Gesundheit im Alter

Wer gesund lebt, wird älter

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 24.06.2019
Wer gesund lebt, wird älter
©gettyimages.de/courtneyk

Der 95 Jahre alte Kettenraucher, der täglich zwei Schnäpschen kippt und von Currywurst mit Pommes lebt, ist eine Ausnahme. Wer lange leben möchte, sollte sich besser andere Vorbilder suchen. Denn ein gesunder aktiver Lebenswandel ohne Zigaretten und Alkohol schenkt deutlich mehr Lebensjahre – wie eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Zürich UZH unlängst zeigte.

Inhaltsverzeichnis

Zehn Jahre jünger mit gesunder Lebensweise

Was Gesundheitsbewusste bereits zum Motto haben, aber immer wieder in Frage gestellt wurde, ist jetzt wissenschaftlich belegt:

Sozial- und Präventivmediziner haben in einer Studie, die im Fachjournal Preventive Medicine veröffentlicht wurde, nachgewiesen, dass vor allem Tabakkonsum, aber auch ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und übermässiger Alkoholkonsum die Lebenserwartung ganz klar verkürzt.

"Ein gesunder Lebensstil dagegen kann einen zehn Jahre jünger erhalten",

so Eva Martin-Diener, Gesundheitsexpertin der Züricher Hochschule.

Schlechter Lebenswandel erhöht Sterblichkeitsrisiko

Untersucht wurden die Auswirkungen von Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung – einzeln und kombiniert – auf die Lebenserwartung.

Das eindeutige Ergebnis: Wer raucht, viel trinkt, sich nicht bewegt und ungesund ernährt, hat ein 2,5fach höheres Sterblichkeitsrisiko gegenüber gesundheitsbewusst Lebenden.

Die Zürcher Präventivmediziner untersuchten gezielt den Zusammenhang zwischen Lebenswandel und den beiden in der Schweiz häufigsten krankheitsbedingten Todesursachen: Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs.

Sie setzten Tabakkonsum, Obstverzehr, körperliche Bewegung und Alkoholgenuss von 16.721 Männern und Frauen im Alter von 16 bis 90 Jahre aus der Zeit von 1977 bis 1993 mit den entsprechenden Todesfällen bis 2008 in Verbindung. Ebenso wurden Körpergewicht und Blutdruck berücksichtigt.

Killer Nummer 1 ist der blaue Dunst

Wie die Studie zeigt, haben Raucher ein 57 Prozent erhöhtes Risiko frühzeitig zu sterben.

Ungesunde Ernährung, wenig Sport und Alkoholmissbrauch führen zu einem um 15 Prozent grösseren Sterblichkeitsrisiko.

Setzt sich ein Mensch allen vier Risikofaktoren aus, sinkt die Lebenserwartung eklatant:

Die Wahrscheinlichkeit, die nächsten zehn Jahre zu überleben, liegt beispielsweise bei 75 Jahre alten Männern, die rauchen, zu viel Alkohol trinken, sich schlecht ernähren und wenig bewegen bei 35 Prozent.

Leben Männer dieser Altersklasse jedoch ohne diese Risikofaktoren, dann ist ihre Chance, die nächsten zehn Jahre zu überleben deutlich grösser. Sie liegt bei 67 Prozent.

Bei Frauen sieht es ähnlich aus. Kosten sie alle Laster voll aus, dann besteht lediglich zu 47 Prozent die Chance, dass sie das 85. Lebensjahr erreichen, während nikotin- und alkoholfreie Frauen, die sich gerne bewegen und gesund essen mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 Prozent ihren 85. Geburtstag feiern können.

Gesundheitskompetenz ist (lebens)wichtig

Die Studie hat bereits konkrete Folgen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) plant bereits eine nationale Präventionsstrategie. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu steigern.

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Quellen

  • Eva Martin-Diener, Julia Meyer, Julia Braun, Silvan Tarnutzer, David Faeh, Sabine Rohrmann und Brian W. Martin. The combined effect on survival of four main behavioural risk factors for non-communicable diseases.Preventive Medicine. Juni 2014. (Die Gesamtwirkung der vier Hauptrisikofaktoren für nicht ansteckende Krankheiten auf die Lebenszeit)