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Der Placebo-Effekt

Der Placebo-Effekt

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(Zentrum der Gesundheit) - Die Existenz des Placebo-Effekts konnte jetzt in einer Studie erstmals durch direkte Messungen im Rückenmark nachgewiesen werden. Nach der Einnahme eines Placebo-Medikaments (Schein-Medikament ohne Wirkstoff) kommt es nämlich zu physikalischen Veränderungen im Rückenmark. Diese Veränderungen konnten in besagter Studie mittels bildgebender Verfahren dargestellt werden.

Studie über Placebo-Effekte

Die Studie wurde von Wissenschaftlern rund um Falk Eippert, Dipl.-Psych., M. Sc. am Medizinischen Zentrum der Universität Hamburg-Eppendorf in Deutschland durchgeführt und in der Zeitschrift Science(1) veröffentlicht.

Mit Placebo ohne Medikamente heilen

Der Placebo-Effekt bezeichnet ein Phänomen, bei dem sich die Symptome eines Patienten abschwächen, nachdem er – ganz im Glauben, echte Medikamente erhalten zu haben – lediglich eine biologisch unwirksame Behandlung bekommen hat.

Besonders gut kann der Placebo-Effekt bei solchen Krankheiten und Symptomen beobachtet werden, die ihren Ursprung im Zentralen Nervensystem(2) haben, wie zum Beispiel Schmerzen oder Depressionen.

Die Psyche wirkt

Die Wissenschaftler teilten mit, ihre Studie liefere einen direkten Beweis dafür, dass nach einer Placebo-Schmerzbehandlung (Placebo-Analgesie) die Rückenmarksnerven den Schmerz nicht mehr oder nur noch in geringer Form weiterleiteten.

Was jedoch zu dieser Hemmung der Rückenmarksnerven führe, sei noch nicht zweifelsfrei geklärt. Insgesamt bedeute das Studienergebnis, dass psychologische Faktoren in den frühesten Stadien der Schmerzverarbeitung eine deutliche Wirkung haben könnten.

Während der Studie wurde folgender Versuch durchgeführt: Die Forscher erklärten den Teilnehmern (fünfzehn gesunde Männer), dass ihre Arme mit zwei verschiedenen Cremes behandelt würden – eine davon sei ein Anästhetikum (Betäubungsmittel), die andere sei ein Placebo.

Danach setzten sie die behandelten Teile der Arme einer schmerzvollen Hitze aus und führten währenddessen eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) des Rückenmarks durch.

Die Bezeichnung „Magnetresonanztomografie“ wird auch oft durch den bekannteren Begriff „Kernspin-Tomografie“ ersetzt. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik eingesetzt wird.

Man kann mit der MRT die Funktion und Struktur von Geweben und Organen darstellen – und zwar in Form von sog. Schnittbildern (Tomografie von altgriechisch „tome“ = Schnitt).

Ein Schnittbild gibt die inneren Strukturen so wieder, wie sie nach dem Aufschneiden des Objekts oder nach dem Herausschneiden einer dünnen Scheibe vorliegen würden. Man spricht hier von einer überlagerungsfreien Darstellung (bei gewöhnlichen Röntgenaufnahmen dagegen überlagern sich die Strukturen).

In besagter Studie kam die funktionelle MRT (fMRT) – eine besondere Form der Magnetresonanztomografie – zum Einsatz. Mit ihr können „nervlich aktive“ Bereiche im Körper optisch dargestellt werden.
„Aktive Nerven“ sind – auf den erwähnten Versuch bezogen – solche Nerven, die eindeutig Schmerzen anzeigen bzw. Schmerzempfindungen weiterleiten.

Schmerzen liessen ohne Wirkstoffe nach

In besagtem Versuch war es nun so, dass BEIDE Cremes in Wirklichkeit medizinisch völlig wirkstofffreie Placebos waren. Die teilnehmenden Männer berichteten aber, viel weniger Schmerzen zu empfinden, wenn sie mit der – wie sie glaubten – medizinisch wirksamen Creme behandelt wurden.

Auch zeigten die Aufnahmen (fMRT-Scans), die mit der funktionellen Magnetresonanztomografie erstellt wurden, dass bei den Teilnehmern die Aktivität der Nerven im Rückenmark deutlich reduziert war.

Für die Nerven gab es also tatsächlich keinen Schmerz, weshalb der Körper auch weniger oder gar keinen Schmerz empfand – obwohl ihm echter Schmerz zugefügt wurde.

Das bedeutet, dass das Gehirn bei der Einnahme von Placebos nicht nur einfach den Schmerz ausblendet, sondern dass konkret weniger Schmerz vorhanden ist. Placebomedikamente können also die Schmerzweiterleitung im Rückenmark reduzieren und daher definitiv schmerzbetäubend wirken.

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Körpereigene Substanzen reduzieren Schmerzen

Trotzdem können die Wissenschaftler noch immer nicht erklären, wie die Schein-Behandlung bzw. wie der Glaube der scheinbehandelten Studienteilnehmer eine Wirkung auf die Nerven im Rückenmark haben konnte.

Sie vermuten, dass der Körper auf die Schein-Behandlung mit der Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel reagierte.

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Fussnoten

(1) Science ist eine wöchentlich erscheinende amerikanische Fachzeitschrift für Naturwissenschaften mit einer geschätzten Gesamtleserzahl von 1 Million.
(2) Das Zentrale Nervensystem besteht aus den Nerven des Gehirns und des Rückenmarks.



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