Gesundheit

Langes Sitzen macht krank

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 13.11.2017
  • 1 Kommentar
Langes Sitzen macht krank
© istockphoto.com/fizkes

Wenn man länger als eine Stunde am Stück sitzt, hat das negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Forscher der Indiana University fanden jedoch heraus, dass bereits Spaziergänge von fünf Minuten das Krankheitsrisiko erheblich senken. Normalerweise nehmen die Gefässfunktionen schon nach 60 Minuten um bis zu 50 Prozent ab. Wenn man aber zwischendurch fünf Minuten lang in normalem Tempo geht, bleiben die Gefässfunktionen auf dem ursprünglichen Niveau.

Büroalltag schädlich für Herz-Kreislauf-System

Stress, unregelmässige Arbeitszeiten und Kantinenessen sind bekanntermassen nicht gut für die Gesundheit. Oft unterschätzt wird aber ein weiterer wichtiger Faktor: Die Bewegungsarmut der meisten Berufstätigen.

Bei einem Bürojob sitzt man fast den ganzen Tag. Damit verbrennt man nicht nur wenig Kalorien, sondern schadet auch den Blutgefässen.

Bereits nach einer Stunde nehmen die Gefässfunktionen in den Beinen um bis zu 50 Prozent ab. Die Gefässe können sich nicht mehr so gut ausdehnen. Auch die Endothelfunktion sinkt. Beide Faktoren können langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Es ist bereits wissenschaftlich bewiesen, dass langes Sitzen die Risiken für zahlreiche Erkrankungen erhöht. Die verminderten Gefässfunktionen spielen dabei die grösste Rolle, doch auch ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein erhöhter Taillenumfang infolge der Bewegungsarmut tragen zum erhöhten Krankheitsrisiko bei.

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Spaziergänge schützen Blutgefässe

Saurabh Thosar und seine Kollegen von der US-amerikanischen Indiana University wollten herausfinden, wie man diesen schädlichen Auswirkungen von zu langem Sitzen effektiv vorbeugen kann.

Sie gehören zu den ersten Forscherteams, die sich dieser Thematik mit einem Experiment nähern.

Elf normalgewichtige, gesunde männliche Studienteilnehmer nahmen an zwei Zufallsstudien teil.

Die Teilnehmer des ersten Tests mussten drei Stunden lang stillsitzen, ohne die Beine zwischendurch zu bewegen.

Nach einer, zwei und drei Stunden überprüften die Wissenschaftler mit einem Blutdruckmessgerät und Ultraschall die Funktion der Oberschenkelarterie. Diese war bereits nach 60 Minuten um die Hälfte reduziert.

Beim zweiten Test sassen die Teilnehmer zwar auch drei Stunden lang, nach einer halben, eineinhalb und zweieinhalb Stunden mussten sie jedoch für jeweils fünf Minuten aufs Laufband und gingen mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als drei Kilometer pro Stunde. Ihre Gefässfunktionen wurden nach den gleichen Intervallen überprüft.

Dabei stellte sich heraus, dass kurze moderate Spaziergänge zwischendurch dafür sorgen, dass der Körper die Gefässfunktionen unverändert aufrechterhalten kann.

Als Ursache vermuten die Forscher die erhöhte Muskelaktivität und die stärkere Durchblutung durch die Bewegung.

Spaziergänge kompensieren langes Sitzen

Wenn man bedenkt, dass die Gefässfunktionen schon nach einer Stunde Sitzen derart stark abnehmen, Büroangestellte aber bis zu acht Stunden am Tag sitzen, wird klar, warum Dauersitzen der Gesundheit so massiv schadet.

Die Erkenntnisse von Thosars Team ermöglichen es uns jedoch, aktiv vorzubeugen. Einmal in der Stunde fünf Minuten zu gehen lässt sich schliesslich recht einfach in den Arbeitsalltag integrieren.

Dabei muss es sich nicht immer um einen „richtigen“ Spaziergang handeln. Zwar ist Bewegung an der frischen Luft am gesündesten, doch der Chef sieht es bestimmt nicht gern, wenn die Mitarbeiter zu jeder vollen Stunde fünf Minuten vor dem Bürogebäude auf und ab gehen.

Zum Glück geht es auch einfacher: Ein Gang zum Kopierer oder in die Kaffeeküche und öfter mal die Treppe zu benutzen tun es ja auch. Und vielleicht lassen sich gar das eine oder andere Minitrampolin oder Laufband auf der Büroetage integrieren.

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Ernährungstipps für ein gesundes Herz

Wie bereits eingangs erwähnt, spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Neben ausreichend Bewegung müssen wir also darauf achten, dass wir genügend und vor allem die richtigen Nährstoffe mit der Nahrung aufnehmen, um unser Herz-Kreislauf-System fit zu halten.

Das Endothel, die Innenwand der Blutgefässe, benötigt viel Vitamin C. Auch mit den richtigen Fetten tun wir unserem Herzen etwas Gutes. Ungesättigte Fettsäuren wie etwa Omega-3-Fettsäuren sollten ebenfalls täglich auf unserem Speiseplan stehen.

Viele weitere Tipps dazu, wie Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der richtigen Ernährung vorbeugen können, finden Sie hier: Heilkräftige Lebensmittel für ein gesundes Herz

Quelle:

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Zuletzt kommentiert

Veggimaus schrieb am 29.12.2017

Liebes ZdG-Team, mich würde dazu interessieren ob die Negative auswirkungen nur beim stillen Sitzen ist, also wirklich garkeine Bewegung oder sich auch gleiches Ergebnis zeigt wenn man minial seine Beine mal etwas beim sitzen Bewegt - auf und ab wippen- andere Sitsposition einnehmen usw. ich meine wer sitz schon Stunden lang ohne sich wirklich gar nicht zu bewegen. Dazu würde mich auch interessieren ob z.B. Fahrrad fahren eigentlich auch eine nicht so geeignete Sportart ist, weil man auch so lange sitzt (Rennradfahrer oft Stunden). Manche sagen das Radfahren trotz der Bewegung, für z.B. Büromenschen oder andere Arbeiter die sehr viel Sitzen z.B. ungeeignet ist, führt dazu das er immer wieder in eine Sitzende Position kommt und das führt dann auch zu Verkürzungen. Ich denke mal für Menschen die sich am Tag viel Bewegen ist Fahrrad nicht so schlimm wie für vielsitzer, was sagen Sie dazu? Führt das auch zu Verminderter Durchblutung? Gibt es eigenliche eine Empfehlung wie viele Stunden am Tag man in Bewegung sein sollte? Sind z.B. 8 Stunden Schlaf, 9-11 Stunden Bewegung inkl. Sport und rest Sitzen und Stehen Artgerrecht? Ist es besser für die Beine wenn man anstelle der Sitzposition lieber die Beine etwas hoch nimmt (zwecks Durchblutung)? Vielen lieben Dank

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Veggimaus

Es ist nicht davon auszugehen, dass jemand tatsächlich still sitzt und dabei nie das Bein oder den Arm bewegt. Unter «Sitzen» versteht man daher ganz einfach das Sitzen, z. B. im Büro, am PC, auf dem Sofa etc. – ganz gleich ob man dabei nun gelegentlich auf- und abwippt oder nicht. Denn dadurch kommt der Kreislauf ganz sicher nicht in Schwung. Natürlich ist es besser, z. B. auf einem Ballkissen zu sitzen oder gezielt Arm- und Beinbewegungen zu machen, doch sind auch diese Massnahmen einfach nur Versuche, das Schlimmste zu verhindern. Radfahren ist ferner nicht gleich Radfahren. Wer z. B. mit vollem Körpereinsatz bergauf fährt, sitzt dabei nicht und bringt seinen gesamten Körper in Bewegung. Wer natürlich nur eine gemütliche Runde um einen See fährt und sonst auch immer sitzt, sollte vielleicht lieber joggen als Rad fahren. Eine «artgerechte» Verteilung der Stunden ist sicher nicht möglich. Denn selbst wenn es eine ganz bestimmte Zahl an Stunden gäbe, würde diese den meisten Menschen nicht nützen, da sie eben nicht die Zeit dazu haben, täglich fünf, sechs oder mehr Stunden in Bewegung zu sein. Perfekt ist ein ausgewogener Lebensstil, der Ruhephasen und Bewegungsphasen im Wechsel enthält. Daher empfehlen wir z. B. auch am Arbeitsplatz (wo immer möglich) ein Zimmertrampolin aufzustellen und dort mehrmals täglich einige Minuten zu verbringen. Studien zeigten ferner, dass schon 30 bis 60 Minuten straffe Bewegung pro Tag ausreichen, um einen Fitnesseffekt zu erzielen. Wer die Möglichkeit hat, sich mehr zu bewegen, sollte es in jedem Fall tun!

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit