Faktoren, die das Abnehmen behindern

Jo-Jo-Effekt: Die Darmflora ist schuld

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 05.10.2018
  • 2 Kommentare
Jo-Jo-Effekt: Die Darmflora ist schuld
© bmf-foto.de - Shutterstock.com

Die Diät klappt super, man verliert die gewünschten Kilos und fühlt sich wohl. Nach der Diät aber dauert es nicht lange – und bald schon ist man beim selben Gewicht wie vor der Diät. Der berüchtigte Jo-Jo-Effekt hat zugeschlagen. Forscher haben im November 2016 gezeigt, dass es die Darmflora ist, die für den Jo-Jo-Effekt zuständig ist. Gleichzeitig stellten die Wissenschaftler eine Möglichkeit vor, wie der Jo-Jo-Effekt endgültig eliminiert werden könnte.

Inhaltsverzeichnis

Darmflora ist die Ursache des Jo-Jo-Effekts

Forscher des Weizmann Institutes of Science in Israel veröffentlichten Ende November 2016 die Ergebnisse einer Untersuchung, in der sie zeigen konnten, dass die Darmflora für den Jo-Jo-Effekt verantwortlich ist. Die Zusammensetzung der Darmbakterien – so die Forscher – spiele eine unerwartet grosse Rolle dabei, ob das nach einer Diät erreichte Gewicht auch langfristig gehalten werden könne. Mit Hilfe der neuen Erkenntnisse hoffe man, künftig dem Jo-Jo-Effekt vorbeugen bzw. diesen behandeln zu können.

Jo-Jo-Effekt führt dazu, dass das Übergewicht immer grösser wird

Manche Menschen erleben den Jo-Jo-Effekt viele Male im Laufe ihres Lebens, ohne dass es je einen Ausweg zu geben scheint. Nach harten und entbehrungsreichen Diäten ist endlich das Wunschgewicht erreicht – und binnen kurzer Zeit ist das ursprüngliche Übergewicht wieder da. Ja, schlimmer noch. Nicht selten wächst das Übergewicht nach jeder Diät noch weiter an, der Körperfettanteil steigt ebenfalls immer weiter und damit auch das Risiko, irgendwann an sämtlichen Gesundheitsbeschwerden des metabolischen Syndroms zu leiden: Bluthochdruck, Diabetes, Fettleber und Fettstoffwechselstörungen.

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Ihre Darmflora merkt sich, ob Sie übergewichtig waren

Die Weizmann-Forscher rund um Dr. Eran Elinav und Professor Eran Segal berichteten im Fachjournal Nature, dass die Darmflora eine Art Gedächtnis zu haben scheint, sich auch nach einer erfolgreichen Diät noch daran erinnert, dass der betreffende Mensch einst übergewichtig war und dafür sorgt, dass dieser Zustand möglichst schnell wieder hergestellt wird – was man bekanntlich als Jo-Jo-Effekt bezeichnet.

Darmflora macht dick oder schlank

Die Darmflora von einst Übergewichtigen ändert sich nach einer Diät also nicht. Sie bleibt die Darmflora eines Übergewichtigen und beschleunigt die Gewichtszunahme ganz massiv – so die Forscher. Verabreicht man dem einstigen Übergewichtigen nach einer erfolgreichen Diät ein Antibiotikum, das die Darmflora zerstört, dann kam es in der israelischen Studie zu keinem Jo-Jo-Effekt bzw. zumindest zu keiner übertrieben grossen Gewichtszunahme.

Siedelt man jetzt wieder die Darmflora von Übergewichtigen an, kommt es sofort wieder zu einer Gewichtszunahme. Siedelt man nun aber die Darmflora von Normalgewichtigen an, die noch nie übergewichtig waren, dann kann das mit Hilfe der Diät erzielte Gewicht gehalten werden.

Übergewichtige haben niedrigen Flavonoidspiegel

Ausserdem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Darmflora von Übergewichtigen zu einem unverhältnismässig starken Abbau von Flavonoiden führt, die mit der Nahrung aufgenommen wurden. (Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe mit äusserst vorteilhafter Wirkung für die Gesundheit.)

Der Flavonoidspiegel von Übergewichtigen bzw. von Menschen mit einer Darmflora, die zu Übergewicht führt, ist somit immer sehr viel niedriger als der Flavonoidspiegel von Menschen mit Normalgewicht.

Flavonoide fördern Energieverbrauch und vertreiben Jo-Jo-Effekt

Zu den Eigenschaften der entsprechenden Flavonoide gehört beispielsweise eine Beschleunigung des Fettstoffwechsels. Sie fördern den Energieverbrauch und damit die Gewichtsabnahme. Sinkt der Spiegel dieser Flavonoide, dann fällt dieser Extra-Energieverbrauch weg und eine Gewichtsabnahme wird erschwert bzw. der Jo-Jo-Effekt stellt sich ein und eine Gewichtszunahme findet viel leichter statt, wenn der jeweilige Mensch jetzt wieder nach der Diät zu seiner "alten" Ernährung zurückkehrt.

Nahrungsergänzung mit Flavonoiden könnte eine Gewichtszunahme nach Diät verhindern

Gibt man nun einstigen Übergewichtigen, die durch eine Diät Gewicht verloren hatten, eine Nahrungsergänzung mit Flavonoiden, bis der Flavonoidspiegel die Höhe des Flavonoidspiegels von Normalgewichtigen erreicht, dann steigt auch der Energieverbrauch wieder und es kommt nicht einmal mehr dann zu einer beschleunigten Gewichtszunahme, wenn man wieder zurück in eine kalorienreiche Ernährung fällt.

Segal sagte:

Wir nennen diese Vorgehensweise "Post-biotischer Eingriff". Im Gegensatz zur Gabe von Probiotika, die probiotische Bakterien in den Körper bringen, bringen wir jene Substanzen in den Organismus, die von der Darmflora zuvor beeinträchtigt wurden, was womöglich sogar viel wirksamer ist."

Flavonoide gegen den Jo-Jo-Effekt

Da es sich um allererste Untersuchungen in diesem Bereich handelt, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, ob und vor allem in welchen Dosen Flavonoide dabei helfen können, den Jo-Jo-Effekt zu verhindern.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Flavonoiden um derart gesundheitsfördernde Stoffe, die auch unabhängig von einer möglichen Gewichtsabnahme noch viele andere positive Wirkungen mit sich bringen. So können Anthocyane beispielsweise vor Krebs schützen, den Blutzuckerspiegel reduzieren, den Cholesterinspiegel senken, vor Alzheimer bewahren und sich förderlich auf die Herz- und Gefässgesundheit auswirken.

Flavonoide finden sich in nahezu allen Obst- und Gemüsearten, auch in Kräutertees und im Grüntee. Zu den Flavonoiden gehört z. B. das Epigallocatechingallat (EGCG) im Grüntee oder die Anthocyane, die blauen und roten Farbstoffe in den entsprechend gefärbten Beeren. Sie finden hier eine Liste mit anthocyanreichen Lebensmitteln. Dazu gehören insbesondere die Aroniabeere, die schwarze Johannisbeere, die Acaibeere und der Holunder. Aber auch Auberginen, Kirschen und Pflaumen liefern eine Menge Anthocyane. Das Acaibeerenpulver oder Aroniasaft beispielsweise stehen zur Nahrungsergänzung mit Anthocyanen zur Verfügung.

Wie Probiotika beim Abnehmen helfen können, haben wir hier beschrieben: Probiotika helfen beim Abnehmen. Wie Sie die Zusammensetzung Ihrer Darmflora mit Probiotika in eine gesunde Richtung lenken können, lesen Sie hier: Darmflora aufbauen - Die Anleitung

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Zuletzt kommentiert

Anonym schrieb am 31.03.2017

So hat mich oben genannter Artikel zu folgenden Fragen angeregt, die mir Ihre Seite zum Aufbau einer gesunden Darmflora nicht beantworten konnte: Befindet sich in meinen Verdauungsorganen eine bestimmte Bakterienkultur, die sich in meinem Leben nicht mehr ändert? Oder passt sie sich "automatisch" an das an, was ich esse, da ich ja auf alle möglichen Wege auch Mikroorganismen zu mir nehme (unter anderem in der Nahrung)? Wie lange dauert es, bis sich die Darmflora anpasst, wenn man auf einmal schlechte Gewohnheiten aufnimmt (z. B. zu viel Schokolade oder Zucker im Allgemeinen zu sich nimmt)? Ist diese Anpassung reversibel? Mit freundlichen Grüßen

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Kaum etwas ist so individuell und wird von so vielen Faktoren beeinflusst wie die Darmflora!

Hier z. B. finden Sie Informationen dazu, dass die Ernährung Ihrer Vorfrahren noch heute Ihre aktuelle Darmflorazusammensetzung beeinflussen könnte: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/darmflora-wird-vererbt-ia.html

Jeder Mensch verfügt jedoch über eine ureigene Regenerationsfähigkeit, die beim einen mehr, beim anderen weniger ausgeprägt ist. Daher kann die Ernährungs- und Lebensweise die Darmflora beeinflussen. Wie stark dies geschieht, hängt vom einzelnen Menschen ab.

So gibt es z. B. spezielle Lebensmittel, die sich besonders regulierend auf die Darmflora auswirken.

Auch Probiotika helfen dabei, die Darmflorazusammensetzung günstig zu gestalten, während es wieder andere Faktoren gibt, die die Darmflora schädigen und die daher vermieden werden können, ob dies nun Konservierungsmittel sind, oder andere Dinge.

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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