Wenn (Ratten-)Väter viel Fett essen

Australische und amerikanische Forscher liessen jungen Rattenmännern eine sehr fetthaltige Ernährung angedeihen. Daraufhin durften sie sich mit gesund ernährten Rattenweibchen fortpflanzen. In der Kontrollgruppe sorgten gesund ernährte Rattenmänner ebenfalls für Nachwuchs.

Schliesslich untersuchte man die weiblichen Nachkommen und stellte fest, dass die Töchter der „fetten“ Rattenmänner unter Blutzuckerwerten litten, die doppelt so hoch waren, wie die der Kinder von gesund ernährten Vätern. Noch bevor sie in die Pubertät kamen, wurde bei ihnen Diabetes diagnostiziert.

Gleichzeitig produzierten die Töchter der fettreich ernährten Ratten im Vergleich zu den Nachkommen gesunder Eltern nur die Hälfte Insulin (dem Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert).

Ungesunde Nahrung verändert Sperma

Übertragen auf den Menschen würde dieses Forschungsergebnis die von vielen längst gehegte These unterstützen, nämlich, dass die Ernährungsgewohnheiten der Eltern zum Zeitpunkt der Zeugung einen gravierenden Einfluss auf die spätere Gesundheit ihrer Kinder haben.

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass ungesunde Nahrung in der Lage ist, die DNA (das Erbgut) des Spermas so zu verändern, dass dies beim Kind zu Stoffwechselstörungen und mangelhaften Körperfunktionen führen kann.

Es wäre daher nicht unklug, so teilte Margaret Morris von der University of New South Wales in Sydney dem Fachblatt New Scientist mit, wenn Fast-Food-Eltern – wenigstens zum Wohle ihrer künftigen Kinder – einige Zeit vor der Zeugung ihrer Nachkommen eine entsprechende Umstellung der Ernährungsweise und, falls nötig, eine Reduzierung des Körpergewichts in Angriff nehmen würden.

Je mehr Fast Food, umso mehr Diabetiker

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sich ausgerechnet Grossbritannien aktuell einer wahren Diabetes-Epidemie gegenüber sieht. Mehr als drei Millionen Menschen leiden dort an Diabetes und es sieht so aus, als wolle sich diese Zahl in den nächsten Jahren flugs verdoppeln. Gleichzeitig ist das Vereinigte Königreich jenes Land mit den meisten Fast-Food-Liebhabern auf der ganzen Welt.

Nicht einmal die USA kann mit der Burger-und-Pommes- bzw. Fish-and-Chips-Leidenschaft der Briten mithalten. Die Hälfte von ihnen – so berichtete die Daily Mail – sei bereits so Fast-Food-abhängig, dass eine Ernährungsumstellung für sie gar nicht mehr in Frage komme. Die rasch steigende Zahl der Diabetiker rührt natürlich hauptsächlich von dieser Art der Ernährung und dem damit in Verbindung stehenden Übergewicht. Allerdings – und darauf könnte diese Studie hinweisen – wird die Veranlagung für diese Krankheit in vielen Fällen bereits bei der Zeugung festgelegt – nicht nur, weil die Eltern bedauerlicherweise diese Neigung von Natur aus in sich tragen und deshalb weitergeben, sondern weil sie sich ungesund ernährten.

Industriell verarbeitete Lebensmittel und davon insbesondere Fast-Food-Mahlzeiten sind also kaum empfehlenswert – weder für die persönliche Gesundheit noch für die der eigenen künftigen Kinder.

Quellen

  • Ng SF; Lin RC; Maloney CA; Youngson NA; Owens JA; Morris MJ, 2014, `Paternal high-fat diet consumption induces common changes in the transcriptomes of retroperitoneal adipose and pancreatic islet tissues in female rat offspring.`, The FASEB Journal, vol. 28, no. 4,pp. 1830 - 1841

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