnahmen und Therapie

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Quellen:



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