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Geo-Engineering – Ausweg oder Irrweg?

Geo-Engineering – Ausweg oder Irrweg?

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(Zentrum der Gesundheit) – Geo-Engineering heisst das Zauberwort. Geo-Engineering heisst nichts anderes, als dass der Mensch – meist mit riesigem Aufwand – gezielt das Klima zu beeinflussen versucht. Ob Riesen-Spiegel im Weltall, künstliche Verdunkelung des Himmels mittels Schwefelpartikeln, ein Sonnenschirm über der Erde, schwimmende reflektierende Kissen im Ozean oder in weisses Plastik gehüllte Wüsten: Was heute noch nach billigem Science-Fiction-Klamauk klingt, könnte in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Immer mehr Klimaforscher warnen jedoch und sagen: Geo-Engineering ist kein Heilmittel für das Klima!

Was ist Geo-Engineering?

Der Begriff Geo-Engineering wurde in den 1970er Jahren vom italienischen Physiker Cesare Marchetti geprägt und umschreibt unterschiedliche technische Methoden, mit denen der Mensch aktiv in das Klimageschehen eingreifen kann. Ziel ist es, das Klima nach dem Willen des Menschen zu formen, um der angeblich immer weiter fortschreitenden globalen Erwärmung entgegen zu wirken.

Lange hatte nur ein kleiner Kreis von Wissenschaftlern und Politikern Einblick in diesen Forschungsbereich, bis die National Academy of Sciences (NAS) im Jahr 1992 ein entsprechendes Buch veröffentlichte und damit eine breitere Öffentlichkeit mit der Thematik in Berührung brachte.

Es folgten wiederum Jahre des Schweigens. Die meisten Politiker und Wissenschaftler zeigten sich – zumindest nach aussen hin – uninteressiert. Da die internationale klassische Klimapolitik jedoch immer mehr auf Kritik stiess und sich vermehrt in Widersprüche verstrickte, wurde Geo-Engineering immer häufiger als möglicher Ausweg vorgeschlagen. Mittlerweile wird die technische Klimamanipulation von diversen Regierungen ernsthaft in Erwägung gezogen.

Dass inzwischen schon diesbezügliche Tests durchgeführt wurden und etliche weitere in Planung sind, beweist offensichtlich, dass Geo-Engineering schon jetzt keine blosse Fiktion mehr ist.

Geo-Engineering soll also den Klimawandel aufhalten. Einige Experten aber sagen, dass es genau diesen gar nicht gäbe und wenn doch, so sei er nicht von Menschenhand verursacht, sondern eine ganz natürliche Entwicklung, die es im Laufe der Menschheitsgeschichte schon häufiger gab.

Der Mensch als Mitverursacher der globalen Erwärmung

Das Klima ist seit Anbeginn der Erde einem natürlichen Wandel unterworfen, der – anders als das Wetter – nur auf lange Sicht hin beobachtet werden kann. Die Weltorganisation für Meteorologie empfiehlt, für Untersuchungen des Klimas eine Zeitspanne von mindestens 30 Jahren zu veranschlagen – was natürlich aus Sicht des Menschen eine sehr grosse Zeitspanne ist, da er selbst nach Ablauf dieser Zeit schon fast wieder in Rente geht. Betrachtet man sich jedoch die Zeiträume, in denen sich das Klima im Laufe der Erdgeschichte verändert hat, so handelt es sich hier meist um viele Hunderttausend Jahre. Da sich inzwischen die Klimaänderungen jedoch merklich schneller ergeben, scheinen die 30 Jahre durchaus sinnvoll zu sein.

Immerhin zählt die Klimaforschung heute zu den am besten erforschten Wissenschaften. Tausende Studien wurden bislang veröffentlicht, die zu rund 97 Prozent ergeben haben, dass die menschengemachte globale Erwärmung vom natürlichen Klimawandel klar abzugrenzen ist. Diese Studienergebnisse beruhen nicht ausschliesslich auf Berechnungen, sondern auch auf Langzeituntersuchungen direkt in der Natur. Daher herrscht in puncto Klimawandel ausnahmsweise einmal eine Art wissenschaftlicher Konsens – von einigen wenigen Skeptikern einmal abgesehen, deren Sichtweise weiter unten und auch z. B. hier erklärt wird: Die Klima-Religion

Während nun der natürliche Treibhauseffekt das Leben auf der Erde erst möglich macht – ohne ihn läge die Durchschnittstemperatur bei etwa -18 °C – gelten die vom Menschen erzeugten Treibhausgase als wichtigste Ursache der globalen Erwärmung. So ist beispielsweise die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Erdatmosphäre seit Beginn der Industrialisierung um satte 40 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist vordergründig von drei umweltbelastenden Faktoren abhängig: dem Abholzen der Wälder, der Zementindustrie und der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle.

Zu den mess-, spür- und sichtbaren Folgen der globalen Erwärmung zählen z. B. häufiger auftretende Hitzewellen, Waldbrände, Unwetterkatastrophen, das Schmelzen der Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels und das Artensterben.

Doch obwohl 97 Prozent der Klimatologen der Auffassung sind, dass der Mensch das Klima beeinflusst und laut Weltklimarat (IPCC) wahrscheinlich 50 Prozent der Erderwärmung auf den Menschen zurückzuführen sind, gibt es Klimaskeptiker, die den menschlichen Einfluss auf das Klima bestreiten oder auch für völlig ungefährlich halten.

Klimaforschung: Alles Lüge?

Die Argumente, die Klimaskeptiker vorbringen, um die globale Erwärmung in Frage zu stellen oder den Menschen sozusagen von jeglicher Verantwortung der Erde gegenüber freizusprechen, sind derart mannigfaltig, dass es sehr schwer fällt, ein einheitliches Bild zu präsentieren. Wir wollen deshalb lediglich auf 5 weit verbreitete Argumente und die Gegenposition eingehen.

  • Argument 1: "Das Klima hat sich immer schon gewandelt." Das stimmt zwar, doch heute läuft der Klimawandel zehn Mal schneller ab als zuvor.
  • Argument 2: "Die globale Erwärmung ist auf natürlichen Wasserdampf zurückzuführen." Wasserdampf spielt in Bezug auf den natürlichen Treibhauseffekt zwar eine sehr grosse Rolle, bleibt im Gegensatz zum CO2 aber meist nur wenige Tage in der Atmosphäre, um dann in Form von Regen auf die Erdoberfläche zurückzukehren.
  • Argument 3: "Der Mensch ist nur für 3 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich." Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erläutert, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre für Jahrtausende mehr oder weniger konstant war und erst angestiegen ist, seit die fossilen Brennstoffe exzessiv genutzt wurden.
  • Argument 4: "Durch Vulkane wird viel mehr CO2 ausgestossen als durch die Aktivitäten des Menschen." Das Umweltbundesamt äusserte sich dazu wie folgt: Die CO2-Emissionen des Menschen sind seit der Industrialisierung auf insgesamt rund 30 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr angestiegen, während die von Vulkanen verursachten CO2-Emissionen nur einen Bruchteil, nämlich etwa 0,03 Milliarden Tonnen pro Jahr betragen.
  • Argument 5: "Der Weltklimarat wird durch die Politik beeinflusst." An der Erstellung der IPCC-Berichte sind über tausend Wissenschaftler beteiligt. Dass jeder von ihnen gekauft ist oder bewusst Lügen verbreitet, scheint doch ziemlich abwegig. Des Weiteren stellt sich Frage: Warum sollte die Politik, die sich in vielen anderen Bereichen ja alles andere als einig ist, einen Bericht beeinflussen, wenn dadurch aufgrund der folgenden Restriktionen ein Nachteil für die eigene Wirtschaft entsteht?

Vielleicht ist es ja auch umgekehrt und nicht der Klimawandel ist eine Lüge, sondern die Skepsis am Klimawandel?

Ist die Klimaskepsis organisiert?

So säte z. B. die Global Climate Coalition von 1989 bis 2002 gezielt Zweifel an der globalen Erwärmung. Bei der Global Climate Coalition handelt es sich um einen Interessenverband diverser Weltkonzerne (z. B. der Mineralölindustrie). Sein Ziel war, staatliche Schritte zur Senkung der CO2-Emission zu verhindern. Des Weiteren investierte das Ölunternehmen ExxonMobil zwischen 1998 und 2005 ganze 16 Millionen US-Dollar, um in Bezug auf den Stand der Klimaforschung Verwirrung zu stiften.

Natürlich ist auch der Weltklimarat nicht ohne Fehl. So drang beispielsweise im Zusammenhang mit dem vierten IPCC-Sachstandsbericht an die Öffentlichkeit, dass einige Regierungen, darunter die USA und China, Wissenschaftler dazu gebracht haben sollen, den Berichtsentwurf drastisch abzuschwächen. Doch ist auch das kein Beweis dafür, dass die globale Erwärmung nun eine Lüge ist.

Könnten tatsächlich 97 Prozent aller Klimastudien gefälscht sein? Und selbst wenn? Würde es bedeuten, dass wir nach wie vor unseren Planeten nach Strich und Faden ausbluten lassen dürfen? Würde es bedeuten, dass es sinnvoll ist, die für jeden sichtbaren Veränderungen in der Natur und der Umwelt zu ignorieren? Die in Europa immer seltener werdenden Regenfälle, die verheerenden Waldbrände im Süden Europas, die plötzlich einwandernden tropischen Insekten, das Verschwinden von einheimischen Insekten und Vögeln, die teilweise vernichtenden Krankheiten bei Bäumen und anderen Pflanzen und vieles mehr? Die Nichtexistenz eines Klimawandels würde uns also nicht unserer Verantwortung entheben und würde keinesfalls ein Freibrief für künftiges Nichtstun darstellen.

Denn zu Vieles läuft falsch in dieser Zeit – und jeder einzelne kann dazu beitragen, das Falsche in Richtiges zu verwandeln. Da es in diesem Artikel jedoch nicht vordergründig um den Klimawandel geht, sondern um Geo-Engineering, gehen wir im Folgenden einfach einmal davon aus, dass es den Klimawandel gibt. Denn nur anhand dieser Informationen kann man die Geo-Engineering-Pläne überhaupt nachvollziehen, wenn auch nicht unbedingt für gut befinden.

Scheitert Klimaschutz am Zahnrad der Zeit?

Der schwedische Physiker und Nobelpreisträger für Chemie Svante Arrhenius (1859-1927) war der Erste, der erkannt hat, dass das vom Menschen emittierte CO2 das Erdklima aufheizen und die dauerhafte Nutzung fossiler Energie zu gravierenden Problemen führen würde. Da derartige Theorien aber lange nicht ernst genommen wurden, hat es jahrzehntelang gedauert, bis der Klimaschutz überhaupt thematisiert wurde.

In den 1960er Jahren wurden schliesslich Computer und Satelliten zur Berechnung der globalen Erwärmung genutzt. In Folge sprach ein Beratungsgremium der US-Regierung erstmals eine Warnung aus, dass man es hier mit einer ernsthaften Bedrohung zu tun habe. Zeitgleich wurde aber auch schon die Empfehlung ausgesprochen, die Chancen und Risiken technischer Eingriffe in das Klimasystem der Erde (Geo-Engineering) zu erforschen.

Es folgten zahllose Klimakonferenzen, Gipfeltreffen, Verhandlungen und Beschlüsse, doch die internationale Klimapolitik artete mehr und mehr zu einem Desaster aus. Dafür spricht beispielsweise, dass die Weltölförderung heute so hoch ist wie nie zuvor und dass der weltweite CO2-Ausstoss seit 1990 um etwa 50 Prozent gestiegen ist. 1990 war übrigens jenes Jahr, in dem zum ersten Mal ernsthafte Verhandlungen über ein Klimaabkommen geführt wurden.

Das zentrale Ziel der internationalen Klimapolitik ist, die globale Erwärmung auf 2° C über dem vorindustriellen Wert zu begrenzen. Da dieses sogenannte "Zwei-Grad-Ziel" von vielen Politikern und Klimaforschern jetzt schon als gescheitert betrachtet wird, wird der Ruf nach einer technischen Klimamanipulation immer lauter. Der Plan B heisst: Geo-Engineering.

In der Wissenschaft werden zwei Hauptmethoden zur Beeinflussung des Klimas unterschieden.

Geo-Engineering: Künstliche CO2-Reduzierung

Technologien, die unter dem Begriff Carbon Dioxide Removal (CDR) zusammengefasst werden, zielen darauf ab, die Konzentration des Treibhausgases CO2 aus der Atmosphäre zu verringern, indem dieses zunächst gebunden und dann z. B. unterirdisch gespeichert wird.

Zu den CDR-Methoden zählt mitunter die sogenannte Ozeandüngung: Hier werden winzige Algen durch Düngung zum Massenwachstum angeregt. Algen speichern grosse CO2-Mengen, und wenn die Algen sterben, sinkt mit ihnen das CO2 auf den Grund der Tiefsee.

Hierbei haben allerdings bereits zwei Studien des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven (Experiment EisenEx und Experiment LOHAFEX) ergeben, dass die Algen schon vor dem Absterben beinahe vollständig von im Meer lebenden Tieren gefressen werden, die das CO2 in Folge wieder ausatmen, so dass es letztendlich also doch nicht auf den Meeresgrund absinkt, sondern wieder in die Atmosphäre gelangt.

Ein weiteres CDR-Verfahren nennt sich "Carbon Capture and Storage" (Abscheidung und Speicherung von CO2). Hier soll das CO2 Kraftwerke, die mit fossilen Brennnstoffen arbeiten, gar nicht erst verlassen. Es soll chemisch aus den Kraftwerksabgasen abgeleitet werden, um es sodann unterirdisch zu lagern. Fakt ist aber, dass die sichere Speicherung von CO2 bisher ausschliesslich auf dem Papier existiert.

Andere Geo-Engineering-Methoden sollen hingegen die Reflexion von Sonnenlicht erhöhen.

Geo-Engineering: Weniger Sonneneinstrahlung, besseres Klima?

Das Solar Radiation Management (SRM) umfasst zahlreiche unterschiedliche Technologien, die dafür sorgen sollen, dass ein möglichst grosser Teil der Sonneneinstrahlung wieder reflektiert wird, was dann natürlich auch die Temperaturen senken würde.

In städtischen Gebieten könnte man dazu beispielsweise verstärkt weisse Dächer einsetzen und in der Wüste würde man grosse Flächen mit reflektierendem Material bedecken. Auf den Meeren könnte man reflektierende Kissen schwimmen lassen. Abgesehen von den weissen Dächern wären diese Methoden ein grosser Eingriff in das Öko- und Klimasystem – mit unbekannten Folgen. So könnte es durch die schwimmenden Kissen zu einer massiven Störung des marinen Ökosystems kommen.

Auch im Luft- und im Weltraum will man Aktionen zur verstärkten Reflexion der Sonnenstrahlung in Erwägung ziehen. So könnten beispielsweise mit Flugzeugen kontinuierlich kleinste Salzkristalle direkt in die Luftschichten über den Ozeanen gesprüht oder Chemikalien wie Schwefelverbindungen als Aerosole in der Stratosphäre verteilt werden.

Genauso könnten zwischen Sonne und Erde riesige Spiegel oder lichtstreuende Netzwerke aus Aluminium positioniert werden, die das einstrahlende Sonnenlicht auf der Erde reduzieren. Doch auch diese Methoden würden sich natürlich äusserst negativ auf die Umwelt auswirken (z. B. Abnahme des Niederschlages).

Ob, wann und in welchem Umfang Geo-Engineering bereits zum Einsatz kommt bzw. kommen wird, liegt im Dunkeln. Wäre Geo-Engineering aber überhaupt erlaubt?

Ist Geo-Engineering erlaubt?

Die geplanten Methoden bzw. ihre Folgen sind natürlich nicht auf ein einziges Land zu begrenzen. Wer Geo-Engineering einsetzt, beeinflusst auch das Wetter und Klima in anderen Ländern und Regionen – schliesslich kennt das Klima keine Staatsgrenzen.

Trotzdem gibt es noch immer keine klaren Gesetze, die das Geo-Engineering international regeln würden. Demnach obliegt es grundsätzlich jedem einzelnen Staat, bestimmte Geo-Engineering-Technologien zu fördern, zu genehmigen oder auch zu verbieten.

Der Weltklimarat hat Geo-Engineering erstmals 2013/14 in seinen Fünften Sachstandsbericht aufgenommen. Dies ist deshalb von grosser Bedeutung, da dieses wissenschaftliche Gremium einen essentiellen Ausgangspunkt für die UN-Klimaverhandlungen darstellt.

Das Internationale Klimaschutzrecht enthält jedoch nach wie vor keine spezifischen Vorgaben zu Geo-Engineering-Technologien. Es gibt lediglich rechtliche Verpflichtungen in Bezug auf Massnahmen, die den Ausstoss von CO2 senken.

In Bezug auf die Meeresdüngung haben die Vertragsstaaten des weltweit geltenden Übereinkommens über die biologischen Vielfalt im Jahr 2008 allerdings einen politisch wichtigen Beschluss verabschiedet, der zumindest ein weitgehendes Moratorium für diese Art des Geo-Engineerings vorsieht.

Im Übrigen sollte auch das Völkergewohnheitsrecht nicht ausser Acht gelassen werden. Dieses besagt nämlich, dass jeder Staat sicherzustellen hat, dass die Umwelt jenseits der Staatsgrenzen – eingenommen das Weltall – durch seine Massnahmen und Aktionen nicht zu Schaden kommt.

Doch es gibt natürlich etliche Schlupflöcher, die genutzt werden können, um Geo-Engineering-Technologien einzusetzen. So verlangt beispielsweise das Klimarahmenübereinkommen ausdrücklich die Entwicklung von Gegenmassnahmen gegen die globale Erwärmung.

Dazu kommt, dass bislang noch nicht einmal der Begriff "Geo-Engineering" klar definiert wurde. Streng genommen ist Geo-Engineering somit schon längst keine Zukunftsvision mehr, wenn man sich ansieht, was bereits (offiziell) schon umgesetzt wird oder wurde.

Geo-Engineering und das Militär

Der Mathematiker John von Neumann, der ein gefragter Berater der Army und Navy war und an der Entwicklung der Atombombe beteiligt war, warnte vor Eingriffen in das Klimasystem, da diese nach seinem Ermessen gefährlicher seien als ein Atomkrieg.

Nichtsdestotrotz wurden in der "Blütezeit" des Kalten Krieges Geo-Engineering-Massnahmen für militärische Zwecke genutzt. Es handelte sich hierbei zwar eher um bewusste Wetterbeeinflussungen, doch die Grenze zwischen Manipulationen des Wetters und Geo-Engineering verläuft nun einmal fliessend.

So wurde im Zweiten Weltkrieg mit künstlichem Nebel experimentiert, um alliierte Bomber zu verwirren, und in den 1960er Jahren wurde Geo-Engineering in Erwägung gezogen, um aus Sibirien ein fruchtbares Land zu machen.

Bei dem US-amerikanischen Langzeitexperiment "Project Stormfury" wurde untersucht, ob mit Silberjodid geimpfte Wirbelstürme abgeschwächt werden können. Schnell verbreitete sich diesbezüglich aber die Angst, dass das Militär in Wahrheit das Ziel verfolgen könnte, Hurrikans in eine bestimmte Richtung zu lenken, um sie zukünftig als Waffen einsetzen zu können.

Im Rahmen des "Project Popeye" der CIA kam es zwischen 1966 und 1972 zu mehr als 2.300 Wolkenimpfungen mit Silberjodid über dem Ho-Chi-Minh-Pfad. Ziel war es, diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkt durch die Verstärkung des Monsunregens für die nordkoreanischen Truppen unpassierbar zu machen und Ernteausfälle zu verursachen.

Da das UN-Umweltkriegsübereinkommen seit 1978 militärische Wettermanipulationen verbietet, könnte man meinen, dass jede Geo-Engineering-Technologie, die sich lokal auswirken kann (z. B. Dürren), eine Vertragsverletzung darstellt. Dies wurde aber bereits verneint.

Tatsache ist, dass bis heute kein einziges derartiges militärisches Experiment gestoppt worden ist. Da Geo-Engineering auch im internationalen Rechtsraum noch nicht definiert ist, wird eine Kontrolle a priori unmöglich gemacht.

Doch es ist natürlich nicht nur das Militär, das grosses Interesse an Geo-Engineering zeigt.

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Staatlich organisiertes Geo-Engineering

Es gibt bereits zahlreiche grossräumige Manipulationsversuche des Wetters und auch des Klimas, die immer wieder zum Tragen kommen.

So unterhält beispielsweise die Volksrepublik China ein staatliches "Wetterbeeinflussungssamt", das bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 oder auch bei den Feiern zum 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober 2009 angeblich für schönes Wetter gesorgt hat.

Hierbei kamen Flugzeuge zum Einsatz, die Chemikalien versprüht haben, um den Regen von den Veranstaltungen fern zu halten. Als es dann im November 2009 zu einer anhaltenden Dürre kam, sollte auf chemischem Weg Regen verursacht werden. In Folge kam es jedoch zu einem überaus heftigen Schneesturm. In Thailand wiederum wird mithilfe des künstlich erzeugten Regens versucht, den zunehmenden Smog im Norden des Landes in den Griff zu bekommen.

Dies sind nur einige Beispiele, die aufzeigen sollen, dass Geo-Engineering schon passiert, wenn auch vergleichsweise im "kleinen" Rahmen. Eines steht aber definitiv fest: Es gibt durchaus etliche Unternehmen und Privatpersonen, die sich von Geo-Engineering einen lukrativen Profit versprechen.

Geo-Engineering und mögliche Profiteure

Als beispielsweise die Ozeandüngung noch im regen Gespräch war, sind sofort Firmen mit wohlklingenden Namen wie Greensea Venture oder Planktos49 auf der Bildfläche erschienen, die gross ins Geschäft einsteigen wollten.

Zudem haben sich schon zahlreiche Unternehmen Geo-Engineering-Patente gesichert, die sich wohl nichts sehnlicher erhoffen, als die von ihnen entwickelten Methoden zum Einsatz zu bringen. So wartet z. B. der Patenthalter US Department of Energy darauf, seine anorganischen Partikel als Reflektoren im Meer schwimmen zu sehen, und Nathan Myhrvold und Co. möchten wohl gern Schwefeloxid durch einen speziellen Schlauch durch die Lüfte jagen, um die Atmosphäre zu verändern.

Nichtsdestotrotz ist es bei weitem nicht so, dass sich die Mehrheit der Klimaforscher für Geo-Engineering ausspricht – das Gegenteil ist der Fall!

Deutsche Studie spricht gegen Geo-Engineering

An der Sondierungsstudie "Climate Engineering" des Kiel Earth Institute (KEI) beteiligten sich 16 Forscher aus unterschiedlichsten Disziplinen, um eine der umfangreichsten Bestandsaufnahmen zu dieser Thematik zu erstellen. Die Untersuchungen ergaben, dass die Geo-Engineering-Technologien noch in den Kinderschuhen stecken und die Machbarkeit grosse Zweifel aufwirft. Zudem sprachen auch die Kosten, die unkalkulierbaren Risiken und die möglichen Folgen gegen Geo-Engineering.

So kamen die Wissenschaftler zum Schluss, dass Geo-Engineering die altbekannten Klimaschutz-Massnahmen nicht ersetzen kann und im allerbesten Fall eine Notfalloption darstellt.

Für das Europäische Parlament war diese Studie gewiss ausschlaggebend, um sich gegen grossangelegte Klimaversuche zu stellen. Das Umweltbundesamt (UBA) ging sogar noch einen Schritt weiter und sprach sich gleich ganz gegen weitere diesbezügliche Forschungen aus.

Internationaler Forscherkreis warnt vor Geo-Engineering

Die Vereinten Nationen luden Anfang Dezember 2014 zu einer Konferenz Lima (Peru), um ein internationales Klimaschutzabkommen vorzubereiten. Wenig später trafen zahlreiche Wissenschaftler in Washington D. C. zusammen, um über die Richtlinien für Geo-Engineering zu diskutieren.

Doch keine der Engineering-Technologien stiess auf Begeisterung, vielmehr machten sich in Bezug auf die möglichen Nebenwirkungen Sorgenfalten breit. Die Klimawissenschaftler wiesen beispielsweise darauf hin, dass das Einbringen von Sulfat in die Stratosphäre zu einer Verminderung der Niederschläge führen könnte.

Die meisten Wissenschaftler waren der Meinung, es sei noch viel zu früh, gross angelegte Studien in Betracht zu ziehen, einige gaben zu bedenken, dass Geo-Engineering – falls alle Stricke reissen – nicht ausgeschlossen werden sollte. Andererseits wurde aber auch argumentiert, dass es Jahrzehnte bräuchte, um die möglichen Auswirkungen auch nur ansatzweise zu verstehen.

Dr. Anya Waite vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven erklärte, dass weder durch die Ozeandüngung noch durch irgendeine andere Technologie das Problem der globalen Erwärmung gelöst werden könne.

Weitere Argumente waren, dass die Bekämpfung der eigentlichen Ursachen verschoben würde und der CO2-intensive Lebensstil unberührt bliebe. In puncto Klimaforschung lautet das Fazit demnach: Am klassischen Klimaschutz führt kein Weg vorbei!

Klimaschutz: Gemeinsam Geo-Engineering stoppen

Nach den Berechnungen des Weltklimarates müssen die Industrieländer die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent senken, damit die globale Temperatur die 2-Grad-Marke nicht übersteigt und das Klima nicht vollends ausser Kontrolle gerät.

Dabei sollte aber bedacht werden, dass nicht nur Politik, Wirtschaft und Forschung Verantwortung übernehmen müssen, sondern auch wir. Denn schliesslich nutzen wir wohl fast alle fossile Energieträger, egal ob wir mit dem Auto fahren, Elektrogeräte wie den Computer oder den Kühlschrank nutzen oder im Winter die Wohnung heizen.

Es steht nun ausser Debatte, all das, was unser Leben auch ausmacht und bestimmt, aufzugeben, denn das ist gar nicht notwendig. Vielmehr geht es darum, ein neues Bewusstsein für die Umwelt zu entwickeln und in Hinblick auf den Energieverbrauch einen modernen Umgang zu erlernen. Dabei sollte bedacht werden, dass Haushalte einen wesentlichen Einfluss darauf haben, ob die CO2-Emissionen im erforderlichen Umfang verringert werden können und Geo-Engineering im Keim erstickt werden kann.

Die folgenden Beispiele sollen verdeutlichen, dass auf nichts verzichtet werden muss, um Energie zu sparen.

10 Klimaschutz-Tipps für jeden von uns

Energie-Verschwendung war gestern – heute ist Umdenken angesagt:

  • Tipp 1: Lassen Sie Ihr Auto öfter in der Garage stehen. Wenn Sie beispielsweise pro Tag für eine Strecke von nur 10 km das Rad nehmen oder zu Fuss gehen, können Sie rund 400 kg CO2 im Jahr einsparen – und kommen gleichzeitig auf mehr Bewegung.
  • Tipp 2: Autokauf mit Blick auf die Umwelt: Fahrzeuge mit sparsamen (Diesel-)Motoren und Leichtbautechnik stossen pro Kilometer 80 g CO2 aus – der deutsche Durchschnitt liegt bei 160 g CO2 pro Kilometer.
  • Tipp 3: Drehen Sie die Heizung runter: Wenn Sie die Raumtemperatur um nur ein Grad senken, frieren Sie bestimmt nicht, können die CO2-Emissionen eines 4-Personen-Haushaltes pro Jahr aber um rund 350 kg senken.
  • Tipp 4: Augen auf beim Kauf von Elektrogeräten: Achten Sie auf die Energieeffizienz – es sind Energie-Einsparungen bis zu 50 Prozent möglich.
  • Tipp 5: Schalten Sie alle elektrischen Geräte aus, die Sie gerade nicht benutzen: Der Standby-Zustand mag praktisch sein, frisst aber unnötig Energie. Pro Haushalt sind damit Einsparungen von 300 kg CO2 möglich.
  • Tipp 6: Waschen Sie mit Köpfchen: Wenn Sie auf die Vorwäsche verzichten, höchstens mit 60 Grad waschen und die Wäsche auf der Leine trocknen lassen, liegt bei einem 2-Personen-Haushalt das Einsparpotenzial bei bis zu 650 Kilogramm CO2 pro Jahr.
  • Tipp 7: Kaufen Sie saisonale und regionale Bio-Lebensmittel aus Ihrer Region: Die biologische Landwirtschaft verbraucht im Vergleich zum konventionellen Anbau nur etwa die Hälfte an Energie. Zudem sorgen lange Transportwege für überflüssige Emissionen. Während 100 g Gemüse aus der eigenen Region einen CO2-Ausstoss von etwa 60 g verursachen, liegt dieser bei derselben Menge Gemüse aus Südamerika bei rund 2 kg.
  • Tipp 8: Essen Sie weniger Fleisch: Wenn Sie den Fleischkonsum reduzieren, können Sie dem Klima rund 400 kg CO2 pro Jahr ersparen.
  • Tipp 9: Kochen Sie mit Deckel: Wenn Sie nur fünf Mal pro Woche den Topfdeckel benutzen, können Sie pro Jahr etwa 100 kg CO2 vermeiden.
  • Tipp 10: Wechseln Sie zu einem unabhängigen Ökostrom-Anbieter: Ein 4-Personen-Haushalt kann dadurch jährlich bis zu 2 Tonnen CO2 einsparen.

Noch besser wäre es natürlich, falls die Möglichkeit besteht, sich von Energie-Anbietern frei zu machen und sich selbst mit sauberer Energie zu versorgen.

Energie-Autarkie liegt im Trend

Immer mehr Privathaushalte und kleine Unternehmen nehmen ihre Energieversorgung in die eigenen Hände. Dabei haben sich schon viele helle Köpfchen mit der Frage auseinandergesetzt, wie Haushalte zumindest einen Teil der benötigten Energie selbst produzieren können.

So stellt beispielsweise die Münchner Turbina AG Mini-Windanlagen für den Hausgebrauch her. Wenn der Wind mit 6 Metern pro Sekunde weht, erzeugt das kleine Kraftpaket zwischen 420 und 6.800 Kilowattstunden pro Jahr. Da ein Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden jährlich verbraucht, kann der Energieverbrauch durch eine Mini-Windanlage gedeckt werden.

In Gegenden, in denen der Wind rar ist, stellt die Sonne eine interessante Alternative dar. Es gibt nun bereits eine ganze Reihe von Solarfachhändlern, die Photovoltaik-Kleinstanlagen mit einer Spitzenleistung von rund 200 Watt für die Eigenversorgung anbieten. Die sogenannten Plug&Play-Anlagen sind ideal für den Haushalt, da sie die gewonnene Energie sogar vom Balkon aus direkt ins eigene Netz einspeisen.

Es gibt also viel, was der Einzelne dazu beitragen kann, damit die Erde irgendwann vielleicht wieder zurück zu einer gesunden Wetter- und Klimaharmonie findet – und zwar trotz der Menschheit, die sie ertragen muss.

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Quellen:



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