Lungenreinigung – Was ist das?
Eine Lungenreinigung besteht aus naturheilkundlichen und ganzheitlichen Maßnahmen, die zunächst die Lungen entlasten und ihnen außerdem helfen, Schadstoffe auszuleiten und eine stärkere Abwehrkraft aufzubauen.
Gleichzeitig handelt es sich um entzündungshemmende Maßnahmen, so dass sich die in den Lungen oft latent vorhandenen Entzündungsprozesse langsam zurückbilden können.
Warum ist eine Lungenreinigung nötig?
Unsere Atemluft kann mit zahlreichen Giften belastet sein, z. B. mit Abgasen aus Industrie und Verkehr, Zigarettenrauch, Rauch von Brennstoffen, Chemikalien aus E-Zigaretten-Dampf, Staub, Ausdünstungen von Baumaterialien, Möbeln und Wohntextilien, Giften aus der Landwirtschaft und Schimmel.
Gemeinsam mit einer ungesunden oder mangelhaften Ernährung belasten diese Schadstoffe rund um die Uhr unsere Lungen, führen dort zu Entzündungsprozessen, chronischer Verschleimung und im Laufe des Lebens mehr oder weniger schnell zu nachlassenden Lungenfunktionen.
Die Lungen sind zwar – wie jedes andere Organ auch – in der Lage, sich bis zu einem gewissen Grad selbst zu “reinigen”. Andernfalls gäbe es keine Raucher, da diese bereits nach wenigen Wochen des Rauchens versterben würden.
Doch können die Lungen – je nach Belastung – irgendwann nicht mehr alle Schadstoffe, Staubpartikel, Chemikalien etc. entfernen und es kommt schleichend zu einer immer schwächer werdenden Lungenleistung.
Wie schaden Umweltgifte und Zigarettenrauch den Lungen?
Umweltgifte, wie Zigarettenrauch oder andere Schadstoffe in der Luft, zerstören nach und nach die feinen Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut. Doch gerade die Flimmerhärchen sind für die Ausleitung dieser Schadstoffe zuständig.
Je weniger Flimmerhärchen, umso schwächer die Selbstreinigungskraft der Lungen.
Der verstärkt produzierte Schleim kann immer schwerer abgehustet werden. Bakterien und Viren können sich leichter einnisten und zu ständigen Infekten oder einer allgemeinen Schwächung der Konstitution beitragen.
Schadstoffe in der Atemluft schädigen überdies die Lungenbläschen, sie führen zur beschleunigten Bildung von freien Radikalen, was zu einem hohen Verschleiß an Antioxidantien führt, die nun an anderer Stelle im Körper fehlen.
Das Immunsystem wird durch die ständige Gegenwart giftiger Fremdstoffe in Alarmbereitschaft versetzt.
Entsprechende Abwehrzellen werden mobilisiert, die nun zu chronischen Entzündungsprozessen führen. Diese wiederum breiten sich immer weiter über die Lungen aus und initiieren schließlich Umbauprozesse im Lungengewebe, was sich in einer Verengung der Atemwege bemerkbar machen kann.
Wer sollte eine Lungenreinigung durchführen?
Eine Lungenreinigung ist nicht nur für Menschen hilfreich, die bereits an einer Lungenkrankheit, wie Asthma, COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) oder einer Lungenfibrose leiden.
Eine Lungenreinigung ist auch nicht nur für ehemalige Raucher oder aktuelle Passivraucher geeignet, sondern genauso für alle Menschen, die präventiv tätig werden möchten, um ihre Lungen so zu stärken, dass diese bis ins hohe Alter leistungsfähig und gesund bleiben.
Auch wer häufiger an Atemwegsinfekten leidet oder gerade eine schwere Erkältung hinter sich hat, kann zu lungenreinigenden Maßnahmen greifen, um den Lungen bei der Regeneration und Stärkung zu helfen.
Wie lange dauert eine Lungenreinigung?
Eine Lungenreinigung besteht aus vielen verschiedenen Maßnahmen. Manche können kurweise über einen Zeitraum von 4 bis 12 Wochen durchgeführt werden.
Andere können, ja sollten dauerhaft in den Alltag integriert werden, wie z. B. das Nichtrauchen ( 1 ) und Nichtdampfen oder auch bestimmte Übungen zur Förderung der Schleimausscheidung oder – wo erforderlich – die Installation bzw. das Aufstellen eines Luftreinigers.
Wie funktioniert die Lungenreinigung?
Die Selbstreinigungskraft der Lungen ist so stark, dass sogar Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, (je nach Vorschädigung der Lungen) mit jedem Tag des Nichtrauchens eine kontinuierliche Verbesserung ihres Befindens verspüren. Es lohnt sich daher enorm, die Lungen mit den folgenden Maßnahmen bei ihrer Selbstreinigung zu unterstützen.
Lungen entlasten
Die wichtigste Maßnahme einer Lungenreinigung ist selbstverständlich die Entlastung, was bedeutet, dass man möglichst wenig Schadstoffe zu sich nimmt.
Lassen Sie das Rauchen und/oder Dampfen hinter sich!
Halten Sie sich als Nichtraucher von Rauchern und Dampfern fern bzw. bitten Sie diese, in Ihrer Gegenwart nicht zu rauchen/dampfen.
Überprüfen Sie Ihre Wohnung auf Schimmelquellen und eliminieren Sie diese, falls Sie fündig werden.
Verwenden Sie keine künstlich aromatisierten Wohndüfte, wie Duftkerzen, Duftbäume, Raumsprays o. ä. Nutzen Sie besser natürliche ätherische Öle, die sogar die Raumluft reinigen können. Siehe weiter unten unter "Ätherische Öle schützen die Lungen".
Kaufen Sie am besten nur solche Teppichböden, Wohntextilien und Baustoffe, die entsprechend zertifiziert sind, also keine Giftstoffe ausdünsten.
Meiden Sie als Fußgänger oder Radfahrer stark befahrene Straßen und Industriegebiete.
Falls Sie gerade einen Ortswechsel in Betracht ziehen, wählen Sie – wenn arbeitstechnisch möglich – besser eine Wohngegend mit gesünderer Luft.
Denken Sie dabei daran, dass ländliche Regionen nicht zwangsläufig besser sein müssen. Dort kann es – wenn Landwirtschaft in der Nähe ist – zu häufigen Pestizidbelastungen kommen.
Wenn dies nicht möglich ist, Sie aber in einer Gegend mit schlechter Luft leben oder gar ein Raucher im Haushalt lebt, setzen Sie einen Luftreiniger ein. Diese können – je nach Qualität – auch kleinste Partikel schädlicher Gase, Gerüche, Rauchbelastungen, Feinstaub, Schimmel und Allergene aus der Luft entfernen.
Luftreiniger helfen, die Luft in der Wohnung zu reinigen, z. B. dieser *Luftreiniger oder (für deutlich größere Räume) dieses *Gerät.
Nutzen Sie auch bestimmte Zimmerpflanzen, die dafür bekannt sind, die Luftqualität in Räumen zu verbessern, da sie die Raumluft von Giften befreien. Wir stellen diese in unserem Artikel Bessere Luftqualität durch Pflanzen vor.
Wenden Sie als Hobby- oder Berufsgärtner keine Pestizide an.
Vermeiden Sie ungesunde Nahrung, da sich auch diese negativ auf die Lungengesundheit auswirkt, z. B. entzündungsfördernde Eigenschaften aufweist, die Abwehrkraft schwächt, zu verstärkter Schleimbildung führen kann (z. B. Milchprodukte (7) – testen Sie selbst, welche Lebensmittel bei Ihnen verschleimend wirken!).
Eine ungesunde Ernährung liefert auch zu wenige Vitalstoffe inkl. Antioxidantien, so dass sich die Lungen nicht so gut gegen oxidativen Stress durch Schadstoffe wehren können. Lesen Sie mehr im Artikel Tipps, die Ihre Lungenfunktion verbessern.
Überprüfen Sie ihre Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen. Manche Arzneimittel schaden den Lungen und können sogar das Lungenkrebsrisiko erhöhen, wie z. B. ACE-Hemmer (Blutdrucksenker), wie sich in einer Studie vom Herbst 2018 gezeigt hatte. Aber auch Medikamente gegen Herz- und Gelenkbeschwerden können die Lungen schädigen.
Eine Liste mit bekannten lungenschädigenden Arzneimitteln finden Sie in unserem Artikel Viele Medikamente schaden der Lunge.
Mit richtiger Bewegung die Lungen stärken
Bewegung ist neben der richtigen Atemtherapie und einer lungengesunden Ernährung eine der wichtigsten Säulen im Bereich der Lungenreinigung und Lungenregeneration.
Regelmäßige Bewegung und Stärkung der Muskulatur erhöht die Atemfrequenz, verbessert die Sauerstoffversorgung und fördert die Durchblutung, was nun wiederum die Selbstreinigung der Lungen anregt, nämlich die Ausleitung von Schadstoffen und Schleim beschleunigt.
Erst im Jahr 2018 ergab eine Studie, dass sich z. B. Tai Chi bei COPD-Patienten sogar besser auswirkte als die üblichen Reha-Maßnahmen (Krafttraining, Ausdauertraining, Atemmuskeltraining, Atemphysiotherapie und Psychotherapie).
Zu berücksichtigen ist hier, dass die genannten Reha-Maßnahmen meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung von den Kassen übernommen werden, im Anfangsstadium also selbst übernommen werden müssten, was für die wenigsten Menschen möglich sein wird, so dass Tai Chi hier deutlich realisierbarer ist, da man sich einen entsprechenden Kurs meist problemlos leisten kann.
Mit richtiger Ernährung die Lungenregeneration fördern
Der Einfluss der Ernährung wird bei Verdauungsbeschwerden und inzwischen auch bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur noch selten in Frage gestellt.
Bei Lungenproblemen jedoch wird die Ernährung nach wie vor meist sehr stiefmütterlich behandelt. Dabei könnte sie die Zeit der Lungenreinigung und Lungenregeneration deutlich verkürzen und das Risiko, eine COPD zu entwickeln merklich reduzieren.
Schon allein die erhöhte Zufuhr von ballaststoffreichen Lebensmitteln führt zu einer verbesserten Lungengesundheit. Denn Ballaststoffe verbessern die Darmflora und die Darmgesundheit, was nun wiederum auch auf die Lungen eine entzündungshemmende Auswirkung hat und außerdem zu einem gestärkten Immunsystem beiträgt.
Studien haben daher ergeben, dass die Lungenfunktionen umso besser waren, je höher der Ballaststoffverzehr der jeweiligen Patienten.
Auch weiß man, dass das Lungenkrebsrisiko umso mehr steigt, je mehr hochglykämische Lebensmittel verzehrt werden. Hochglykämische Lebensmittel wie Zucker und Weißmehlprodukte wirken nicht nur entzündungsfördernd und schaden bereits auf diese Weise den Lungen.
Sie lassen auch den Blutzucker- und Insulinspiegel steigen, was nun wiederum den Spiegel der sog. Wachstumsfaktoren erhöht, die ihrerseits das Lungenkrebswachstum anregen können.
Gleichzeitig können bestimmte Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse, wie z. B. das Carotinoid Beta-Cryptoxanthin (in Orangen, Mandarinen, roter Paprika, Kürbis etc.) die Lungen vor Krankheiten schützen. Auch Tomaten und Äpfel – so zeigte sich in einer Untersuchung – helfen den Lungen bei der Selbstreinigung und sorgen dafür, dass die Atemwege möglichst lange gesund bleiben.
Allerdings müssen gerade Tomaten und Äpfel zu diesem Zweck roh verzehrt werden, schrieben die entsprechenden Wissenschaftler. Tomatensauce und Apfelmus wirken in Bezug auf die Lungen also nicht.
Weitere Informationen zur richtigen Ernährung bei einer Lungenerkrankung oder auch bei schon diagnostizierter COPD finden Sie in unseren Artikeln Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Lungenerkrankungen - Diese Vitalstoffe schützen Sie.
Dort stellen wir u. a. empfehlenswerte Vitalstoffe und Nahrungsergänzungen vor, die nachweislich die Gesundheit der Lungen und somit auch die Lungenreinigung maßgeblich unterstützen.
Heilpflanzen für die Lungen
Der Einsatz von bestimmten Heilpflanzen für die Lungen in Form von Tee ist mit wenig Aufwand verbunden und kann hervorragende Ergebnisse bringen - besonders dann, wenn der Kräutertee statt Limonaden, Softdrinks oder alkoholischen Getränken getrunken wird.
Zur Auswahl stehen Heilpflanzen, die entzündungshemmend, schleimlösend, befreiend oder auf gereizte Bronchien beruhigend wirken, aber auch Heilpflanzen, die mit ihren Schleimstoffen trockene Atemwege schützen und sogar Pflanzen, die aufgrund ihres Kieselsäuregehalts zu einer langfristigen Stärkung der Lungen führen.
Lesen Sie dazu gerne unseren Artikel Heilpflanzen für Lungen und Atemwege, der auch konkrete Rezepte zur Anwendung der jeweiligen Heilpflanzen enthält.
Der Drink zur Lungenreinigung
Ein täglicher Drink zur Lungenreinigung kann ganz enorm dazu beitragen, dass der Körper mit mehr Antioxidantien und schleimlösenden Scharfstoffen versorgt wird. Er besteht aus Kurkuma, Ingwer und Zwiebeln, die außerdem allesamt über entzündungshemmende Eigenschaften verfügen.
Die Scharfstoffe aus Ingwer und Zwiebeln helfen sehr gut beim Abhusten und Freimachen der Atemwege, während der Ingwer zudem die Bronchialmuskulatur entspannt, was bei chronischen Verkrampfungen wie etwa bei Asthma äußerst hilfreich sein kann.
Und allein Zwiebeln sollen sich gar so gut auf die Lungengesundheit auswirken, dass das Lungenkrebsrisiko um die Hälfte gesenkt werden kann, wenn man täglich nur 20 g Zwiebeln isst – wie eine Studie zeigte.
Lesen Sie mehr im Artikel Der Drink zur Lungenreinigung.
Ätherische Öle schützen die Lungen
Manche ätherischen Öle können – laut einer Studie von 2016 – die Zellen des Lungengewebes vor den schädlichen Auswirkungen von Schadstoffen aus der Atemluft schützen.
Es handelt sich u. a. um die ätherischen Öle aus Anis, Fenchel, Basilikum und Gewürznelken, die in die Duftlampe gegeben werden können und so nicht nur den jeweiligen Raum aromatisieren, sondern durch ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften auch den Lungen nutzen, nämlich ihre Abwehrkraft gegen Luftschadstoffe erhöhen.
Lesen Sie mehr dazu im Artikel Ätherische Öle zur Prävention von Lungenkrankheiten.
Dampfinhalationen unterstützen die Lungenreinigung
Ätherische Öle (z. B. Teebaumöl, Salbei- oder Thymianöl) können auch mit Wasserdampf inhaliert werden, doch selbst Wasserdampf allein öffnet die Atemwege und hilft den Lungen, sich von Schleim und Schlacken zu reinigen (5).
Die Lungen und Atemwege mögen im Allgemeinen keine kalte oder sehr trockene Luft. Denn dann trocknen die Schleimhäute aus und die Durchblutung verschlechtert sich. Daher verschlimmern sich bei kalter, trockener Luft oft auch bestehende Atemwegserkrankungen.
Bei Wasserdampfinhalationen hingegen atmet man warme und feuchte Luft ein, die das Atmen erleichtern und oftmals sehr plötzlich Atemwegsbeschwerden lindern kann.
Wenn Sie also bereits an einer Lungen- oder Atemwegserkrankung leiden, können Sie mit Wasserdampfinhalationen (mit oder ohne ätherische Öle) Ihre Lungenreinigung sehr gut unterstützen.
Denken Sie jedoch daran, dass bei einer „normalen“ Dampfinhalation nur recht große Dampfpartikel entstehen, die allenfalls die Nasenschleimhaut, also die oberen Atemwege positiv beeinflussen können.
Inhalatoren mit Verneblerfunktion können dagegen auch lungengängige Tröpfchengrößen bilden und sind somit auch zur Lungenregeneration und Lungenreinigung geeignet.
Erkundigen Sie sich beim Kauf eines Inhalators bzw. Verneblers vorab nach der entstehenden Dampfpartikelgröße.
Will man ätherische Öle einsetzen, dann könnten diese – wenn im Vernebler eingesetzt – empfindliche Bronchien irritieren. Beim normalen Inhalieren aber können Sie sie natürlich einsetzen.
Ausreichend trinken fördert die Lungenreinigung
Wasser ist bekanntlich eine wichtige Komponente bei jedweder Entschlackung und Entgiftung. Es hilft bei der raschen Ausleitung von unerwünschten Substanzen aus dem Körper und sorgt somit dafür, dass auch der Schleim in den Atemwegen verflüssigt wird und leichter ausgeschieden werden kann.
Trinken Sie zur Lungenreinigung daher ausreichend Wasser (ca. 1,5 Liter pro Tag), ein Teil davon gerne auch in Form von lungenfreundichen Tees, z. B. mit Thymian, Süßholz, Eibisch, Spitzwegerich, Anis oder Fenchel.
Auch zwei Tassen Grüntee können pro Tag getrunken werden, wenn Sie Grüntee gerne trinken. Er enthält starke Antioxidantien – u. a. den Stoff ECGC – die Entzündungen in den Lungen reduzieren und außerdem das Lungengewebe vor schädlichen Substanzen aus der Luft schützen.
In einer Studie vom Januar 2018 mit mehr als 1000 Erwachsenen zeigte sich, dass jene, die täglich mindestens 2 Tassen Grüntee getrunken hatten, über eine bessere Lungenfunktion verfügten als jene, die keinen Grüntee mochten (6).
* Hier erhalten Sie Bio-Grüntee.
Richtiges Abhusten von Schleim
Besonders bei bestehenden Lungenerkrankungen ist das richtige Abhusten von Schleim sehr wichtig, um die Lungenfunktionen möglichst lange aufrecht zu erhalten und um bestmöglich atmen zu können.
Je besser der Schleim abgehustet werden kann, umso größer ist das allgemeine Wohlbefinden, da der Schleim toxische Substanzen enthält und überdies Nährboden für neue Erreger darstellen kann, also eine enorme Belastung für den Körper darstellt. Gelöster Schleim sollte daher immer ausgespuckt (in ein Taschentuch!) und nie geschluckt werden.
Schleim abhusten - Möglichkeit 1
Setzen Sie sich auf einen Stuhl und achten Sie auf eine entspannte Haltung: Beide Füße stehen flach auf dem Boden, Ihre Schultern bleiben unten und entspannt.
Verschränken Sie die Arme vor dem Bauch und atmen Sie langsam durch die Nase ein.
Atmen Sie nun wieder langsam aus, während Sie sich gleichzeitig nach vorn lehnen und die Arme gegen den Magen drücken.
Husten Sie zwei- bis dreimal, während Sie ausatmen, der Mund bleibt leicht geöffnet.
Atmen Sie wieder langsam durch die Nase ein.
Wiederholen Sie den Ablauf, wenn nötig.
Schleim abhusten - Möglichkeit 2
Eine andere Beschreibung sieht folgendermaßen aus:
Setzen Sie sich entspannt und breitbeinig auf einen Stuhl.
Beugen Sie den Oberkörper etwas nach vorn und stützen Sie sich mit den Händen auf Ihren Oberschenkeln ab.
Sobald Sie den Schleim in der Brust spüren, husten Sie kurz und kräftig (aber nicht zuuu kräftig) – und zwar gegen Ihre geschlossenen Lippen. Ihre Wangen werden kurz aufgebläht, was nun einen Gegendruck entstehen lässt, der die Atemwege weitet und die Bronchien entkrampft.
Probieren Sie beide Möglichkeiten aus und wählen Sie dann jene, die bei Ihnen am besten funktioniert.
Lippenbremse gegen Hustenattacken
Wenn Sie an immer wieder eintretenden Hustenattacken leiden, praktizieren Sie die Lippenbremse: Atmen Sie tief durch die Nase ein und durch leicht gespitzt Lippen wieder aus (Lippen wie beim Auspusten einer Kerze halten) - also gegen einen Widerstand ausatmen.
Schleim aus den Lungen entfernen
Wenn Sie spüren, dass Ihre Lungen verschleimt sind, führen Sie erstens Maßnahmen durch, die den Schleim verflüssigen und damit leicht lösbar machen können (viel trinken, schleimlösende Tees einsetzen, Inhalationen durchführen, ätherische Öle nutzen) und zweitens Maßnahmen, die den Schleim nach draußen befördern.
Zur Entfernung des Schleims können verschiedene Techniken eingesetzt werden, wie z. B. die autogene Drainage, die Lagerungsdrainage oder auch Klopfungen. Ihr Physiotherapeut kann Ihnen hierbei helfen bzw. auch genau zeigen, welche Technik Sie selbständig durchführen können.
Die Lagerungsdrainage funktioniert beispielsweise folgendermaßen: Man legt sich nacheinander in verschiedene Positionen, atmet dabei bewusst und kann auf diese Weise den Schleim u. a. mittels Schwerkraft aus den Lungen befördern. Das Atmen geht leichter und man kann damit Lungeninfektionen vorbeugen.
Legen Sie sich auf den Rücken, z. B. auf den Boden oder in Ihr Bett. Platzieren Sie ein oder mehrere Kissen unter Ihre Hüfte, damit der Brustkorb tiefer als die Hüfte liegt. Atmen Sie langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus.
Jedes Ausatmen sollte doppelt so lang dauern als das Einatmen. Man nennt diese Atemtechnik daher auch 1:2-Atmung. Fahren Sie mehrere Minuten auf diese Weise fort.
Legen Sie sich nun auf die Seite, den Kopf auf ein Kissen oder Ihren Arm. Legen Sie auch jetzt wieder Kissen unter die Hüfte und praktizieren einige Minuten lang die 1:2-Atmung.
Legen Sie sich nun auf die andere Seite und atmen auch hier einige Minuten lang mit der 1:2-Atmung.
Legen Sie sich nun auf den Bauch. Natürlich erneut mit einem oder mehreren Kissen unter der Hüfte, damit diese höher als die Brust liegt. Die Arme können den Kopf stützen, z. B. unter der Stirn. Atmen Sie auch einige Minuten lang in dieser Position.
Fazit: Jeder kann eine Lungenreinigung durchführen!
Manche der genannten Maßnahmen sind ungewohnt und könnten – wenn zu viele davon gleichzeitig eingesetzt werden und bereits eine Krankheit vorliegt – auch zu einer Überlastung des ohnehin geschwächten Organismus führen.
Dieser kann dann gar nicht im erforderlichen Maß auf alles reagieren, was da auf ihn einströmt. Gehen Sie daher bei vorliegender Lungenerkrankung Schritt für Schritt und behutsam vor.
Beziehen Sie auch Ihren Arzt in Ihre Pläne ein. Sicher kann er Ihnen helfen, herauszufinden, welche Maßnahmen für Sie ideal sind, mit welchen Sie sofort beginnen können und welche eventuell erst später umgesetzt werden sollten, wenn sich das Befinden schon etwas gebessert hat.
Von den entlastenden Maßnahmen aber können ALLE Menschen ALLES sofort umsetzen!